Skip to main content

Full text of "Aeneas Sylvius Piccolomini als papst Pius II. : sein Leben und Einfluss auf die literarische Cultur Deutschlands"

See other formats


■fj^Sk^iäfelS'.HHiK 



Digitized by the Internet Archive 

in 2011 with funding from 

University of Toronto 



littp://www.arcliive.org/details/aeneassylviuspicOOweis 



ÄENEAS SYLVIÜS PICCOLOMINI 



ALS 



PAPST PIUS II. 

SEIN LEBEN UND EINFLUSS AUF DIE LITERARISCHE 

CULTUR DEUTSCHLANDS. 



REDE 

GEHALTEN BEI DER FEIERLICHEN INAUGURATION ALS RECTOR 
MAGNIFICUS DER K. K. KARL-FRANZENS-UNIVERSITÄT IN GRAZ 

AM 4. NOVEMBER 1896. 



MIT 119 BISHER UNGEDRÜCKTEN BRIEFEN 

AUS DEM AUTOGR.- CODEX Nr. 3389 DER K. K. WIENER HOF-BIBLIOTHEK, 

SOWIE EINEM ANHANGE. 

HERAUSGEGEREN VON 

PROF. Dr. ANTON WEISS. 



DER REINERTRAG IST DEM FREITISCH-INSTITUTE DER UNIVERSITÄT GEWIDMET. 



GRAZ. 

ULR. MOSER'S BUCHHANDLUNG (J. MEYERHOFF). 

1897. 




n:ioo 



K. K. UNlVEksriATS HUCHDRUCKERKI .STYRIA« IN GRAZ. 



Vorwort. 



niemit übergebe ich, der Gewohnheit entsprechend, 
meine am 4. November 1896 in Gegenwart Sr. Excellenz des 
Herrn Statthalters von Steiermark, Marquis Bacquehem, 
vieler Honoratioren, Professoren und Studierenden bei der 
feierlichen Inauguration als Rector in der Aula der Universität 
vorgetragene Rede der Öffentlichkeit. 

Sie ist im wesentlichen in der Form gehalten worden, 
wie sie hier erscheint und erhielt im Texte nur wenige Zu- 
sätze. Da aber die vielen Belege, welche den Werken, be- 
sonders den Briefen des Aeneas Sylvius Piccolomini, mit 
dessen Leben und Einfluss auf die literarische Cultur Deutsch- 
lands sich die Rede befasst, und der einschlägigen Literatur 
entnommen wurden, auch Berücksichtigung erheischten, so 
musste denselben in zahlreichen Anmerkungen Raum gegeben 
werden. 

Diese Publication erschien zugleich als eine günstige 
Gelegenheit, die Edition der noch nicht gedruckten 
149 Briefe des Aeneas Sylvius aus dem Auto- 
graphencodex Nr. 3389 der k. k. Wiener Hofbiblio- 
thek damit zu verbinden. Die Idee dazu entstand während 
meines mehrmonatHchen Aufenthaltes in Wien zu Studien- 
zwecken in den vorigen Herbstferien und des damahgen Be- 
suches der genannten Bibliothek. Die lysprüngliche Absicht, 
nur die aus Graz datierten 43 Briefe des Aeneas Sylvius aus 
dem erwähnten Codex zu veröffentlichen, reifte bald zum 
Entschlüsse aus, alle darin enthaltenen, noch nicht publicierten 
Briefe zu edieren und ich gebe mich der Hoffnung hin, durch 



— IV — 

die Veröffentlichung dieser nach Inhalt und Form hochbedeut- 
samen Briefe einen vielleicht nicht unwillkommenen Beitrag 
zur Geschichtsforschung zu liefern. 

Da gerade diese, hier zum erstenmale edierten Briefe 
auch auf die Wirksamkeit des als Humanisten, Historiker und 
Diplomaten hochberühmten Aeneas Sylvius Piccolomini in 
unserem engeren Heimatslande, über welche uns sonst nur 
spärliche Nachrichten zu geböte stehen, einiges Licht werfen, 
so wurde eine nähere Besprechung der hierauf bezüglichen 
Andeutungen seiner Briefe unter Vergleichung des ander- 
weitigen zugänglichen Actenmateriales im »Anhang« bei- 
gefügt. 

Graz, im Mai 1897. 






I 



Der Verfasser. 



Euere Exeellenz! Hohe Anwesende! 
Liebe Commilitonen ! 

t/iner der größten Geister, eine der einflussreichsten 
Persönlichkeiten an der Grenzscheide des Mittelalters ist un- 
streitig Aeneas Sylvius PiccolominiJ) Zuerst auftretend auf 
dem Concil zu Basel, hat dieser reichbegabte Geist besonders 
als Secretär des Kaisers Friedrich IIL, dann als Bischof von 
Triest und Siena, darauf als Cardinal, endlich in der höchsten 
kirchlichen Stellung als Papst Pius IL um die Mitte des fünf- 
zehnten Jahrhunderts einen großen Einfluss auf die Geschicke 
Deutschlands, einen bestimmenden Einfluss auf die ganze 
christliche Welt durch Wort, Schrift und That ausgeübt. Dieser 
seiner verschiedenen Lebensstellung sowohl, mehr aber noch 
seinen zahlreichen, fast alle Gebiete des Wissens berührenden 



1) Die wichtigsten CJuellen für sein Leben sind: »Pii IL Pont. 
Max. Commcntcirii rerum memorabilium quae temporibus 
suis contigerunt«, in zwölf Büchern, eine Art Selbstbiographie. Von 
seinem Geheimschreiber und Hofpoeten Campanus ein wenig überarbeitet, 
erschienen sie erst hundertzwanzig Jahre nach des Papstes Pius IL Tode. 
Romae 1584, 4"., Francofurti 1614, Fol. 

Ferner die Briefe desselben, deren wir beiläufig 600 an der Zahl 
kennen. In der Baseler Ausgabe von 1551 und 1571, pag. 500 — 962, 
finden sich 414 Briefe. Für die chronologische Ordnung der Briefe ist 
maßgebend Voigts Abhandlung: Die Briefe des Aeneas Silvius vor seiner 
Erhebung auf den päpstlichen Stuhl u. s. w. im Archiv für Kunde öster- 
reichischer Geschichtsquellen, Bd. XVI, S. 333 ff.; daselbst sind 559 Briefe 
geordnet, darunter 46 neu ediert. 

Lebensbeschreibungen haben wir von seinem Zeitgenossen J, A. Cam- 
panus (gest. 1477) »Vita Pii IL pontif max.«; bei Muratori, >Rer. Italic. 
Scriptt.«, T. III, P. II, p. 965 sq.; von Piatina und zwei sehr kurze von 
Joh. Stella und Joh. Trithemius, welche letzteren, sowie auch die von 



Scliriftcn ist es zuzuschreiben, dass jedermann, der die Ge- 
schichte jener Zeit durchforscht, sich mit Aeneas Sylvius 
Piccolomini beschäftigen muss. 

Als Dichter, Redner, Grammatiker, Erklärer des Alter- 
thums, als Humanist überhaupt spielt er eine große Rolle. ^) 
Mit ilini beschäftigen sich die Juristen wegen seiner großen 
Bedeutung für die deutsche Rechtsgeschichte ;^) ihn zieht der 
Politiker, der Diplomat zurathe, denn die Politik jener Zeit 
lag vielfach in seinen Händen; vor allem aber ist er für den 
Geographen, Kosmographen und Ethnographen, endlich für 
den Historiker, gleichviel ob Kirchen-, Profan- oder Cultur- 
Historiker, eine unentbehrliche Quelle. 



Campanus, den Baseler Folio- Ausgaben der Opp. Aeneae Sylvii von 1551 
und 1571 vorgedruckt sind. 

Außerdem haben über ihn geschrieben : J. M. Schröckh, »Christliche 
Kirchengeschichte«, 32. Theil, Leipzig 1801, S. 232 ff.; H. C. Hclwing, 
»De Pii II. pontif max. rebus gestis et moribus Commentat.« Berol. 1825, 
4".; Hagenbach, »Erinnerungen an Aeneas Silvius Piccolomini (Pius IL)«, 
Rectoratsrede. Basel 1840, 8".; F. A. Scharpff, »Der Cardinal und Bischof 
Nikolaus von Cusa.« Erster Theil: Das kirchliche Wirken. Ein Beitrag 
zur Geschichte der Reformation innerhalb der katholischen Kirche im 
fünfzehnten Jahrhundert. Mainz 1843, S. 283 ff.; J. M. Düx, »Der deutsche 
Cardinal Nikolaus von Cusa und die Kirche seiner Zeit.« Regens- 
burg 1847, 8"., Bd. I, S. 168 — 182; Dr. Georg Voigt, »Enea Silvio de' 
Piccolomini als Papst Pius IL und sein Zeitalter.« 3 Bände, Berlin 1856 
bis 1863; Alfred von Reumont, »Geschichte der Stadt Rom.« 3 Bände, 
Berlin 1867 — 1870, Bd. III, i. Abtheilung, S. 334 ff. ; F. Gregorovius, 
»Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter.« Stuttgart 1880, 3. Aufl., 
VII. Bd., S. 151 ff.; Rohrbachers »Universalgeschichte derkathol. Kirche.^ 
23. Bd. In deutscher Bearbeitung von Dr. A. Knöpfler. Münster 1883, 
S. 215 — 232; Dr. Ludwig Pastor, »Geschichte der Päpste seit dem Aus- 
gang des Mittelalters. < I. Bd., 2. Aull, Freiburg i. Br. 1891, S. 273 ff.; 
11. Bd., S. 1-261. 

1) Von allen Persönlichkeiten des Renaissance-Zeitalters kennen wir 
keinen genauer als Aeneas, der unbedenklich als einer der glänzendsten 
Geister des Jahrhunderts bezeichnet werden kann. Reumont, »Aus der 
Geschichte Aachens im fünfzehnten Jahrhundert«, in der »Zeitschrift 
des Aachener Geschichts -Vereines« (1882) IV, 170, l)ei Pastor l. c, 
Bd. I, 273. 

2) Dr. Heinrich Gottfried Gengier, »-Über Aeneas Sylvius in seiner 
Bedeutung für die deutsche Rechtsgeschichte. v^ Erlangen 1860. 



— 3 - 

Was ihn aber für uns besonders wertvoll macht und 
mich berechtit^t, diese kirchenhistorische Persönlichkeit zum 
Gegenstande der heutigen Festrede zu erwählen, ist einer- 
seits sein langjähriges Wirken in Deutschland und ganz be- 
sonders seine allgemein anerkannte große Einwirkung auf die 
literarische Cultur Deutschlands, so dass er von einem Kenner 
mit Recht der »Apostel und Missionär des Humanismus in 
Deutschland« genannt wird,\) andererseits inbesonders seine 
enge Verknüpfung mit unserer grünen Steiermark und deren 
schönen Hauptstadt Graz. Denn er hatte in Steiermark nicht 
bloß nachweisbar in seiner späteren kirchlichen Stellung zwei 
Pfarreien inne,-) sondern auch als Secretär des Kaisers sich 
öfters und besonders im Sommer 1453 längere Zeit in unserer 
Stadt aufgehalten, von wo er eine große Anzahl'^) seiner be- 
rühmten Briefe in die verschiedensten Länder richtete und in 
einem derselben unserer Stadt durch eine, wenn auch kurze, 



^) Voigt, 1. c. II, 351, und desselben »Wiederbelebung des classi- 
schen Alterthums oder das erste Jahrhundert des Humanismus.« 
In 2 Bänden, 3. Aufl., besorgt von Max Lehnerdt, Berlin 1893, 2. Band, 
S. 277 und 311. 

2) Von einer dieser Pfarreien redet er in ep. 315 ad Joan. Hinder- 
bach, d. Rom, 2. November 1457: Commendamus tibi ecclesias 
nostras in Grctz et in Hirningae, ut tuo favore juventur et nobis 
denique utilcs esse possint. Unter »Gretz« ist die Pfarre St. Pankraz 
zu Windischgraez zu verstehen, welche er als Bischof von Siena 
»ad instantiam et procurationem Friederici III. Rom. Imperatoris« durch 
Verleihung des Papstes Nikolaus V. in Commcndam fum 1453) besaß. 
Vergleiche die darauf bezügliche Notiz des späteren 
Pfarrers Martin Scharffwint vom Jahre i486 in den Bei- 
trägen zur Kunde Steiermark ischer Geschichtsquellen. 
V., S. 92 (1868). 

Dass er auch die Pfarre Irdning innegehabt, beweist eine 
päpstliche Bulle vom 3. September 1458, womit Papst Pius II. seinem 
Neffen Franciscus Nannis de Tudeschinis diese Pfarre überträgt und 
darin sagt, dass er sie als Bischof von Siena von Nikolaus V. erhalten, 
welcher deren Besetzung dem päpstlichen Stuhle reserviert habe. Die 
Abschrift dieser Bulle aus dem Statthalterei-Archiv zu Innsbruck, wie 
die andere Nachricht über den Besitz der Pfarre Windischgraez, verdanke 
ich Herrn Universitäts- Professor Dr. Arnold Luschin von Ebengreuth. 

3) Mehr als 80. 






- 4 - 

doch ihres Autors und Ahers wegen wertvolle Beschreibung 
ein schönes literarisches Denkmal setzte.') 

In der Geschichte großer Männer begegnet es nicht 
selten, dass sie ihrer fortschreitenden Entwickelung, ihrem 
inneren Bildungsgange, sowie äußeren Einflüssen und Ver- 
hältnissen entsprechend ihre Anschauungen läutern, vervoll- 
kommnen, manchmal sogar fundamental umgestalten. 

So haben auch bei unserem Aeneas die verschiedensten 
Lebenslagen, in die er kam, die wechselnden Eindrücke, die 
er empfieng, die Erfahrungen, die er sammelte, die Erkennt- 
nisse, mit denen er sich bereicherte, einen Wechsel seiner 
Gesinnungen, einen Umschlag seiner Überzeugungen, eine 
Umwandlung und Bekehrung, wie er es nennt, zur Folge ge- 
habt, die er selbst später als Papst in seiner berühmten so- 
genannten Retractations-Bulle vom 26. April 1463 graphisch 
schildert: 

»Irregeleitet wie Paulus haben wir viel Verdammliches 
geschrieben, gethan und aus Unwissenheit die Kirche und den 
römischen Stuhl verfolgt. Wir sind also genöthigt, dem heiligen 
Aujjustinus nachzuahmen und unsere Irrthümcr zu widerrufen. 
Folget dem, was wir jetzt sagen; glaubet dem Greise mehr, 
als dem Jünglinge; schätzet den Laien nicht höher, als den 
Papst; verwerfet den Aeneas, haltet fest an Pius: Aeneam 
rejicite, Pium recipite.«^) 



^) In der Baseler Ausgabe von 1571, nach der ich citierc, im 
13. Brief, an den Erzbischof und Cardinal von Gran, aus Graz 16. Septem- 
ber 1443 (Dr. Voigt, »Die Briefe des Aeneas Sylvius« 1. c. S. 343, während 
Chmcl, »Geschichte Kaiser Friedrichs IV.«, II, S. 261, Anm. i, ihn in den 
Dcccmbcr 1443 versetzt): Styriae tluvius est, qui ex alpibus praecipitatus 
Dranum inHuit amncm: ac exindc per Hystrum fertur in pontum: quem 
muram incolae vocitant. Propc hanc ripam oppidum jacet gentile nomine 
Crctum dictum. Hie ex mcdio camporum equore ingens cumulus 
surgit, pracruptis undique scopulis liber. (^ujus cacumcn arx tenet et 
natura loci et opis humanac praesidio munita, ad regiam quoque fasti- 
giata magnificentiam. 

-; Bulla retractationis: »In minoribus agentcs* bei Carolus Fea, 
»Pius II. Pont. Max. a calumniis vindicatus.« Romae 1S23, 14S— 164: 
>Nos homines sumus et ut homines erravimus, ncque imus infirias, 
mulla; . . . scducti pcccavimus ut Paulus et ignorantcr pcrsecuti fuinms 



— 5 — 

Er unterscheidet demnach hier deuthch in sich zwei 
Personen, den jugcndhchcn, unerfahrenen Aeneas, und den 
erfahrenen, gotterleuchteten Pius; den einen vergleicht er dem 
Saulus, der die Kirche verfolgte, den andern dem Paulus,') 
der sie stützt und ausbreitet; den Aeneas gebietet er zu ver- 
werfen, den Pius aber aufzunehmen und ihm zu gehorchen: 
Aeneam rejicite, Pium recipite. 

Die Thätigkeit des Aeneas knüpft sich vorzüglich an 
das Concil von Basel, und ich darf wohl diese Periode seines 
Lebens seinen Tag von Basel nennen. 

Wenn wir dann den Pius ins Auge fassen, so leuchtet 
besonders dessen unermüdliche Thätigkeit in der Bekämpfung 
der Türken hervor, welche mit dem Congress von Mantua 
begann, und so nenne ich diese Periode seines Lebens nach 
seiner vorzüglichsten Thätigkeit als Papst seinen 
Tag von Mantua. 

Da sich aber Pius selbst in der genannten Retractations- 



ecclesiam Dei et Romanam primamque sedem. Pudet erroris, poenitet 
male fecisse . . . Sed quid agamus ? Scriptum et semel emissum volat 
irrevocabile verbum . . . utinam latuissent, quae nunc sunt edita. — 
Verendum est, ne quae fuerunt Aeneae, dicantur Pii, atque ab ea sede 
auctoritatem vendicent, ad quam ignoranter latraverunt. Cogimur ergo, 
dilecti filii, beatum Augustinum imitari, qui cum aliqua in suis volumi- 
nibus erronea inseruisset, retractationes edidit. Idem et nos faciemus. 
Si quid adversum hanc doctrinam (de supremaRomaniPontiticis potestate) 
invcneritis aut in dialogis, aut in epistolis nostris . . . aut in aliis opusculis 
nostris . . . respuite et contemnite; sequimini, quae nunc dicimus, 
et scni magis, quam juveni credite nee privatum hominem 
p Iuris facite, quam Pontificem: Aeneam rejicite, Pium 
recipite ; illud gentile nomen parentes indidere nascenti, hoc Christia- 
num in Apostolatu suscepimus. Dicent fortasse aliqui, cum Pontificatu 
hanc nobis opinionem advenisse et cum dignitate mutatam esse senten- 
tiam: haud ita est, longe aliter actum.« Darauf erzählt er weitläufig seine 
Bekchrungsgcschichte. 

1) Besonders in seiner Epistula retractationis ad Magistrum Jordanum 
Rectorem Universitatis Scholae Coloniensis, Cöln, vom 13. August 1447, 
bei Fea 1. c. p. i und 2: Diese Epistula retractationis, verschieden von 
der Bulla retractationis, ist eine frühere Retractationsschrift, welche er 
als designierter Bischof von Triest an den Rector der Kölner Universität 
richtete, zur Vertheidigung seines Gesinnungswechsels. 



— 6 — 

Bulle einen bekehrten Paulus nennt, so hatte er, wie dieser, 
seinen Tag von Damascus, wie er es anderswo^) ausdrück- 
lich andeutet. Es fällt demnach zwischen den Tag von Basel 
und Mantua [sein Tag von Damascus. 

Wenn nun aber der Papst verlangt, dass wir den Aeneas 
verwerfen sollen, so glaube ich ihm nicht ungehorsam zu 
sein, wenn ich den Humanisten Aeneas, den Redner, Epistolo- 
graphen, den hochberühmten Literaten und Geschichtsforscher 
Aeneas keineswegs verwerfe. Ja, ich glaube ihn ganz recht 
zu verstehen; denn was Pius an dem Aeneas tadelte und ver- 
worfen wMSsen wollte, das war eigentlich nur, wie wir sehen 
werden, der C o n c i 1 s s t ü r m e r, der frivole Dichter; 
seine Wirksamkeit als Humanist überhaupt hat Pius nicht 
verworfen, denn Humanist im guten Sinne des Wortes blieb 
er auch noch als Bischof, als Cardinal und selbst auf dem 
päpstlichem Throne, und diese seine humanistische oder lite- 
rarische Thätigkeit und seine große Einwirkung auf die hte- 
rarische Cultur Deutschlands wird daher den zweiten be- 
sonderen Gegenstand meiner Rede ausmachen. 

I. 

Aeneas Sylvius Bartholomaeus, aus dem altberühmten, 
aber damals verarmten sienesischen Adelsgeschlechte der 
Piccolomini^) stammend, ist geboren am 18. Octobcr 1405 in 
dem Dörfchen Corsignano in der Nähe von Siena, welches 
später zu einer Stadt erhoben und dem Papste Pius II. zu 

') In der Epistula retractationis 1. c. p. 4: Sicuti Saulus in 
Damascunn hostis ibat christianorum, sie etjo in Francfordiam infensus 
Eugenio proficiscebar. 

2) Die Piccolomini führten fünf Halbmonde in einem Kreuz in 
ihrem Wappen; ihr Alter bezeugt die Geschichte Sienas, doch stammten 
sie wahrscheinlich nicht aus Rom (obwohl Commentarii, Francofurti 16 14, 
pag. 2, es behaupten. SieheVoigt, I, 5). Sie waren dem edelsten gueltischen 
Geschlechte der Tolomei nahe verwandt (Comment. pag. 57). Aus der 
Regierung Sienas, an der sie mit den vier anderen dortigen ältesten 
Adelsfamilien kurze Zeit Antheil hatten, im Jahre 1368 durch eine Volks- 
revolution gestürzt, verloren sie auch ihre Iku-gcn untl Schlösser im Ge- 
biete von Siena, doch hatte des Papstes Grol.svater Aeneas Sylvius noch 



— 7 — 

Ehren Pienza genannt wurde. Ein junger Priester, namens 
Petrus, brachte ihm die ersten Elemente des Wissens bei. ^) 
]\Iit achtzehn Jahren wurde der lernbegierige Jüngling, unter- 
stützt von Anverwandten, auf die Hochschule von Siena ge- 
schickt; dort lernte er Grammatik, Poetik und Rhetorik,^) fand 
aber an dem trockenen Rechtsstudium, dem er sich vorzüg- 
lich widmen sollte, keine Freude; woran nicht zum mindesten 
die schwerfällige scholastische Methode, in der es vorgetragen 
wurde, Schuld tragen mochte. 

Ihn zog vielmehr das neue Studium, das von Griechen- 
land herübergewandert war und unter dem Namen des antiken 
Humanismus damals in Italien in schönster Blüte stand. 

Mehr als seinen Lehrern hatte er seine großen Fort- 
schritte darin seinem häuslichen Fleiße zu danken: »Cicero 
Livius, Virgihus und sonst die besten Latinisten wurden sein 
liebster Umgang. Tag und Nacht saß er über den Büchern, 
die er von Freunden geborgt, und um diesen nicht ungelegen 
zu werden, copierte er sich die namhaftesten Classiker mit 
saurem Fleiße und excerpierte andere. Kaum gönnte er sich 



ein standesgemäßes Auskommen. Der Rest des Familiengutes gieng 
aber während der Minderjährigkeit des nach seinem frühen Tod ge- 
borenen Sohnes Sylvius (Postumus) zugrunde, so dass dieser, der Vater 
unseres Acneas, auf seinem kleinen, ihm noch gebliebenen Erbtheil zu 
Corsignano als Landmann zeitweilig kümmerlich mit seiner Hände Arbeit 
sich ernähren musste. Er heiratete die Victoria, aus dem adeligen, aber 
ebenfalls armen Geschlechte der Forteguerra. Unser Aeneas, ihr Sohn, 
erhielt seinen Namen Aeneas Sylvius nach seinem Großvater, einen 
dritten (tritonimus enim fuit), Bartholomaeus, der ihm zu Ehren des 
Apostels beigelegt wurde, hat er später nie geführt. Von den siebzehn 
Geschwistern, welche Aeneas hatte, waren alle bis auf zwei Schwestern, 
Laudomia und Catharina, einer Seuche zum Opfer gefallen. Comment. 
1. c, cf Voigt, 1. c. I, 5 ff. 

^) Piatina, »Pii II. Pont. Max. Vita«, vorgedruckt seinen Werken 
in den Baseler Ausgaben, sagt: Corsiniani singulari memoria et summa 
docilitate Grammaticam didicit, parce adeo et duriter vitam ducens, ut 
omnia ruris oflicia ob inopiam adire sit coactus. 

^) Piatina ibid: Annum vero decimum octavum agens Senas pro- 
ficiscitur, ubi a necessariis et cognatis adjutus Poctas primo, mox Ora- 
tores audivit. Ebenso Campanus; die Commentarii setzen pag. 2 noch 
hinzu: postremo ad jus civile sc contulit. 



— 8 — 

Zeit zum Schlafen und Essen. Bisweilen fiel die Hauptmahl- 
zeit aus Alangel aus, oft auch aus Lernbegierde, wenn er 
mitten in der Arbeit nicht unterbrochen sein wollte. Morgens 
pflegte er vor Tageslicht aufzustehen und abends nahm er 
die Bücher mit an das Bett, um bis zum Einschlafen zu lesen. ^) 
Auch machte er seine ersten schriftstellerischen Ver- 
suche.-) Nachdem er zwei Jahre in Florenz verweilt, um den 
berühmten Humanisten Filelfo zu hören, der auf die Ver- 
feinerung seines Stils nicht geringen Einfluss hatte, wurde er 
durch wiederholte Mahnungen seiner Verwandten gedrängt, 
nach Siena zurückzukehren,^) um da seine Rechtsstudien fort- 
zusetzen, fand aber noch immer daran keinen Gefallen."^) 

1) So schildert sein Jugendfreund und Hausgenosse, Gregorius Lolli, 
sein damaliges Treiben im Briefe an den Cardinal Giacomo Piccölomini 
von Pavia (unter dessen Briefen, Francof 1614, ep. 47), bei Voigt, I, 12. 

Diese Gewohnheit behielt er auch später bei: Für die Baseler 
Periode gibt Zeugnis der Brief des Aeneas an Petrus de Noxeto vom 
7. Mai 1456 (ed. Bas., ep. 188): Quoties mihi ad multam noctem vigilanti 
nunc unum nunc alterum Poetam legenti subridens dixeris: Quid te 
maceras Aenea? doctis aeque ac indoctis fortuna consulit. 

Für die Papstperiode zeugt Piatina 1. c: Tamdiu legebat et scribe- 
bat, donec ei V)er munera publica licuisset. Item faciebat noctu, quod 
die post coenam, nam et legebat et dictabat usque ad multam noctem 
in lecto jacens, nee amplius, quam horis quinque aut sex quiescebat. 
Ähnlich Campanus. 

^) Dass unter seinen damaligen Dichtungen sich frivole fanden, 
wird nach seinem Biographen Campanus 1. c. behauptet, welcher schreibt : 
Initia famae ex Rhythmis comparavit, Hetrusca Hnqua editis, mox ora- 
tione et versibus laudari coeptus, multa scripsit ad aemulationem aequa- 
lium, inter quac et leviusculae quaedam fabellae cum excidissent, 
aliquando postea supprimere conatus minime potuit, Italia tota per- 
vulgatus. Auch Piatina spielt darauf an: Poetas primo, mox oratores 
audivit, quibus facultatibus tantum ingenio et diligentia valuit, ut brevi 
|)raeclara Poemata Latina et Hetrusca linqua ediderit, ludcns crcdo 
in amorem, quo aetas illa maxi nie conflic t at ur. 

^) In der Praefatio zu seinen Comment. de concilio Basiliensi er- 
wähnt f-r derlei Mahnungen: Accedcbant etiam necessarii, quorum illac 
assiduac voccs crant : Quid agis tandem Aenea ? te ne quamdiu vivis 
poetica possidebit ? 

■*) Campanus 1. c: Jus civile scro amplexus et lentc, brevi omisit, 
natura in pocticam inclinatiore. 



Da änderte sich wie mit einem Schlage seine gedrückte 
Lac^e, als Dominicas da Capranica, Bischof von Fermo, auf 
seiner Reise nach dem Baseler Concil nach Siena kam und 
den talentvollen sechsundzwanzigjährigen^) Aeneas zu seinem 
Secretär erwählte und mit sich nach Basel nahm. Dieser er- 
griff diese günstige Gelegenheit mit Freuden, sowohl um dem 
lästigen Brotstudium zu entkommen, als auch seinem auf- 
strebenden Ehrgeiz eine Aussicht zu eröffnen.^) 

I. Aeneas tritt zu Basel im Frühjahre 1432^) zum ersten- 
male auf der großen Weltbühne auf. Aber leider hat sowohl 
der Mann, der ihn dahin führte, als der Ort, wohin er geführt 
wurde, ihm für lange .Zeit die Richtung gegeben. Denn so- 
wohl Capranica, der sich vom Papste Eugen IV. zurückgesetzt 
fühlte,'^) als das Concil von Basel waren damals dem Papste 
feindlich gesinnt. Letzteres, weil Eugen dessen Auflösung und 
Verlegung nach Bologna angeordnet hatte, ^) um daselbst 
leichter mit den Griechen, die sich wieder einmal zur Union 
mit den Lateinern geneigt zeigten, verhandeln zu können. 

Dagegen erhoben sich aber die Baseler, obwohl nur drei 
Bischöfe*^) und vierzehn Äbte, aber eine große Anzahl Doctoren 
anwesend waren, die sich als das allgemeine Concil ansahen, 
und kämpften gegen den Papst mit den Decreten der fünften 



^) Brief des Aeneas an Petrus de Noxeto vom 7. Mai 1456: Nam 
quamvis annos sex et viginti natus . . , accessi tarnen grande illud Basi- 
leense Concilium. 

2) Campanus: Pertaesus rerum domesticarum simul et quaerendae 
gloriae cupidus Basileam contendit. Die Commentarien, Piatina, Lolli 1. c. 
betonen nur die Kriegsgefahr zwischen Siena und Florenz als Ursache 
seines Fortgehens: Voigt, I, 18. 

^) Über die genaue Zeit seiner Ankunft in Basel siehe Voigt, I, 22, 
Anm. I : Aeneas bestimmt sie nämlich in den Commentarien, pag. 3, 
durch die Angabc, der römische König habe damals in Parma über- 
wintert. Dort aber verweilte Sigmund nach dem Itinerar bei Aschbach. 
Bd. 4 im April und Mai 1432. 

*) Eugen hatte ihn in seiner Cardinalswürde, wozu er von Martin V. 
erwählt, aber nicht investiert worden war, nicht bestätigt; daher wollte 
Capranica in Basel sein Recht suchen. 

^) Durch die Bulle vom 18. December 1431. 

*') Das Baseler Concil brachte es nie über hundert Bischöfe. 



TO 

Sitzun^f des Constanzer Concils, worin die Obergewalt des 
Concils über den Papst dahin bestimmt worden war, dass ein 
allgemeines Concil ohne seine eigene Einwilligung von dem 
Papste weder verlegt noch aufgelöst werden könne. 

Diese von der hauptlosen Versammlung zu Constanz, 
nicht in legitimer, sondern tumultuarischer Weise gefassten 
Beschlüsse, M welche beim Zweifel betreffs der Rechtmäßigkeit 
des einen oder des anderen Papstes und bei dem damaligen 
Nothstande der Kirche entschuldigt werden können und 
gegen das damalige Schisma immerhin ihre Dienste thaten, 
wollte man zu Basel auch auf geordnete Verhältnisse, und 
auf den unzweifelhaften, auch von der Synode anerkannten 
Papst anwenden,-) und gegen alles Recht, im Widerspruch 
mit der ganzen Verfassung der Kirche, als inimer giltige 
Maximen hinstellen. 

Wie verhält sich unser Aeneas? Dieser sein Tag von 
Basel, der etwa durch sieben Jahre andauert,^) ist seine 



1) Rudolf Ritter von Scherer, »Handbuch des Kirchenrechtes«, 
I, 280, sagt darüber präcis: »Auch die Mehrzahl der Sitzungen der 
Concilien von Constanz (1414 — 1418) und Basel (1431 — 1443, beziehungs- 
weise Lyon und Lausanne 1449) müssen als schismatisch und so deren 
Beschlüsse als an sich nicht verbindlich erklärt werden. Öcumenisch 
sind nur die letzten Sitzungen von Constanz, welche unter Martin V. ge- 
halten wurden und von den früheren Beschlüssen nur jene, welche auf 
den Glauben und die Beilegung des Schisma sich beziehen und dem 
Primat der römischen Kirche nicht nahetrcten (also die der V. Sitzung 
jedenfalls nicht!). Nicht einmal in gleicher Ausdehnung galten die Baseler 
Decrete als öcumenisch, da die späteren, auf die 25 folgenden Sessionen 
nur Sitzungen eines Conciliabulums waren.« Nur die extremsten Galli- 
caner behaupten das Gegentheil. N'ergl. Hefele, »Conciliengcschichte«, 
Bd. VII, S. 104, und die ganze reiche Literatur über die Illegimität dieser 
Beschlüsse bei Hergenröther, »Handbuch der allgemeinen Kirchen- 
geschichte«, 3. Aufl., Btl. IL S. 680 f, Anmerkungen i und 2. 

^) Siehe Hergenröther 1. c. S. 705. 

^) Es darf nämlich doch erst seit seinem mehr beständigen 
Aufenthalt in Basel, d. i. nach seiner Rückkehr aus Schottland, vom 
Frühjahre 1436 bis November 1442 gerechnet werden. Denn den Dienst 
des Cajtranica musste Aeneas noch vor dessen l)ald erfolgten Aussöhnung 
mit dem l'apste Jüigen wegen der Armut desselben verlassen. Er fand 
einen neuen Herrn im Bischof Nicodemus von Ereisingen aus dem 



— II — 

Sturm- und Drang-Periode. Mag man auch seinem Bio- 
graphen glauben, dass Aeneas nicht eine besonders hervor- 
ragende Rolle zu Basel gespielt habe,^) so ist doch gewiss, 
dass er durch sein geistreiches leichtlebiges Wesen und seine 
humanistische Bildung sich schnell beliebt zu machen^) und 
Einfluss zu verschaffen wusste und bald die allgemeine Auf- 
merksamkeit durch seine Rednergabe erregte. Das Concil will 
nämlich von keiner Verlegung im Sinne des Papstes etwas 
wissen. Da tritt Aeneas zum erstenmale öffentlich auf und 
erntet durch eine glänzende Rede, in der er für Pavia als 
Ort des Concils eintritt, allgemeine Bewunderung.^) Es werden 
ihm jetzt verschiedene , auch wichtige Amter am Concil 
übertragen: Er wird zum Scriptor der Synode ernannt; dann 
wird er Abbreviator der Kanzlei, als welcher er bereits Breven 



veronesischen Geschlechte della Scala, mit dem er zum Reichstag nach 
Frankfurt reiste; sein nächster Herr war der Bischof Bartholomaeus von 
Novara; kurze Zeit darauf nahm ihn Cardinal Albergati zu seinem 
Secretär und reiste 1435 ""'it ihm zum Congress zu Arras, um Frieden 
zwischen England und Frankreich herbeizuführen; von hier schickte ihn 
der Cardinal mit einem geheimen Auftrag nach Schottland. Auf dieser 
Reise hatte er einen furchtbaren Seesturm zu bestehen, welcher ihn 
zum Gelübde bewog, nach glücklicher Landung mit bloßen Füßen eine 
Wallfahrt nach der nächsten Muttergotteskirche zu machen. Kaum hatte 
er am zwölften Tage die schottische Küste betreten, als er sein Ge- 
lübde erfüllte, indem er wirklich mitten im Winter in besagter Weise 
zehntausend Schritte weit nach einer Kapelle der heiligen Jungfrau wall- 
fahrtete. Dadurch zog er sich jenes gichtische Leiden zu, welches ihn 
zeitlebens plagte: Voigt, T, 92. Comment. p. 4; Campanus 1. c: initium 
ejus morbi contraxit, qui dolore articulorum permansit ad vitae exitum. 
cf ep. ad Gregorium Nicolaum vom 3. September 1453 (edit. Bas. ep. 146), 
auch ep. ad Petrum de Noxeto vom 7. Mai 1456. Von da begab sich 
Aeneas nach Basel, wo er beiläufig sieben Jahre verblieb, doch keines- 
wegs beständig, denn er wurde häufig zu Gesandtschaften verwendet. 

1) Voigt 1. c. S. 139, 186. 

2) Ep. ad Petrum de Noxeto vom 7. Mai 1456: . . . invenique 
gratiam in oculis Patrum. 

•^) Comment. p. 6: conscripta per noctem oratione sequenti die 
ad conventum veniens . . . orationem duabus horis cum omnium singu- 
lari attentione et admiratione peroravit (Aeneas), cujus exemplar omnes, 
qui aderant, edi postmodum sibi curaverunt. 



— 12 — 

ZU concipieren liattc, darauf wird er Ober-Abbreviator mit 
einer Aufsicht über seine Collegen ; er wird Mitglied der 
Glaubens-Deputation und öfters zum Präsidenten derselben 
ernannt; oft gehörte er zu den Duodecemvirn, deren hoch- 
wichtiges Amt darin bestand, über die Zulassung zur MitgHed- 
schaft des Concils zu entscheiden; auch werden ihm ver- 
schiedene wichtige Gesandtschaften übertragen. ') 

So durch seine ganze Stellung im Dienste des Concils, 
betheiligt er sich auch an der Opposition desselben gegen 
den Papst. 2) 

»Zu Basel war es Modeton, das Verderbnis der Kirche 
nur in dem der Curie zu finden und in Eugen den ver- 
stocktesten und hassenswürdigsten Vertreter. Römische Car- 
dinäle und Curialen giengen in Verleumdungen des Papstes 
voran. Wer ihn lobte oder die Rechte seines Stuhles ver- 
theidigte, wurde kaum angehört und als Mietling der Curie 
verschrien .... Wer aber bitter auf den Papst anspielte 
oder offen auf ihn schmähte, dessen Eitelkeit schmeichelte 
der Beifall, dessen Ehrgeiz kitzelten ConciHen -Ämter und 
Würden.«'^) 

Was Wunder also, wenn der theologisch und juridisch 



1) Comment. p. 6; desgleichen Campanus, Piatina. Der citicrte 
Brief an Petrus de Noxeto (edit. Bas. p. 759): Scriba in synodo fui et 
literarum abbreviator et unus de duodecim viris, qui magistratus illic 
quasi censorius habebatur. Neque enim sine duodecim viris ad con- 
sultandum de rebus consiliaribus quisquam admittebatur, et admissi, qui 
non invenirentur idonei, bis jubentibus commovebantur. Erant in con- 
cilio quatuor conventus, qui dcputationcs ai)pellal~)antur, de fide et pace, 
de reformatorio, de communibus praesidcntes. 1 lae suos singulae singulis 
mensibus elegerunt. Tn deputatione fidei, in qua cram inscriptus, saepe 
praesedi. Inter collatores quoquc beneficiorum bis sum electus: Legatus 
ab ipso ('oncilio ad complures principes missus. 

-) Der citierte Brief an Petrus de Noxeto: Fui ego Basileae intcr- 
fuique omnibus, quae acta sunt contra Eugenium. 

•^) So Voigt, 1, 141. Vergl. cpist. retract. bei Fea, p. 3: Nemo 
apud Basileenses audiebalur, qui Sedis Apostoiicac jura defcnderet, qui 
Romanam curiam commcnidaret, tjui laudi Eugenium daret. Ac qui 
Romanac Sedis auctoritati detraxit, qui criminatus est Eugenium et 
curiam abominatus, in magnis summisquc habebatur. 



- ii - 

nicht gebildete Piccolomini thiit, was er Cardinäle, einen 
Cesarini/) seinen Meister und sein Vorbild, was er einen 
Nikolaus von Cusa,^) einen Tudeschi und Pontano, diese 
Leuchten der Rechtsgelehrsamkeit,'^) thun ^sieht? Man de- 
clamiert heftig gegen den Papst; Aeneas tritt mit Schriften 
gegen ihn auf/) Mussten nicht Ideen, die er täglich hörte, 
sich in seinem Geiste festsetzen und Eindruck auf ihn 
machen P"^) »Ich war damals«, sagt er selbst, »als ein junger 
Vogel von der Sieneser Hochschule fortgeflogen; ich kannte 
weder die Sitten der römischen Curie, noch das Leben 
Eugens.«^) 

Aber selbst, als die Opposition gegen den Papst immer 
offener und verwegener auftrat,'^) als die begeistertsten An- 



^) Bulla retract. bei Fea p. 153, sagt von Cesarini: auctori- 
tatem concilii mirum in moclum extollens, eminentiam primae sedis 
supprimere coepit. Yenientes Eugenii legatos, et potestatem Romanorum 
praesulum magnificantes apparenter confutavit; et cum esset facun- 
dissimus, facile persuasit auditoribus, quae cupiebant. Cardinales, ex 
urbe profecti, Eugenio infensi, vitam ejus moresquc carpebant. 

2) De concordantia catholica libri III, worin er die Theorie von der 
Superiorität des allgemeinen Concils über den Papst zu begründen suchte. 

3) Fea 1. c. p. 154: (|ui veluti duo orbis sidera seu pontificii juris 
et totius civilis sapicntiae duo praecipua et clarissima lumina censebantur. 

•*) Ibid. p. 155: Scripsimus epistolas et opuscula . . . Applaudebatur 
nobis ipsis et in editionibus nostris gloriabantur. Und in der ep. retract. 
ibid. p. 3: et quoniam mihi videbar sciolus, non erubui tractatus com- 
ponere et insulsis sermonibus Romani Pontificis auctoritati detrahere. 
Eine solche Streitschrift gegen den Papst Eugen IV., beginnend mit 
dem Worte Christus, wird im 13. seiner Dialoge erwähnt. 

•"^) Bulla retract. bei Fea p. 155: Rüde nimis ingenium est, quod 
per singulos dies audita et inculcata non capit. 

^) Ibid. p. 153: nova tum primum avis ex Senensi gymnasio evola- 
veramus, rüdes et inexperti; vera esse arbitrabamur, quaecumque dice- 
bantur, nee putabamus mentiri alios, qui nesciremus ipsi mcntiri. Ähnlich 
in der ep. retract. p. 3. 

'^) Dass Aeneas für Avignon gestimmt, will Voigt, I, 146 aus dem 
Brief an Noceto vom 21. Mai 1437 und aus anderen allgemeinen Äuße- 
rungen herausargumentieren, obwohl Aeneas selbst in der ep. retract. 
Fea 9 das Gegentheil sagt. Ich lege darauf kein besonderes Gewicht, 
weil ich der entschiedenen Meinung bin, dass der leichtsinnige Humanist 
Piccolomini durchaus nicht die volle Einsicht in die Sachlage hatte, was 



^ 14 — 

liänger des Concils dasselbe verließen und sich zum Papste 
wandten, bleibt AeneasJ) Ja er verlässt Basel nicht, als die 
Baseler immer mehr dem Schisma zusteuerten. Zwar per- 
horresciert er dieses anfänglich als ein »monströses Ver- 
brechen«,^) aber er bleibt gleichwohl im Dienste der Schisma- 
tiker. Man schreitet zur Absetzung Eugens; Aeneas rechtfertigt 
dieselbe in eigenen Schriftchen. •^) Er findet sich in der Ge- 
sandtschaft, welche dem Einsiedler von Ripaille, dem Herzog 
Amadeus von Savoyen, die Tiara anbietet; er tritt endlich 
sogar in die Dienste dieses von der Baseler Versammlung ge- 
wählten Gegenpapstes Felix V., des letzten aller Gegenpäpste, 
als dessen Secretär."*) 

Sein scharfer Geist musste jedoch bald die Unhaltbar- 
keit der Stellung erkennen, welche die Synode durch Wieder- 
belebung des Schismas eingenommen hatte.'') Infolgedessen 
bemächtigte sich seiner ein großer Überdruss an seiner neuen 



bei den damaligen verwirrten Verhältnissen und bei der allaemeinen 
Herrschaft der Concilstheorie das einzig Annehmbare ist, während die 
gegentheilige Darstellung Voigts, wie z, B. seine Deutung des genannten 
Briefes an Noceto, I, S. 144 f., vielfach unwahrscheinlich und gesucht 
erscheint. 

1) Bulla retract. Fea, 155: quamquam Julianus sancti Angeli, et 
Joannes et Petri cardinales quibus plurimum credebamus, ad Eugenium 
dcfecissent; quamquam paucissimi in fide Basiliensium remansissent; 
noluimus tarnen cedere; existimantes cunctos, qui abibant, metu re- 
cedere, ne bona temporalia perderent. 

2) Im erwähnten Brief an Noceto: horribilc monstrum, facimus 
Visum numquam neque auditum. 

•^) Commentariorum de gestis Basiliensis Concilii libri II. (eigent- 
lich drei Bücher, von welchen aber das zweite, die feierliche Absetzung 
Eugens enthaltend, verloren ist) Voigt, I, 229 ff. und Libellus dialogorum 
de generalis Concilii auctoritatc et gestis Basiliensium in Kollarii Ana- 
lecta Mon. Vindob., T. II, p. 685 — 790. Siehe Voigt, I, 238. 

■*) Bulla retract. p. 156: Mansimus igitur Basileae, quoad Eugenio, 
ut credidimus, justo judicio deposito, Amadeus Sabaudiensis suffectus 
est, et Felix (luintus appellatus; quem, non ut idoluni, quod erat; sed 
tamtjuam verum Christi vicarium venerati fuimus, nihil adhuc sinistri 
putantes intercessisse. 

•'») So Pastor, I, S. 275 und Rohrbacher-Knöpfler, S. 217. Chmcl, 
»Geschichte Kaiser Friedrich IV.«, II, 171: Aeneas hatte zuvic^l Klug- 



— 15 - 

Stellung;^) zuglcicli begann eine Wandlung in seinen Ansichten 
einzutreten. Gerne ergriff er daher eine Gelegenheit, um mit 
Ehren aus der unangenehmen Lage herauszukommen. Diese 
bot sich ihm, als er 1442 die Baseler Gesandtschaft zum 
Reichstag nach Frankfurt begleitete. König Friedrichs einfluss- 
reicher und vertrauter Rath, Bischof Sylvester von Chiemsee, 
wurde durch den schönen, gewandten Stil des Aeneas für ihn 
eingenommen; auch wusste er das Wohlwollen des klugen Erz- 
bischofs Jakob von Trier zu erwerben. Beide empfahlen ihn dem 
Könijj, der den ausgezeichneten Mann durch einen öffentlichen 
Act der Anerkennung seiner Talente ehrte, indem er ihn am 
27. JuU 1442 zu Frankfurt feierlich zum Dichter^) krönte; auch 
wurde ihm die Stelle eines Secretärs in der Reichskanzlei ange- 
boten. Aeneas nahm dieses Anerbieten gerne an, löste sein Ver- 
hältnis zu Felix V. und als Friedrich bei seiner Krönungsreise 
Basel passierte, folgte er ihm nach Österreich,^) glücklich, auf 
den neutralen Boden des Kaisers sich gerettet zu haben. ^) 

Man sage nicht, das verlangte sein Interesse,'') er ver- 
ließ noch rechtzeitig das Schiff vor dem drohenden Unter- 
gange. Keineswegs, denn die Baseler schifften damals noch 
mit vollen Segeln in ihren papstfeindlichen Gewässern; ihnen 
leuchtete die Sonne der Gunst der Franzosen und Deutschen, 



heit, um sich auschließlich einer Richtung hinzugeben, von der er bald 
merkte, dass sie weder begründet genug, noch den Umständen und 
Personen gemäß und genehm wäre. 

^) A. d. Comment. ed. Fea p. 82: Nam etsi jam mepoenitebat 
ineptarum i Ilarum; quia tamen astrictus Uli fidc fui, nolui illicen- 
tiatus abire. 

2) Die Urkunde von demselben Datum bei Hagenbach, Rectorats- 
rede, Beilage I, S. 46; ferner in Chmels »Regesta Friderici (IV) III.«, 
I.Anhang, S. XXIX, und in Menken, »Scriptt. rer. germanic.«, Tom. III, 
p. 2039. Seitdem nannte sich Aeneas in seinen Briefen gewöhnhch Poeta 
laureatus. 

^) Im November 1442. 

*) Bulla retract. Fea, 156: Placuit ad neutrales transire, ut verum 
apud eos liberius audiremus; et si cedendum esset, ab uno extremorum 
per aliquod medium transiremus ad altcrum. 

^) So Voigt, I, 270: »In der That war ihm seine Partei verleidet 
und lieb nur die eigene Person, ihr Wohlergehen und ihre Zukunft.« 



ja sie wurden getragen von den Flutwellen allgemeiner Sym- 
pathie. 

Wollte man auch von dem Gegenpapste des Concils 
nichts wissen, so ließ sich docli das Concil selbst sehr gut 
gebrauchen, um vom Papste Eugen möglichst viele Zugeständ- 
nisse zu ertrotzen, und die nicht ohne große Rücksichtslosigkeit 
zu Basel beschlossenen Reform-Decrete waren in Frankreich^) 
und Deutschland^) mit größtem Eifer recipiert worden. Und 
bei der schließlichen Capitulation wäre, wie der Gegenpapst, 
so gewiss auch sein Secretär mit ungleich glänzenderen Vor- 
theilen weggekommen, als sicli ihm zunächst in seiner neuen 
Stellung beim Kaiser boten, •^) von welcher er in seiner drasti- 



1) Am 7. Juli 1438 in der pragmatischen Sanction von Bourges 
in 23 Artikeln, der Grmidlage des späteren Gallicanismus. Siehe Mansi, 
Coli. Conc, t. XXXI, 284. 35 — 37; Münch, > Vollst. Sammhing aller älteren 
und neueren Concordate«, I, S. 207. Text in Ordonnances des rois de 
France de la troisieme racc par M. de Vilevault (Paris 1782), XIII, 267 
bis 291. Hefele VII, 764 — 770; R.Bauer in den Laacher Stimmen (1872), 
III, HO ff. Über die Folgen der Pragmatik siehe Pastor, Geschichte der 
Päpste, II. B., S. 91 f. 

2) Nach dem Tode Siegmunds und vor der Wahl Albrechts II. er- 
klärten die deutschen Fürsten vorzüglich auf Betreiben des Johann von 
Lysura und Gregor von Heimburg zu Frankfurt am Main am 17. März 1438 
ihre Neutralität zwischen Papst und Concil: Siehe Müller, »Reichstags- 
theatrum unter Kaiser Friedrich V.« (Jena 1713), S. 31, und Bintcrim, 
»Pragmatische Geschichte der deutschen National-, Provincial- und vor- 
züglichsten Diöcesan-Concilien«, VII, S. 166; Puckert, »Die kurfürstliche 
Neutralität während des Baseler Concils« (Leipzig 1858), S. 55 ft"., 64 f., 
73 f., 86 f. A. S. Comment. ed. Fea 76 f. 

Auf dem Reichstag zu Mainz wurden am 26. März 1439 26 Decrete 
des Baseler Concils mit gewissen Einschränkungen und Zusätzen von 
den deutschen Fürsten angenommen. Siehe Koch ^^Sanctio pragmatica 
Germanorum< , Argent. 1789, p. 8 sq., 93 sq., 250 sq. (Daselbst p. 93 sq. 
Instrumentum acceptationis decretorum Basil. cum modificationibus.) 
Münch, Sammlung I, S. 42 ff.; Hefele, 770 ff.; Voigt, 1, S. 161 ff. Aeneas 
Sylvius nennt, Comment. ed Fea p. 77, diese Neutralität besser Dualität: 
Namcjue ut cjuisque favorem spcravit, sie vel Basileae vcl Romae beneficia 
impetrabat ccterasque gratias. 

•"') Kp. retraclat. ed. Fea p. 5: Cumque mutavi scntcntiam, cum 
Basiliensibus plura reliqui; nihil ex alia parte recepi. 



— i; — 

sehen Schrift »De curiahuni miseriis« ') ein gewiss nicht sehr 
verlockendes Bild entwirft. 

Andererseits ist es wahr und kann nicht geleugnet 
werden, dass er auch jetzt noch einige Zeit sich nicht mit 
voller Entschiedenheit auf die andere Seite neigt; er ist 
neutral, wie der König und die Deutschen.-) 

Diese Neutralität dauert beiläufig bis zum Beginne des 
Jahres 1444/^) Hie und da, aber niclit mehr mit derselben Ent- 



^) Als cp. 166 (Opp. omnia edit Basil. p. 720) an Johann von Aich 
d. Brück, 30. November 1444. Auch in der ep. 16 (p. 512) ad Casparem de 
Fara i^Novariensem) d. Wien, 5. Üctober 1443 spricht er von denPlagen des 
Hoflcbens: Non sunt (mihi crede) duriora castra quam curiae principum. 
Desgleichen in der ep. 105 (p. 600) ad vSigismundum Austriae ducem, 
d. Graz, 5. December 1443: Unicum est toti Cancellariae receptaculum ; 
complures sumus unis in aedibus commensantes et combibentes. Nee 
formicae tarn pressae in suis atris, quam nos una in auleola degimus . . . 
nee spuere quisquam potest, nisi alterius commaculet vestem. Auch 
noch in ep. 89 (p. 576) ad Joan. Freund, d. Wien i, Juni 1445. 

-) Das bezeugt: ep. 29 (p. 520) A. S. Francisco de Picciolpassis, 
Archipraesuli Mediolanensi, d. Feldkirchen, 5. December 1442: si recte 
intelligo, idem est Caesaris, quod tuum desiderium, nulli ex conten- 
dentibus magis favens quam alteri, cupit enim unire et redintegrare 
laceratam ecclesiam ... Tu ergo pater optime, scribe mihi aliquando, 
cum unus ex i n differentibus factus sim, ne quid animi habeam 
quaerito, dum verba et opera mea a voluntate principis mei non dis- 
cordent. Ad cujus intentionem captivare volo ingenium meum. Ähnlich 
«^■P- 25 (p. 518) ad Joan. de Carvajal, d. Wien, 23. October 1443. 

•^) W^enn von Chmel, 1. c. II. Bd., S. 234, einiges Gewicht gelegt wird 
auf den Brief des Aeneas an seinen Freund Noceto, welcher Anhänger 
und Geheimschreiber des Papstes Eugen IV. war: ep. 45 (p. 531) d. S.Veit, 
16. Jänner 1444: Suasisti exinde, ut parti tuae faveam, si non alia ex 
causa, saltem propter te, haec est adjuratio quaedam, quae non suadet 
tantum, sed etiam cogit. Tu tamen nosti, mc principi servire, qui 
nuliarum est partium, quique medium tenens unioni studet. Nee si mens 
regia locum habuerit, sors tua deterior erit, sed quemadmodum puto longe 
melior, quia tunc dives est curia et officiales opulenti, quando est unio, 
quam si Deus daret, posses et me et te vocatum facere. Sed nescio quando 
hoc erit, interim me Regi insinuabo, Regi parebo. Regem sequar, quod 
is volet et ego volam, nulla in rc adversus ero, nee attingam aliquid, 
cjuod statum meum non respiciat, quia periculosum est de alinca re- 
publica curam gerere, so ist zu bedenken, dass er hier klar genug die 

2 



- i8 — 

schiedenheit wie früher, tritt er noch für die Baseler in 
Briefen und Schriften ein, wie seine Correspondenz mit 
seinen Baseler Freunden ') und einige in diese Zeit fallende 

vom König um diese Zeit, aus gleich zu besprechenden Gründen ge- 
suchte Unio mit Papst Eugen IV. andeutet. 

hl späteren Briefen zeigt er bereits seine Abneigung gegen die 
NeutraHtät und charakterisiert sie treffend: So ep. 72 (p. 554) ad Joan. 
("arvajal, d.Wien, 20. Mai 1444, und ep. 65 (p. 549) ad Julianum Cardinalem 
S. AngcH, d. Wien, 28. Mai 1444: NeutraUtas difficulter aboleri poterit, 
(|uia pluribus utiHs est . . . Non est facile (crede mihi) ex ore lupi praedam 
eripere. Sed quantum sentio, tota Christianitas Eugenii sequitur partes. 

EndUch in ep. 146 (nach Voigt, »Die Briefe des Aeneas S^'lvius etc.« 
S. 369) ad Joan. Campisium, d. Wien, Ende August oder Anfang Septem- 
ber 1445, schreibt er bereits (1. c. S. 373): NeutraHtas ista plerisque bene 
sapit atque idcirco perseverant. Regi odiosa est libenterque 
abjiceret eam, si principes sui conciirrerent, ad quam rem fortassis 
aliquis invenietur modus. 

*) Hieher gehören: ep. 181 (p. 7521 Joannis de Segobia, Car- 
dinaHs S. Cahxti, ad A. S. d. Basel, 15. April 1443: er habe drei Briefe 
von Aeneas gesehen, dankt ihm für die fleißige Correspondenz und 
bittet um Unterstützung für die Baseler Sache (partes nostras tucri); 
ferner ep. 182, 178, 184, 14; ep. 187 (p. 755) des Bartholomaeus episcopus 
Cornetanus, d. Genf, 3. October 1443, zeigt die Hoffnung, die man von 
der Baseler Partei auf ihn setzt : Potes enim nunc, quo gratulor, rei 
nostrae apprime favere et vales ad Caesarem et omnes suos. 

Andererseits will auch Aeneas vom Baseler Papst noch Gnaden : 
ep. 50 (bei Voigt 1. c. S. 344) ad Ludovicum Cardinalem (d'Allemand) 
(1. Wien, Anfang October 1443, ^i^id ep. 51 (bei Voigt, 1. c. S. 345) ad 
amicum quemdam Basiliensam, d. Wien, Anfang October 1443, unter 
, welchem Freund Voigt (Enea Silvio, I, 303) nach der Anrede »Magnificc 
miles« Bolomer des Felix' Günstling vermuthct. Darin drückt er seine 
den Baselern noch günstige Gesinnung klar aus und erinnert sie an das 
Versprechen eines Bcneficiums von Seiten des Felix. Wohl macht er auch 
in den beiden Briefen an Perigallus: vom 16. April, ep. 61 (p. 546), und 
I. Juni 1444, ep. 66 (p. 549), den Baselern noch einige Hoffnung, führt 
aber mit Berufung auf sein Amt, welches ihm Verschwiegenheit auf- 
erlege, keine Gründe dafür an und zeigt durch die Mittheilung, dass er 
nicht mehr zu ihnen zurückzukehren gedenke, thatsächlich, dass sie 
nichts zu hoffen haben. 'Auch tritt er schon in früheren Briefen an de n 
Leiter des Baseler Concils Cardinal Ludwig d'Allemand, betreffend die 
Angelegenheit der Besetzung des Freisinger Bisthums entschieden gegen 
das Concil für das Interesse seines Herrn ein: So ep. 183 (p. 753 754), 
vom Dccember 1443. 



— 19 - 

Tractate\) bezeugen. — Nicht urplötzlich, sondern allmählich 
wird aus ihm ein Paulus, man sieht eben deutlich, dass er sich 
immer mehr Damascus nähert. Gewiss wirken auch äußere Um- 
stände auf ihn ein: Briefe seiner Freunde,^) Unterredungen mit 
den bedeutendsten Persönlichkeiten des Baseler Concils, die, 
wie der von ihm aufs höchste geachtete Cardinal Julian Cesarini, 
Nikolaus Cusa und andere, die frühere Partei verlassen hatten 



^) So der Tractat über die oberste Autorität eines allgemeinen 
(Concils in der ep. ad Hartungum de Concili et Romani Pontificis 
auctoritate bei Kollarii Analecta, T. II, p. 790 — 810, der aber viel ge- 
mäßigter gehalten ist, als die Dialoge vom Jahre 1440. 

In eine etwas frühere Zeit fällt der Fentalogus de rebus Ecclesiae 
et Imperii bei Pez' Thesaur. Anecd. noviss., T. IV, F. III, p. 936—744, 
exccrpicrt in Chmels »Geschichte Kaiser Friedrichs IV.«, Bd. II, Bei- 
lage XII, geschrieben im Jahre '1443. Darin empfiehlt er zur Beseitigung 
des Schismas einen vorbereitenden europäischen Congress, worauf ein 
drittes schiedsrichterliches Concil folgen soll. 

^) Hieher gehört die Correspondenz mit Cardinal Julian Cesarini; 
zum Beispiel: ep. i (p. 500) Juliani Cesarini, Cardinalis S. Angeli ad 
A. S. d. Buda, i. Mai 1443: eine sehr freundhche Antwort auf einen Brief 
des Aeneas, worin er ihn auffordert zu einem vertraulichen Briefwechsel 
(deinceps velim te mecum confidentius agere); dann ep. 2 (ibid.) des 
Aeneas an Cesarini von Neustadt, Ende August 1443. In dem 65. Brief 
ist er schon gewonnen, da er sagt: Satis est, si me tuum esse scis 
mancipium, si m-c habes ad omnia mandata voluntarium et promptum. 
Scribe mihi, quando res exposcit et jubc parato parere. 

Auch seine vertrautesten, an der Curie Eugens bediensteten 
Freunde Johann Campisius und Petrus de Noccto benützten ihre alte 
Freundschaft, um hie und da in ihren zahlreichen Briefen Mahnungen 
zum Übertritt zu ihrer Partei einfließen zu lassen. So ersterer, welcher 
im Dienste des Cardinal-Erzbischofs von Taranto stand, in ep. 169 
(p. 743) an Aeneas, von Rom 1443; letzterer, welcher als Abbreviator 
im Dienste des Papstes Eugen stand, in ep. 170 (p. 744) von Rom, 
18. November 1443. l^i^ ablehnende Antwort des Aeneas ist nur scheinbar: 
an Noceto im 45. Briefe: Suasisti . . ., an Campisius im 51. Brief (p. 534) 
von Wien, 25. Juni 1444, in welchem er scherzhaft erwidert, er sollte 
lieber bitten, dass er nicht auf seine Seite trete, quia fortuna non vult 
esse ubi ego sum. 

Endlich sieht man auch aus ep. 46 (p. 531) ad Greg. Lollium 
d. S. Veit, 15. Jänner 1444, und ep. 64 (p. 548) ad Adamum de Mulin, 
Anglum et apost. Sedis protonotarium d. Wien, 30. Mai 1444, dass auch 
diese beiden Adressaten an ihn ähnliche Mahnungen richteten. 



— 20 — 

und Verkehr mit anderen Anhängern des Papstes Eugen IV./) 
tieferer Einbhck in die Verliältnisse,^) besonders aber das 
immer größere Fiasco der Baseler Synode, zu welchem der 
Widerstand derselben gegen die Wünsche des deutschen Hofes 
betreffend die Besetzung des Freisinger Bisthums und die 
politischen Erfolge Eugens IV. das meiste beitrugen. 

Am königlichen Hofe büßten nämlich die Baseler sehr 



1) Die Unterredungen mit Cardinal Julian und mit Johann Carvajal 
berichtet Aeneas in der Retractations-Bulle bei Fea p. 157, § 5: Forte 
per id temporis Julianus S. Angeli cardinalis ex Hungaria Flavianum 
vcnit, quac hodie Vienna dicitur, praecipuum Austriae columen. Saepc 
cum eo sermonem pro veteri consuetudine miscuimus . . . Ad extremum 
cum suis scriptis dictisque cardinalem revinceremus premeremurque 
vehementer, subridens ille, tu inquit, Aeneas tabellis obsignatis agis 
mecum . . . Fateor mc dixisse et scripsisse, quae refers; verum a vero 
remotum errasse. At tu, qui, ut ais, me doctore Basiliensibus credere 
adductus es, cur modo non sequeris recta monentem ? . . . Ego ad ovilc 
rcdii, qui diu erraveram extra caulas; et pastoris Eugenii vocem audivi. 
Tu, si sapias, idem facias . . . Multum profuit nobis Joannes Caravajales, 
apostolici palatii auditor, natione Hispanus, qui Juliano defuncto, in 
titulo cardinalatus, ac legatione successit; quocum saepe de concilio 
Basilicnsi amice disputavimus etc. 

Außer durch solche Unterredungen, welche auch der 72. Brief 
des Aeneas bestätigt, suchte Carvajal auch durch Briefe Einfluss auf 
Aeneas zu gewinnen, wie der 25. Brief beweist : Tu nunc me cogis 
aliqua dicere ... tu vis, ut dicam, parebo, sed vide, ne audias, quod 
non vis. Zwar benimmt er sich in diesem am 23. October 1443 ge- 
schriebenen Briefe noch sehr spröde und neutral, wenn auch sicher nicht 
aus dem Grunde, »um als wertvolle Acquisition, und wie jetzt aus Über- 
zeugung neutral, dann aus Überzeugung ein Freund Eugens zu er- 
scheinen« (Voigt, 1, 301); aber in dem ein halbes Jahr später geschriebenen 
72. Brief witzelt er bereits über die Neutralität und macht sich auf die 
Frage Carvajals, was vom bevorstehenden Reichstage zu hoffen sei, 
über die deutschen Fürstentage in treffender Weise lustig: Non puto, 
diaetam hanc aliis esse stcriliorem, scis quid hoc verbo sentiam. Foe- 
cundae sunt omnes diaetae, quaelibet in ventre alteram habet. 

2) Retractations-Bulle bei Fea, p. 157, § 4: Multa inter neutrales 
didicimus, ciuae nos antea latebant. Eugenium falso de multis accusatum 
inveninuis; cardinalesque, qui Basileam vcnerant, ob privatas inimicitias 
bono et sancto viro notam inurcre voluisse; ciui tarnen post(^a cnncii 
ad cum redicrint, et veniam crrati petierint. 



— 21 — 

viel an Ansehen ein durch ihre widerspenstige Haltung in 
der Besetzungs-Angelegenheit des genannten Bisthums. 

Es war nach dem am 13. August 1443 erfolgten Tode 
des Bischofs von Freising Nicodemus della Scala von dem 
schismatisch gesinnten Capitel der dortige Canonicus Dr. Johann 
Grünwalder ^) gewähU worden, ein natürlicher Sohn des Herzogs 
Johann von Bayern-München, welcher als Freund d'Allemands 
und Cardinal des Gegenpapstes Felix V. ganz auf Seiten des 
Baseler Conciliabulums stand. Er hatte auch seinen Bruder 
Herzog Albrecht zur Anerkennung Felix' V. bewogen, in 
dessen Interesse er einen Tractatus contra neutralitatem'^) 
schrieb, worin Eugen IV. als abgesetzter Papst behandelt wird. 

Dagegen wollte der Kanzler Schlick seinem Bruder 
Heinrich, bisher Propst zu Bunzlau, Canonicus zu Regens- 
burg und Pfarrer zu Brück in Steiermark, dieses Bisthum ver- 
schaffen und suchte dafür den König Friedrich III. zu ge- 
winnen. Diesem konnte die Persönlichkeit eines Bischofs von 
Freising, der sowohl in Tirol, als im Herzogthume Österreich 
sehr bedeutende Besitzungen hatte, nicht gleichgiltig sein 
»und es war -von ihm ganz klug, dass er einen ihm ergebenen 
und durch Famihen-Interessen gefesselten Mann zu diesem 
Bisthum erheben wollte«.*^) 

Der Papst war insoferne wenigstens sein natürlicher 
Bundesgenosse, als er die schismatische Wahl des Freisinger 
Capitels unmöglich billigen konnte. Man bemühte sich nun, 
ilin für Heinrich Schlick zu gewinnen, was auch gelang. Wenn 
je, so war diesmal ein Eingriff des römischen Stuhles gewiss 
gerechtfertigt.^) Die Briefe des Aeneas setzen uns in Stand, 
den Gang der Angelegenheit näher zu verfolgen"') und zeigen 
zugleich, wie sehr diese Gefälligkeit des Papstes Eugen IV. 

1) Vergl. über Grünwalder, der am 2. December 1452 als Bischof 
von Freising starb, »Allg. deutsche Biographie«, X, 60; Voigt, I, 310 f. 

2) Diesen Tractat fand Pastor (1. c. I. Bd., 2. Aufl., S. 265, 3. Anm.) 
in Cod. 224 f. 100a bis 108 /» der StiftsbibUothek zu Einsiedeln. 

3) Chmel, 1. c. S. 237. 

^) Es ist demnach die Entrüstung, mit der Voigt (I, 308 — 320) 

diese ganze Sache ])ehandelt und ausbeutet, durchaus nicht begründet. 

^) In ep. 183 [p. 753) ad Ludovicum (d'Allemand) Cardinalem 



— 22 — 

gegenüber dem königlichen Hof zur immer größeren An- 
näherung des Aeneas an den rechtmäßigen Papst beitrugt) 
M ehr noch als die Freisinger Angelegenheit dürften 
die politischen Erfolge des Papstes Eugen IV. in Italien und 

Arelatensem, d. Graz, c. 23. Septemhcr 1443, bittet er, die Baseler Synode 
möge dem Wunsche Friedrichs gemäß den Electen des Freisinger Capitels 
nicht bestätigen; eine persönliche Intervention beim König zu Gunsten 
des Concils lehnt er ab. 

Dasselbe wiederholt er in ep. 50 iid eundem, d. Wien, Anfang 
October 1443 bei Voigt, »Die Briefe des Aeneas Sylvius«, S. 345: Ideo 
sicut alias vobis scripsi, cavete ne electio capituli Frisingensis con- 
firmetur, quod multum possit parti vestrae obesse. 

Aber schon in e[). 75 ad Casparem Schlick, d. Graz, 11. Decem- 
ber 1443, bei Voigt, 1. c. S. 349, schreibt er, dass von Basel nichts zu 
erlangen, dagegen von Rom das Versprechen zu Gunsten Heinrichs 
bereits gegeben sei: Postquam enim alterius partis majus est bene- 
ficium, non est illinc recedendum, nee mihi videtur fieri aliquid in Basilea 
possc, quod alteri parti jus aufferat, quia non quod majores, sed quod 
multitudo vult, illic obtinetur. Bulle ex Romana cura nulle advene- 
runt . . . Nee multum miror tum propter absentiam vestram, tum quia 
breve nihil aliud dicebat, nisi quod providerat ecclesie Frisingensi fratri 
vestro propter merita vestra . . . 

Sein Freund Campisius konnte in ep. 169 (aber nur im Schluss- 
theil bei Voigt, 1. c. S. 347 findet sich diese Nachricht), von Rom, 
13. November 1443, ihm bereits melden, dass Papst und Cardinal-Colle- 
gium die Ausfertigung der bezüglichen Bullen und zwar nach Schlicks 
Wunsch ohne Gebüren und Taxen bewilligt haben. Aeneas, dem der 
Kanzler während seiner Abwesenheit die ganze Angelegenheit zur Be- 
sorgung übertragen (siehe ep. 56, p. 543, ad Joh. Tolner, in Romana 
curia procuratorem, d. S. Veit, 30. December 1443), entwickelt den 
größten Eifer in derselben, wovon seine Briefe an den Kanzler Schlick 
[aus St. Veit: ep. 54 (p. 538), vom 28. December 1443, ep. 168 (p. 741) 
vom 5. oder 6. Jänner, und ep. 43 (p. 528) vom 12. Jänner; ep. 73 (p. 554) 
d. Wien, c. 21. bis 30. März 1444] und andere [z. B. ep. 107 (p. 610) 
d. S. Veit, 12. Jänner, an Campisius ep. 49 (p. 533) d. Laibach, 18. Fe- 
bruar 1444] beredtes Zeugnis ablegen. 

') Schon in ep. 54 (]). 541) sagt er: Nam ut literae Regum canunt, 
omnes Eugenio parent, illumque venerantur et colunt. Et impossibile 
est dcclarationem adversus eum fieri nisi majus schisma suboriatur. 

Noch klarer drückt er sich im erwähnten 49. Brief an Cambisius, 
vom 18. Februar 1444, aus: Ea res multum proderit parti vestrae. Nam 
liberalitas inter ceteras virtutes maxime homines allicit, non erit im- 
memor Cancellarius illius rei: Ita dicito Reverendissimo domino Car- 



2.3 



deren Rückwirkung auf Basel und auch auf Deutschland zum 
Umschwung beigetragen haben. Nachdem der Papst durch 
die inzwischen auf dem Ferrara-Florentinischen Concil im 
Jahre 1439 vollzogene Union mit den Griechen sein kirch- 
liches Ansehen bedeutend erhöht hatte, ^) sicherte der am 
14. Juni 1443 mit König Alfons von Neapel geschlossene und 
am 6. Juli vom Papste bestätigte Vertrag in Terracina, infolge- 
dessen Eugen IV. nach fast zehnjährigem Exil am 28. Septem- 
ber 1443 wieder in Rom einziehen konnte, ihm die Oberhand 
sowohl in den italienischen Verhältnissen als gegenüber dem 
Baseler Concil.^') Letzteres, weil Alfons alsogleich seine in 
Basel anwesenden Unterthanen zurückrief, wodurch das Concil 
einige seiner bedeutendsten Mitglieder verlor. Dieses war um 
so empfindlicher, als auch der Herzog von Mailand, der jetzt 
ebenfalls auf die Seite Eugens trat, schon früher seine Prä- 
laten aus Basel abberufen hatte. Ein noch schwererer Schlag 
für das Conciliabulum war es, dass bald nach der Rückkehr 
Eugens nach Rom auch Schottland sich von den Baselern 
abwandte (4. November 1443).^) 

Die Briefe des Aeneas, die auch von diesen Ereignissen 
nicht unberührt blieben,"^) zeigen uns zugleich, wie infolge 

dinali Tarentino, cui etiam me commissum facito. Habebit Pontifex M. 
et ipse Cardinalis in reditu Cancellarii litteras regratiatorias. (Juam- 
quam magis sint facta quam verba spectanda, sed nee facta deerunt. 
Obligatus est Cancellarius manibus pedibusque recognoscere hoc bene- 
ficium, et nisi fallor id faciet. Ita velis tu suadere Cardinalibus et Papae. 

In einem Brief an Cardinal Capranica (bei Voigt, »Die Briefe des 
Aeneas Sylvius«, ep. 83, S. 352) aus demselben Jahre sagt er zum^^Schluss 
bereits: »Alia nunc scribenda non sunt, nisi quod V. P. deditum non 
facio, sed repeto, posco insuper, ut. S. Dom in i nostri pedibus 
me commissum facialis, cujus statui tam studeo, quam mea parvitas 
fert.« Er ist bereits ein Mann der Kirche und die Wandlung dürfte 
sich um die Wende des Jahres 1443 oder anfangs 1444 vollzogen haben. 

1) Pastor, 1. c. I. Bd, S. 256 ff. 

■'^) Gregorovius, 1. c. VII, 3. Aufl., S. 84; Pastor, 1. c. S. 267; 
Voigt, I, 321. 

=^) Pastor, 1. c. S. 268. 

^) Er spricht von den Bündnissen Eugens mit dem König 
Alfons und Herzog von Neapel in ep. 3 (pag. 501) an Cardinal Cesarini, 



— 24 — 

dieser ^gebesserten Lage und des gesteigerten Ansehens Eugens, 
der Plan des deutschen Hofes, für welchen Aeneas lebhaft 
eintrat, durch ein drittes Concil oder einen Fürsten-Convent 
das Schisma zu heben, völlig scheiterte und Aeneas immer 
entschiedener auf die Seite Eugens sich wandte.') 

Auch seine sittliche Umwandlung war eine auf- 
Neustadt, Ende AufTust oder anfangs September 1443, ^p. 10 ad lAipum 
Valasci de Portugallia d. Neustadt, November 1443, in dem erwähnten 
54. und 183. Brief u. s. vv. 

*) In verschiedenen Briefen, so in ep. 55 an den Bischof Sylvester 
von Chiemsee vom 13. December 1443, ep. 54 an den Kanzler und im 
Pentalogus spricht Aeneas von dem Plan, ein Concil an einem dritten 
Orte zur Beseitigung des Schismas abzuhalten, und wirklich erhielt er 
den Auftrag, an die Fürsten und Republiken, sowie an die be- 
deutendsten Prälaten der Christenheit Schreiben auszufertigen und 
diesen Plan vorzulegen; doch sollten sie vorher zur näheren Be- 
sprechung zu dem auf Martini angesagten Reichstag Gesandte schicken. 
Aeneas unterzog sich dieser Aufgabe etwa im Juni 1443. Gleiche Schreiben 
ergiengen an Eugen und die Cardinäle. (Siehe Voigt, I, S. 327). Die Ant- 
worten, welche in den letzten Monaten des Jahres 1443 einliefen, waren fast 
durchgängig ablehnend: Vidi, quid Reges scribunt ex copiis literarum. 
Omnibus displicct schisma, omnes abhorrent . . Ut litere Regum canunt, 
omnes Eugenio parent, illumque venerantur et colunt. (Ep. 54.) 

Auch der Vorschlag eines Fürstenconventes, auf dem bloß durch 
die Entscheidung der Weltmächte für diesen oder jenen Papst das 
Schisma gehoben werden sollte, welcher vom König von Frankreich 
ausgieng und von Aeneas ebenfalls in den genannten Briefen vertreten 
wurde, fand keinen Beifall. Seitdem sehen wir den Aeneas immer ent- 
schiedener auf die Seite des Papstes Eugen IV. sich neigen, und als aut 
dem Reichstag zu Nürnberg 1444 ein allgemeines Concil in einer deutschen 
Stadt in Jahresfrist abzuhalten beschlossen wurde, war Aeneas unter 
den vier Deputierten, welche der König ernannte, um den Papst für 
diesen Beschluss zu gewinnen. Im Beginn des Jahres 1445 trat er seine 
Romreise an. (Comment. ed. Fea, p. 88.) 

Briefe aus dieser Zeit, welche seine allmähhche Umwandlung 
zeigen, sind außer den genannten: epp. 72, 65, 66 etc., besonders ep. 64 
(p. 548) ad Adamum de Mulin, d. Wien, 30. Mai 1444: Utinam pax, ut 
optamus, fiat, finisque tandem neutralitatis detur, ut sciamus, ubi agnum 
comcdere debeamus; ep. ad Campisium d. Brück, 20 November 1444: 
(bei Voigt, »Die Briefe des Aeneas Sylvius, S. 359): Veniunt in brevi 
apud vos oratores regii, ut, si bene fuerint cxpcditi, magnum erit 
vestrarum partium fundanuntum. 



— 25 — 

richtige.') Schon am 31. October 1444 bittet er seinen Freund 
Thuscon, ihm eine Bibel zu kaufen; es zieme sich für ihn niclit 
mehr, sich an den seculares litterae zu ergötzen; er wolle sich 
nun ins Evangelium vertiefen. »Ich schätze die Lust dieser Welt 
gering und möchte Gott allein dienen, da ich aber ein Lieb- 
haber der Wissenschaft bin, so weiß ich nicht, in welchem Be- 
rufe ich Gott gefälliger dienen könnte, als im Literarischen.«-) 
Am 21. Mai 1445 berichtet er dem Campisius, dass er 
eine Pfarrei innehabe und Priester werden solle und am 
6. März 1446 (ep. 93, p. 562) sagt er ihm schon, dass er Sub- 
diacon sei und mit größter Liebe Priester werden wolle, ''^) 

1) Aeneas' spätere Stellung als Papst hat es mit sich gebracht, dass 
man auch gerne auf seine früheren frivolen Schriften hin- 
vv i e s. Es fehlt auch hier unseres Erachtens nicht an Übertreibung (siehe 
auch Reumont »Geschichte der Stadt Rom«, III, i. Abth., S. 334). Außer 
seiner Liebesnovelle (ep. 114, p. 623: Historia de Eurialo et Lucretia se 
amantibus), welche übrigens in der italienischen Übersetzung des Floren- 
tiner Geheimschreibers Alessandro Bracci vielfach zum Schlechteren um- 
gemodelt erscheint, demLiebesbrief für Herzog Sigmund von Tirol (ep, 122, 
d. Graz, 13. December 1443, worauf derselbe folgt), dem berüchtigten, 
aber auch in sehr unnoblerWeise ausgenützten (siehe Janssen, »An meine 
Kritiker«, S. 141 ff.)Brief an seinenVater(ep. 15, d.Graz, 20. September 1443), 
sind es nur gelegentlich in einigen Briefen eingestreute Bemerkungen und 
größtentheils verlorene Gedichte, welche einen Vorwurf begründen, falls 
man die allgemeine Lascivität seiner Zeit nicht in Betracht ziehen will. Er 
hat übrigens seinen erotischen Schriften antierotische, z. B. ep. 92 
(p. 578) ad Joan. Freund, civitatis Agrippinae Proton., d.Wien, S.März 1446, 
und ep. 106 (p. 607) ad Nicol. Wartenburgensem (Tratenberg in Tirol) s. ad 
Hippolyt. Mediol, d.Wien, 31. December 1446, welche das Gründlichste 
enthalten, was sich gegen unerlaubte Liebe überhaupt sagen lässt, und, 
als er von Karl von Cypern (Carolus Cypraicus nobilis vir, wie es im Drucke 
von 1507 heißt, sonst nicht weiter bekannt) an seine Novelle erinnert 
wurde, eine feierliche Retractation entgegengestellt (ep. 395, p. 869 
bis 872; auch unter dem Titel: De pravis mulieribus, ohne Zeitangabe). 

2) Auch in anderen Briefen dieser Zeit zeigt er eine sehr ernste 
Lebensauffassung. Z. B. ep, 77, 82. Ein herrliches Denkmal seiner 
aufrichtigen Bekehrung sowohl, als seines edlen Charakters 
und christlichen Sinnes ist ep. 99 ad Henricum Scoter plebanum in 
Plettenbach, d. Würzburg im September 1446, worin er, nur um die Sünde 
zu entfernen, einen verirrten Gatten zu seiner Frau zurückzuführen sucht, 

^) Recedit a me illa animi levitas, qua inter laicos concrescere 
cupiebat, Jamque nihil magis amo, quam sacerdotium, fiamque Deo 



— 26 — 

Wenn man demnacli auch nicht leugnen will, dass die 
erwähnten äußeren Umstände, die veränderte Lebensstellung 
und sogar auch irgendweiche damit verbundene Vortheile 
Einfluss gehabt haben auf die Umwandlung der Gesinnungen 
des Aeneas, so ist doch gewiss das Bestreben seines Bio- 
graphen (Voigt) entschieden zu verurtheilen, der ihn in seinem 
ganzen Leben nur durch irdische Interessen geleitet darstellt. 
Man müsste dabei einen großen Theil seiner Schriften igno- 
rieren oder verwerfen, und sich nur auf gewisse leichtfertigere 
Äußerungen stützen, die sich hie und da in Briefen an seine 
vertrautesten Freunde finden.^) 



dante infra octendiiim diaconus et suo tempore sacerdotalem recipiam 
dignitatem. Eligendum est aliquando vivendi genus, quod inter Christi- 
colas duplex est, laicorum et clericorum: et illa rursus, ut nosti, distin- 
quuntur. Mihi in ordine b. Petri manere decretum est. In quo gratiam 
mihi Deus elargiatur, utque sibi placeat solum capiam fiamque. Aus 
dem Citat bei Pastor, 1. c. S. 277, Anm. 3, aus dem Liber Officialium 
Eugenii papae IV., f. 29/'. Staatsarchiv zu Rom ergibt sich, dass Aeneas 
im Februar des Jahres 1447 noch nicht Priester war. 

^) Und das thut Voigt. Oder wie will man es verstehen, wenn 
dersel})e Bd. I, S, 438 sagt: »Bei einem Schriftsteller, der dem glück- 
lichen Ausdruck oder der feinen Absicht gar gern die innere Wahrheit 
zum Opfer brachte, dürfen wir natürlich nicht jede tugendhafte Wen- 
dung für sittliches Gold nehmen« ? Könnte man nicht mit mehr Grund 
behaupten: Bei einem solchen Schriftsteller dürfe man umsoweniger, 
zumal in seinen vertraulichsten Äußcrun<f(;n an seine leichtsinnigen, 
humanistisch gesinnten Freunde, jedes unüberlegte und freiere Wort 
so hoch anschlagen, um daraus die Berechtigung für die allerschlimmste 
Charakterzeichnung herzuleiten ? Voigts Schilderung des Aeneas Sylvius 
stützt sich vielfach auf dert^leichen Äußerungen früherer Zeit, und alles, 
was bessere Gesinnung anzeigt, fällt nach obigem Maxime bei ihm nicht 
ins Gewicht. So ist denn nach ihm nur Stellenjägerei, Wichtigmacherei 
und Ehrgeiz, selbst bei des Papstes edelster Unternehmung gegen die 
Türken, die Triebfeder seines Handelns. Wie richtig bemerkt dagegen 
Reumont, »Geschichte der Stadt Rom«, lll. Bd., i. Abth., S. 132 f: »Ein 
Parteiwechsel, unter welchen Umständen er immer vor sich gehe, weckt 
stets üble Nachrede, und ein ]Mann, der so viel geschrieben und sich 
über pcrs()nlichc Stimmungen und Erlebnisse so rückhaltlos ausge- 
sprochen hat, wie Enea Silvio, musste denen manche Blöße bieten, die 
ihm jedes Wort, selbst in vertrautesten Briefen, angerechnet haben, um 
daraus ein Sünden-Register zusammenzusetzen . . . Sein nachmaliges 



— 27 — 

2. Sie werden es nun, hochverehrte Anwesende, begreif- 
hch finden, dass ich mit besonderer Vorliebe auf jenen 
M o m e n t verweise, wo Aeneas Sylvius Piccolomini nach 
vollständiger Umwandlung seiner Gesinnungen 
zum ersten male vor dem .von ihm so lange bekämpften 
Papste Eugen IV. steht und hier jene berühmte, meisterhaft 
stilisierte Abbitte leistet, von der gesagt wird, sie sei »die 
Sprache eines in Kriegsgefangenschaft gerathenen Helden«.^) 
Kv war nämlich im Auftrage Friedrichs III. im Beginne des 
Jahres 1445 in der Angelegenheit des Nürnberger Reichs- 
tages über Siena nach Rom gegangen, und obwohl sein be- 
tagter Vater und seine besorgten Freunde zu Siena dringend 
von seiner Reise zum Papste abriethen,^) setzte er dieselbe 
doch vertrauensvoll fort und hielt, wenn auch nicht ohne 
Bangigkeit dem Papste gegenübertretend, vor Erledigung der 
königlichen Aufträge folgende herrliche Rede: 

»Heiligster Vater! Bevor ich die Aufträge des Königs 
vortrage, will ich von mir selbst einige Worte sprechen. Ich 
weiß, dass man deinen Ohren vieles über mich zugetragen 
hat, was weder gut, noch der Wiederholung wert ist. Und 
sie haben nicht gelogen, die mich bei dir angeklagt. Ja ich 
habe, solange ich zu Basel war, vieles gesprochen, geschrieben, 



offenes Geständnis, was man auch dagegen sagen mag, ist ehr- 
lich gemeint. Es waren nicht etwa bloß persönliche Gründe, die ihn im 
Jahre 1442 bewogen, seine Stellung bei Felix V. aufzugeben und die ihm 
angebotene in der Reichskanzlei anzunehmen. Augenblicklich gewann 
er wahrlich nicht dabei, und wie später der Gegenpapst selbst und 
andere, hätte er sich immer mit Rom vertragen, seinen Vorthcil wahren 
können. Die Rolle, die dieser Gegenpapst spielte, musste ihn von vorn- 
herein überzeugen, dass das ganzeWerk ein verfehltes war. Die deutschen 
Zustände mussten ihn in dieser Überzeugung bestärken.« 

Vergleiche auch dessen Urtheil über Voigts Werk, ebendaselbst 
S. 490 f., und ähnliche Urtheile bei Rohrbacher - KnöpHer, XXIII. Bd., 
S. 215, Pastor, I. Bd., S. 273 u. s. w. 

1) Düx, Card. Cusa, I, S. 261. Gregorovius (VII, S. 156) nennt sie 
»ein geistreiches Bekenntnis seiner Baseler Irrthümer«. 

2) Füll. Comment., p. 9; Comment. ed. Fea, p. 88: Sed cum Senis 
esset, neque pater S3'lvius, qui tunc vivebat, neque quisquam necessa- 
riorum suadebant Romam ire. 



— 28 — 

eethan — ich leufxnc nichts ab. Aber meine Absicht war 
niclu sowohl, dir zu schaden, als der Kirche Gottes zu nützen. 
Icli irrte, wer könnte es leugnen ? aber ich irrte mit nicht 
wenigen und mit nicht unbedeutenden Männern. Ich folgte 
Julian, dem Cardinal von St. Angelus, Nikolaus, dem Erz- 
bischof von Palermo, Ludovicus Pontanus, dem Notar dieses 
Stuhles. Diese hielt man für die Augen des Rechtes, für die 
Magister der Wahrheit. Was soll ich von den Universitäten 
sprechen und von den anderen Schulen, deren Mehrzahl dir 
feindlich gesinnt war? Wer würde mit solchen Männern nicht 
geirrt haben ? Als ich aber den Irrthum der Baseler erkannte, 
auch da, ich gestehe es, bin ich nicht gleich zu dir geflogen, 
wie die meisten thaten. Vielmehr besorgte ich, aus einem 
Irrthume in den anderen zu stürzen, wie denn häufig in die 
Scylla fällt, wer die Charybdis vermeiden will, — und so 
gieng ich zu denen, die für neutral galten. Ich wollte nicht 
ohne Überlegung und ohne Verzug von einem Extrem zum 
anderen übergehen. Drei Jahre ') blieb ich so beim König. Als 



1) Von 1442 — 1445. Der successivc Process seiner Sinnesänderun«^ 
vollzog sich wirklich während dieser Zeit, wie derselbe aus seinen 
Briefen dieser Zeit sich verfolgen lässt und angedeutet wurde. Von 
dieser seiner Romreise handeln: ep. 98 (p. 587) ad Leonardura episc. 
Pataviensem, d. Wien, Mai oder Juni 1445: Eugenius fuit, dum ad eum 
veni, satis sospes, si senes possunt esse sospites . . . petitioni regiae 
non annuit. Concilium namque in Almaniam nee dedit nee daturus est; 
ep. ad Joan. Campisium, d. Wien, 21. Mai 1445 (bei Voigt, »Die Briefe 
des Aeneas Sylvius«, S. 362): Si mea legatio alium fincm apud vos 
habuisset, erat res admodum tutior, faciliusque in unionem omnes con- 
scendissent. Nunc autem video magnam alam segregari, et timeo, ne 
multas pcnnas habeat ... In festo beati Joannis Baptiste convenient 
electores Francfordiam nee quisquam est, qui non illic magnam novi- 
tatem futuram putet. (Jue omnia cessassent, si petitioni regie per am- 
plius delatum fuisset. Sed ita vult forsan Deus, et melius, quam nos 
velimus, res diriget. Er hofft aber auf die concordia, de qua non dc- 
speratur; und ep. 89 (p. 576) ad Joan. Preund, d. Wien, i.Juni 1445: 
Credo te etiam audivisse nie Romam profcctum mirarique idcirco . . . 
Mens itus ad urbem honestam ob causam fuit propter unionem, N. et 
propter ilia, quae Nurenbergae conclusa fuerunt. Ouid autem reporta- 
verim, Frankfurdiae videbitur: quamvis et ipsa taciturnitas indicat, quid 
allatum sit. 



-^ ±i) — 

ich nun immer mehr und melir vom Zwiespalt der Kirche 
hörte, der zwischen den Haselern und deinen Legaten ob- 
waltet, da blieb mir kein Zweifel, dass bei dir die Wahrheit 
sei. Darum gehorchte ich nicht ungern, als der König sich 
den Weg zu deiner Güte durch mich zu öffnen wünschte; 
denn so hoffte aucli ich zu deiner Gnade zurückkehren zu 
können. Nun stehe ich vor dir, und weil ich ohne Wissen 
gesündigt, bitte ich dich, mir zu verzeihen.« 

Diese demüthige, reuige und doch würdevolle Sprache 
verfehlte ihren Zweck nicht. Der Papst nahm ihn gütig auf 
und ermahnte ihn: »Du bist zur Wahrheit gekommen. Hüte 
dich, sie wieder zu verlassen und suche die göttliche Gnade 
durch gute Werke. Du stehst an einer Stelle, wo du die 
Wahrheit vertheidigen und der Kirche nützen kannst.«') 

Das war sein lange vorbereiteter Tag von Damascus, 
nun war aus dem Saulus ein Paulus, aus dem Concilsstürmer 
ein Mann der Kirche geworden, der nach dem Wunsche des 
Papstes die Wahrheit vertheidigte und der Kirche zu nützen 
suchte. 

Es würde zu weit führen, alle seine Verdienste 
um Kirche und Staat zu schildern. Ich halte es für eines 
seiner bedeutendsten, dass es ihm gelang, die so unnatürliche 
Neutralität Deutschlands zu beseitigen und wenigstens die 
Mehrzahl der deutschen Fürsten zur Obedienzleistung an 
Eugen IV. zu bewegen, wenn ich auch nicht alle Mittel billige, 
die dabei angewendet wurden.^) 

Das war ein Ereignis von größter Bedeutung, 
denn so wurde das römisch-deutsche Reich nach neunjähriger 
Trennung wieder mit der Kirche verbunden, die zerrissene 
Kirche wieder geeinigt. 

1) Comment., p. lo. Vergleiche über diese Sendung des Acneas: 
Bachmann A., »Die deutschen Könige und die kurfürstliche Neutralität 
1438 — 1447« im Archiv für österreichische Geschichte und Separat- 
abdruck unter gleichem Titel. Wien 1889, S. 148. Siehe Pastor, »Ge- 
schichte der Päpste«, I. Bd., 2. Aufl., S. 278. 

2) Die Räthe des Mainzer Kurfürsten gewann er durch Bestechung, 
wie er selbst erzählt: Comment. ed. Fea, p. 98: Duo millia Horenorum 
in ca rc quatuor consiliarii habuerunt. Vcrgl. »Hist. Frid. III.«, 128 sq. 



- 3Ö — 

Seine Verdienste blieben nicht imbelohnt; 
er stieg von Stufe zu Stufe. Nachdem er 1447 zum 
Priester geweiht worden war, wurde er noch in demselben 
Jahre Bischof von Triest/) von wo er im Jahre 1449-) auf 
den bischöfliclien Stuhl seiner Vaterstadt Siena versetzt wurde; 
doch blieb er noch immer als der unentbehrliche, geschäftige 
Diplomat am Hofe des Königs Friedrich, dem er im Jahre 1452 
in Siena seine Braut Eleonora von Portugal entgegenführen 
durfte. Papst Calixt III. verlieh iiim am 18. December 1456 
den r o t h e n Hut des C a r d i n a 1 s. '^ ) Doch nicht als Car- 
dinal sollte er sein Leben beschließen. 

. 3. Auf ihn wartete die höchste Würde dcrChristen- 
lieit, die päpstliche, und als Papst sollte er noch seinen 
Tag von Mantua haben. 

»Seine Talente, seine diplomatische Vergangenheit und 
die genaue Verbindung mit Kaiser und Reich hatten ihn zu 
dem in Europa berühmtesten Manne unter den Cardinälen 
gemacht. Man bezeichnete ihn als künftigen Papst.«"*) 

Gewiss war er der befähigteste im heiligen Collegium, das 
Steuer der Kirche zu führen. Nach dem Tode des Papstes 
Calixt III. (gest. 6. August 1458) wurde er gewählt und unser 
Cardinal Aeneas erkor sich nicht ohne virgilische Reminiscenz 
den Namen Pias IL'') 



1) In ep. 100 (p. 589) ad Joan. Tuskon, d. Wien, 16. Juni 1447, er- 
scheint er zum erstenmale als electus Tergestinus. 

^) Durch die Bulle vom 24. October 1449. 

3) Es ist jedenfalls unnöthig, zur Erklärung dieser Carriere des 
Aeneas, aus jeder Handlung desselben, aus jeder Empfehlung an Höher- 
gestellte, die sich in den Briefen an seine Freunde findet, nach X'oigts 
Vorgang (z. B. I, 302) ehrgeizige Tendenzen herauszuklügeln. Ein Mann 
von dem Talente eines Aeneas Sylvius Piccolomini konnte nicht über- 
sehen werden und sein Ansehen musste wachsen, je mehr seine Be- 
deutung erkannt wurde. 

**) Gregorovius, 1. c. S. 158. 

") Seine Freunde nannten ihn schon früher scherzend den pius 
Aeneas, z. B. Campisius in seinem Brief an Aeneas vom 8. Mai 1445 
(bei Voigt, »Die Briefe des Aeneas Sylvius«, S. 361): Si ulla est viris 
Ullis pic^tas, si pius es Aeneas und bildeten aus der Verbindung zweier 
Verse den Hexameter: Sum pius Aeneas — fama super acthera notus 



- 3t — 

Seine Wahl wurde mit all<:^emeinstem, aufrichtigstem 
Jubel aufgenommen. Man kannte den neuen Papst als staats- 
klueen Alann von reichster Erfahrun<j und hoffte von ihm 
kräftiges Einschreiten für Friede und Einigkeit. »Rom, welches 
in Waffen stand, legte diese ab, die Magistrate und Barone 
brachten dem Gewählten einen Fackelzug dar. Draußen be- 
glückwünschte man ihn an jedem Hof; der Kaiser zumal war 
sehr erfreut.« ^) 

In der Wahl-Capitulation, welche Plus beschworen hatte, 
stand oben an der Türkenkrieg; aber für Pius hätte es 
einer solchen eidlichen Verpflichtung nicht bedurft. Die 
Unternehmung gegen die Türken war ihm die 
wichtigste Herzensangelegenheit seit dem Fall 
von Constantinopel, die Idee, der er sein Leben 
weihte bis zum letzten Athemzuge.^) »Was er darüber 
geredet und geschrieben, würde ein stattliches Buch aus- 
machen.« ^) 



(Aeneid. I, 378). Siehe Voigt, II, 11. Die Schilderung des Conclave aus 
seiner gewandten Feder, Pii II. Comment., p. 30 sq., gehört zu den an- 
schaulichsten und interessantesten, die wir haben. 

1) Gregor., 1. c. S. 160. Comment., p. 31: Et cum esset armata 
civitas, nee quisquam in alio, quam in ferro videretur habere fiduciam, 
mox, ut certior factus est populus Aeneae pontificatum obvenisse, de- 
posita sunt arma, adeoque mutata urbis facies, ut quae paulo ante 
Martis, e vestigio Pacis et quietis civitas effecta sit : ubique laeta, ubique 
secura . . . Nee Romae tantum, sed multae Italiae civitates , . . singularem 
laetitiam ostenderunt: praecipue vero Seneneses exultavere ... p. 32: 
Ex ultramontanis principibus admodum laetatus est Fredericus. 

'^) Comment., 1. II., p. 33: Inter omnes curas, quae animum ejus 
(Pii II.) invasere, nulla major fuit, quam ut in Turcas excitare Christianos 
posset atque Ulis bellum inferre. 

•^) Voigt, II, 93 f Übrigens lässt ihm Voigt diesen Ruhm nicht un- 
geschmälert. Solange Aeneas nicht Cardinal ist, ist ihm nach Meinung 
Voigts diese Thätigkeit das Mittel es zu werden. »Mochte es auch nur 
der Ehrgeiz sein, der sich in der Bischofsmütze nach dem rothen Hute 
sehnte, für das Betreiben der kleinen Geschäfte wurde dieser nicht ge- 
geben . . . Mit vollem Eifer ergriff er also diese europäische Angelegen- 
heit. Für Reichstage, Congresse, große Gesandtschaften bedurfte es des 
glänzenden Redners, des Cardinal-Legaten« S. 91. Als Papst treibt 
ihn bei dieser Unternehmung nach Voigt nur die Begierde »nach Nach- 



Noch ehe er Papst geworden, im Sommer des Jahres 1453, 
als die Schreckensnachricht von der Eroberung Constantino- 
pels durch die Türken, welche am 29. Mai desselben Jahres 
erfolgt war, alle Gemüther erschütterte, da weilte Aeneas, noch 
Bischof von Siena, am Hofe des Kaisers in unserer Stadt, 
und sogleich schrieb er — und zwar sind alle diese Briefe 
aus unserer Stadt datiert — nach allen Seiten, um seine 
unermessliche Trauer und Erschütterung auszudrücken.^) 



rühm«. S. 94. Es genügt, dagegen zu bemerken, dass Voigt mit dieser 
seiner Auffassung selbst unter den Protestanten alleinig steht. Siehe 
Hagenbach, Rectoratsrede, S. 34; ferner Dr. von Heinemanns herrliche 
Darstellung: »Aeneas Sylvius als Prediger eines allgemeinen Kreuzzuges 
gegen die Türken«, im Programm des Herzogl. Karl-Gymnasiums in 
Bernburg. Bernburg 1855; und selbst Gregorovius sagt, I.e. S. 193: »Mit 
dem Türkenkriege nahm er es ernst; er selbst blieb sich in dieser 
Leidenschaft (!) getreu, denn schon bevor er Cardinal geworden war, 
hatte er in Deutschland auf vielen Reichstagen für den Türkenkrieg 
gesprochen und geschrieben.« Ebendaselbst sagt er vom Papste: »Sein 
Leben als Papst war fleckenlgs; er war mäßig, mild, menschenfreundlich 
und nachsichtig. Man liebte ihn.« 

*) Das Interesse an den Krieg gegen die Türken zeigte sich 
übrigens bei Aeneas wohl schon beinahe ein Jahrzehnt vor dem 
Falle von C o n s t a n t i n o p e 1, wie uns seine Briefe bezeugen : So 
ep. 44 ad Joan. Campisium d. S. Veit, 15. Jänner 1444, wo von einem 
vor drei Tagen in Ungarn erfolgten, für die Christen siegreichen Ge- 
fecht mit den Türken die Rede ist; ep. 63 (p. 547) ad Joan. Freund, 
d. Wien (.?), wohl im Juni 1444, wo er die Bemühungen des Cardinais 
JuHan für die Einheit der Ungarn gegen die Türken erwähnt : Com- 
plectimini pacem, si progredi adversus Turcas volumus pax necessaria 
est ... Et agunt Ungari intcr se, quo pacto formidabiliores in Turcas 
proficiscantur . . .; e[). 51 (p. 534) ad Campisium, d. Wien, 25. Juni 1444: 
es sei jetzt große Furcht vor den Türken, daher die Ungarn mit dem 
Kaiser l^>ieden geschlossen haben, um den Türken Widerstand leisten 
zu können; ep. 52 (]). 536 f) ad Philippum Mariam ducem Mediolancnsem, 
d. Neustadt, 13. December 1444, worin er die Schlacht bei Adrianopel 
(Varna) schildert, in welcher der Polenkönig und der von ihm hoch- 
verehrte Cardinal JuHan den Heldentod starben; denselben Gegenstand 
behandelt ep. 81 ad Lconanhim cpisc. Passaviensem, d. Wien, 28. Octo- 
ber 1445; <-'P' ^<J Gregorium (LoUium Senensem), d. Wien, 13. Septem- 
ber 1445 (bei Voigt, »Die Briefe des Aeneas Sylvius«, S. 383), berichtet 
von einem Gerüchte, dass die Türken nach Ungarn wiederkommen, und 
daher die Siebenbürger und Wallachen ein Heer ausrüsten ; in denn sehr 



-- 33 — 

Einer der ersten Briefe, welcher in dieser Ange- 
legenheit seiner gewandten Feder entflossen und zwar schon 
auf das erste dunkle Gerücht vom Fall Constantinopels, war 
das berühmte an den Papst Nikolaus V. gerichtete Schreiben, 
datiert aus Graz vom 12. Juli 1453, worin er ihn aufforderte, 
für die Wiedergewinnung von Byzanz alles daran zu setzen. 
Um den humanistisch gesinnten Papst bei der empfänglichsten 
Seite zu fassen, betont er den ungeheuren Verlust, den die 
Wissenschaft bei der Eroberung der Stadt erlitten, erinnert 
an die unzähligen Bücher, die Byzanz umschlossen und die 
den Lateinern noch unbekannt waren, er nennt die Eroberung 
der Stadt den zweiten Tod Homers und Piatons; er legt ihm 
den Ehrenpunkt vor: »Nikolaus V,, so werden einst die Ge- 
schönen und langen 78. Brief (p. 556) ad Dionysium Cardinalem Archi- 
episcopum Strigoniensem, d. Wien, im October 1445, erwähnt er unter 
den Gründen zur Anerkennung des Ladislaus Postumus als König, die 
er den in Wien anwesenden ungarischen Adeligen vorhält, auch be- 
sonders den dadurch erleichterten Widerstand gegen die Türken; ep. 86 
ad Casparem Schlick, d. Wien, 23. November 1445 (doch nur in den Zu- 
sätzen bei Voigt, »Die Briefe des Aeneas Sylvius«, S. 388), berichtet: 
'>Die Ungarn haben ein starkes Heer gegen die Türken gerüstet, um 
die Niederlage vom vorigen Jahre zu rächen«; ep. 93 (p. 580) ad Joan. 
Campisium, d. Wien, 6. März 1446, redet vom Convent zu Stuhlweißen- 
burg, wo die Ungarn sich für Ladislaus erklären sollten, was er im 
Interesse der Einigkeit gegen die Türken sehr wünscht, denn murus 
est illa regio christianae religionis et nostrae fidei solidus paries . . .« 
In der Überzeugung, dass die Ungarn nur durch die Vereinigung mit 
dem deutschen König stark genug seien, den Türken Widerstand zu 
leisten, ist es schon um diese Zeit, wie später immer, sein eifrigstes 
Bestreben, diese Einigkeit herbeizuführen, und mahnt er in einem Briefe 
aus Radkersburg vom 5. Mai 1447 (bei Voigt, Die Briefe des Aeneas 
Sylvius«, S. 390) den Raaber Bischof, im Vereine mit dem Graner Car- 
dinal darüber zu berathen und Nachricht zu geben. 

Aber nicht bloß durch Briefe zeigte er Interesse und Eifer für 
den Kampf gegen die Türken, sondern er benützte auch seine Anwesen- 
heit in Rom bei Gelegenheit der Kaiserkrönung Eriedrichs 111., vor dem 
Papste Nikolaus V. und den Cardinälen im öffentlichen Consistorium 
seine erste feurige Türkenrede zu halten, um zum allgemeinen Kreuz- 
zuge gegen die Türken aufzufordern. [Die Rede als ep. 399 (p. 928) und 
>Hist. Erid.«, p. 307—318, auch in »Füll. Oratt.«, ed. Mansi, T. 1., p. 173 
und ein wenig verändert aus einem Lucenser Codex, ibid. p. 163.] 



— 34 — 

Schichtschreiber erzählen, ein Tuscier, saß so und sovielc 
Jahre auf dem apostohschen Stuhle; er entriss das Patri- 
monium der Kirche den Händen der Tyrannen; er gab der 
zerspaltenen Kirche die Einheit wieder; er nahm Bernhardin 
von Siena in das Verzeichnis der Heiligen auf; ... er feierte 
das Jubeljahr der Stadt; er krönte Friedrich III. — Doch all 
dies Schöne und Herrliche wird verdunkelt werden, wenn es 
am Schlüsse heißt: Aber zu seiner Zeit wurde das kaiser- 
liche Constantinopel von den Türken genommen und ge- 
plündert. « 

In einem Fürstencongress, auf dem das Kreuz ausgc- 
theilt werde, wie einst zu Piacenza und Clermont, sieht er 
das einzige Mittel, durch welches der furchtbare Schlag der 
Christenheit wieder gut gemacht werden könne. Da müsse 
die päpstliche Tuba zur Rache rufen und die noch frische 
und glühende Begeisterung im Sturme gegen den Halbmond 
führen.^) 

Um größeren Eindruck auf den Papst hervorzubringen, 
bewog Aeneas auch den Kaiser Friedrich III., von dem er 
wiederholt versichert, dass der Fall von Byzanz den größten 
Eindruck auf ihn gemacht,^) ein ohne Zweifel von ihm selbst 

1) Ep. 162; siehe Voigt, II, S. 94 f. Das war seine Aufforderung 
an den Papst, als die ersten Nachrichten von der Eroberung Byzanz' 
etwa am 12. Juli 1453 einliefen. Diese entsetzliche Nachricht fand jedoch 
schwer Glauben, und so verbreitete sich etwa am 27. Juli ein gcgen- 
theiliges Gerücht, dass Byzanz sich gehalten habe. Aber die Antwort 
des Dogen Foscari von Venedig auf eine diesbezügliche Anfrage des 
Kaisers ließ keinen Zweifel mehr aufkommen (ep. 159 vom 27. Juli 1453). 
Darauf schrieb Aeneas an den Papst wiederum am 11. August (aus Graz, 
cp. 140, p. 692): Scripseram nuper S. vestrae de perditione Constantino- 
polis. Dcinde nova hie fuerunt , quae civitatem illam adhuc per 
C'hristianos tencri dicebant , id mihi ad tcmpus consolationi fuit. Sed 
nunc invenio primum nuncium nimis verum fuisse. (Juibus ex rebus etsi 
mihi aliter non convenit de tanta re loqui, tamen ut Christianus tacere 
non possum. Multa cum Cacsare de hac calamitate rci 
publicacChristianae sum locutus. Invenio mcntem ejus 
hon am, sed impossibile est pracclare agcrc cum, cui desunt facultates. 
Dann wiederholt er seinen früheren Vorschlaii. 

-) Siehe cp. 140 in voriger Anmerkung, ep. 155, 135 in der An- 



— 35 — 

verfasstes Schreiben an den Papst zu senden, worin er ihn 
auffordert, der Türkengefahr mit aller Anstrengung entgegen- 
zutreten, durch Rundschreiben an die Könige, Fürsten und 
Freistaaten des Abendlandes einen Convent zu veranlassen; 
man müsse sich beeilen, der christlichen Sache zu helfen, so- 
lange das Übel noch frisch ist; gewiss würden glaubenseifrige 
Fürsten dem Papste folgen und er seinerseits werde seiner 
Pflicht gemäß eifrig mitwirken.') 

Damit endlich auch der heiHge Senat des Papstes für 
die große Angelegenheit der Christenheit noch mehr erglühe 
und Einfluss auf den Papst nehme, richtete er an mehrere, 
ihm befreundete Cardinäle beredte Schreiben.^) 

merkung 2 auf dieser Seite und Oratio de Const. clade (Oratt., ed. Mansi, 
T. I., p. 269). 

1) Ep. 163 (p. 716), d. Graz, 10. August 1453: Sane pro tanto et 
tarn necessario opere optimum factum censemus, clementiam vestram, 
quae locum tenet in terris salvatoris nostri Jesu Christi, cujus res agitur, 
nunc exurgere, scribere regibus, legatos mittere, monere, hortari prin- 
cipes ac communitates in aliquem communem locum, ut aut venirent 
aut mittant: Das ist die Idee des Aeneas, auf die er immer 
wieder zurückkommt. Nunc dum malum est recens, Christianae 
rei consulerc festinent. Pacem aut inducias inter socios fidei componant, 
atque junctis viribus adversus salutiferae crucis inimicos arma pro- 
moveant. Quod si vestra S. toto pectore suoque more ad rem hanc tarn 
piam et utilcm intendcrit, non est nobis dubium, quin plures et Reges 
et principcs, in quibus zelus domus Dci et ardor fidei orthodoxae non 
est extinctus, ad mandatum vestrum voluntarios et obsequentes se prae- 
beant. Nos certe pietati vestrae, ut libuerit, et assistere et cooperari 
pro nostri officii debito minime omittemus: Solum precamur, ut vestrum 
in hoc negotio Consilium et intentum communicare dignemini. Namque 
si fuerit opus nostrae rationis et imperii sacri principes ad hoc ipsum 
convocare, et alia, quae juxta Consilium vestrum putaverimus opportuna, 
implere non negligemus. Doch hält er vor allem für nöthig, Italica bella 
quam primum sopire, und ist bereit, durch Gesandte oder auf andere 
Weise dazu beizutragen. 

2) Eines der ersten und schönsten ist ep. 155 (p. 702) ad Car- 
dinalem S. Petri ad vincula (Nicolaus de Cusa) vom 21. Juli: Wie im 
Briefe an den Papst, klagt er auch hier über den großen Schaden für 
die Wissenschaft : Praecisus est fluvius omnium doctrinarum, Musarum 
dcsiccatus fons. Nunc Poesis, nunc philosophia sepulta videtur. Non 
possum non dolere, sanctc pater, cum talem fieri jacturam video lite- 



- 36 - 

Der Papst, ohnehin eifrig, aber ohne Zweifel auf solche 
Weise noch mehr angestachelt, erließ am 30. September eine 
große Kreuzesbulle an die gesammte Christenheit mit voll- 
kommenem Ablasse für jeden, der vom i. Februar des nächsten 
Jahres (1454) an, sechs Monate lang entweder persönlich an 
dem heihgen Kriege theilnehme oder einen Mann stelle.^) 
Seine Maßregeln scheiterten aber an der allgemeinen Zer- 
rissenheit der Christenheit, wie Aeneas klagt, ^j 

rarum . . . Nunc ergo et Homero et Pindaro, Menandro et omnibus 
illustrioribus Poetis secunda mors est . . . Magnum est hoc detrimentum, 
scd multo majus illud, quod fidem Christianam comminui et 
in angulum coarctari vidcmus...Er wiederholt seinen Vorschlag 
auf einen vom Papste zu berufenden Fürstenconvent. Der Kaiser sei 
dafür gewonnen: Inveni mentem ejus et voluntatem apprime ardentem. 
Ahnliches findet sich in ep. 135 (p. 690) ad Cardinalem S. Angeli vom 
10. August: Numquam de ulla re Caesarem aut frequentius loqui, aut 
attentius audire, postquam sibi annos servio decem, animadverti, ac 
tantum in hoc negotio; und ep. 153 (p. 702) ad eund. vom 3. Septem- 
ber 1453, als Antwort auf Carvajals Brief, worin dieser ihm berichtet, 
was der Papst gegen die Türken gethan. Vom Kaiser heißt es: Quod 
in rem fidei Serenitas praestare poterit, id non negal)it; endlich cp. 141 
(p. 692) ad Cardinalem Firmanum vom 11. August und ep. 142 (p. 693) 
ad Ludovicum Patriarcham Aquilejensem, d. Graz (wie die anderen), vom 
12. August 1453. 

Briefe an andere aus dieser Zeit über den Fall von Constantino- 
pel und den Türkenkrieg sind: ep. 136 (p. 690) an Noceto, ep. 138 
(p. 691) an Stephan de Novara, ep. 139 (p. 691) an Campisius: alle drei 
aus Graz vom 10. August; ep. 146 (p. 694) an Gregorius Nikolaus, ep. 147 
(p. 696) an Heinrich Senftleben: beide aus Graz vom 3. September; ep. 148 
(p. 697) an Noceto aus Graz vom 18. September; ein Brief an Procopius 
von Rabenstein (bei Voigt, »Die Briefe des Aeneas Sylvius«, S. 408^ aus 
Neustadt vom 17. Decembcr 1453. 

^) Die Bulle bei Raynald ad annum 1453, p. 9-11, in Georgius, 
»Vita Nicolai V.«, Romae 1742, p. 139, und Zinkeisen, »Geschichte 
des osmanischen Reiches in Europa«, 2 Theilc, Gotha 1840 -1854, 
2. Theil, S. 42. 

2) Ep. 127 (p. 654) an Leonhard de Benvoglienti, von Neustadt, 
5. Juli 1454: Christianitas nullum habet caput, cui parere omnes velint. 
Ncque summo sacerdoti neque Impcratori, quac sua sunt, dantur. Nulla 
revcrcntia, nulla obedientia est. Tam(iuani ficta nomina, picta capita 
sint, ita Pai)am Imperatoremquc respicimus. Suum quaeque civitas Regem 
habet. Tot sunt principes, quod domus. (Juomodo tot, quot rcgunl 



— -37 — 

Dieser aber verlor den Muth nicht; er hielt begeistert 
an der Idee des Türkenkrieges fest und war die Seele aller 
Verhandlungen, die in Deutschland auf verschiedenen Reichs- 
tagen gepflogen wurden :Aufdem zu Regensburg (23. April 1454) 
hielt er eine Türkenrede/) zu Frankfurt (im October desselben 
Jahres) zeigte er in zweistündiger, mit bewunderungswürdiger 
Beredsamkeit gehaltener Rede, wie gerecht, wie nützlich und 
nothwendig, wie leicht und erfolgversprechend dieser Krieg 
sei;^) groß waren endlich auch die Bemühungen des Aeneas 
auf der Versammlung zu Wiener-Neustadt (2. Februar 1455) 
zur Verwirklichung der Versprechungen des Frankfurter Tages, 
wenn sie auch erfolglos waren. •^) 

Der Spott des Aeneas Sylvius vom Jahre 1444'*), die 
deutschen Reichstage seien nicht unfruchtbar, da jeder einen 
neuen in seinem Schöße berge, war für diese Versammlungen 
vollkommen begründet. 



Christianorum orbem, arma sumere suadebis ? Cui ducatum dabis? . . . 
Ouis Anglicos amicabit Gallicis ? quis Januenses conjunget Arragonen- 
sibus ? quis Theiitones Ungaris Bohemisque conciliabit ? Si paucos contra 
Turcos ducis, facile succumbis, si multos, confunderis. Undique sunt 
angustiae . . . 

M Oratio habita in conventu praesente Burgundiae Duce 1454 in 
Pii IL Oratt., ed. Mansi, T. I, p. 251; über die Verhandlungen siehe 
Aen. Sylv. de Ratisponensi dieta bei Mansi, Oratt. Pii II., Appendix 
p. 1—85. Lucae 1759 (daselbst auch die Rede p. 54—65). Dazu Voigt, II, 
105 —118 und 330, Pastor, I, 521 f., Heinemann, 1. c. S. 12 ff. Über den 
Misserfolg siehe den schon erwähnten 127. Brief des Aeneas. 

2) Als ep. 131 und in Pii II. Oratt., ed. Mansi, T. L, p. 263 sqq. 
Siehe Heinemann, S. 17 f, Voigt, II, 123 f. 

3) Es war nur ein deutsches Heer von 30.000 Mann zu Fuß und 
10.000 Reitern im nächsten Jahr zur Unterstützung der Ungarn unter 
Bedingungen versprochen worden. Siehe Voigt, II, S. 127, Pastor, I, S. 523, 
Heinemann S. 21. Die Rede des Aeneas zu Neustadt in doppelter Re- 
daction in Pii II. Oratt., ed. Mansi, T, I., p. 288 und p. 307, siehe 
Voigt, II, 138 f Über die Erfolglosigkeit siehe den Brief des Aeneas an 
Nikolaus V. vom 21. Februar bei Pastor, I, im Anhang Nr. 55, S. 729: 
Germani non ardent, quantum vellem desiderio tutandae fidei; vere- 
buntur tamen ut arbitror, non scrvare promissa; sed tardius quam spes 
fuerit, colligetur exercitus, atque utinam colligatur. 

*) Siehe den S. 20, Anm. i citierten 72. Brief. 



- 33 - 

rj)er Tütl i\cs Papstes Nikolaus V. (24. März 1455) gab 
der Versammlung zu Wiener-Neustadt den erwünschten Ver- 
wand, die ganze Sache ruhen zu lassen. 

Nur Aeneas ruhte nicht, sondern setzte seine unermüd- 
liche Thätigkeit auch unter dem Nachfolger des Papstes 
Nikolaus V., Calixt IIP (1455 — 145^), fort. Zwar war der neue 
Papst ohnehin selbst von größtem Eifer für den Türkenkrieg 
entflammt,^) Aeneas aber schürte diese Flamme durch Reden 
und Schriften und unterstützte die Bestrebungen des Papstes 
in jeglicher Weise. Schon bei Gelegenheit der Obedienz- 
leistung im Namen des Kaisers hielt er vor dem Papste eine 
Türkenrede. ^) Von da an blieb Aeneas in Rom^) und be- 
nützte, auch nachdem er Cardinal geworden,*) diese seine 
einflussreichere Stellung nur, um besser und in weiteren 
Kreisen für seine I.ieblings-Idee wirken zu können. Er mahnte 
wiederholt den Kaiser, seine Versprechungen zu erfüllen,'^) 



1) An der Ehrlichkeit seiner Absichten zweifelt selbst Voigt 
nicht, II, 175. 

2j Als cp. 398 und in Pii II. Oratt., ed. Mansi, T. I., p. 336 sqq. 
Siehe Voigt, II, S. 161; Pastor, I, 554. 

'^) In Rom kam er am 10. August 1455 an. 

*) Er erhielt den Titel eines Cardinalpriesters von Santa Sabina 
und durfte sein Bisthum beibehalten. Calixts Bulle vom 18. Decem- 
ber 1456, bei Raynaldus ad 1456, n. 73. Wie schwer es gegangen bei 
dem Widerstand des Cardinalcollegiums gegen neue Promotionen be- 
schreibt cp. 195 ad Joan. Cardinalem Papiensem d. Rom 1456: »Niemals 
sind Cardinäle mit mehr Schwierigkeit als wir in das Collegium einge- 
treten. Der Rost hat die Angeln so sehr überzogen, dass sich die Thüre 
nicht drehen und erschließen wollte. Papst Calixtus musste Sturmböcke 
und alle Arten von Kriegsmaschinen anwenden, um die Thorflügel zu 
sprengen.« Seine zahlreichen Dankschreiben aus dieser Zeit an die ver- 
schiedenen Gratulanten zeigen seine sehr schöne Auffassung der neuen 
Würde. 

^*) So in ep. 238 (p. 780), d. Rom, 8. März 1457: Nihil est, quod 
nomini tuo auctoritatique augustali magis conveniat, quam pro defensione 
fidei catholicae et Christiana salute arma et scutum sumere. Cum omnes 
in tuam Majestatem oculos ita itentos habeant, ut ca proficiscente pro- 
fecturi, ea quiesccnte quieturi videantur; ep. 242 (p. 781) ad Joan. Un- 
gnad Imperialem Canccllarium, 10. März; ep. 260 (p. 789) ad Henricum 
Senftleben; ep. 261 (p. 789) ad Ulricum episcopum (lurcensem und 



— 39 — 

suclUe denselben mit seinem ehemaligen Mündel, dem Könige 
I.adislaus von Ungarn, auszusöhnen;^) »aus Eneas' Rath, 
meistens sogar aus seiner Feder, giengen ferner die unauf- 
hörlichen Mahnungen hervor, mit denen der Papst die beiden 
benachbarten und verwandten Fürsten zur Einigkeit auf- 
forderte«;^) besonders aber gieng sein Bemühen dahin, den 
von ihm aufs höchste geschätzten König Alfons von Neapel 
für diese heilige Sache zu gewinnen.*^) 

Und wenn auch der große Ehrentag von Belgrad 
(22. Juli 1456)'*) vorzüghch das Werk der drei Johannes, 
nämlich des heil. Capistran, Hunyadi und Carvajal war,^) so 
gebürt doch auch dem Papste Calixt III.,^) der den edlen 



ep. 262 ad Ulricum Riderer (letztere drei vom 4. April 1457): damit 
diese dem Kaiser nahestehenden Persönlichkeiten auf denselben in dieser 
Richtung Einfluss nehmen möchten. 

^) Z. B. ep. 282 (p. 798) ad Joan. Carvajal, d. Rom, 11. Septem- 
ber 1457, worin er durch den Adressaten eine Aussöhnung versucht, 
welche ihm höchst wichtig scheint: Nee minus erit composuisse Impera- 
torem et Regem, quam Turcum delevisse. 

->Voigt, II, 180. 

3) Schon als er im Frühjahre 1456 nach Neapel gereist war, um 
den Frieden für Siena zu erwirken, hielt er vor Alfons eine Türkenrede 
(Opp. omn. p. 498 und in Pii II. Oratt., ed. Mansi, T. I., p. 387), suchte 
in verschiedenen, den Apophthegmen des Beccadelli beigegebenen Sen- 
tenzen den König für den Türkenkrieg zu begeistern und feierte schon 
im vorhinein in einer Art Hymnus den Triumph desselben über die 
Türken (Aen. Sylv. in triumphum Alphonsi, gewöhnlich den Comment. 
in Anton. Panormit. angehängt, d. Neapel, 22. April 1456). Spätere Briefe 
an König Alfons sind: Ep. 253 (p. 785), d. Rom, 27. März 1457: er setzt 
wenig Ploffnung auf die übrigen Fürsten, wenn nicht der König ein- 
tritt. Nam reliquis orbis principibus etsi voluntas est, non adest facultas, 
qua Graeciam invadere possint. Tuae Sublimitati, si voluntas affuerit, 
nihil deerit; noch dringender ist ep. 266 (p. 791) vom 7. April, nachdem 
er schon am 5. April 1457 (ep. 265, p. 790) durch Johannes Solerius auf 
den König Einfluss zu gewinnen versucht hatte. 

^) Über die Verworrenheit der Berichte betreifend den Entsatz 
von Belgrad siehe Pastor, I, 591, Anm. 2; Voigt, II, 182 f 

^) A. S. Europa, c. VIII.: Auetores victoriae tres Johannes habiti, 
Legatus Cardinalis (Joannes Carvajal), cujus auspicio res gesta est, 
Huniadcs et Capistranus, qui praelio interfuere. 

^) K. A. Menzel, »Die Geschichte der Deutschen«, VII. Bd., S. 242 



— 40 ~ 

Carvajal gesandt, uiul dem Aeneas,') dem Rathgeber 
beider, ein bedeutender Antheil an diesem ewig denk- 
würdigen Siege. 

Doch bald sollte aus dem Berat her des Papstes 
in den Unternehmungen gegen die Türken der Führer und 
Leiter der ganzen Bewegung werden. Als er nach dem 
Tode des Papstes Calixt III. (gest. 6. August 1458) unter 
dem Namen Pias II. selbst den päpstlichen Thron bestieg 
(20. August 1458), da war es eine seiner ersten Actione n, 
durch die feierliche Bulle vom 13. October 1458^) alle Fürsten 
zum Zwecke der Berathung^ eines europäischen Kreuzzuges 
gegen die Türken zu einem Congress nach Mantua einzuladen, 
welcher am I.Juni 1459 unter dem Vorsitze des Papstes selbst 
eröffnet werden sollte. Dieser Idee widmete er in hervorragender 
Weise sein Pontificat; ihr blieb er treu bis ans Ende seines 
Lebens^) und da er alles daransetzte, die zu Mantua gefassten 
Beschlüsse auszuführen und »diese Aufgabe gleichsam in die 



sagt: »Dass wenigstens etwas gegen die Türken geschah, war allein das 
Werk des Papstes, und die große Rettungsschlacht bei BelgrÄd muss 
recht eigentlich auf seine Rechnung gesetzt werden.« Bei Pastor, 595. 

^) Auch später blieb Aeneas noch immer in Briefwechsel mit 
Carvajal: Besonders ep. 239 (p. 780), d. Rom, 8. März 1457: worin er den 
Tod des Hunyadi und die allgemeine Theilnahmslosigkeit der Fürsten 
beklagt, die den Papst nicht unterstützen: Pontifcx clamat, et non 
auditur, minatur et non timetur. Et quod sua Beatitudo potest, non 
sufficit tantae bellorum moli, ep. 258 (p. 789) vom i. April 1457 etc. 

'^) Die Bulle beginnt : Yocavit nos plus et misericors Deus, bei 
Cribelli, De cxpeditionc in Turcas, Mur. XXIII., 70: III. Idus Octo- 
ber 1458. Siehe Pastor, II, i8,^Anm. 2, Voigt, III, 20, Gregor., VII, 164, 
Pii II. Comment. 34. 

'^) Auch Grcgorovius, 1. c. S. 163 gesteht, dass »die Befreiung 
Constantinopcls das Ideal seines Pontificates« war und auch der Pro- 
testant Hagenbach, Rectoratsrede, S. 29 sagt: »Vor allem war es ein 
großer Gedanke, der die Seele dieses Papstes bewegte, derselbe Ge- 
danke, der Urban II. und seine Nachfolger bewegt hatte, als sie die 
Kreuzzüge predigen ließen wider die Feinde des christlichen Namens. 
Was schon seine Vorgänger, Nikolaus V. und Calixt III., vergebens ver- 
sucht und wofür er als kaiserlicher Rath und päpstlicher Legate ver- 
gebens sich verwendet hatte, das gkmbtc er aus päpstlicher Macht- 
vollkommenheit erreichen und so durch kräftiges Einschreiten der 



— 41 — 

Mitte aller seiner Bestrebungen stellte«,^) so berechtigt mich 
das, seine ganze Papstperiode als Tag von Mantua^) zu 
bezeichnen. 

Des Papstes Reise dahin glich einem wahren Triumph- 
zug durch die bedeutendsten Städte Italiens,^) aber um so 
schmerzhcher war die Enttäuschung, die er daselbst nach 
seiner Ankunft am 27. Mai 1459 erfuhr; denn von allen christ- 
lichen Königen und Fürsten, die Pius wiederholt und dringend 
eingeladen, hatte sich auch nicht einer bemüssigt gesehen, zu 
erscheinen; ja, sie hatten trotz ihrer Versprechungen es nicht 
einmal für nothwendig gefunden, mit Vollmachten versehene 
Gesandte abzuordnen/) 

Als endlich nach langem Warten einige Fürsten und 
Abgesandte derselben angekommen waren und so die Ver- 
handlungen am 26. September 1459 eröffnet werden konnten, 
»da hörte man vom päpstlichen Throne herab jene Rede voll 
Kunst und Feuer, voll ciceronianischer Beredsamkeit«, die 
bald in unzähligen Abschriften durch ganz Europa verbreitet 
wurde. ^) 

Beginnend mit einem feurigen Appell an Gott entwickelt 
die Rede im ersten T heile die gerechten und drin- 



immer weiter vordringenden Macht der Türken ein Ziel setzen zu 
hönnen. « 

Voigt drückt es in seiner Weise folgendermaßen aus (III, 109): 
»Der Gedanke, auf diesem Felde den Ruhm seines Namens zu suchen, 
durchzieht die ganze Geschichte seines Pontificates und hat ihn bis zum 
letzten Athcmzuge nicht verlassen.« 

1) Voigt, III, 17. 

2) Nach Gregorovius, 1. c. 172, macht »das Parlament zu Mantua 
in der Geschichte Europas Epoche. Es war der erste wirkliche Mächte- 
Congress zu einem allgemeinen Zweck.« 

^) Die nähere Beschreibung dieser Reise siehe Pii II. Comment., 
p. 39—58, Voigt, III, 30—44, Pastor, II, 34—42: Am 22. Jänner 1459 
verließ Pius II. Rom; Gregorovius, 167—172. 

4) Pastor, II, 43. 

^) Die Rede, beginnend : Cum bellum hodie adversus impiam 
Turcorum gentem als ep. 397, p. 905, und in Pii II. Oratt., ed. Mansi, 
T. II., p. 9 sqq., und sonst vielfach gedruckt. Sie gleicht der zu Frankfurt 
gehaltenen. 



— 42 — 

gen den Ursaclien zum Türkenkriege, zeigt die großen, 
unersetzlichen Verluste, die das Christenthum durch die Türken 
bereits früher in Asien und Europa und jetzt durch den Fall 
Constantinopels erlitten, und schildert die in nächster Zeit 
von denselben drohenden Gefahren, wenn nicht Hilfe ge- 
schaffen wird. 

Dass aber diese Hilfe möglich und den Sieg e r- 
h offen lässt, denn es ist ein Kampf für die Sache Gottes 
und seiner heiligen Rehgion gegen den Feind der christlichen 
Wahrheit, zeigt der zweite Theil. 

Der dritte Theil endlich schildert die herrlichen Be- 
lohnungen dieses Kampfes. Dann schloss der Papst mit den 
ergreifenden Worten: »O, wenn sie jetzt da wären, Gottfried, 
Balduin, Eustach, Hugo, Boemund, Tankred und die anderen 
tapferen Männer, die einst Jerusalem, mitten unter die feind- 
lichen Scharen dringend, mit den Waffen wiedererobert! Wahr- 
lich, sie ließen uns nicht so viele Worte machen, sie ständen 
auf und riefen, wie einst vor Urban IL, unserem Vorgänger, 
mit feuriger Stimme: Gott will es! Gott will es! Ihr aber er- 
wartet schweigend das Ende der Rede und unsere Ermahnungen 
scheinen euch nicht zu bewegen. Und vielleicht sind einige 
unter euch, die da sagen: Dieser Papst spricht viel, um uns 
in die Schlacht zu schicken und unsere Körper den Schwertern 
der Feinde vorzuwerfen . . . Glaubet das nicht, meine Söhne! 
Niemand hat, so weit eure Väter denken, auf diesem Stuhle 
gesessen, der mehr für den Glauben Christi gethan, als wir 
mit eurer Hilfe und mit des Herrn Gnade thun wollen . . . 
O, hätten wir noch die jugendlichen Kräfte von ehemals,^) 
so solltet ihr nicht ohne uns in den Krieg gehen, nicht ohne 
uns in die Gefahr. Wir selbst würden vor den Feldzeichen 
einhergehen, wir selbst das Kreuz des Herrn tragen, wir 
selbst die Fahne Christi den ungläubigen Feinden entgegen- 
halten und uns glücklich schätzen, wenn uns gegeben würde, 
für Christus zu sterben. Gehet nun zurathe, was der christ- 
lichen Sache mehr nütze.« 



*) O si, quac fucrant, juvcnili in corpore vires! aus Virgil, 
At3n. 5, 475. 



— 43 — 

Die dreistündige, mit hinreißender Beredsamkeit ge- 
sprochene Rede wurde mit größter Spannung angehört und 
allgemein bewundert; man war gerührt, entzückt, aber der 
Ruf: Gott will es! ließ sich nirgends vernehmen, und als 
endlich nach langen, oft peinlichen Verhandlungen^) die schHeß- 
lichen Decrete des Papstes in der Bulle vom 14. Jänner 1460^) 
einen dreijährigen Türkenkrieg Europas vom i. April ab ver- 
kündigten, blieben diese vielfach unbeachtet, wenn es auch 
an Versprechungen nicht fehlte. 

In fast allen christHchen Staaten zeigte sich eine große 
(ileichgiltigkeit gegenüber den Gefahren vom Osten her, die 
doch mit jedem Tage wuchsen: Serbien wurde noch im 
Sommer 1459 ^^^ ^^^ Osmanen bezwungen, Lemnos ge- 
nommen, im nächsten Jahre die Herrschaft der Paläologen 
in Morea vernichtet.^) Unaufhaltsam, mit Feuer und Schwert 
drang der Islam vor, die schönsten und blühendsten Länder 
in eine Wüste verwandelnd/) 

Die immer lauteren Mahnungen des Papstes, der trotz 
der großen Verwirrungen Italiens sein hohes Ziel nie aus 
dem Auge verlor, verhallten spurlos theils bei den inneren 
Fehden, theils bei der Gleichgiltigkeit des Abendlandes. 

Im Jahre 1461 fielen das Fürstenthum Sinope und das 
Kaiserthum Trapezunt den Osmanen weiters als Beute zu.^) 

Da leuchtete in der edlen Seele des unermüdlichen 
Papstes ein neuer romantischer und kühner Gedanke auf: 
Der Gedanke an die Bekehrung des Sultans zum 
C h r i s t e n t h u m e.^) Welch herrliche Aussichten ! Pius machte 

*) Pii II. Comment., 60 — 93 passim., Voigt, III, 73 — 105, Pastor, II, 
58-68. 

^) Bulle Ecclesiam Christi bei Raynald, 1460, n. i — 7. 

3) Der letzte Herrscher Thomas starb in Rom am 12. Mai 1465 
im Hospital von S. Spirito. Pastor, II, 176. 

*) Pastor, 168 f 

^) Das Jahr 1461 ist mit Voigt, III, 656 und anderen festzuhalten ; 
siehe Pastor, 178, Anm. 5. 

^) Über die Veranlassung dazu siehe Hergenröther, Concilien- 
geschichte, VIII. Bd., S. 144: Die allgemeine Thatenlosigkeit der abend- 
ländischen Mächte gegenüber der stets wachsenden Türkengefahr: So 



- 44 — 

sich daran, diesen seltsamsten aller Bekehrungsversuche aus- 
zuführen, und schrieb dem Sultan einen Brief, oder vielmehr 
eine lange Abhandlung, ja fast ein ganzes Buch, eine der 
schönsten Apologien des Christenthums:^) Er solle ablassen 
vom Kriege gegen die christlichen Nationen, die zu besiegen 
ihm ohnehin nicht gelingen könne ;^) er solle die Taufe em- 
pfangen, und was er jetzt als Usurpator besitze, werde er 
dann als legitimer Kaiser sein eigen nennen können; un- 
sterblich werde sein Ruhm sein und das goldene Zeitalter 
werde der christlichen Welt erstehen.^) 

Gewissermaßen als Antwort auf diesen Bekehrungsversuch 
entriss Sultan Muhammed IL der christlichen Welt neue Lände- 
reien durch die Eroberung des reichen Lesbos (September 1462)"*) 
und bald danach auch Bosniens (Mai und Juni 1463).^) 

Pius IL, durch die Auffindung der reichen Alaungruben 



Voigt, III, 658, Pastor, 179; nach Pichler, »Geschichte der kirchlichen 
Trennung zwischen dem Orient und Occident«, 2 Bände, München 1864 
bis 1865, I, 501, habe er die Fürsten nur in Schrecken setzen und zu 
gemeinsamem Handeln bewegen wollen. Vielleicht hat ihm die vom 
schismatischen Patriarchen Gennadius auf Verlangen des Sultans selbst 
verfasste Darlegung des christlichen Glaubens (Kimmel, »Mon. Eccl. 
Orient.«, Jenae 1850, T, L, p. i — 10; vergl, Otto in der »Zeitschrift für 
historische Theologie«, 1850, III, 1864, IV.) Anlass zu dem Bekehrungs- 
versuche gegeben. Über die Benützung der Schrift Cusas, »De cribra- 
tione Alcorani« durch Pius, siehe Voigt, 1. c. 

1) Grcgorovius, 191, nennt es »die am tiefsten empfundene Schrift, 
die er verfasst hat«. 

2) Gregorovius, 192, sagt: »Das Bollwerk Europas wider das 
asiatische Imperium war, außer der Entstehung des österreichischen 
Ländergebietes zur rechten Stunde, die abendländische Cultur selbst, 
gegen welche, wie Pius IL es richtig voraussagte, der Koran un- 
mächtig blieb.« 

•^) Nos tc Graecorum et Orientis imperatorcm appellabimus, et 
quod modo cum injuria tenes, possidcbis jure. — Redirent August i 
tempora, et ([uae poetae vocant, aurea secula renovarentur. In der 
Baseler Ausgabe als ep. 396 (p. 872), bei Raynald, 1461, n. 44 — 112. Diesem 
Jahre gehört die Schrift auch an; sicheVoigt, 659, Anm. i, \uu\ Pastor 180, 
Anm. 1. liier auch die verschiedenen Handschriften. 

*) Voigt, III, 656, Pastor, II, 184. 

5) Voigt, III, 673, Pastor, II, 185. 



— 45 — 

von Tolfa^) mit den nöthif^en Geldmitteln ausgerüstet, erdachte 
nun, um die Fürsten und Völker aus ihrer Lethargie aufzu- 
rütteln, einen anderen, nicht minder idealen und romantischen 
Plan, nämlich sich selbst an die Spitze des Kreuz- 
li e e r e s zu stellen. 

»Umsonst,« so sagte er den Cardinälen am 23. Septem- 
ber 1463,-) »umsonst erscholl unser Zuruf: Gehet! Vielleicht 
bringt der Ruf: Kommet! bessere Wirkung hervor. Daher haben 
wir uns entschlossen, in Person gegen die Türken zu ziehen 
und die christlichen Völker zur Nachahmung unseres Bei- 
spieles durch That und durch Wort aufzufordern. Vielleicht, 
wenn sie ihren Lehrer und Vater, den römischen Bischof, den 
Stellvertreter Christi, einen kranken und hinfälligen Greis, in 
den Krieg ziehen sehen, werden sie sich schämen, zu Hause 
zu bleiben. Schlägt auch dieser Versuch fehl, so kennen wir 
keinen anderen. Wir wissen, wie bedenklich die Sache für 
unser Alter ist und dass wir einem fast sicheren Tod ent- 
gegengehen. Aber wir überlassen alles Gott, dessen Wille ge- 
schehe. Wir selbst sind allerdings zu schwach, um mit dem 
Schwert in der Hand zu kämpfen, auch ist das nicht das Amt 
eines Priesters. Aber wir werden Moses nachahmen, wie er 
auf einer Höhe betete, während das Volk Israel mit den 
Amalekitern stritt. Hoch auf einem Schiffe oder auf einem 



1) Pii II. Comment., p. 185—186. Sie wurden entdeckt im Jahre 1462 
(siehe Voigt, III, 548) durch den Paduaner Giovanni de Castro und brachten 
jährlich 100.000 Ducaten ein, die Pius II. für den Türkenkrieg verwendete 
und in der Wahlcapitulation von 1464 für denselben bestimmt wurden. 

2) Er hatte den Plan zuerst sechs vertrauten Cardinälen im 
März 1462 mitgetheilt (Comment., p. 189— 191, Voigt, 676 f., Pastor, 186 f.). 
Die Zeit schien der Ausführung anfangs günstig, da der im Vertrag zu 
Wiener -Neustadt 1463 (24. Juli) als König von Ungarn anerkannte 
Corvinus mit den Venetianern im September 1463 einen Offensivbund 
gegen die Türken schloss. Der Papst hatte schon im Juli 1463 die 
Mächte Italiens zu einem Congress nach Rom berufen, welcher am 
22. September eröffnet wurde. Am folgenden Tage machte der Papst 
in einem geheimen Consistorium dem gesammten Collegium der Car- 
dinäle seine Absichten kund. Pii II. Comment., p. 336 — 341, Voigt, 676 bis 
690, Pastor, II, 220 — 230. 



- 4^ - 

Bergesgipfel werden wir den Herrn, dessen heiliger Leib 
nicht von uns weichen soll, um Rettung und Sieg anflehen.« 

Diesen Entschluss wiederholte er in der >mit jugend- 
licher Begeisterung« geschriebenen Kreuzesbulle vom 22.0cto- 
bcr 1463^) und verkündete als Haupt der Christenheit, als 
Beschützer der Menschlichkeit, Freiheit und Cultur, den christ- 
lichen Fürsten und Völkern seine eigene persönliche Theil- 
nahme an dem Kampfe gegen die Türken. 

Doch der Erfolg war nicht der erwartete: Die Fürsten 
zeigten kein Interesse. Der Herzog von Mailand, Franz Sforza, 
hatte keine Lust zur persönhchen Theilnahme, die Florentiner 
hielt die Eifersucht gegen die Venetianer zurück; der König 
von Frankreich, Ludwig XI., erbittert über die Unterstützung 
des Arragoniers in Neapel von Seiten des Papstes gegen die 
Anjous, bewog auch den Burgunder zum Wortbruch ; in 
Deutschland hatte sich bei den Fürsten nie Eifer gezeigt;-) 
selbst die meisten Cardinäle erhoben Widerspruch.'^) 

Hindernisse von allen Seiten; aber das größte war der 
sehr bedenkliche Gesundheitszustand des Papstes selbst. Doch 
nichts konnte den Entschluss des Papstes er- 
schüttern, nach Anco na zu reisen, um sich da- 
selbst zum Zug gegen die Türken einzuschiffen. 

»Lebe wohl, Rom! Du wirst mich lebend nicht wieder- 
sehen«, sprach er, als er am 18. Juni 1464'*) von Rom scheidend 
unter dem Weinen des Volkes eine Tiberbarke bestieg. 

Todtkrank langte er, in einer Sänfte getragen, am 19. Juli 



1) Die Bulle Ezechielis prophctae als ep. 412 in neun Folioseiten 
(p. 914 — 922), Raynald ad a. 1463, n. 29 — 40, Heinemann, 26, Janssen, 
»Geschichte des deutschen Volkes«, I. Bd. (15. Aufl.), 540 f., Pastor, II, 
232, Voigt, III, 692. 

-) Doch zogen viele Tausende aus Deutschland, den Niederlanden, 
wie aus Frankreich, ja selbst aus Schottland und Spanien herbei nach 
Venedig, Rom und Ancona. »Wären Fürsten und Große gewesen, wie 
vor drei Jahrhunderten, das ganze Abendland würde in Bewegung ge- 
rathen sein« (Reumont, 111, i, 151). Voigt, III, 713 f, Pastor, II, 245. 

^) Siehe über alle diese Verhandlungen Pastor, II, 232—244, 
Voigt, III, 693-714. 

"*) Über den Tag der Abreise von Rom, Pastor, II, 246, Anm. 5. 



— 47 — 

in Ancona an,') aber mehr noch als das Fieber haben die 
Enttäuschungen, die er dort neuerdings durchmachen musste^ 
ihm das Herz gebrochen. Denn selbst die einzig getreuen, 
aber durchaus selbstsüchtigen Venetianer ließen lange auf 
sich warten; und als endlich der Doge von Venedig, Christo- 
phorus Moro, mit zwölf Galeeren am 12. August in Ancona 
erschien, konnte Pius ihn nicht mehr empfangen, denn er war 
seiner Auflösung nahe. 

Nach Empfang der heiligen Wegzehrung am 13. August 
versammelte er am nächsten Tage die Cardinäle um sein 
Sterbelager. Er raffte seine letzten Kräfte zusammen, »um 
ihnen das heilige Werk ans Herz zu legen, dem er sein Leben 
ireweiht<f, und verschied um die dritte Stunde der Nacht des 
14. August sanft und ruhig mit der Bitte an die Umstehenden, 
seiner im Gebete zu gedenken.^) 

So starb Pius II. als Träger jener großen Idee, die abend- 
ländische Christenheit zu vereinigen zur Abwehr der großen 
Gefahren, welche dieselbe seit der Festsetzung der Türken 
am Bosporus bedrohten. 

Hätte man damals seiner mahnenden Stimme Gehör ge- 
geben, wieviel Unheil wäre der abendländischen Christenheit 
erspart geblieben, das in der Folge unaufhaltsam über sie 
hereinbrach! 

Das war sein Tag von Mantua. 

Indem ich hiemit meiner Absicht gemäß die vorzüg- 
lichste Thätigkeit des Papstes Pius II. schilderte, habe ich so 
manche andere Ereignisse dieses reichen Pontificates uner- 
wähnt lassen müssen. 

Ich habe geschwiegen von dem Krieg mit Sigmund 
Malatesta, welchen der Papst trotz seiner sonst friedlichen 
Politik^) zu führen hatte ;^) ich habe nichts gesagt von dem 
Bunde des Papstes mit Ferdinand von Neapel (1459),^) wo- 

1) Über die Reise, Pastor, II, 247 — 249, Voigt, III, 716—718. 

2) Über seinen Tod, Pastor, II, 256 f., Voigt, III, 720 f, Gregoro- 
vius, VII, S. 203. 

^) Gregorovius, VIII, 163. 
4) Pastor, II, 81 ff. 
^') Pastor, II, 19 f. 



- 48 - 

durch er sich die Anjous und Karl VII. von Frankreich zu 
Feinden machte, doch «gelang es ihm, Karls Sohn und Nach- 
folger Ludwig XL zur Aufhebung der pragmatischen Sanction 
von Bourges (7. Juli 1438) zu bewegen, wodurch die in Frank- 
reich recipierten, vielfach kirchenfeindlichen Decrete des Baseler 
Concils wieder abrogiert wurden (27. November 1461).^) 

Verschiedene Appellationen vom Papste an ein allge- 
meines Concil, welche von Frankreich und Deutschland aus 
wiederholt wurden, bewogen den Papst, in der Bulle: Execra- 
bilis vom 18. Jänner 1460^) dergleichen Berufungen zu ver- 
bieten, und mit Recht. Denn allgemeine Concilien sind doch 
nur außerordentliche Organe der Kirchenregierung und es ist 
gewiss eine Verletzung aller Ordnung, dem höchsten kirch- 
lichen Oberhaupte nach Belieben den Gehorsam zu verweigern 
und an einen Richter zu appellieren, welcher selbst nach den 
Bestimmungen des Concils von Constanz nur alle zehn Jahre 
auftreten sollte, abgesehen davon, dass dergleichen Appella- 
tionen stets nur den Deckmantel für die Rebellion gegen die 
Kirche bildeten.^) 

Ich habe unerwähnt gelassen des Papstes Streit mit 
Herzog Sigmund von Österreich,"*) sein Verfahren gegen Erz- 
bischof Diether von Mainz'*) und Gregor von Heimburg; ich 
habe auch von seinem Nepotismus nicht gesprochen, der als 
eine Schattenseite®) in diesem sonst herrlichen Pontificat an- 



^) Pastor, II, 97 r, Hergenröthcr, >^Handbuch der allgemeinen 
Kirchengeschichte«, II, 740, desselben »Staat und Kirche«, 107 f , 
Voigt, III, 195. 

2) BuUar. Rom., ed. Taur., V, 149—150, in Pii II, Comment., 91—92: 
(Jber das Datum siehe Pastor, U, 71, Anm. i, und Voigt, III, 103, Anm. i. 

^) Hergcnröthcr,»Staat und Kirche< ,966 r, Rohrbacher-Knöpfler, 223. 

'*) Pastor, II, 129 ff., Voigt, III, 340 ff., A. Jäger, »Der Streit des 
("ardinals Nikolaus von Cusa mit dem Herzog Sigmund von Österreich«. 
2 Bände, Innsbruck 1861: Sigmund wurde gebannt 8. August und Gregor 
von Heimburg im Herbst 1460. 

^) Pastor, II, 134 ff., Menzel K., >Dicther von Isenburg, Erzbischof 
von iMainz 1459 bis 1463«. Erlangen 1868. Diether wurde abgesetzt 
21, August 1461. 

«) Pastor, II, 87, Voigt, III, 554. 



— 49 — 

gesehen wird, wiewohl seine Nepoten nicht unwürdig waren 
und nicht auf Kosten des Kirchenstaates bereichert wurden.^) 

Aencam rcjicite, Pium rccipite. In der That 
sind die Urthcilc über ihn verschieden: 

Die einen verwerfen seinem Wunsche gemäß den Aeneas 
gänzHch und nehmen nur den Pius auf; andere haben einiges 
an Pius zu tadeln, sie halten sich an den Aeneas. 

Ich möchte, wie schon erwähnt, in gewisser Weise keinen 
von beiden verwerfen. Denn der Humanist Aeneas ist mir, recht 
verstanden, ebenso lieb, als der Humanist und Papst Pius II. 

Ja gewiss, der Humanist Aeneas, wie er besonders in 
der Kanzlei des Kaisers thätig war, muss uns Österreichern 
und Deutschen ganz außerordentlich lieb und theuer sein und 
Deutschland muss stets dankbar auf ihn hinblicken, weil er 
den in Italien bereits blühenden Humanismus nach Deutsch- 
land verpflanzte, für die literarische Thätigkeit Deutschlands 
höchst anregend wirkte und so das Mittel- und Binde- 
glied zwischen der italienischen und deutschen Cultur, der 
»Apostel des Humanismus in Deutschland« wurde. 

II. 

Um den Einfluss des Aeneas Sylvius Piccolomini auf 
das Aufblühen des Humanismus in Deutschland vollständig 
zu erkennen, ist vorerst die literarische Bedeutung des Huma- 
nisten Aeneas zu würdigen und soll deshalb eine kurze Auf- 
zählung seiner Werke vorausgeschickt werden.^) 



1) Gregorovius, i88 

2) Es fehlt noch immer eine einheitliche Gesammtausgabe seiner 
Werke und selbst die »Opera omnia«, Basilcae 1551 und 1571, obwohl 
incorrect, mangelhaft und voll von Druckfehlern, sind schwer erhältlich. 
In Graz sind sie weder in der Universitäts- noch einer anderen Biblio- 
thek vorhanden. In Wien findet sich sowohl in der Universitäts- als 
Hofbibliothek nur die Baseler Ausgabe von 1571, welche, obw^ohl reicher 
(sie enthält auch die Bulla retractationum und den Tractat: De ritu, 
situ, moribus et conditione Germaniac Descriptio), doch ein Abdruck, 
der von 1551 und daher von geringerem Wert ist. Vortrefflich von 
Kollar ediert ist die »Historia Friderici III.«, während die »Opera geo- 
grai)hica et historica« in der Edition des Casp. Corber et Joh. Ad. Schmid, 



— 50 — 

I. Seine Gedichte, nach der Sitte jener Zeit meist bloß 
versificierte Prosa, gehören bis auf wenige den Studienjahren 
und der Baseler Periode des Aeneas an und sind meist ver- 
loren gegangen. Piatina spricht in seiner »Vita Pii II.« von 
3000 Versen.^) Am Hofe des Kaisers wurde ihm das Dichten 
verleidet, da weder der König Friedrich III., noch sein Kanzler 
Schlick, denen er Gedichte widmete, sich dafür empfänglich 
zeigten;^) er machte solche nur noch für seine Freunde und 
Kanzlei- Collegen und verfertigte Epigramme und Epitaphien.^) 

Größer denn als Dichter"^) ist er als Redner. Keiner 

seiner Zeitgenossen hat so viele Reden gehalten und in so 

Francof. et Lips. 1707, 4". nicht verbessert sind. Ein Versuch der Biblio- 
graphie wurde von Rossetti gemacht : Catalogo della raccolta che per 
la bibliografia del Petrarca e di Pio II. e gia posseduta e si va con- 
tinuando dall' avvocato de Rossetti di Trieste. Trieste 1834. 

1) Der Codex 2223 der Chigiana zu Rom soll noch einige Ge- 
dichte des Aeneas enthalten. Ein Gedicht von mehr als 2000 Versen 
mit dem Titel Nymphiplexis erwähnt er im Briefe an Marianus Socinus 
vom I. März 1435 (®P- 35)- Voigt, II 266, Anm. 2. Die Cinthia kennen 
wir nur dem Namen nach aus dem Briefe an Campisius, d. Wien, 
21. Mai 1445 (Voigt »Die Briefe des Aeneas Sylvius«, S. 364: Si Jacobus 
Calvus Cinthiam meam rescripsit, precor ut illam ad me eures mitti). 
Die Comoedie »Chrisis« (nach Voigt, II, 269, nur handschriftlich und in 
einem Exemplar im Cod. 624 der fürst). Lobkowitz'schen Bibliothek zu 
Prag, erwähnt von Aeneas als in Nürnberg verfasst in ep. 97 an Michael 
von Pfullendorf vom i. October 1444) und die Liebcsnovelle (Historia 
de Eunyalo et Lucretia se amantibus) als ep. 114, dediciert dem Marianus 
Socinus in ep. 113 vom 3. Juli 1444, sind frivol. 

2) Dem König widmete er ein »Carmen in laudem PYiderici 
Caesaris [in Cod. msc. lat. 526 (Schedel.) der Hofbibliothek zu München, 
fol. 130 sq.] und das »Carmen Sapphicum in nostri Salvatoris passionem« 
oder »Hymnus de passione Domini« (Opp. omn., Bas. 1571, p. 963; 
vergl. ep. 70, p. 552, ad Joan. Tuscon, secretarium civitatis Pragensis, 
d. Wien, i. Mai 1444: De passione Domini hymnum confeci, Regique dono 
dedi), dem Kanzler Schlick eine Elegie (siehe Voigt, »Die Briefe des 
Aeneas Sylvius«, S. 338). Aus der päpstlichen Zeit sind noch einige 
Gedichte vorhanden. 

3) Siehe Voigt, II, 267 f. 

^) Über ihn als Dichter und Philosoph sagt Reumont, III, i, 
S. 335 mit Recht: »Seine Dichtungen und philosophierenden Tractate 
gehen nicht über die Mittclh()he humanistischer Prockiction liinaus, deren 
Ansichten und VerhäUnis zum Aherthum sie repräsentieren.« 



— 5^ - 

bedeutenden Situationen, wie er. ^) Im Tractatus de liberorum 
educatione^) und in Artis rhetoricae praecepta^) entwickelte 
er aucli eine Theorie der Beredsamkeit. Seine ungewöhnliche 
Rednergabe ist allgemein anerkannt und von der Mit- und 
Nachwelt stets bewundert worden.'*) 

Unter allen Werken des Aeneas sind für die Kenntnis 
sowohl seines Lebens als seiner Zeit seine Briefe*^) am 
wichtigsten. Sie sind wertvoller, als die Briefe der anderen 
Humanisten jener Zeit wegen der häufig eingestreuten politi- 
schen Neuigkeiten, die er als Vertrauter des Kanzlers Schlick 
und später des Kaisers selbst, ferner durch seine Freunde 
aus der Baseler Zeit und der kaiserlichen Kanzlei aus London, 
Lissabon, Böhmen, Ungarn, Polen, Deutschland u. s. w. er- 
fuhr und gewissermaßen als Correspondent nach allen Rich- 
tungen, namentlich nach Rom, Mailand, Siena, Köln etc. 
weiter erzählte. Diese Briefe, in einem leichten, gefälHgen 
Stile geschrieben, werden noch immer am meisten gelesen. 
Manche haben großen Umfang und sind förmliche Abhand- 
lungen. 

Von seinen Tractaten sei außer den schon genannten 
noch seine Germania oder De situ, ritu, moribus et conditione 
Germaniae descriptio ad Martinum Mayer, Cancellarium 
Moguntini praesulis^) erwähnt, worin Aeneas die römische 
Curie gegen die Vorwürfe des mainzischen Kanzle;-s Dr. Martin 
Mayer^) vertheidigt und dabei ein berühmtes, vielgelesenes 
Culturbild Deutschlands im fünfzehnten Jahr- 

1) So Campanus. 

2) Er wurde zu Neustadt 1449 geschrieben, doch erst vom Fe- 
bruar 1450 datiert und findet sich in der Baseler Ausgabe von 1571, 
p. 965 — 992 (p. 974 — 989 enthält eine Theorie der Beredsamkeit). 

^) Aus dem Jahre 1456 (Opp. p. 992 — 1034). 

*) Siehe die Sammlung seiner Reden von Mansi: Pii II. P. M. olim 
Aeneae Sylvii Piccol. Senens, Orationes politicae et ecclesiasticae, 
ed. Mansi, T. I., IL, Lucae 1755, 22, vor der päpstlichen Zeit und 34 vom 
Papste gehaltene; doch gibt es noch einige andere. Voigt, II, 276. 

^) Siehe darüber S. i, Anm. i. 

^) Opp. edit. Bas., p. 1035 — 1086. 

'') Im Briefe desselben vom 31. August 1457, in der edit. Bas., 
P- 1035- 

4* 



— 52 - 

hundert entwirft;^) in theologischer Hinsiclit ist sein Tractat 
über die Ketzerei der Husiten^) bemerkenswert. 

Das vorzügUchste Gebiet, auf welchem Aeneas Epoche- 
machendes und Unsterbliclies leistete, ist G e s c h i c h t e, Geo- 
graphie und Ethnographie.^) Dafür hatte er nicht nur 
in seinem lebhaften, für alles empfänglichen Naturell die hervor- 
ragendste Befähigung, sondern auch seine äußeren Schicksale 
waren diesen Bestrebungen sehr günstig. Denn kein anderer 
Humanist seiner Zeit ist soviel in der Welt herumgewandert, 
keiner hat so L.and und Leute in den verschiedensten Lebens- 
stellungen kennen zu lernen Gelegenheit gehabt, als Aeneas. 

Dazu zeigte sich bei ihm schon früh eine besondere 
Gabe und ein Trieb, zu sehen, zu hören, so seine Sinne zu 
schärfen, zu fragen, eine feine Beobachtungsgabe sich anzu- 
eignen und das Beobachtete und Gehörte aufzuzeichnen, zu 
sammeln, um es bei günstiger Gelegenheit zu reproducieren. 
Auf diese Weise bildete er sich zum Geographen aus. Genua,"*) 
Basel, •''') London,^) Schottland^) werden von ihm in irgend- 
einer Weise beschrieben und geschildert; in unserer Stadt 
fällt ihm sogleich der herrliche Schlossberg auf und er widmet 
ihm eine kurze Erwähnung;^) viel gelesen ist seine Beschreibung 
Wiens, ^) worin er freilich von den Professoren der Hochschule 
und den Studenten nicht viel Gutes sagt: nur Heinrich von 
Hessen lobt er, der mehrere Werke geschrieben, und Nikolaus 



Von Genglcr »Über Aeneas Sylvius, in seiner Bedeutung für 
die deutsche Rechtsgeschichte«, S. 5 ff . gewürdigt. 

^) Ep. 130 an Cardinal Carvajal vom 21. August 1451. 

•^) Rcumont, III, i, 335 sagt: »Für uns liegt Enea Silvios Be- 
deutung als Schriftsteller in seinen historischen Werken.« 

*) Ep- 33 ^d Georg. Andrentium amicum Senensem, d. Mailand 
vom April 1432. 

^*) Bei Urstisius Epitome historiae Basil., 1577, und in den Scriptt. 
rer. Basil. minor., 1752, Voigt, I, 229. 

") Pii II. Comment., p. 4 und cp. 126 ad Joan. de Hinderbach vom 
I.Juni 145 1. 

'') Pii II. ('ommcnt., p. 4—6. 

«) Siehe S. 5, Anm. 4. 

'») Ep. 165 (p. 718) und in Kollarii Analccta, T. 11., p. 8-14. 



- 53 — 

von Dinkclsbühl wegen seiner viel gelesenen Reden; auch 
Thomas von Hasselbach sei nicht unberühmt wegen seiner 
nützlichen Geschichtswerke, doch würde er ihn noch mehr 
bewundern, wenn er nicht 22 Jahre über das erste Capitel 
des Isaias Vorlesungen gehalten hätte, ohne zu Ende zu 
kommen. Er tadelt, dass man zu viel Zeit auf die Dialectik 
verwendet, während man für Musik, Rhetorik und Metrik 
keine Sorge trägt. ^) Ein schönes Beispiel seiner feinen Be- 
obachtungsgabe, der nichts entgeht, ist seine Beschreibung 
des Schlosses Ebersberg gelegendich seines Besuches beim 
Passauer Bischof Leonhard.") Ähnliche Beschreibungen lieferte 
er wohl von jeder Stadt, wo er länger verweilte. 

Diese Lust zu reisen, Ausflüge zu machen und das Be- 
obachtete zu beschreiben, verließ ihn sein Lebenlang nie. 
Selbst als Papst litt es ihn nie lange ruhig in Rom, er reiste 
viel im Kirchenstaate herum, gab den Gesandten oft im Freien 
Audienz, nannte sich selbst silvarum amator et varia videndi 
cupidus,"'') darin suchte er Erholung von seinen Geschäften, 
aber auch Anregung für seine geographischen und ethno- 
logischen Studien und wir verdanken dieser Reiselust des 



*} Von den Studierenden sagt er : Ceterum studentes ipsi voluptati 
opcram praebent, vini cibique avidi: pauci emergunt docti nequc sub 
censura tenentur: die noctuque vagantur, magnas civibus molestias 
atferunt ; ad haec mulierum procacitas mentes eorum alienat. Auch 
sonst spricht er von den sittlichen Verhältnissen nicht gut. 

-) In ep. 167 ad Cambisium, d. Passau, 22. Juli 1444: er lässt nichts 
unerwähnt, nicht die Jagd, das Fischwasser, die Luftströmung, die 
Brunnen und die Anzahl der Röhren derselben, die einzelnen Zimmer 
mit den Betten und Fenstern und ihrer Lage, die neue Kirche, an der 
noch gebaut wird, den alten Dom, die Anzahl der Altäre, die drei Flüsse 
mit den zwei Brücken, von denen die hölzerne sechzehn Bögen hat, die 
Lage der Stadt und den Ursprung ihres Namens: Itaque tria flumina 
uno in loco conjunguntur. Ac propterea locum istum quidam verbo Ita- 
lico passum, hoc est transitum vocitant, Nam et per hunc locum 
merces Italiae in Bohemiam ferebantur et superiores Teutonici Austriam 
vel Hungariam petebant, sicut et hodie fieri videmus. 

3) Pii II. Comment., p. 217. Campanus spielt daraut an in den 
Versen: Ouod placeant silvae et magnum lustraverit orbem, — Silvius 
hac genuit conditione pater. 



- 54 - 

Papstes seine Commentarien, welche zum Tlieil das Tagebuch 
seiner Reisen sind ') und jene feinsinnigen Natur- und Land- 
schafts-Schilderungen der italienischen Gegenden enthalten, 
die mit Recht allgemein bewundert werden.-^) 

Auch für archäologische Studien hatte er großes 
Interesse, wofür ihm die Alterthümer und monumentalen Reste 
in Rom^) und Umgebung und dann in Italien überhaupt, 
wie früher in anderen Gegenden,*) den reichsten Stoff 



1) Siehe Voigt, II, 305. 

2) Siehe Jakob Burckhardt, *Die Cultur der Renaissance in Italien^, 
5. Aufl., Leipzig 1896, II., Bd., 21 ff., Voigt, III, 568—571, Pastor, II, 26. 

Wie auch unsere Gegenden ihn entzückten, davon legt 
ep. 91 ad Joan. Lauterbach, d. Brück, 13. November 1444, Zeugnis ab: Als 
nämlich in Neustadt eine Pest ausgebrochen war, erhielt er von König 
Friedrich die Erlaubnis, sich nach Brück zu begeben, von wo er nach acht- 
tägigem Aufenthalt an Lauterbach schreibt : Sumus hie in plebe Reverendi 
patris domini electi Frisingensis (Heinrich Schlick war nämlich Pfarrer zu 
Brück, S. 21), oppidum notum tibi arbitror, Prug nomine, int er duas 
aquas, Muram atque Murzam, quae hie ante oppidum copulantur et unum 
facientes flumen, in Savum feruntur. Hie nundinae sunt, quae per octavam 
divi Martini solent perdurare. Ego remissis omnibus curis, nunc merces, 
quae undique huc afferuntur, contemplor, nunc in agros egredior 
montes apricos et sylvarum latibula ac lucidas fluminis 
lymphas non absque singulari mentis oblectatione in- 
tueor. Habes nunc et ubi locorum degam et quid rerum agam. Nunc 
illud te volo scire, beatum mihi videri, qui vitam ab negotiis procul 
publicis sibi delegit, sicut prisca gens mortalium consuevit. Darauf folgt 
eine schöne Schilderung des Glückes des Landlebens. Dieses Freiheits- 
gefühl, welches ihm in den herrlichen Umgebungen Brucks aufgieng, 
machte ihm wohl das Elend des Hoflebens doppelt fühlbar und bewog 
ihn, dasselbe damals, 30. November, im Tractat de curialium miseriis 
(ep. 166) um so greller zu schildern. 

^) Pius sagt von sich selbst: Oblectat me, Roma, tuas spectare 
ruinas — Ex cujus lapsu gloria prisca patet. — Deine Trümmer, oRom, 
zu beschauen ist hoher Genuss mir, — In der gefallenen Pracht thut 
sich die einstige kund. 

*) Z. B, »Hist. Fridcrici III.«, p. 219: Liburni ca loca tenucrunt, 
quae nunc Carinthianornm dicuntur: sicut vctusta monumenta 
testantur, (juae apud Solium, non longo ab oppido Sancti Viti, frequentia 
monstrantur, priscis inscripta literis, Liburnorum illic civitatem fuisse 
manifcslantihus. 



- 55 — 

boten. ^) Es war ihm Herzenangelegenheit, diese Alterthümer 
zu erhalten, und er ist der erste Papst, der. eine eigene Bulle 
zum Schutze dieser alten Monumente erließ.^) »Noch in seinen 
letzten Jahren, podagrisch und doch in der heitersten Stim- 
mung, lässt er sich auf dem Tragsessel über Berg und Thal 
nach Tusculum, Alba, Tibur, Ostia, Falerii, Ocriculum bringen 
und verzeichnet alles, was er gesehen; er verfolgt die alten 
Römerstraßen und Wasserleitungen und sucht die Grenzen 
der antiken Völkerschaften um Rom zu bestimmen. Bei einem 
Ausfluge nach Tibur mit dem großen Federigo von Urbino 
vergeht die Zeit beiden auf das angenehmste mit Gesprächen 
über das Alterthum und das Kriegswesen, besonders über 
den trojanischen Krieg; selbst auf seiner Reise zum Congress 
von Mantua sucht er, wiewohl vergebens, das von Plinius er- 
wähnte Labyrinth von Clusium und besucht am Mincio die 
sogenannte Villa Vergils.« ^) 

Den größten Ruhm aber erlangte er als Geschicht- 
schreiber seiner Zeit, als welcher er auch noch als 
Papst bis zu seinem Tode thätig war. Freilich war er durch 
seine ganze Lebensstellung, wie kein anderer dazu befähigt. 
Er stand immer im Centrum des Weltverkehres: so auf dem 
Concil von Basel, so am Hofe des Kaisers, auf Reichstagen, 
und ganz besonders als Papst. Er empfieng fortwährend Nach- 
richten und theilte solche mit, so dass schon manche seiner 
Briefe kleine Geschichtswerke genannt werden können.*) 

In der Darstellung verleugnet er den Humanisten nie- 
mals, dem es vor allem um die schöne Form, die glänzende 
Diction zu thun ist. Documente und Actenstücke müssen sich 
deshalb im Interesse der Stilistik eine Umformung gefallen 

^) Die Commentarien besonders geben reichlich davon Zeugnis, 
Pii II. Comment., 137 f., 306, 308 etc., Voigt, II, 310 f., Fastor, II, 26 f. 

2) 4. Cal. Maj. 1462. 
) Burckhardt, I, 205. 

^) Z.B. ep.8i ad Leonardum episc. Passaviensem, d. Wien, 28.0cto- 
ber 1445, ep. 130 ad Joan. de Carvajal, d. Neustadt, 21. August 1451: 
ein Bericht über seine böhmische Legation, ep. 402 ad Sbigneum Car- 
dinalem Cracoviensem, d. Neustadt, 27. October 1453: über Ladislaus 
von Ungarn und andere Briefe. 



- 56 - 

lassen;') der lebhafteren Darstellung wegen fingiert er nicht 
selten Reden, die er sich und anderen in den Mund legt;-) 
er liebt Episoden und Excurse.'^) 

An kritischem Geiste bei seinen geschichtlichen, archäo- 
logischen, ethnologischen und geographischen Forschungen 
übertraf er alle seine Vorgänger und Zeitgenossen."*) Seine 
Werke sind durchzogen von solchen kritischen Untersuchungen, 
Ableitungen der geographischen und Völker- Namen, und Er- 
klärungen derselben (z. B. Vienna in der Descriptio urbis 
Viennensis, Timavus in Hist. Frid. III., p. 230, Apenninen 
ibid., p. 240 u. s. w.) Beweis von seinem kritischen Urtheil ist 
auch seine Bekämpfung der donatio Constantini.''') 

Was die einzelnen Werke betrifft, so sagt der 
Geschichtschreiber der Stadt Rom: »Bei einigen derselben, wie 
bei seinen geographisch-encyklopädischen Arbeiten ist das 
stoffliche Interesse gegenwärtig gering. Andere werden wegen 
der bisweilen bestimmenden persönlichen Theilnahme des 
Verfassers an den von ihm erzählten Begebenheiten immer 
Wert bewahren, wenn auch die Genauigkeit des einzelnen 
nicht immer stichhaltig ist.«*') 

Um von seinen Auszügen aus Jordanis' gothischer Ge- 
schichte'') und aus den Decaden des Flavius Biondo^) zu 
schweigen, so sind vor allem seine drei Bücher der Commentarien 
über das Baseler Concil'-^) zu erwähnen, die er als Tendenz- 
schrift im Dienste des Gegenpapstes Felix V. verfertigte. Darin 
wird die Absetzung Eugens IV. und die Wahl des Herzogs 
Amadeus von Savoyen zum Gegenpapste behandelt. 

*) Beispiele dafür bei Voigt, II, 317, Anm. i. 

2) Z. B. die Rede Eizingers in »Histor. Frid.«, p. 206 — 210, be- 
sonders häufig in »Hist. bohemica« und in den Commentarien. 

^) Besonders in den Commentarien und in »Hist. Frid. III.« 

■*) Siehe Voigt, II, 313 f. und die dortigen Beispiele. 

•^) Im Pentalogus, p. 679 und in den Dialogen von 1453. 

^') Rcumont, III, i, 335. 

') Die »Historia Gothorum« erschien 1730 im Druck. 

8) Pii II. supra Decadcs Blondi ab inclinatione Imperii usque ad 
tempora Joannis XXIII. P. M. Epitome in Opp. ed. Bas., p. 144 — 281, 
auch besonders gedruckt. 

•') Das zweite Buch, die Absetzung Eugens enthaltend, fehlt. 



— 57 — 

Wir haben nocli ein anderes Geschichtswerk über das 
Baseler Concil aus seiner bischöflichen Zeit, in welchem die 
Absetzung Eugens IV. und Wahl Felix' V. kurz abgethan, da- 
gegen die Geschichte der deutschen Neutralität und ins- 
besonders des Frankfurter Reichstages von 1446 dargestellt 
ist. Seine Absicht dabei ist zu zeigen: »wie das Schisma in 
unseren Tagen entstanden, gewachsen und erloschen ist.«^) 

Das Werk : »De viris aetate sua claris«-) enthält 
65 Lebensbeschreibungen berühmter Zeitgenossen und zwar 
verschiedener Fürsten, Cardinäle, Bischöfe, Heerführer und 
Gelehrten (ausgenommen die Päpste). Von diesen Biographien, 
welche bis zum Jahre 1450 gehen, sind aber 21 verloren ge- 
gangen. 

Die »Historia Fr i derlei III.« ■^) ist aus der ur- 
sprünglich geplanten Geschichte des eintägigen unglücklichen 
Krieges Friedrichs gegen die österreichischen Landstände im 



1) Am besten bei Car. Fea, »Pius II. Pont. Max. a calumniis vin- 
dicatus etc.«, Romae 1823, p. 31 — 115, p. 31: Nee officii perditi credi- 
derim, si de rebus Basileae vel stante vel dissoluto Concilio gestis 
brevem commentariolum ediderim, atque ut nostris diebus schisma 
natum, nutritum, auctum, extinctumque fuerit posteritatis 
memoriae tradiderim. 

2) Das Werk wird von Aeneas erwähnt in ep. ad Jacobum de 
Castroromano, d. Brück, 28. November 1444 (Voigt, »Die Briefe des 
Aeneas Sylvius«, S. 360), w^orin er sagt, er würde dem eben verstorbenen 
Piccinino ein Epitaphium schreiben, nisi quod nunc librum de viris illu- 
stribus evi nostri compono, in quo et ipsum suo loco sepeliam et 
tumulum meliorem diuturnioremque faciam quam Dux Mediolanensis 
construxisse sibi dicatur; und in ep. ad Joan. ep. Eichstetensem, d. Neu- 
stadt, 23. Juli 1450, (Voigt, »Die Briefe des Aeneas Sylvius«, S. 397), wo 
er von dem Markgrafen Albrecht von Brandenburg sagt, dass er ihm 
einen Platz , und zwar nicht den letzten inter viros illustres nostri 
temporis, de quibus modo tractatum cudo, aufbehalten habe. — Das 
Werk hat zuerst Mansi im Appendix s. T. III., »Orationum Pii IL«, p. 144 
bis 214, aber nach einer fehlerhaften Abschrift veröffentlicht; voll- 
ständiger erschien es unter dem Titel: »De viris illustribus« in der 
Bibliothek des literarischen Vereines in Stuttgart, Bd I, 1843. 

3) »In Kollarii Analecta Monum. Vindob.«, T. IL; Vindob. 1762, wo 
auch die Geschichte und Beschreibung der einzelnen Codices und Aus- 
gaben sich findet. Anm. auf p. 112. 



- 58 - 

Aufstande des 27. August 1452 zu einem etwa siebzehn Jahre 
umfassenden, selir bedeutenden Gescliichtswerke angewachsen. 

Die »Historia de Rat is pon ensi dieta«') ist eine 
in Briefform (an den Kanzler Ungarns, den Bischof von 
Wardein) abgefasste Geschichte des Regensburger Reichs- 
tages von 1454, drei Monate nach dem Schlüsse des Reichs- 
tages geschrieben. 

Die vier Bücher Apophtegmen,-) nach Art von 
Memoiren am Hofe des Königs Alfons von Neapel während 
seines dortigen Aufenthaltes als Friedenslegat Sienas 1456 und 
zwar als Beiträge zu dem ähnlichen Werke des dortigen Hof- 
dichters Antonius Beccadelli abgefasst, sind kurze Sentenzen, 
Aphorismen und Anekdoten, theils Schmeicheleien für den 
König, theils witzige und andere Geschichtchen enthaltend. 

Als letztes Werk vor seiner Erhebung auf den päpst- 
lichen Thron ist die böhmisch e Geschichte'^) zu nennen. 
Die ältere Geschichte erzählt er nach böhmischen Chronisten, 
die Husitenzeit behandelt er als Zeitgenosse und theilweiser 
Augenzeuge; sie enthält in schöner Sprache manches Fabel- 
hafte und hat sehr große Verbreitung gefunden. 

Auch als Papst legte er die Feder nicht weg, sondern 
benützte die wenigen Stunden, die er den vielen Geschäften 
und dem Schlafe abgewinnen konnte, zur Ausfertigung wissen- 
schaftlicher Arbeiten. Er wollte den großen Plan ausführen, 
»eine geographisch-ethnographische Beschreibung der ganzen 
damals bekannten Welt mit Anscliluss historischer Angaben« 
zu verfassen, eine »Allgemeine Geschichte und Geographie«, 
und machte dafür gründliche Studien. Aber nur der erste 
Theil, die »Asia«, von ihm schon als Cardinal begonnen, 
wurde vollendet; hier herrscht die geographische Beschreibung 



^) Ediert von Mansi im Appendix s. T. III., »Oratt. Pii II.«, p. i 
his 85, Lucae 1759. 

^) In der Baseler Ausgabe der Werke des Aeneas unter dem 
Titel: »Commcntarü in Libros Antonii Panormitani poctae de 
dictis et factis Ali)honsi re<:jis«. 

3} Die »Historia Bohemica« erschien zuerst Romac 1475 und seit- 
dem etwa scchzehnmal im Druck. Voigt, II, 332. 



— 59 — 

vor, während in der unvollendet gebliebenen »Europa« die 
Geschichtserzählung den größeren Raum einnimmt. »Die ,Asia' 
ist sein gelehrtestes Werk und hat in nicht geringem Maße 
das Streben gefördert, sich die Länder und Meere in ihrem 
Zusammenhang und in ihrer Vertheilung über den Erdkreis 
vorzuführen. Wer will berechnen, was ein solches Buch in 
eines Colombo Hand gewirkt!«^) 

»Sein Hauptwerk endlich sind die Commentarien 
seiner eigenen Zeit, welche die Begebenheiten des fünfzehnten 
Jahrhunderts bis zum Jahre 1463 in wesentlich autobiographi- 
scher Form enthalten.«^) Die Geschäfte des Pontificates ließen 
ihm nicht die Muße zur ungestörten Ausarbeitung und Voll- 
endung dieses Werkes. »So besteht das Werk aus einer Menge 
kleinerer und größerer Abschnitte, die locker und oft will- 
kürlich miteinander verbunden sind. Nur das erste Buch ist 
mehr aus einem Gusse geschrieben: es enthält Pius' Leben 
vor seiner Erhebung auf den römischen Stuhl und wurde 
eben nachgeholt. Sonst ließ der Papst niederschreiben, was 
ihm die letzten Tage gebracht, politische und nichtpolitische 
Dinge.« ^) Feile und Ordnung des Werkes sollte Campanus 
besorgen, der aber zum Glücke sich die Arbeit nicht sehr 
schwer machte. »Feinsinnige, liebevolle Beobachtung von 
Menschen und Dingen, reifes Urtheil, jugendfrische Auffassung 
und Darstellung sind unbestrittene Vortheile des merkwürdigen 
Werkes; theilt dasselbe auch die Mängel der damaligen Ge- 
schichtschreibung wie diejenigen der Memoiren überhaupt, so 
ist es dennoch als historische Quelle von großem Werte. «'^) 



*) Voigt, 11, 336, und »Wiederbelebung«, 3. Aufl., II, 508 f., Alex, von 
Humboldt, Kosmos (Stuttgart 1847), H» 291. 

2) Reumont, III, i, 337; Gregorovius, VII, 204, Anm. i: Die Com- 
mentare des Papstes geben sein vollkommenes Bild. 

3) Voigt, II, 337. 

*) Pastor, II, 31 f. Siehe dort auch im Anhang Nr. 65, S. 627 ff. 
die interessanten Aufschlüsse über das theilweise von Pius II. eigen- 
händig geschriebene Original seiner »Denkwürdigkeiten«, als welches 
Pastor den vaticanischen Cod. Regin. 1995 Ms. chart. fol. sec. XV., 
fol. 595 erkennt; er hält dieses auch für jenes Manuscript, welches dem 
Campanus zur Verbesserung übergeben wurde. »Dies geschah wohl, als 



- 6o — 

Gewiss ersieht man aus diesen seinen Werken zur Ge- 
nüge, »dass ein liohcr Sinn für Wissenschaft und Kunst und 
ein Streben nach den edleren Gütern des Lebens ilin be- 
seelte.« ') 

2. Um nun zu zeigen, dass der Italiener Piccolomini, der 
sicli aber selbst wegen seines 23 Jahre währenden Aufent- 
haltes und Wirkens in Deutschland mit Vorliebe einen Theu- 
tonicus') nennt, den größten Einfluss auf die litera- 
rische Cultur Deutschlands ausgeübt hat,'^) ist fest- 

dic zwölf Bücher der Commentarien vollendet waren; Campanus (»Vita 
Pii IL«, p. 986) erwähnt nur diese zwölf Bücher, während Piatina (»Vita 
Pii II.«, p. 643) von dem Anfang eines dreizehnten Buches spricht; dies 
von Voigt edierte (Beilage zu Bd. II, S. 359 ff.) steht indessen den 
früheren an Latinität und Stil durchaus nach (Voigt, II, 340). Der alte 
Titel des Cod. Regin. 1995 spricht weder von zwölf noch von dreizehn 
Büchern. Die Handschrift enthält aber thatsächlich auch den wohl später 
hinzugeschriebenen Anfang des dreizehnten Buches und schließt genau 
mit denselben Worten, wie die beiden Handschriften der Bibliotheken 
Vallicellana und Corsini, welche Voigt seiner Ausgabe zugrunde legte . . . 
In der Niederschrift, f 35-61, glaube ich die Hand Pius' II. zu er- 
kennen ... Es finden sich aber auch in dem endgiltigen Texte des 
Cod. Regin. kleine Abweichungen von der bisher bekannten Recension, 
Abweichungen, die eine bessere Lesart bieten und auf den Autor hin- 
deuten.« 

Die bisherigen Ausgaben sind: Pii II. Pont. Max. Commentarii 
rerum memorabilium, quae temporibus suis contigerunt, a. R. D. Joanne 
GobelHno Vicario Bonnen, jam diu compositi etc., Romae 1584 und 
1589, Francofurti 16 14. Über Gobelinus, der noch vielfach als Verfasser 
gilt, aber nur Copist war, siehe Voigt, II, 340 f, und Pastor, II, 31, Anm. i. 

1) Hagenbach, 41. 

2) So schon in ep. 50 (p. 534) ad Petrum de Noxeto, d. Laibach, 
18. Februar 1444, worin er seine Sehnsucht nach der Heimat ausspricht: 
investiga omncs vias, si quae invenire possint, ut aliquando Theu- 
tonicus Aeneas fiat Italiens; in ep. 143 (p. 693) nennt er sich einen 
Germanus; im Brief an Campisius, Ende August oder Anfang Septem- 
ber 1445 l^^oi^t, »Die Briefe des Aeneas Sylvius«, S. 369) nennt er sich 
Theutonicus, besonders aber gehört hieher ep. 189 (p. 763) ad Impera- 
torcm Fridericum, d. Rom, 22. Decembcr 1456: »nie Theut onicum 
magis quam Italicum Cardinalem esse. 

^) Siehe darüber Voigt, II, 342 ft., und dessen »Wiederbelebung 
des classischen AUerthums«, II. Bd., 3. AuH., S. 277 ff. Auch Janssen, 
>Geschichte des deutschen Volkes«, 1. Bd., 15. AuH., S. 79 sagt: Aeneas 



- 6i - 

zuhalten, dass zwar in den Schulen des Mittelalters die 
Classiker aucli in Deutschland fleißig gelesen wurden und in 
den folgenden Zeiten der Versunkenheit und Barbarei in den 
Schulen der von Gerhard Groot in den Niederlanden ge- 
stifteten »Bruderschaft vom gemeinsamen Leben«/) 
welche sich bald über ganz Norddeutschland und einen Theil 
des Südens verbreitete, ferner durch Nikolaus von Cues,^) 
der selbst in diesen Schulen gebildet wurde, vieles für die 
Kenntnis der Alten geschah; aber im großen Maßstabe 
wurden die humanistischen Studien in Italien schon lange 
vorher, nämlich seit Dante und Petrarca, eifrigst gepflegt, ehe 
sie in D e u t s c h 1 a n d zur Blüte gelangten. Und sie kamen in 
Deutschland zur Blüte durch den Einfluss Italiens. 

Schon unter Nikolaus V. (1447 — HSS)? dem Humanisten 
auf dem päpstlichen Throne, drang das Studium des classi- 
sehen Alterthums aus Italien über die Alpen nach Deutsch- 
land, wo es aber vorerst nicht an Misstrauen dagegen fehlte. 

Unserem Aeneas Sylvius Piccolomini war es 
vorbehalten, dieses Misstrauen nach und nach zu beseitigen 
und allgemeineres Interesse für die humanistischen Studien 
in Deutschland zu wecken. 

Aber wenn in Italien vor allem die Fürstenhöfe es 
waren, welche den Humanismus förderten, so schlugen in 
Deutschland die Versuche des Aeneas, die deutschen Fürsten 
dafür zu gewinnen, gründlich fehl. Hier war kein Alfons 
König von Neapel, keine Medicäer, Viscontis, Sforzas, Estes 
und andere Dynasten, welche sich mit Eifer der humanisti- 
schen Bestrebungen annahmen. 

Es ist köstlich, von Aeneas zu erfahren, wie es den 
Versen des Grafen Franciscus d'Arco ergieng, welche der- 



Sylvius hat vor seiner Erhebung auf den päpstlichen Stuhl auf das 
geistige Leben der Deutschen einen fruchtreichen Einfluss ausgeübt. 

1) Grube K., »Gerhard Groot und seine Stiftungen«. Zweite Vereins- 
schrift der Görresgesellschaft für 1883. Köln 1883 und Janssen, 1. c. I,, 
S. 65: daselbst die weitere Literatur. 

2) Siehe Janssen, I, S. 5—6: daselbst auch die Literatur über den 
Cardinal Nikolaus von Cusa. 



— 62 — 

selbe dem Könige Friedrich III. widmete. »Seine süße Muße«, 
schrieb ihm Aeneas, »bewohne den königHchen Bücherschrank, 
sei dort verwahrt und begraben, und werde wohl kaum wieder 
das TagesUcht erbhcken.«*) Er hatte ja in dieser Beziehung 
schon Erfahrung gesammelt, denn seine Bemühungen im Penta- 
logus, den er dem Könige gleich in den ersten Zeiten seines 
Hoflebens gewidmet, um ihn für die Förderung humanistischer 
Bestrebungen zu gewinnen, waren ebenso fruchtlos gewesen, 
als spätere Versuche ähnlicher Art. 

Vergebens bemühte er sich auch, in einem langen 
Schreiben den jungen Herzog Sigmund von Tirol für die 
Wissenschaften zu begeistern. Alle berühmten Fürsten der 
Vorzeit hätten sich damit beschäftiget, was durch viele Bei- 
spiele aus der Geschichte bewiesen wird; er soll deshalb 
täglich wenigstens eine Stunde den Wissenschaften widmen 
und sich mit Gelehrten umgeben;^) so werde er Tugend 
lernen. Den Markgrafen Lionello von Este und besonders 
sein Ideal eines humanistisch gesinnten Fürsten, den König 
Alfons von Neapel, stellt er ihm als Muster vor. Doch der 
Herzog war dafür nicht zu gewinnen.^) 



^) Ep. 27 (p. 519) ad Comitcm Galeatiiim d'Archo, d. Neustadt, 
15. November 1443: ejus musam, quamvis suavcm, scrinia regis incolere 
ibiquc delitesccrc, quia non sapit haec reges nee seit toga barbara 
versus. Sepultum est, quidquid hujusmodi huc porrigitur; studia huma- 
nitatis suum non habcnt extra Italiam domicilium; scis, quid appellem 
studia humanitatis ? Hoc enim nomine volunt nostri Oratorieis et Pocticas 
literas designari, quae Latinum late patent, apud alios plerumque ignotae, 

^) Ep. 105, d. Graz, 5. December 1443 (fast vier Blätter lang), ein 
Auszug auch bei Chmel, II, 792 ff.: Omnes sane, sagt er, qui superioribus 
seculis claruerunt principes, studiosi literarum fuerunt . . . Sicut milites 
pascis, ita et doctrinarum institutores nutrirc posses, qui te justi et 
injusti diffcrentias et limites edocerent, virumque redderent ex omni 
parte perfectum. Non decet te illos sequi, qui ut sumptus minuant, 
doctores excludunt, Icones tamen pascunt. 

^) In ep. 270 ad Ludovicum ducem Bavariae, d. Rom, S.Juli 1457 
begnügt er sich, die eigenhändige Unterschrift des Adressaten zu loben: 
»denn Du schreibst sehr gut, was bei einem solchen Fürsten sehr lobens- 
wert ist. Ich erinnere mich an die süßen Gespräche in der (\irie des 
Kaisers und dass Du um den .St ein der llnsiclUbarkcil fragtest.« 



- 63 - 

Aeneas gibt demnach den deutschen Fürsten schuld, 
wenn in Deutschland die Poesie gering geachtet wird, während 
in Italien die Fürsten es für keine Schande halten, dieselbe 
hochzuschätzen, zu pflegen und zu schützen. 

Dennoch gibt er die Hoffnung nicht auf, dass 
Deuschland, wie es einst Gelehrte gehabt, solche wieder be- 
kommen werde, ^) und schildert zur Aufmunterung seines 
Freundes Willielm von Stein, dem er seine bitteren Er- 
fahrungen klagt, mit beredten Worten den Nutzen der Elo- 
quenz und der humanistischen Studien.^) 

Seine Hoffnung sollte sich erfüllen und Aeneas sollte 
es sein, der in Deutschland reichen Samen ausstreute, welcher 
theils zu seiner Zeit, theils in der Folge herrliche Früchte 
brachte. 



^) In ep. 120 ad Gregorium Heimburg, d. Neustadt, 31. Jänner 1449 
sagt er, er habe im Kloster St. Gallen herrliche Abschriften von Büchern 
gefunden, deren Autoren Deutsche waren, und wundere sich, dass heute 
nichts von der vorigen Beredsamkeit in diesen Gegenden gefunden 
werde, doch hoffe er, dass, wie es in Italien nach vorübergehender 
Herrschaft der Barbarei besser geworden, so auch in Deutschland Kunst 
und Wissenschaft wieder zur Blüte kommen werden. 

2) Ep, III (p. 619), d. Wien, i. Juni 1444: Quod si apud hanc tuam 
Germaniam non sunt in precio Vates, non poesim, sed principes potius 
argue, quia Icvissimarum rerum major est cura quam literarum. Apud 
Italos autem florent hujusmodi facultates, nee erubescunt principes et 
audire et nosse poetriam. Idco spero, quamquam tu nolles, et in 
Germania futurum aliquando, quia et olim viros doctos haec terra tulit, 
et jam plerosque novi dicendi peritos, qui te invito, etiam si tibi 
rumpantur ilia, eloquentiam interGermanos seminabunt. Nee 
enim inutilem rentur ut asseris poesim. Sciunt ex hac maximum gigni 
fructum. Quomodo enim pacari provinciae vel conflari vel integrari 
possent, nisi facundia foret, quam poesis alit ? An nescis, quantus sit 
epistolarum usus, quantus historiarum, quantus orationum ? Rex regi 
per literas conciliatur, civitates foedera percutiunt, absentes cum ab- 
sentibus fabulantur, historia nobis res gestas refert . , . 

Den Fürsten, welche die Poeten nicht unterstützen, droht er: 
Quod si nonnulli principes equos potius et canes alere quam poetas 
volunt et multa carne leones ursosque pascunt, intestinis poetarum nihil 
pracbentes, talis erit eorum obitus, qualis equorum et canum, nee post 
obitum majus erit eorum nomen, quam ursi atque leonis. 



- 64 - 

Aber nicht, wie er gehofft und gewünscht, unter den 
Fürsten und Adehgen,^) auch nicht, wenngleich melir, unter 
den Prälaten-) Deutschlands fand er Verständnis und die 
ersten Gönner und Mäcene für seine Bestrebungen, selbst 

*) Auch vom Adel, der ihm in Roheit und Völlerei versunken 
erschien, erwartete er nichts: In Comment. in Anton. Panorm. I., 41 
erzcählt er folgende spasshafte Geschichte: Henricus Goritiae comes . . . 
duos ex uxore Ungarica nobili et prudenti femina filios ... in thalamo 
suo apud sc habuit, eosque inter dormicndum media nocte saepius voci- 
tare, et an sitircnt interrogare solitus erat, quibus tacentibus (nam altus 
somnus cos oppresserat) surgens ipse vinum ingerebat, illisque recusan- 
tibus et cvomcntibus vinum, convcrsus ad uxorem: Ex aHo concepisti 
mcrctrix, nequc cnim filii mci sunt, qui noctcm intcgram nil sitientes, 
dormiunt. Dann erzählt er von einem Leipziger Studenten, den seine 
Collegen glückhch priesen: nam intcr mille et quingentos, qui adsumus 
scholares, hie unus bibendi palmam obtinet . . . Est cnim mos apud 
Saxones, dum conveniunt, hos primo loco poncre, qui plus adbiberint, 
eumque ludum ad aequalcs haustus compotationem vocant. Ver- 
gleiche II, 36. 

2) Unter den Bischöfen hatte der Cardinalbischof Peter von 
Schaumburg am meisten Sinn für humanistische Studien und wurde 
später Gönner der Humanisten. Bischof Sylvester von Chicmsee war 
durch den schönen Stil der Schriften des Acneas gewonnen worden 
und hatte ihn für die kaiserliche Kanzlei empfohlen; dass ihm aber 
tieferes Verständnis für diese Studien mangelte, deutet Aencas selbst an. 
(A. S. Proocm. in Anton. Panorm.: dictatas a me literas cum aliquando 
examinandas accepisset, remitteretquc plerumque maculatas magis quam 
emcndatas, interrogatus, cur aptissimo verbo remoto reddidisset in- 
eptum: Atqui non vidisse me, inquit, scripta tua suspectare poteras, si 
nihil immutatum rcperisses. Vergl. Pentalogus, p. 643 und über den 
sonstigen Verkehr mit ihm ep. 55, d. St. Veit, 27. Decembcr 1443.) 

Viel Verkehr hatte Aencas mit Bischof Johannes Aich von Eich- 
stätt, an den er schon vor seiner Erwählung zum Bischof seinen Tractat 
de curialium miseriis gerichtet hatte; nach seiner Erwählung pries er 
ihn als virum scicntia juris et omnium litcrarum pcritia darum, in rebus 
agcndis diu versatum apud principes et singulari solertia praeditum 
(ep. 79, vom 21. October 1445) und blieb auch später mit ihm in freund- 
schaftlicher Verbindung (Brief an ihn von Neustadt, 23. Juli 1450, bei 
Voigt, »Die Briefe des Aencas Sylvius«, S. 397), sowie mit dem Bischof 
Ulrich von Gurk (epp.: d. Neustadt, 26. Jänner 1454; 240, 261, 316, 300, 
306 aus Rom vom Jahre 1457). Zahlreich sind auch die Briefe an den 
Bischof Leonhard von Passau (epp.: 9 von 1443, 115 vom 22. Juli 1444, 
98 von Wien, Mai oder Juni, 81 von Wien, 28. October 1445 u. s. w., 



- Ö5 - 

nicht unter den Gelehrten und Magistern der Universi. 
täten ^) suchte er Anhänger für den Humanismus, sondern in 
ganz anderen Kreisen erwarb er sich die ersten Bewunderer, 
Schüler und Nachahmer. 

Die beiden Kanzleien, deren Mitglied Aeneas war, 
die Reichskanzlei und die österreichische, wurden 
der Ausgangspunkt des neuen literarischen Lebens, 
und seine Collegen in den Kanzleien waren die 
ersten, die sich für das neue Studium interessierten. 

Dabei gab es mannigfache Hindernisse zu überwinden. 
Vorerst war der Italiener Aeneas Piccolomini selbst keine 
beliebte Persönlichkeit und aus seinen Briefen sehen wir zur 
Genüge, welch schweren Stand er anfangs hatte: er galt als 
Eindringling, und nachdem er bald des Kanzlers Liebling ge- 
worden, erregte er den Neid, das Misstrauen und den Spott 
seiner Collegen.^) 

auch dichtete er für denselben ein Epitaph (im Cod. lat. 14.134 der 
Münchener Hofbibliothek, fol. 143. Siehe Voigt I, 293), der ihm die 
Pfarrei an der Marienkirche zu Aspach verlieh; vorzüghch politischen 
Inhaltes sind die Schreiben an den Cardinal Dionysius von Gran (epp. : 13 
von Graz, 16. September 1443, 78 von Wien, October 1445, 244 von 
Rom 1457); Erzbischof Johann von Trier nahm es gleichgiltig auf, als 
ihm Aeneas seine Rhetorik widmete, während die Briefe des Aeneas 
an die beiden anderen rheinischen Erzbischöfe Theodorich von Mainz 
(ep. 346 von Rom, 20. October I457) und von Köln (epp.: aus Graz, 
25. Juni 1453, aus Rom: 227 vom 13. Februar und 305 vom 2. Decem- 
ber 1457) längere Freundschaft und empfangene Wohlthaten bezeugen; 
desgleichen die Briefe an Erzbischof Sigismund von Salzburg (aus Graz, 
zwischen 10. und 15. April 1453 und ep. 361 aus Rom, 2. August 1457). 
Besonderen literarischen Verkehr hatte Aeneas mit dem gelehrten Car- 
dinal und Bischof von Krakau, Sbigneus Olesnicky, wie die Briefe: 31 
vom April oder Mai 1443, loi von Wien, 13. September 1445, und be- 
sonders 402 von Neustadt, 27. October 1453 u. s. w. bezeugen. (Siehe 
die ehrenden Urtheile des Aeneas über den Cardinal auch nach dessen 
am I. April 1455 erfolgtem Tode in der »Germania«, p. 1043 und 
»Europa« c. 25: literarum doctrina et morum suavitate insignis, a quo 
plurimas accepimus epistolas, multo sale et Romana elegantia conditas.) 

1) Sein Urtheil über die Wiener Universität in »Descriptio urbis 
Viennensis« und »De liberorum ducatione«, p. 989. 

2) »Pii II. Comment.«, p. 9: Is (cancellarius Caspar Slichius) cum 
Icgatum Caesaris apud Nurembergam ageret , regimen cancellariae 

5 



— 66 — 

Nach und nach wird es besser, allmähhch nähert sich 
iliin der eine und andere, der anmuthige Stil seiner Schriften 
zieht sie an. Kanzhsten, Secretäre, Advocaten, Hof-Astronomen, 
auch Geisthclie sind die ersten, welche Gefallen an ihnen 
finden; man las seine Briefe, seine philosophischen Tractät- 
chen, seine Gedichte und leider auch seine erotisclicn 



Wilhclmo Taz homini Baioario, et Italici nominis hosti commisit, a quo 
miris modis Aencas afflictus est: qui cum statuisset malum in bono 
vinccre, auriculas declinavit, ut iniquae mentis asellus, cum gravius dorso 
subit onus: atque ita licet ultimus omnium haberetur, neque in mcnsa 
neque in cubiculo dignum sc locum haberet, ac invisus, ut hostis sper- 
neretur, irridercturque, aequo animo tulit omnia. 

Vergl. den S. 17, Anm. i erwähnten 105. Brief, ep. 89 ad Joan. 
Freund, d. Wien, i. Juni 1445, den Tractatus de curialium miscriis 
ebendaselbst und den Pentalogus, p. 644 (bei Chmel IL, S. 770). Der 
Secretär Johann Gers, den er Comment. p. 1 1 mordacem et iniquae 
mentis hominem nennt, fand sich gleich beleidigt, weil er seine consors 
magis bonam, quam fortasse prudentem nannte (siehe ep. 88 an den- 
selben von Neustadt, 3. November 1444). 

Seine Sehnsucht nach der Heimat spricht er oftmals aus. So in 
ep. 65 ad Julianum Cardinalem S. Angeli, d. Wien, 28. Mai 1444: vellem 
et ego revisere patriam et ossa parenti reddere. Nihil plus timeo, quam 
in aliena terra jacere, quamvis undique tantundem est et ad inferos et 
ad superos via. Sed habet minus, nescio quomodo, doloris, inter ulnas 
fratrum, sororum, filiorum atque nepotum mori et licet ubique amici 
comparari possint, nullae tamen familiaritates tam dulces aut stabiles 
sunt, quam in patria. 

Besonders aber schildert er seine Lage im Briefe an seinen Freund 
Campisius, d. Wien, Ende August oder anfangs September 1445 (bei 
Voigt, »Die Briefe des Aeneas Sylvius«, S. 369): Quando in patriam 
veniam ? Utinam non fuissem ibi hoc anno, si tam cito abeundum erat . . . 
Abu, at quo abii ? in Alamanniam, at quam Alamanniam ? nempe illuc, 
ubi conjungitur Hungarie. Scdem hie fixi, hie mancndum, hie vivendum 
moriendumque est sine necessariis, sine amicis, sine notis, sine tua et 
amicorum aliorum conversatione! O utinam numquam vidissem Basileam! 
Mortuus in patria fuissem, in sinu parentum jacuissem. Plus ibi mica 
panis sapuisset mihi, quam que nunc voro fercula ditia . . . Itaquc possum 
dicere me mortuum, nee alia vita est mea quam Nasonis dum in Tomi- 
tana terra exsularet. Fateor me hie dilectum esse ultra meritum facul- 
tatesquc habere, que mihi conveniant. Sed quid ista sine sociis } At non 
sunt, dicis, apud te socii. Sunt utique viri boni fidclesquc, sed non 
meum in modum literarum amatores, nee qui oblcctcntur his 



- 67 - 

Schriften^) und die er von Poggio mitgebracht. Bald findet er 
nicht bloß Leser und Bewunderer, sondern auch Nach- 
ahmer.^) Diese zu ermuntern, ist er mit dem Lobe nicht 



rebus quibus cgo. Cibi praeterea magna dissonantia, quamvis facilius 
est Italicum vorare theutonice, quam Theutonicum italice lambere. 

Auch ep. 6i ad Joan. Perigallum, d. Neustadt 1444, zeigt, dass 
sich der Humanist Aeneas in unseren Gegenden wie in einem Barbaren- 
lande fühlte: nunc in Styria, nunc in Carinthia, nunc in Carniola intcr 
medios barbaros saevasque nationes constitutus. Vgl. auch ep. ad Greg. 
Lollium, d. Graz, i. Juli 1453 im Anhang. 

1) Die zahlreicheren Abschriften, die von diesen in deutschen 
Bibliotheken sich finden, sind allerdings der traurige Beweis, dass ge- 
rade sie am meisten Beifall fanden. Siehe Voigt, »Wiederbelebung«, 
Seite 281, 

2) Ep. 402 ad Sbigneum Cardinalem Cracoviensem, d. Neustadt, 
27. October 1453, gibt uns klaren Einblick über die Anfänge und suc- 
cessiv größere Ausdehnung seiner Wirksamkeit auf die literarische Cultur 
Deutschlands: Nachdem er die Wohlthat und den Nutzen des schrift- 
lichen Gedankenausdruckes gepriesen, lehnt er in bescheidener Weise 
das Lob des Adressaten ab, wobei er aber seine Schreibweise trefflich 
charakterisiert: Sentio, quam tenuis est mihi vena dicendi, quam brevis 
et inornata verborum suppellex: non utor phaleris, vestem omnem ab- 
jicio, nee laboro cum scribo, quoniam non attingo res altiores et mihi 
non cognitas: trado, quod didici. Facile se caeteris intelligendum praebet, 
qui seipsum tenet, praebere alteri lucem nequit, qui sibi tenebrosus est: 
Fugio nodositatem et longas sententiarum periodos. Si assunt elegantia 
verba, non refugio illa contexere, si minus, non quaero remotius; prae- 
sentibus utor; ut intelligar, id solum mihi Studium est. Percipio tamen 
rudern et incompertum sermonem meum esse, nee dignum qui doctas 
aures pulset. Eapropter cum meas epistolas ad te mitti peti- 
visses, substiti, diuque dubitavi, an tibi probato et doctissimo viro meas 
ineptias aperirem: videbatur leve pondus, quod tuas manus incideret, 
pudebat me multorum errorum, neque adhuc cuiquam feram copiam. 
Et quamvis aliquae epistolae meae vulgo legerentur, non 
ego illas in lucem dederam, sed qui mecum convivunt familiäres 
nunc has nunc illas furati ex manibus librariorum in volumen redegerant 
ediderantque sodalibus, existimantes aliquid esse, quod nihil erat. Nam 
qui praeter commentarios in Alexandrum grammaticum et Brunelli 
poetae fabulas, et Buridani vulgarium dialecticorum sophismata, et 
Trojanam quandam historiam nihil umquam legissent, lucem esse in 
tenebris putaverunt . . . Impertiebar his, qui ad me veniebant, quantum 
poteram luminis et si lactis aperire fontes non poteram, amicorum 
tamen sitim pura lympha sedabam: non erant pretiosa, quae tradebam, 

r* 



— 6S — 

sparsam, lässt es aber auch an Tadel nicht felilen und ertheilt 
Belehrungen, die ins einzelne gehen, wie eben ein Magister 
seine Schüler meistert.') Vernimmt er, dass sich da und dort 
irgend jemand in Deutschland, wenn auch unabhängig von 
ihm, humanistischen Studien hingibt oder für dieselben ein- 
tritt, so wird er von größter Freude erfüllt und sucht zu 
weiteren Fortschritten zu ermuntern. So als er einst den 
Juristen Gregor von Heimburg am Hofe des Königs Friedrich 
zu Neustadt zum Lobe der Humaniora reden hörte, gratulierte 
er ihm alsogleich in einem besonderen Schreiben, voll Hoff- 
nung, dass durch Heimburg und seinesgleichen diese Studien 
auch in Deutschland zur Blüte kommen möchten.''^) 

Dass es aber auch noch immer nicht an Gegnern der 
neuen Richtung fehlte, beweist die häufige Vertheidigung der 

at neque damnosa. Cumque ingenia invenissem sublimia, quac haustus 
capere nobilissimos apta viderentur, his unde biberent scaturigines vivas 
ostendi, Quintiliani, Ciceronis et aliorum, quos Italia scquitur, vcsti- 
ganda flumina docens. Patiebar igitur apud novos eloqucntiae auditores 
aequo animo scripta mea revolvi, quibus contemtui esse non potcram . . . 
Noluisti deinceps meis epistolis, quac jam currere per Germaniam 
ceperant, opinionem demerc . . . Edidimus et nos aliquando versus, 
scripsimus elegias, cclogas, satyram quoque dictavimus: non tarnen 
Poetae nomen propria temeritate suscepimus, ncc prius hoc titulo 
sumus usi, quam nos Fredericus Caesar apud Francofurtiam, visis 
quibusdam epistolis nostris laurea nos donavit. Videbamur nostro 
uti jure, si ejusartis titulos assumeremus, in qua non parvamaetatis 
partem consumpsissemus. 

Auf ähnliche Weise spricht er vom Stile seiner Briefe in cp. 84 
(p. 571) ad Joan. Schindel astronomum. Siehe S. 74, Anm. 2. 

1) So besonders in ep. 406 (p. 950) ad Joannem Troester, d. Neu- 
stadt, 9. Juli 1454. 

2) Ep. 120 ad Gregorium Heimburg, d. Neustadt, 31. Jänner 1449 
(Voigt, »Wiederbelebung«, II, 285, glaubt den Brief, trotz der Über- 
schrift: episcopus Tergestinus in das Jahr 1444 oder 1445 setzen zu 
müssen): Nam et Legistam et Theutoncm superabas, et Italicam re- 
dolcbas oratoriam facundiamque. Auch vom Pfarrer von St. Sebald in 
Nürnberg habe er gehört, dass er durch Gregors Ermahnungen bewogen, 
die Geschichte und Beredsamkeit pflege. »Ich liebe euch beide, die ihr 
das Vaterland durch eure Sitten schmückt und auch durch Wissenschaft 
zu zieren sucht.« Wenn Voigt II, 350, sagt: »Wir hören nicht, dass 
lleimburg sich für diese Schmeicheleien bedankte«, so ist es leider 



- 69 - 

Poesie und Redekunst, die sich in seinen Briefen und Schriften 
gegen verschiedene Einwürfe, besonders von seiten der 
Juristen und Theologen findet.^) 

Die ersteren fährt er scharf an, wenn sie Poesie als 
unnütz verschreien, da sie keinen praktischen Nutzen bringe, 
nicht Brot, nicht Kleidung schaffe, während Justinian und 
Hyppokrates den Beutel füllen. — Er weist sie derb zurück 
und sucht sie lächerlich zu machen.^) 

Eingehender widerlegt er die Einwürfe der Theo- 
logen: Die alten Dichter sind unsittlich und 
schlüpfrig und verderben die gute deutsche Zucht 
und Sitte. 

Ihrer Schlüpfrigkeiten ungeachtet, sagt Aeneas, kann 
man die Alten mit Nutzen studieren, wie es ja auch die 
heiligen Kirchenväter Hieronymus, Lactantius, Augustinus, 
Ambrosius, Cyprian und andere gethan, deren Schriften viel- 
fach Zeugnis geben von dem Studium derselben. Es fehle 
auch in der Heiligen Schrift nicht an gefährlichen Stellen 
und doch werde sie mit größtem Nutzen gelesen. Er ver- 
weist auf das Gleichnis des heil. Basilius von den Bienen: 



wohl glaublich, dass er es nicht that, denn Gregor von Heimburg wird 
als einer der gröbsten Leute, welche Deutschland damals aufzuweisen 
hatte, geschildert. 

^) Im erwähnten 402. Briefe an den Cardinalbischof Sbignew von 
Krakau sagt er: Cum venissem in Austriam, in secretarium Caesaris 
assumptus, offendi omnes, qui periti apud Viennenses habebantur, 
poeticam veluti rem perniciosam et abominabilem detestari. Coepi ergo 
eos arguere, disputare saepe cum eis, ostendere Poeticam qui recte 
uterentur, bis frugiferam esse: nomenque talis doctrinae habendum, et 
honorabile et sanctum. 

2) Im erwähnten iii. Briefe an Wilhelm von Stein vom i.Juni 1444: 
Er sagt von dem Juristen, den er darin bekämpft: Cicada est, quae ut 
tacta fuerit semel, numquam silet. Is poeticam contemnit, nee si dii 
musas ei omnes infunderent, gratias ageret, quia praeter jus civile nulla 
scientia est, nulla doctrina, omnes artes mancas praeter legis peritiam 
praedicat . . . hie noster monarcha et bipes asellus potius inflatus opinione 
sui civilem scientiam omnibus praefert, matrem filiae postponit et flu- 
minibus mare. Is est ex illis caecis et obtutis hominibus, qui postquam 
quatuor aut decem leges memoriae commendarunt, jam non amplius 
homines, sed Deos se putant . . . 



— 70 — 

wie diese soll man nur das Passende auswählen, und während 
man Rosen sammelt, sich vor den Dornen inacht nehmen. ') 

Aber die Dichter reden von vielen Göttern, 
verherrlichen sie und ihre Laster. 

Auch das ist unbedenklich, entgegnet Aeneas, denn heut- 
zutage wird es niemandem mehr einfallen, einem Jupiter oder 
Herkules, zu opfern und die Erzählung ihrer Verbrechen dient 
nur zur Abschreckung von denselben; er verweist hier auf 
das Gleichnis des heil. Hieronymus von der kriegsgefangenen 
schönen Heidin, die der Israelit heiraten will: wie diese vor- 
erst das Haar und die Fingernägel abschneiden und das Kleid 
ablegen muss, in welchem sie gefangen wurde, bevor sie die 
Frau des rechtgläubigen Israeliten werden kann,^) so sollen 
auch wir mit den Büchern der heidnischen Philosophen und 
Dichter es machen: das Heidnische und Unsittliche darin soll 
weggethan und nur das Nützliche verwertet werden.^) Das 
heißt, wie er anderswo sagt, gewissermaßen die Keule der 
Hand des Herkules entreißen und sie selbst gebrauchen."^) 

Bemüht sich Aeneas, auf diese und ähnliche Weise die 
Einwürfe der Gegner zu widerlegen, so benützt er anderseits 
jede Gelegenheit, um Poesie und Redekunst hochzupreisen 
und den Nutzen derselben zu empfehlen. 

Die Redner, sagt er, lenken den Senat, regieren das 
Volk, empfehlen die Gesetze. Niemand kann nach Cicero 
Redner und Dichter sein, der nicht klug und tugendhaft und 



1) Ausführlich über die Auswahl der alten Schriftsteller handelt 
er im Tractat de liberorum educatione, p, 982 sq., bei Chmel, S. 807 ff.; 
ferner gehört hieher ep. 402 und andere Briefe. 

2) Dcutor. 21, II — 13: si videris in numcro captivorum muliercm 
pulchram et adamavcris cam, voluerisque habere uxorem, introduces 
eam in domum tuam; quae radet caesariem, circumcidet ungues, et dc- 
ponet vestcm, in qua capta est ... et erit uxor tua. 

'^) Ep. 402. 

'*) Ep. 289 (p. 803) ad episcopum Ovetensem (Oviedo in Spanien), 
d. Rom, 5. October 1457: Est enim simile hoc illi, quod de Virgilio 
legimus, qui cum crimini sibi daretur, quod Homeri versus operi in- 
screrct suo. Ast hoc, inquit, quod vitupcratis, laude praccipua dignum 
est, tamquam ego clavam ex manu Ilerculis eripuerim. 



— 7T — 

in vielen Wissenschaften bewandert ist.') Daher versteht Aeneas 
unter Dichter und Redner den classisch und universell ge- 
bildeten Mann, den Humanisten.^) Die Dichter sind die Lehrer 
der Tugend ; was ist die Dichtung Homers anders als ein 
einziges Lob der Tugend?^) Sie mahnen und schrecken vom 
Laster ab.*) 

So lange Kunst und Wissenschaft gepflegt und hoch- 
geschätzt werden, blüht der Staat; als sie im römischen Staate 
verabschiedet wurden, welkten alle Tugenden hin. Keinem 
aber zieme die Pflege der Wissenschaft mehr, als einem Könige, 
ein ungebildeter König sei nichts anderes, als ein gekrönter 
Esel. Fürsten, die einst wirklich herrschen wollen, müssen 
mit ganzer Seele streben, die Philosophie zu erringen und 
Poesie und Eloquenz zu pflegen und zu schützen. Denn die 
Dichter und Redner begeistern zum Kampfe fürs Vaterland und 
führen zum Siege, wie Tirtäus den Spartanern zum Triumph 
über die Messaner verhalf; sie verherrlichen die Thaten der 
Könige, besingen den Ruhm großer Männer und verleihen 

1) Ep. in: Oratores senatum regunt, populos ducunt, leges 
suadent. Sed quis haec bene ageret, nisi poeticis et oratoriis imbutus 
disciplinis ? . . . Orator et poeta, si Ciceroni plus, quam tibi credere 
volumus, nullus erit, nisi et prudens et bonus multarum scientiarum 
peritiam fuerit assecutus. Atque idcirco rari semper poetae rarique ora- 
tores fuere. 

^) Ep. 27. 

3) Ep. 402. 

'*) Pentalogus 1, c, p. 645 sq. : 

Audi obsecro, quid de poetis Horatius scribit: 
Os tenerum (inquit ille) pueri, balbumque Poeta figurat, 
Torquet ab obscoenis jam nunc sermonibus aurem. 
Mox etiam pectus praeceptis format amicis, 
Asperitatis et invidiae correptor et irae 
Recte facta refert; orientia tempora notis 
Instruit exemplis: inopcm solatur et aegrum. 
Videsne Poetam vitae cursum ostendere et quae amanda sint, et 
quae vitanda, docere? At tu solis confessoribus et capellanis animam 
reris tradendam: Sed frustra, crede, illos habes, nisi, qui forment animum 
honestis vitae praeceptis habeas : quod longe melius Poeta faciat quam 
Confessor, oportet: cum nemo vitia relinquat, nisi persuasus. Persuadere 
autem aut Poetae est, aut Oratoris. 



— 72 — 

Unsterblichkeit.^) Daher standen sie auch stets in den höchsten 
Ehren: So in alten Zeiten, wo Lysander den Athenern Waffen- 
ruhe gestattete, um den Sophokles zu begraben, Alexander 
der Große bei der Zerstörung Thebens das Haus und Ge- 
schlecht Pindars verschonte und den Achilles beneidete, weil 
er einen Homer gefunden. Nicht minder hoch wurden sie 
auch bei den Juden und in den christlichen Zeiten geehrt. 
Jene aber, welche alles, was sie nicht gelernt haben, verwerfen, 
um so gelehrt zu erscheinen, gleichen jenen Zahnlosen, welche 
die Essenden um ihre Zähne beneiden und den ]\Iaulwürfen, 
welche die Augen der Rehe verachten.^) 

Diese und ähnliche Ermahnungen, oftmals wiederholt, 
brachten nun thatsächlich in Österreich und Deutschland große 
Wirkungen hervor und viele gab es daselbst, welche durch die 
Worte, Schriften und das Beispiel des Aeneas unmittelbar 
beeinflusst und angeregt, die humanistischen Studien 
liebzugewinnen und hochzuschätzen anfiengen und sich ähn- 
lichen Bestrebungen, wie Aeneas, hingaben. Noch größer, ja 
unberechenbar ist wohl die mittelbare Einwirkung seiner 

1) Pentalogus, p. 647 sqq. : Qui sunt, qui virtutes extollunt ? Poetae. 
Qui sunt, qui vitia fulminant ? Poetae. Qui sunt, qui gesta Regum orna- 
tissime scribunt ? Poetae. Qui sunt, qui viris illustribus famam, et quasi 
immortalitatcm praebent ? Poetae. Videat ergo, ne, qui Poetas damnat, 
virtutes damnet et suam negligat famam . . , Si recte volumus judicare, 
scientiis atque doctrinis omnia parent. Nee verum est, tam armis quam 
literis retineri Imperium. Et quidem mihi saepe cogitanti, cur Papatus 
nostris temporibus tantopere superat Imperium, nulla videtur causa 
potior, nisi quod studia literarum ab Imperio ad summum Pontificium 
defecerunt. Nam armis Imperium Papatu semper fuit superius. Ex qua 
re satis liquet, quod scientia literarum Romanum Pontificium auxit : 
Imperium vero ignorantia depressit, cum bis duabus rebus potestates 
in populis retineantur, armis et literis. Tu ergo, mi Rex, incipc ad- 
vocare literas, amplcctere viros doctos . . . Perfecti enim sunt, mi Rex, 
qui civiles potestates cum poesi miscent et philosophia. Hi enim gemina 
bona vendicant. Nam et communi rci publicac utilitati consulunt salu- 
briter, et summa cum tranquillitate nullis objecti tluctibus per sapientiac 
studia vcrsantur. 

'-) Siehe epp. 402, 104 (Rede des Aeneas in der Aula zu Wien 
gehalten im Jahre 1445), 105, Trartatus de liberorum cducationc, p. 282 sq., 
Pentalogus 1. c. und einige andere Briefe. 



— 71 — 

Schriften, die ja stets in Deutschland als Muster betrachtet 
wurden und selbst in unserer Zeit noch hochbeliebt sind. 

Piccolominis Briefe setzen uns in den Stand, sogar die 
Namen derjenigen zu kennen, auf welche er unmittelbaren 
E i n f 1 u s s gewann. 

Zunächst waren es seine »familiäres«, die Kanzlei-Collegen, 
welchen seine Gedichte und Briefe gefielen und einer derselben, 
Wenzel von Buchau oder von Bochow mit Namen, scheint 
letztere copiert und gesammelt zu haben. ^) So gesammelt, 
wurden sie leichter abgeschrieben und verbreitet und genossen 



1) In ep. 70 (p. 552) ad Joan. Tuskon secretarium civitatis Pragensis, 
d. Wien, i. Mai 1444, antwortet Aeneas auf des Adressaten Bitte, er 
möge ihm mittheilen, was er etwa Neues verfasst habe, denn er sei als 
Schriftsteller in Böhmen bereits sehr berühmt: Gererem tuo desiderio 
morem, si tam libenter rescriberem, quam scribo. Mihi tamen id vitium 
est, ut plus quam semel nihil scribam. Plura post tuum abitum com- 
pilavi. Sigismundo duci patruelique Regis nostri non parvam epistolam 
destinavi, plurima illi bene vivendi praecepta tradendo (wohl ep. 105). 
De passione Domini hymnum confeci Regique dono dedi. Literas nunc 
ad istum nunc ad illum misi. Copias omniumVenceslaus noster 
habet, is te potest participem facere; sibi plumeus, mihi plumbeus est 
calamus; manus illi velox, mihi tardior. Quod ex me cupis, ex illo pete. 
Nihil novi ex mea manat officina, quod ipse non antea exemplatim re- 
tineat. Voigt (»Die Briefe des Aeneas Sylvius«, S. 328 f) bemerkt dazu: 
»Es scheint nach diesen Worten, dass Wenzel zuerst Aeneas' Briefe 
sammelte und vielleicht ein kleines Buchhändlergeschäft mit ihnen 
trieb . . . Vielleicht stammen die meisten Codices, in denen sich Briefe 
aus jenen Jahren finden, von den Copien jenes Wenzel ab . . . Erst in 
späterer Zeit, seitdem Aeneas an vornehme Personen und über wichtige 
Angelegenheiten des Staates oder der Kirche schrieb, entwarf er die 
Briefe erst in einem Conceptenbuch, feilte sie sorgfältig und behielt 
diese Entwürfe zurück. So entstand das Autographon der 
Wiener Hofbibliothek, so die Cardinalbriefe, die nach einem 
solchen Codex gedruckt zu sein scheinen. Als Aeneas den Episkopat 
erreichte, waren auch seine Briefe aus dem Laienstande bereits sosehr 
verbreitet, dass er an eine Unterdrückung derjenigen, die durch ihren 
erotischen und leichtfertigen Inhalt anstoßen konnten, nicht mehr denken 
durfte. Gerade sie wurden am meisten gelesen und abgeschrieben. Ein 
großer Theil der Codices, die in Deutschland entstanden, enthält nur 
Briefe aus jener früheren Zeit und war längst fertig, als Pius den päpst- 
lichen Stuhl bestieg.« 



— 74 — 

bald solches Ansehen, dass sie als Muster und Vorbild galten, 
dem man nacheiferte, und derselbe Wenzel, um zu prunken, auch 
einen Brief des Aeneas unter seinem eigenen Namen versandte.^) 

Kein Wunder, dass die Briefe des Aeneas vor allem 
Beifall fanden: Die Leichtigkeit und Eleganz des Stiles macht 
sie jetzt noch anziehend und als historische Quelle für die 
Geschichte und Zustände jener Zeit sind sie heute noch von 
unschätzbarem Werte. Damals haben wohl auch die darin 
öfters vorkommenden, eben nicht zu schwer fasslichen philo- 
sophischen Lebensmaximen und Sentenzen, der erbauliche 
Inhalt einiger, der geistreiche Witz und die Frivolität anderer 
den Beifall erhöht. 

So hören wir denn, dass der Hofastronom Hans Schindel 
sie mit Vergnügen las und lobte, ^) dass Johann Tuskon oder 
Tussek, der nachherige Stadtsecretär in Prag, den Aeneas 
später ersuchte, ihm eine Bibel zu kaufen,^) sich sowohl um 
die Briefe, als wohl auch um alle anderen neueren Schriften 
des Aeneas eifrig erkundigte und bemühte. Derselbe konnte 
ihm auch bereits von dem großen literarischen Ansehen be- 
richten, das er in ganz Böhmen genieße.'^) 

1) Voigt vermuthet (»Die Briefe des Aeneas Sylvius«, S. 357) mit 
Recht aus der Aufschrift, die der, wie aus ep. 88 erhellt, gewiss dem 
Aeneas angehörige 87. Brief ad Joan. Gers, protonot. regium, d. Nürn- 
berg, etwa 22. SepteTnber 1444, im Codex msc. 624, 4^, der fürstlich 
Lobkowitz'schen Bibliothek zu Prag trägt: Wenzeslaus de Bochow 
plebanus in hiersperg, fratri suo Joh. de B., dass dieser Wenzel den 
Brief entlehnte, um damit ein wenig zu prunken. 

2) Ep. 84 (p. 571) ad Joan. Schindel, astronomum, d.Wien, 20. Novem- 
ber 1445: Mihi summae voluptati fuit, me tibi dilectum esse measque 
literas, quas saepe ad amicos scribo, tuo judicio admodum commendari: 
utrumque apud me mirum est , . . Quid epistolae meae in se habent, 
quod laude dignum videatur . . . Epistolae meae planae sunt, apertum 
stylum habent, non est illis ornatus, non lepos, non gravitas. Nudae et 
solum animae indices. Cur ergo me colas vel illas magnifacias, non 
scio . . . Verum laus tua, quam mihi adscribis, etsi meritum excedit 
meum, mihi tamen jocunda est, quia a laudato viro procedit . . . 

3) Siehe den Brief des Aeneas an ihn vom 31. October 1444 (»Die 
Briefe des Aeneas Sylvius«, S. 358) und ep. 90 vom 23. August 1445. 

•♦) Ep. 70: Dort sagt Aeneas weiter: Not um in Bohemia 
Acneam non invitus audio, quia melius est nomcn bonum, quam 



— 75 — 

Aber niclit bloß Bewunderer fcind Aeneas, sondern auch 
Nachahmer seines Stiles. Als solche erscheinen Wilhelm von 
Stein, Johann Rhode, Martin Mayer, Johann Nihil, Heinrich 
Senftleben, Johann Lauterbach, Johann Freund und andere. 
Sie sind ständige Adressaten seiner Briefe, werden in sein be- 
sonderes Vertrauen gezogen und zur eifrigen Berichterstattung 
und Schriftstellerei ermuntert. So klagt Aeneas dem Wilhelm 
von Stein die Missachtung der Poeten in Deutschland, ver- 
theidigt Poesie und Redekunst, fordert ihn auf, für die Aus- 
breitung derselben zu wirken und sie selbst zu pflegen.^) 
Johannes de Rhode oder Roth war durch Aeneas Sylvius für 
den Humanismus begeistert worden und dann im Jahre 1454 
nach Rom gegangen, um die Schule des Laurentius Valla zu 
besuchen. Aeneas belobt ihn wiederholt wegen seiner schönen 
Schreibart und hofft noch Größeres von ihm.'"^) Er trat auch 
in des Aeneas Manier gegen Gregor von Heimburg für den 
Vorzug der Eloquenz vor der Jurisprudenz ein.^) Ebenso 
erntet Martin Ma^^er, Kanzler des Mainzer Erzbischofs, der 
durch seinen Brief über die Beschwerden der deutschen 
Nation'*) des Aeneas' Tractat de ritu, situ, moribus et con- 



divitiae multae . . . Est enim laus virtutis incitamentum . . . Mihi sane 
magnos stimulos ad eloquentiam aclhibet is, quem de me dicis inter 
Bohemos esse rumor. Et utinam aliquando possem talis evadere, qualis 
credor. 

1) Siehe ep. iii, ad Guilelmum de Lapide militem, d. Wien, 
I.Juni 1444: Tu vero suscipe poeticae partes et ostende te hujus di- 
vini muneris cultorem, und ep. d. Wien, 4. Juli 1444 im Cod. msc. 624, 
4O., der fürstlich Lobkowitz'schen Bibliothek zu Prag, dem ein langer, 
noch ungedruckter, nur in diesem Codex befindlicher Tractat de natura 
equorum, dem Herzog Albrecht von Österreich, Wilhelms Herrn, ge- 
widmet, angehängt ist. (Voigt, »Die Briefe des Aeneas Sylvius«, S. 332 
und 356 f) 

^) Ep. 312 Johanni de Rhode, d. Rom, 2. November 1457; ep. 314 
wird in den Editionen, obwohl dem Rhode angehörig, als ein Brief 
des Aeneas betrachtet, ein Beweis der gelungenen Nachahmung des 
Aeneas. 

3) In ep. d. Rom, 16. Mai 1454 im Cod. mcs. lat. 519 der Münchener 
Hofbibliothek. Siehe Voigt, »Wiederbelebung«, II, 289. 

4) Ep. 482 (p. 1035), d. Aschaffenburg, 31. August 1457. 



- 76 - 

ditione Germaniae veranlasste, das Lob des schönen Stils. ^) 
Die übrigen Genannten: Nihil, ''^) Senftleben,^) Freund,"^) Lauter- 
bach, ^) suchen in ihren zahlreichen Briefen den Aeneas nach- 
zuahmen und erhalten mannigfache Aufforderung und Er- 
munterung zum Schreiben, besonders um ihn, als er schon 
ständig in Rom sich aufhielt, über die Ereignisse in Deutsch- 
land zu unterrichten, und Aeneas sucht ihnen als literarisch 
gebildeten Männern durch Fürsprache, wenn möglich, Pfründen 
zu verschaffen und ihre Existenz zu verbessern. 

Auch mit Michael von Füllendorf hatte er literarischenVer- 
kehr gehabt, welcher sich aber nach beiläufig zwei Jahren wieder 
zerschlug, außer anderen Gründen auch deshalb, weil derselbe 
seine in Nürnberg verfertigte Comödie »Chrisis« getadelt hatte.*') 



1) In diesem Tractatus, d. Rom, i. Februar 1458: Tuas literas 
letrentes perinde oblectati sumus, ac si te ipsum alloqueremur, et tecum 
disputantes festivum et ornatum sermonem tuum coram audiremus. 
Andere Vertheidigungsschreiben des Papstes und der römischen Curie 
an Mayer sind: epp. d. Rom: 369 vom 8. August, ep. 288 vom 11., ep. 338 
vom 20. September und ep. 345 vom 20. October 1457. 

2) Ep. Nihili Bohemo astronomo perdocto, d. Graz, 13. Juni 1453: 
In quibus (in tuis litteris) multa complexus es et ornate et prudenter, 
quamvis te ais timere, dum ad me scribis ut simphoniaci meliore musico 
presente trepidant ludere. (Siehe im Anhang.) Andere Briefe an ihn 
sind: epp. d. Rom: 243 vom 10. März, 273 vom 3. Juli, 317 vom 2., 297 
vom 22. November 1457. 

3) Epp. Henrico Senftleben scriptori Apostolico et Imperiali con- 
siliario: d. Graz, 18. September 1453; d. Neustadt, i. Jänner und 22. Fe- 
bruar 1454; d. Rom: 260 vom 4. April, 272 vom 4. Juli, 367 vom 5. August, 
280 vom 7. September, 325 vom i. October, 311 vom 2. November und 
302 vom 22. November 1457. 

^) Epp. Joanni Freund civitatis Aggrippinae Protonotario: d.Wien: 
89 vom I. Juni, 83 vom 20. November 1445, 92 vom 8. März 1446; d. Graz, 
vom 26. Juni 1453; d.Rom: 223 vom 13. Februar, 307 vom 7. December 1457. 

5) Epp.: 91 (p. 577) Joanni Lauterbach sacerdoti , d. Brück, 
13. November 1444 mit der schönen Beschreibung von Brück in Steier- 
mark; siehe S. 54, Anm. 2, ep. 363, d. Rom, i. August 1457. 

'•) Ep. 97 im Jahre 1444 Michaeli de Füllendorf protonotario, 
d. Wien, i. October 1444. »Chrisis« ist eine im tercntianischen Stil im 
Jahre 1444 verfasste leichtfertige Comödie, welche nach Voigt (II, 269 
und ^Die Briefe des Aeneas Sylvius«, S. 332) noch ungodruckt, nur im 
Cod. 624 der fürstlich Lobkovvitz'schen Bibliothek zu Prag sich findet. 



— 17 — 

Ein vertrauter Freund des Aeneas war Procopius von 
Rabstein, ein hochgebildeter Mann, dem er seine »Vision aus 
dem Reiche Fortunas« widmete. Er wurde 1453 oberster 
Reichskanzler und Aeneas blieb auch noch als Cardinal mit 
ihm in Freundschaft verbunden, dessen Briefe er wie das 
»Orakel des Apollo« schätzt und dessen Hilfe er zur Erlangung 
des Bisthums von Ermeland sucht. Auch ist Aeneas nicht 
ohne Einfluss geblieben auf dessen literarisch thätigen Bruder 
Johann, welcher, nachdem er eine Zeitlang in Rom gelebt, als 
Propst am Prager Wysehrad sich ganz den Wissenschaften 
und »rhetorischen Künsten« widmete und in seinem kirchen- 
poHtischen Dialogus^) den Aeneas Piccolomini nachzuahmen 
suchte. 

Die Hofjuristen Härtung vonKappel, königlicher Secretär, 
und Ulrich Riderer waren dem Aeneas und seinen humani- 
stischen Bestrebungen gleichfalls günstig und zeigten Sinn 
und Verständnis dafür. ^) Eine tiefere literarische Einwirkung 
lässt sich nachweisen bei zwei hervorragend gebildeten, dem 
Aeneas in innigster Freundschaft verbundenen Männern, näm- 
lich bei Ulrich Sonnenberger, dem Nachfolger Schlicks in der 
Reichskanzlei und späterem Bischof von Gurk,'^) und Johann 
Hinderbach, nachher Bischof von Trient,*) welche beide in 



^) Über den Dialogus siehe Voigt »Wiederbelebung«, II, 293, 
Anm. I. Die zahlreichen Briefe an Prokop sind: 41 d. Graz, 9. Decem- 
ber 1443, 108 d. Wien, 26. Juni 1444 (Tractatus de Fortuna); d. Neu- 
stadt: 12. December 1453, 10. und 22. (17.?) Jänner, 6. Februar 1454; 
d. Rom: 247 vom 10. März, 274 vom 3. Juli, 281 vom 11. September und 
310 vom 2. November 1457. 

2) Epp. Ulrico Riderer, d. Rom: 262 vom 4. April, wo er sich 
auch dem Härtung empfiehlt, 285 vom 11. September, 314 vom 2. und 
299 vom 22, November 1457. 

3) Epp. Ulrico episcopo Gurcensi: d. Neustadt vom 26. Jänner 1454; 
d. Rom: 240 vom 10. März 1457: Qui fuimus olim erga te, illi iidem 
semper erimus neve obliviscemur umquam suavissimae consuetudinis 
nostrae nee immemores erimus tuorum erga nos meritorum, 261 vom 
4. April, 316 vom 2., 300 vom 22. November und 306 vom 6, Decem- 
ber 1457. 

4) Epp. Joanni de Hinderbach: 126 d. Wien, i. Juni 1451 (eine 
gelehrte Abhandlung), d. Rom: 264 vom 5. April, 285 vom 11. September, 



- 7« - 

der Poesie/) letzterer aber auch noch in der Geschicht- 
schreibung, ^) das Beispiel des Aeneas nachahmten. 

Die größte Freude aber erlebte unser »Apostel des 
Humanismus in Deutschland« an Johannes Tröster, als dieser 
zuerst in einem größeren Werke ganz in des Aeneas Manier 
und nach dessen Vorbild zu dichten versuchte. Zwar war es 
nicht das Thema, das des Aeneas Wohlgefallen fand, er tadelte 
es vielmehr, dass derselbe als Priester, seine Liebesnovellc 
nachahmend, wenn auch mit guter Tendenz, einen erotischen 
Stoff gewählt, aber er ist doch entzückt über diesen ersten 
größeren Schritt, den ein Deutscher unter seiner Leitung auf 
literarischem Gebiete machte, und freut sich wie ein Lehrer 
über die Fortschritte seines Schülers, ohne dessen Mängel zu 
übersehen. Er spendet demnach reichliches Lob, ja fühlt sich 
bereits von seinem Schüler übertroffen. Doch versäumt er 
nicht, am Stile mancherlei auszusetzen, wie barbarische Aus- 
drücke, eine falsche KHmax und die Aufeinanderfolge ähnlich 
klingender Worte. •'^) 

315 vom 2., 298 vom 22. November 1457. Im Brief an Petrus de Noxeto, 
d. Graz, 25. September 1453 nennt ihn Aeneas vir bonus et supra mores 
suae gentis doctus. 

^) In dem gleich zu nennenden Dialog des Johann Tröster er- 
scheinen sie als Dichter. 

2) Er hat den Aeneas Sylvius bei Abfassung der österreichischen 
Geschichte unterstützt und, von ihm noch als Papst aufgefordert, die- 
selbe fortgesetzt und suchte dabei besonders die stilistische Eleganz 
seines Vorbildes nachzuahmen. Seine Continuatio Historiae Austr. Aeneae 
Sylvii bei Kollarii Analecta Vindob., T. II, p. 549 sqq. 

3) Ep. 406 ad Joannem Tröster, d. Neustadt, 9. Juli 1454: Legimus 
tuas litcras, percurrimus dialogum tuum, oblectati sumus vehementer, 
quia te peritum disertumque cernimus, non tamen tantum nobis arro- 
gamus, quantum tribuis. Neque enim quam in te cernimus, dicendi vena 
ex nostro fönte ditata est, aliunde tibi copia venit, Ouod si fateri 
volumus, aliquid in te nostrum fuisse magisterium, illud quoque con- 
cederc oportebit, quoniam superati a discipulo sumus. Est diologus tuus 
tersus et limatus, aptis compositus verbis, sententiisque gravibus re- 
fertus, cujus lectores necesse est de te grande Judicium facient. Crevisti 
admodum brevi tempore, crescesque, si perges, virum te darum reddes, 
ornabis tuam patriam, nomcnque tibi efficies, quod non Tcutoncs solum, 
sed Galli quoque atque Itali celcbrent. At ne putes, quac non viderimus 



— 79 — 

Zum Schlüsse ist noch ein Mann zu nennen, der zwar 
spät in vertrautere Beziehung zu Acneas Sylvius Piccolomini 
trat, aber doch schon früh des Aeneas Schriften kennen lernte, 
bewunderte und verwertete, und in der Folge sehr viel zur 
Verbreitung und Popularisierung derselben in Deutschland 
beitragen sollte. Es ist das Niclas von Weil. Geboren zu Brem- 
garten im Aargau, war er zunächst Schulmeister zu Zürich, 
seit 1445 Rathschreiber in Nürnberg und als solcher ist er 
mit den Schriften des Aeneas bekannt geworden; seit 1449 
erscheint er als Stadtschreiber zu Esslingen, wo er mit dem 
Freunde des Aeneas, Michael von Füllendorf, und mit Aeneas 
selbst bekannt wurde. Im Jahre 1452 näherte er sich letzterem, 
der bereits Bischof von Siena war, in einem Briefe, der die 
freundlichste Aufnahme fand. Aeneas lobt ihn wegen seiner 
Beredsamkeit und Kunstfertigkeit, denn er hatte ihm auch 
ein selbst gemaltes Bild geschickt, und mahnt ihn, dass er sich 
bemühe, die Eloquenz in Deutschland, wie er es einst von 
Gregor von Heimburg gehofft, wieder zur vorigen Blüte zu 
bringen.^) Diese Freundschaft war von Dauer, Aeneas er- 



a nobis adulantium more digna atque indignalaudari, annotamus quacdam 
pauca, quac nostro judicio visa sunt cmendationis cgentia . . . Hier 
macht er einige Ausstellungen im Stil. Außerdem findet er noch die 
Wahl des Stoffes tadelnswert: a te praesertim sacerdote, cujus est nihil 
suadere, quod crimini proximum est. Tu perge atque ut facis castalidas 
amato sorores. Der Dialog, dessen Tendenz sich ausspricht in den 
Worten: Initium amoris est principium doloris, ist gedruckt in Raym. 
Duellii Miscellan. Lib. I., p. 228 sq. Schon früher hatte Troester, der 
keine Stellung finden konnte, sich an Bischof Aeneas gewendet, wie aus 
ep. 145 (p. 694) des Aeneas Sylvius an Troester, d. Graz, 25. August 1453, 
zu ersehen ist: De servitio autem nescio, ubi nunc id tibi paterc possit, 
doch will er ihn dem Salzburger Erzbischof empfehlen. 

Er lobte schon damals sein Schreiben: Tuas literas probo et 
commendo et suadeo, uti perseveres. Doctus es, fies brevi doctissimus 
neque virtuti tuae deerit locus; er fand wirklich beim Salzburger Erz- 
bischof eine Stelle; siehe ep. 248 (p. 783) des Aeneas Sylvius an Troester, 
d. Rom, II. März 1457: Vellemus tibi quietum esse locum, in quo tibi 
et musis vivere possis et aliquando nobis. Weitere Correspondenz : 
Epp. Aen. Sylv. ad Joannem Troester : d. Rom: 362 vom i. August und 
318 vom 2. November 1457. 

1) Ep. 119 Aen. Sylv. Nicoiao de Wile civitatis Eslingensis secre- 



— 8o — 

munterte zum Schreiben und ließ es an Anerkennung nicht 
fehlen und Niclas blieb nicht bloß mit glühender Verehrung 
dem »hochgelehrten Poeten« ergeben,^) sondern zeigte auch 
den größten Eifer für die Ausbreitung der humanistischen 
Studien in Deutschland. Wie er schon früher in Nürnberg 
gethan, so sammelte er jetzt in Esslingen eine Anzahl Jüng- 
linge um sich, die er in der lateinischen Sprache und in der 
Rhetorik unterriclitete, wobei die Schriften des Aeneas Sylvius 
und anderer Humanisten gelesen wurden. Ja um die lateinischen 
Scliriften der Humanisten und insbesonders unseres Aeneas 
allen Deutschen zugänglich zu machen, übertrug er seit 1462 
viele derselben ins Deutsche,^) wie er denn auch die erste 
Druckausgabe der gesammelten Briefe des Aeneas Sylvius 
Piccolomini besorgte.^) 

Das sind die bedeutendsten Männer, auf die Aeneas 
Sylvius Piccolomini, wie aus seinen Briefen und Schriften zu 



tario, d. Neustadt 1452: Laudo te, quem pictura summum, eloquentia 
mcdiocrcm (? sicherlich non mcdiocrcm) habet. Et hortor, ut qualis es 
pictor, talcm te velis Oratorcm pracstare, ut dicendi facultas, quae olim 
apud Alemannos non utilis (? ohne Zweifel non inutilis) fuit, postea in 
exilium acta est, te duce priorem locum vendicet. 

^) Aen. Sylv. Nicoiao de Wile, d. Neustadt, 3. Februar 1454 (bei 
Voigt »Die Briefe des Aeneas Sylvius«, S. 409f): Accepi munus pre- 
ciosum et sanctum ex te mihi carissimum, divum Christophorum tua 
manu pictum. Fuisti promissi memor. Habeo tibi ingentes gratias sumque 
tue voluntati, quaecumque ex me petieris, obnoxius. Utere me ut libet 
et in tuis et in amicorum causis. Tuasliteras videbo omni tem- 
pore libens, in quibus ncc ornatus decst et affectus erga 
me singularis ostenditur. Vale et perge amare et scriberc. 

^) Die Translationes oder Tütschungen des Nikolaus von Wyle 
sind zunächst in einzelnen Drucken, seit 1478 aber mehrmals gesammelt 
erschienen, zuletzt durch Adam von Keller in der Bibliothek des lite- 
rarischen Vereines in Stuttgart, Bd. 57, Stuttgart 1861. Siehe über Niclas 
von Weil Voigt II, 355 f. und »Wiederbelebung«, II, 307 f. Vergl. H. Kurz, 
»Niclasens von Wyle zehnte Translation mit einleitenden Bemerkungen 
über dessen Leben und Schriften.« Aarau 1853, P. Müller, im >^ Anzeiger 
für Kunde der deutschen Vorzeit«, 1879, S, 1 — 7, Janssen, »Geschichte 
des deutschen Volkes«, I. Bd., S. 85 f. 

•') Voigt »Die Briefe des Aeneas Sylvius«, S. 333: Seine Ausgabe 
gibt besonders die cpp. 1 33-- 160 minder verstümmelt, als andere Ausgaben. 



— 8i — 

ersehen ist, unmittelbaren literarischen Ein- 
f 1 u s s übte. 

Der mittelbare war noch größer. Denn zu allen 
Zeiten wurden die Schriften des Acneas in Deutschland hoch- 
geachtet, studiert und benützt und dieselben haben mächtige 
Impulse gegeben nicht bloß für humanistische Studien, sondern 
auch für Forschungen auf vielen anderen Gebieten desWissens. 
»Hier steht nun vor allem soviel fest,« sagt ein genauer Kenner 
seiner Schriften,^) »dass Aeneas Sylvius, der ,Apostel des 
Humanismus' auf deutschem Boden, allda nicht nur in der 
Sphäre des von ihm hauptsächlich geförderten altclassischen 
Studiums, sondern überhaupt im Bereiche der allgemeinen 
Wissenschaften weit über die Grenzmarke seines Zeitalters 
hinaus, selbst unverdrängt durch den Geist der Reformation, 
sozusagen tonangebend geblieben ist.« Derselbe Forscher 
würdigt dessen große Bedeutung für die deutsche Cultur- und 
Rechtsgeschichte. Unter seinem Einfluss fieng man an, die 
heimischen Staats- und Rechtsverhältnisse historisch zu er- 
forschen und zu begründen. Geradezu bahnbrechend wurden 
seine geographischen und encyklopädischen Werke für die 
bis dahin fast gänzlich vernachlässigte Länder-, Völker- und 
Sittenkunde, welche sich nun in Deutschland zu einem selbst- 
ständigen Zweig der Literatur zu entwickeln begann, und für 
die geographischen und cosmographischen Werke eines Franz 
Irenicus, Johann Boem, Beatus Rhenanus, Sebastian Frank, 
Sebastian Münster und Matthias Quadt von Kinckelbach. 

Dieser große Einfluss des Aeneas Sylvius 
Piccolomini und des Papstes PiusII. auf die 
deutsche Cultur wurde schon zu seinen Lebzeiten von 
seinen Verehrern und Schülern gewürdigt, besonders als diese 
den ehemaligen Kanzlisten am deutschen Hofe den päpstlichen 
Thron besteigen sahen. Jetzt sah man mit um so größerem 
Stolz auf ihn, man fieng an, seine Verdienste um Deutsch- 
land zu feiern und ihn laut als Lehrer Deutschlands zu ver- 
herrlichen. 



1) Dr. Heinrich Gottfried Gengier, 1. c. S. 28. 



— 82 — 

Im Namen aller that dies Johann Hinderbach von Rauschen- 
berg, sein begeisterter Verehrer und Nachahmer in den ge- 
schichtUchen Studien, als er im März 1459, um die Obedienz 
des Kaisers darzubringen, vor Pius erschien und in einer ele- 
ganten und gelehrten Rede die wissenschaftlichen Verdienste 
des Papstes um die Deutschen hervorhob, indem er sagte: 
»Die deutsche Nation verdankt dir viel, da du sie durch Lehre 
und Beispiel zu jenem alten Glänze der römischen Beredsam- 
keit und zu den Humanitäts-Studien hingeleitet. Sie wird von 
Tag zu Tag darin wachsen und zunehmen.«^) 

Ja, das hat sich erfüllt: die deutsche Nation 
ist von Tag zu Tag in den Wissenschaften ge- 
wachsen und hat zugenommen. Sie bedurfte nur des 
ersten Anstoßes, und vergessen wir's nicht, erkennen wir's 
dankbar an: Diesen ersten Anstoß erhielt sie durch 
Aeneas Sylvius Piccolomini, den nachherigen 
Papst Pius IL; und dass der Humanist Aeneas Sylvius 
stets bis auf den heutigen Tag der Liebling Deutschlands 
gebheben, beweist die reiche Zahl von Handschriften, in denen 
seine Tractate und Briefe, Geschichtswerke und Reden über 
Deutschland verbreitet sind, beweist ferner die Vorliebe, mit 
welcher mehrere seiner Schriften gerade in Deutschland immer 
wieder gedruckt wurden. 

Nachdem aber die deutsche Nation den ersten Anstoß 
erhalten, entwickelte sie sich selbständig. Die Er- 
findung der Buchdruckerkunst machte das mühsame Ab- 
schreiben entbehrlich; man bedurfte nicht mehr italienischer 
Lehrer oder des Besuches italienischer Universitäten; die Alten 
selbst waren die besten und billigsten Lehrer. So stand in 
kurzer Zeit der deutsche Humanismus dem italienischen eben- 
bürtig zur Seite. Rudolf Agricola, Alexander Hegius, Rudolf 
von Langen, Ludwig Dringenberg, Johann Geiler von Kaisers- 
berg, Jakob Wimpfeling, »der Erzieher Deutschlands«, diese 
Vertreter des älteren deutschen Humanismus stehen bereits 
auf eigenen Füßen und dürfen mit Ehren neben den Italienern 

1) Voigt II, 357. 



- 83 - 

genannt werden, von denen sie sich vortheilhaft dadurch unter- 
scheiden, dass sie sich nicht feindUch der Kirche gegenüber- 
stellten, sondern den edlen christlichen Sinn bewahrten und 
neben den antiken Classikern auch die christlichen Dichter 
und Kirchenväter, die Pflege der deutschen Muttersprache und 
die einheimische deutsche Literatur nicht vernachlässigten.^) 

Bald blühten die Universitäten, jene Lehrstätten uni- 
versellen Wissens, die in keinem Zeitalter deutscher Geschichte 
mit einer solchen Begeisterung gefördert wurden, als in dem 
Halbjahrhundert von 1460 bis 15 10, in welchem neun neue 
Universitäten in Deutschland eröffnet wurden,^) von denen 
zwei, Basel und Freiburg (1460), ihre herrlichen Stiftungs- 
bullen unserem Pius verdanken. 

Hier durchbrach der Humanismus die starre, unbeholfene 
Form der Scholastik, die Bildung wurde Gemeingut aller, Hoch 
und Nieder drängten sich heran zu diesen Quellen des Wissens. 

Möge es immer so sein. Möge auch unsere Alma 
Mater stets wachsen, gedeihen und blühen zum 
Aufschwung der Wissenschaft, zur Zierde unserer 
Stadt, zum Ruhme Österreichs. 

Das walte Gott! 



1) Siehe über den älteren deutschen Humanismus: Janssen, »Ge- 
schichte des deutschen Volkes«, I. Bd., 15. Auti., S.66— 86 und die dortige 
Literatur. 

2) Janssen, I, 87. Darunter ist auch die Universität von Ingolstadt 
(1472), wofür die Bulla pro universitate erigenda aus dem Jahre 1459 
auch von Pius II. stammt. Siehe Karl von Raumer, »Die deutschen 
Universitäten«, Vierter Theil, Stuttgart 1854, S. 271 ff. 



6* 



149 BRIEFE 



DES 



AENEAS SYLVIUS PICCOLOMINI 



EDIERT AUS DEM 



AUTOGRAPHEN-CODEX W- 3389 DER K. K. HOFBIBLIOTHEK 

IN WIEN. 



Einleitung. 



13ie große Bedeutung der Briefe des Aeneas Sylvius ist 
bereits gewürdigt worden (siehe S. 5 i u. 74). Joseph Chmel nennt 
sie eine »ganz köstHche Quelle« (»Geschichte Friedrichs IV.«, 
II, 214, Anm. i) und wünsclit: »Hätten wir nur mehr solche 
Quellen, wie die Schriften des Aeneas Sylvius, dessen Briefe 
einen Schatz von Charakterzügen und Andeutungen enthalten« 
(1. c, S. 635, Anm. i). Georg Voigt, der sich für die chrono- 
logische Ordnung der Briefe des Aeneas Sylvius und Heraus- 
gabe von vielen bisher ungedruckten (siehe S. i, Anm. i) 
große Verdienste erworben, sagt (»Die Briefe des Aeneas 
Sylvius«, S. 325): »Der Inhalt der Briefe des Aeneas Sylvius 
ist so mannigfach, dass nicht nur die kirchlichen Geschicht- 
schreiber, zumal die des Papstthums und des Baseler Concils, 
sondern ebensosehr die Forscher der deutschen Reichs- und 
Specialgeschichte, vornehmlich der österreichischen, ferner der 
böhmischen, ungarischen, türkischen, polnischen, italienischen 
und französischen Geschichte, dass die Biographen, wie Literar- 
historiker, sobald sie den Verhältnissen etwa der Jahre 1443 
bis 1458 nachspüren, zu dieser Quelle herabzusteigen pflegen.« 

Auch in formeller Beziehung sind sie ungemein anziehend. 

Umsomehr ist es zu bedauern, dass eine einheitliche, 
wohlgeordnete und correcte Ausgabe annoch fehlt und sowohl 
Chmel als Voigt sind der Meinung, »dass eine Ausgabe der 
Art wohl noch lange zu den frommen Wünschen gehören 
dürfte. Denn noch sind nicht einmal die Codices bezeichnet, 
die den Vorrath von Briefen vermehren und die bekannten 
emendieren könnten, sie sind in Italien, Frankreich, England, 
Ungarn, Polen, der Schweiz, vor allem aber in Deutschland 
zerstreut.« (Voigt, »Die Briefe des Aeneas Sylvius«, 1. c.) 



— 88 — 

Doch besitzt vor allem Wien einen unvergleichlichen 
Schatz in dem Autographen-Codex der k. k. II of- 
b i b 1 i o t h e k, Nr. 3389, denn während von den Briefen aus 
den Jahren 1446 bis 1453 nur wenige vorhanden sind, bietet 
uns dieser Wiener Autographen-Codex eine vollständige Reihe 
von 181 Briefen des Aeneas Sylvius, von denen 149, nicht wie 
Voigt sagt 145 (1, c. S. 332) »weder in den Drucken, noch 
in anderen Codices gefunden werden«. Sie fallen 
sämmtlich in die Zeit zwischen den 6. April 1453 und 
10. Februar 1454, und nicht, wie Voigt sagt, 6. Februar 1454, 
da nach dem Brief vom 6. Februar 1454 (A. S. Paulo de 
JMellico, d. Neustadt [?], fol. 99) noch ein kürzerer vom 
10. Februar an einen nicht genannten Adressaten steht (fol. 99b). 
Voigt hat einige von diesen Briefen ediert (2) und bemerkt: 
»Leider erlaubte mir die Zeit nicht, sie vollständig zu copieren; 
denn es galt hier eben, ein Buch abzuschreiben und ich bin 
überzeugt, dass dieser Schatz dem einheimischen Fleiße nicht 
mehr lange entgehen wird« (1. c. S. 328). 

Es war vorzüglich locales Interesse, was den Herausgeber 
dieser Schrift bewog, zunächst die Edition der 43 (epp. 37 — 79) 
aus unserer Hauptstadt datierten Briefe zu besorgen, woran 
die übrigen noch nicht edierten Briefe dieses Autographen- 
Codex chronologisch an ihrer Stelle angeschlossen wurden. 

Was das Entstehen dieses Autographen-Codex, soweit 
er die Briefe des Aeneas Sylvius (fol. 80 — 193) enthält, be- 
trifft, so hält Voigt dafür, dass er als Conccptbuch des Aeneas 
zu fassen sei, »fast durchgängig mit eigener Hand geschrieben« 
(was schon die Vergleichung mit einigen Schriftstücken von 
Aeneas' Hand im k. k. Haus-, Hof- und Staats-Archiv in Wien 
beweist), »nicht schön, aber deutlich, obwohl mit einem ge- 
wissen Anflug von Flüchtigkeit« (1. c. S. 332). 

In der That wurde die große Mehrzahl der Briefe in 
diesem Buche concipiert und gefeilt, wie die zahlreichen 
Correcturen zeigen. Doch ist der Codex nicht bloß Concepten- 
buch, sondern Aeneas liat mitunter auch mehrere fertige Briefe 
auf einmal daselbst eingetragen, ohne Zweifel zum Zwecke, 
dieselben der Nachwelt zu überliefern. 



- 89 - 

Wenn Voigt weiter sagt: »Wo die chronologische Ord- 
nung nicht eingehalten ist, waren, soviel ich mich er- 
innere, die Blätter des Codex falsch gebunden«, so trifft 
das nur einmal zu, nämlich fol. 80 — 99 mit Briefen vom 
17. December 1453 bis 10. Februar 1454 gehören an den 
Schluss der Sammlung. Wo sonst Störungen in der Reihen- 
folge vorkommen, erklären sich dieselben daraus, dass der 
Codex eben nicht bloß Concepte enthält, sondern die gleich- 
zeitige Eintragung bereits concipierter Briefe kleine Ver- 
schiebungen verursachte. 

Wir folgen im allgemeinen der Chronologie Voigts bis 
auf einzelne Abweichungen, die wir zu begründen suchten. 

Bemerkenswert ist, dass mitten unter den Briefen des 
Jahres 1453 und zwar zwischen dem Brief vom 17. December 
(an Procopius de Rabenstein, bei Voigt als Nr. 324 ediert) und 
dem vom 24. December 1453 (^^ Joannem episc. Varadiensem, 
cancellarium Hungariae, d. Neustadt, vigilia nativitatis, siehe 
Nr. 102), fol. 80 b bis 81 a, also gewiss in sehr passender Zeit 
verfasst, ein höchst interessantes Gebet des Aeneas steht, 
wie ähnliche auch wohl sonst in mittelalterlichen Manuscripten 
gefunden werden. 

Es beginnt mit dem Danke an den Schöpfer, der ihn 
nicht zum Stein, zur Pflanze oder zum Thiere, sondern zum 
Menschen erschaffen, ferner ihn nicht zu einem Handwerke 
oder sonst zur körperhchen Arbeit berufen, sondern zur 
geistigen Beschäftigung und ihm sogar eine hervorragende 
Lebensstellung angewiesen. Dann folgt eine Klage über seinen 
Undank gegen Gott, eine Sündenklage und Bitte um Gnade 
um des Versöhnungstodes des Erlösers willen. Wir haben 
dieses Gebet den Briefen angefügt. Siehe S. 274 f 

Dieses Gebet ist auch, wie viele Briefe, im Codex reich 
an Correcturen, der ursprüngliche Text ist vielfach durch- 
gestrichen, mit Zusätzen versehen zwischen den Zeilen und 
am Rande. Diese für den Psychologen und Stilisten sehr wert- 
vollen Correcturen zeigen die Sorgsamkeit des Aeneas in der 
Wahl des Ausdruckes, der Formen und der Construction 
und seine feine und vorsichtige Rücksicht auf den Adressaten, 



— 90 — 

wie z. B. ep. 6, wo er in seiner Verantwortung wegen angeb- 
licher Überschreitung der Jurisdiction dem Erzbischof von 
Salzburg gegenüber den (in Klammern gesetzten) ursprünglich 
härteren Ausdruck in den milderen umwandelt, während ep. 43 
an Papst Nikolaus V. in seinen zahlreicheren (in Noten 
beigefügten) corrigierten Stellen vorzüglich sein Streben nach 
stilistischer Glätte bekundet. Ähnliches findet sich bei vielen 
Briefen, was aber im Abdrucke nur hie und da z. B. ep. 104 
und einigen anderen berücksiclitigt werden konnte. Jene ur- 
sprünglichen Stellen und Ausdrücke aber, welche für die 
Datierung und aus anderen Gründen wichtig schienen, wurden 
stets in Klammern beigegeben. 

Andere Correcturen hat Aeneas Sylvius nachträglich 
zum Zwecke einer Ausgabe der Briefe vorgenommen. Schon 
Voigt bemerkt: »Die Inscriptionen sind offenbar erst später 
über die Briefe geschrieben, gleich als hätte der Autor sie 
zu einer Veröffentlichung vorbereitet« (1. c. S. 332). 

Einige Briefe scheint er ganz ausschließen zu wollen, 
wie den erwähnten 43. Brief an Papst Nikolaus V., wo er be- 
merkt: »dimitte hanc«, und den von Voigt übergangenen 
103. Brief, wo sich am Rande die Bemerkung findet: »dimitte 
hanc non completam.« 

Sonst bestehen diese Correcturen zumeist in der Tilgung 
der Anreden, wie: »Reverendissime in Christo pater et domine 
mi colendissime post humilem recommendationem«, die ersetzt 
sind durch die Formel: Eneas episcopus Senensis domino . . . 
salutem plurimam dicit. Doch glaubten wir im Anschluss an 
Voigt auch erstere Anrede beibehalten zu dürfen. Nur ist 
zu bemerken, dass Aeneas zwar fast regelmäßig recomenda- 
tionem und recomcndo schreibt; da sich aber einigemale auch 
die Verdoppelung des Buchstaben m findet, so wurde diese 
Schreibweise als die richtigere beibehalten. Ferner wurde 
fast immer in der Anrede die 2. Plur. (die sich besonders 
an höhergestellte Persönlichkeiten findet) von ihm selbst in 
die 2. Sing, corrigiert. Auch ist die Unterschrift: Servulus 
(Servitor) vester (tuus) Eneas episcopus Senensis, an Papst 
Nikolaus V. auch manchmal: Vcstre S. minimus servulus, 



- gl 



sonst bloß: Eneas, episcopus S., an seine Freunde aber öfters: 
Tuus Eneas ep. S., welche in einer Anzahl von Briefen sich 
findet, meistens durchgestrichen und wurde daher nur da bei- 
behalten, wo sie nicht getilgt ist und durch den Zusatz: apo- 
stolice sedis orator oder imperialis consiliarius dem Adressaten 
gegenüber die größere Autorität des Aeneas zu betonen 
scheint, wie z. B. ep. 7. 

Was den Inhalt des ganzen Manuscripten-Codex und 
die Reihenfolge der Briefe und Schriften desselben betrifft, so 
fügen wir die folgende Übersicht bei, wobei wir zuerst die 
Nummern nach dem Manuscript, welche übrigens eine spätere 
Beigabe sind, dann die entsprechenden nach Voigt (»Die 
Briefe des Aeneas Sylvius«, 1. c. S. 400 — 410) anführen, und 
darauf die dazugehörigen Druckausgaben verzeichnen mit der 
Bemerkung, dass die Nummern ohne nähere Bezeichnung der 
Ausgabe unsere Edition bedeuten. 



Nr. 



Handschrift: 


Voi 


igt: 


Druckausgabe: 


I, 


2 


Nr. 322, 


323 


Nr. 100, loi 


3 




» 324 




Bei Voigt, »Die Briefe des 
Aen. Sylv.«, S. 408 


4- 


Durchgestriche- 
nes Concept 
und endgiltige 
Fassung eines 
Gebetes, siehe 










Einleit., S. 89. 


Fehlt 




Nach den Briefen beige- 
druckt, S. 274 f. 


5 




Nr. 325 




Nr. 102 


6 




Fehlt 




» 103 


7: 


Kaiser Friedrich 
an Papst Niko- 










laus V. 


Fehlt 




» 104 


8- 


-15 


Nr. 326- 


-333 


» 105 — 112 


16: 


Kaiser Friedrich 
an den Car- 
dinal Johann 










von Gran 


Fehlt 




» 113 


17 




Nr. 334 




» 114 


18: 


Kaiser Friedrich 
an Papst Niko- 










laus V. 


Fehlt 




» iii; 



92 — 



II and sehr i ft 



Voigt 



Druckausgabc: 



Nr. 



19- 


-31 




Nr 


• 335-347 




Nr. 


116— 128 


32: 


Kaiser Friedrich 














an 


Georgico 


Fehlt 




» 


129 


33- 


-42 




Nr 


•348-357 




» 


130—139 


43 






» 


362 




» 


140 


44- 


-47 




» 


358-161 




» 


141 — 144 


48 






» 


363 




» 


145 


49 






» 


364 




. Bei Voigt, 1. c. S. 409 f. 


50- 


-52 




» 


365-367 




Nr. 


146 — 148 


53 






Fe 


hlt 




» 


149 


54- 


-63 




Nr 


192 — 201 




» 


I — 10 


64 






» 


204 




» 


13 


65 






» 


202 




» 


II 


66 






» 


203 




» 


12 


67, 


68 




» 


212, 213 




» 


18, 19 


69- 


-71 




» 


205 — 207 




» 


20—22 


72: 


Kaiser Friedrich 














an 


Papst Niko- 














laus V, 


» 


208 




» 


14 


73: 


Kaiser Friedrich 














an 


Card. Joh. 














S. 


Angeli 


» 


209 




» 


15 


74: 


Kaiser Friedrich 














an 


Petrus de 














Noxeto 


» 


210 




» 


16 


75: 


Kais 


. Friedr. an 














H. 


Senftleben 


» 


211 




» 


17 


76, 


77 




» 


216, 217 




» 


23, 24 


78- 


-81 




» 


219 — 222 




» 


25-28 


82 






» 


218 




» 


29 


83 






» 


223 




» 


30 


84 






» 


226 (fol. 
bei Voigt 


112 

ist 














Druckfehler ; 














derBriefsteht 














fol. iiib) 




Edit.Basil.4i4,Norimb.432 


85, 


86 




» 


224, 225 




Nr. 


31, 32 


87 






» 


227 




» 


33 


88: 


Kaiser Friedrich 














an 


Papst NiJ^o- 














laus V. 


Fehlt 




» 


34 


89- 


-93 




Nr. 


228 — 232 




» 


35—39 



— 93 — 



Handschri ft 



Voigt: 



Druck ausgäbe: 



Nr. 


94 ( 


Toi. 115b — 


ii6b): 










Schreiben des 










Papstes 


Cle- 










mens II. 


andie 










Kirche 


von 










Bamberg 


Fehlt 




» 


95- 


-105 




Nr. 233- 


-243 


» 


io6 






» 245 




» 


107 






» 247 




» 


108 






» 246 




» 


109 






» 244 




» 


HO 






» 248 




» 


III 






» 249 




» 


112- 


-114 




» 250- 


-252 


» 


115: 


Schreiben 
Dogen 
Foscari 


des 

Franz 
von 










Venedig a, den 










Kais.Friedrich 


Fehlt 




» 


116: 


Durchgestriche- 
nes Concept 
eines Briefes 










Kaiser 


Fried- 










richs an 


Papst 










Nikolaus V. 






» 


117: 


Kaiser Friedrich 
an Papst Niko- 










laus V. 




Fehlt 




» 


118 






Nr. 253 




» 


119- 


-132 




» 254- 


-267 


» 


133 






» 268 




» 


134, 


135 




» 269, 


270 


» 


136 






» 271 




» 


137 


« 




» 272 




» 


138 






» 274 




» 


139: 


Papst Nikol.V.an 
Kais.Friedrich 


Fehlt 




T> 


140 






Nr. 278 




» 


141 






» 279 





Siehe Jaffe, »RegestaPon- 
tificum«,!, 527, Nr. 4149 
Nr. 40 — 50 

» 51 
Edit .Basil. 1 6 1 ,Norimb. 1 6 1 

» » 160, » 160 

» » 162, » 162 

>^ 155. >^ 155 
Nr. 52 

Edit. Basil. 156 bis 158, 
Norimb. 156 bis 158 



S. 162, Anm. I 



Edit.Basil.i63,Norimb.i63 
» » 164, » 164 

Edit. Basil. 132 bis 145, 
Norimb. 132 bis 145 

Edit. Basil. 1 54,Norimb.i 54 
» » 146,147 » 146, 

147 
Edit. Basil. 1 5 1 ,Norimb.i 5 1 

» 153, » 153 
» » 148, » 148 

S. 167, Anm. i 
Edit. Basil. 1 5o,Norimb. 1 50 
» » 152, » 152 



— 94 — 



Handschrift: Voigt: 

Nr. 141 (irrthümlich zwei- 
mal i. d. Hand- 
schrift) Nr. 280 

» 142: Kaiser Friedrich 
an Papst Niko- 
laus V. Fehlt 
•» 143— M5 Nr. 275— 277 

»146 »281 

Ohne Nummer (fol. 151b) » 282 
Nr. 147—154 » 283—290 

» 155—157 » 293—295 

Ohne Nummer (fol. 158 a) » 296 
Nr. 158 Fehlt 

» 159 Nr. 297 

» 160, 161 » 291, 292 

» 162: Kaiser Friedrich 
anKön.Alfons* 
von Portugal Fehlt 

» 163 Nr. 298 

» 164 » 300 

» 165: König Alfons von 
Portugal an 
Kais. Friedrich Fehlt 

» 166: Kaiser Friedrich 
an den König 
von Portugal Fehlt 

> 167 — 169 Nr. 301 — 303 

» 170: Kaiser Friedrich 
an den Papst 
Nikolaus V. Fehlt 

» 171: Kaiser Friedrich 
an einen un- 
bekannt. Car- 
dinal Fehlt 

» 172 Nr. 304 

» 173 » 305 

» 173 (irrthümlich zwei- 
mal i. d. Hand- 
schrift): Brief 
des Card. Sbi- 
gneus, Bisch, 
von Krakau » 273 



Druckausgabe: 



Edit.Basil.i49,Norimb.i49 



h. 


56 




» 


53- 


-55 


» 


57 




» 


58 




» 


59- 


-66 


» 


70- 


-72 


» 


73 




» 


74 




» 


75 




» 

» 
» 
» 


67, 

69 
76 

77 


68 



S, 189, Anm. I. 



Nr. 78 
» 79—81 



» 82 



» 83 
» 84 
Edit.Basil.402,Norimb.4i7 



Cf. Dudik, »Iter Italicum«, 
I, p. 260 



— 95 — 



Handsc 


h 


r i 


ft: 


Voigt: 


Druckausgabe 


Nr. 174— i8i 








Nr. 307-314 


Nr. 85—92 


» 182 








» 317 


» 95 


» 183, 184 








» 315. 316 


» 93, 94 


» 185—188 








» 318-321 


» 96—99 



Demnach enthält der Codex 188 Nummern, wobei die 
irrthümhcherweise vorgenommene zweimaHge Setzung der 
Nummern 141 und 173 dadurch compensiert wird, dass zwei 
Briefe keine Numerierung haben. Von den 186 darunter be- 
findUchen Briefen (da nämhch eine Nummer [4] das erwähnte 
Gebet und eine zweite [116] ein durchgestrichenes Concept 
enthäh) werden hier die 149 noch nicht edierten Briefe des 
Aeneas veröffentHcht, wobei jedoch die 14 Briefe des Kaisers 
Friedrich, die ja sicher aus des Aeneas Feder stammen, mit- 
gezähh werden. Dazu werden noch drei von anderen ge- 
schriebene Briefe des besseren Verständnisses wegen in Noten 
beigefügt. 

Betreffend die FoHierung des Codex ist Folgendes zu 
bemerken: 

Wie bereits erwähnt, sind die Blätter des Codex falsch 
gebunden; es gehören nämlich fol. 80a bis 99 an den Schluss 
der Sammlung, was schon das Datum der darin enthaltenen 
Briefe (Neustadt, 17. December 1453 bis 10. Februar 1454) 
beweist. Sie nahmen aber auch einmal diesen Platz ein, wie 
die alte Foliierung links unten zeigt 

Wir haben nämlich eine doppelte Foliierung, eine ältere 
und neuere und außerdem noch eine Eintheilung des Codex 
nach Quaternen oder Sexternen zu unterscheiden. 

Die jetzigen fol. 100 — 193 tragen die alte Fohenbezeich- 
nung 3 — 96, und die heutigen fol. 80 — 99 haben die alte 
Foliierung 97 — 116; auf fol. 99b steht überdies links unten: 
»Item centum et sedecim folia«. Hieraus erhellt, dass nach 
dieser alten Foliierung das jetzige fol. 80, sich chronologisch 
richtig unmittelbar an das jetzige fol. 193 anschloss; zugleich 
ergibt sich daraus, dass die Blätter des Codex falsch ge- 
bunden sind. 



- 96 - 

Eine etwas andere Eintheilung zeigt der Codex nach 
der Reihenfolfje der Ouaternen oder Sexternen: 

Es findet sich nämUch Hnks unten von alter Hand auf 
fol. I loa beigesetzt: »4.« (sc. quaternus), auf 124a: »5.«, 136a: 
>6"^ quaternus«, 148a: »7"^"^«, 80a: »8^"^«. 

Diese Quaternen-Bezeichnung lehrt, dass damals, als sie 
gemacht wurde, der achte Quaternus (fol. 80 heutiger Zälilung) 
unmittelbar an den siebenten Quaternus (fol. 148 bis 159)» 
dass demnach das jetzige fol. 80 sich unmittelbar an das jetzige 
fol. 159, und nicht, wie oben gezeigt wurde, an das jetzige 
fol. 193 anschloss. Dadurch entstand aber auch eine Lücke 
in der Reihenfolge der Briefe. Dies lässt sich nur daraus er- 
klären, dass damals, als die Quaternen-Eintheilung gemacht 
wurde, die dazwischen hineingehörigen folia 160 — 193 nicht 
vorlagen, und sie lagen nicht vor, wxil sie, wie wir mit Grund 
vermuthen können, ausgeliehen w^aren. 

Eine Bestätigung dieser Ansicht liefert die auf dem 
unteren Rande der Vorderseite des ersten Blattes des fünften 
Quaternus (fol. 124 a heutiger Zählung) stehende interessante 
Notiz: Item magister Nicolaus de Weyssenburga^) habet tertium 



1) Herrn Sectionsrath Dr. Karl Seh rauf im k. und k. Haus-, Hof- 
und Staats -Arehiv, der als Archivar an der k, k. Universität in Wien 
sich mit der Herausgabe der ältesten Universitäts-Matrikel beschäftigt, 
danke ich die interessante Notiz, dass der Magister Nicolaus deWeysscn- 
burga, dessen vollständiger Name Nicolaus Hagnachcr (auchHagennacher) 
de Wcissenburga (auch Weysscnburga und Bcisscnburga) ist, im ersten 
Semester 1441 an der Wiener Universität als Rhenenser immatriculiert 
wurde (Hauptmatrikel, fol. 50 a), im zweiten Semester 1442 das Bacca- 
laureat (Artisten -Acten, II, fol. 156 b), im zweiten Semester 1444 das 
Licentiat (Artisten -Acten, II, fol. 169b) erwarb und im Jahre 1445 
Magister wurde. Über seine weitere Thätigkeit als Magister und Lector 
an der Wiener Universität finden sich in den Acten der theologischen 
Facultät folgende Daten: Als Im Jahre 1449 Mag. Jodocus de Hailprunn 
zum Decan erwählt wurde, übernahm er die Predigt De Nativitate INIaric 
virginis, aber es ist beigesetzt, sed non perfecit propter recessum (Acta 
fac^is thcol, II, fol. 65a). Als im nächsten Jahre 1450 am 14. April frater 
Leonardus de valle Brixinensi ordinis Praedicatorum zum Decan ge- 
wählt wurde, heißt es: Sermonem de Nativitate beatc virginis assumpsit 
frater Conradus Vischcl, lector ordinis Prcdicatorum, cui dccanus im- 



— 97 — 

et quartum sexternos in Wienna. Daraus ist zu ersehen, dass 
diese Sexternen oder Quaternen selbständige Theile waren 
und ausgeliehen wurden, daher sie aucli an der Schlüsselte 
die Spuren öfteren Gebrauches und größerer Abnützung auf- 
weisen und kleinere Schrift zeigen, wahrscheinlich aus dem 
Bestreben, den Schlussbrief noch vollständig daselbst an- 
bringen zu können. 

Ähnliches berichtet ja Aeneas selbst von seinen Briefen 
in ep. 402 (siehe S. 6jy. qui mecum convivunt familiäres nunc 
has nunc illas furati ex manibus librariorum in volumen re- 
degerant ediderantque sodalibus etc. Vergl. auch ep. 70, S. 73, 
Anm. I. 

Nach dieser Bemerkung sind also der dritte und vierte 
Sexternus an den Magister Nikolaus de Weyssenburga zum 
Lesen ausgeliehen worden und wir können mit Recht daraus 
schließen, dass auch die heutigen Blätter 160 — 193 in anderen 
Händen sich befanden, als die Quaternen-Eintheilung gemacht 
wurde; daher sie denn auch, obwohl sie etwa drei Quaternen 
ausmachen, gar keine Quaternen-Eintheilung tragen. Als sie 
später wieder zurückgegeben wurden, hat man sie in die 
richtige chronologische Stellung, nach dem heutigen fol. 159 
eingereiht, und so die Lücke ausgefüllt, worauf die alte 



posuit eo, quod Mag. Nicolaus de Weissenburga facere non potuit ex 
rationabili causa (1. c. fol. 65b bis 66b). Im Jahre 1451 heißt es: Mag. 
de Weissenburg (assumpsit) sermoncn de S.Joanne (fol. 67 b bis 68 b). 
Im Sommersemester 1452 fungierte er als Lector der Apostelgeschichte: 
Item in die S. Lamperti (17. September) fuerunt admissi ad legendum 
cursus quatuor (candidati). Primus Mag. Nicolaus de Weyssenburga, cui 
assignatus fuit pro sua lectione sive pro suo cursu primo über Actus 
apostolorum. Dedit i flor . . . (fol. 7a). Im Sommersemester 1453 las er 
über das Hohe Lied : Mag. Nicoiao de Beissenburga pro secundo cursu 
assignata sunt Cantica Canticorum (fol. 70b). Im Sommersemester 1456 
las er die Sentenzen: Item 16. die Septembris ad legendum sententias 
fuerunt admissi et presentati Mag. Nicolaus de Weyssenburg (fol. 8b), 
auch übernahm er die Predigt in festo omnium Sanctorum (fol, 75 b) 
und im Wintersemester 1456 heißt es: Mag. Nicolaus de Weyssenburga 
dedit I tior. ungar. Sententiarius (fol. 8b). Ich glaube ihn, wenigstens 
insoferne, als er die Schriften des Aeneas las und studierte, unter die 
Schüler des Aeneas rechnen zu dürfen. (Siehe S. 73 ff.) 

7 



- 98 - 

Foliicrung erfolgte. Als der Codex eingebunden wurde, fand 
die Verstellung und darauf die neue Foliierung statt. 

Diese Quaternen-Eintheilung liefert uns aber auch den 
Beweis, dass die zwei ersten Quaternen in Verlust gerathcn 
sind. Denn da fol. i lo als vierter Quaternus bezeichnet ist, 
so beginnt ungefähr mit fol. loo (wiewohl es keine Bezeich- 
nung trägt, wenn nicht etwa die Ziffer 3, welche heute als alte 
Folienbezeichnung auf fol. looa steht, ursprünglich Quaternen- 
bezeichnung war und nur von dem, welcher foliierte, benutzt 
wurde) der dritte Quaternus. Demnach ist unser Codex un- 
vollständig, da zwei Quaternen fehlen. 

Was die Eint h eilung der folgenden 149 Briefe des 
Aeneas Sylvius Piccolomini nach ihrem Inhalte betrifft, so ist 
eine strenge Scheidung derselben kaum möglich, da sie fast alle 
Zeitereignisse und Neuigkeiten, besonders politischer Natur, be- 
sprechen. Doch dürfte es erlaubt sein, diejenigen Briefe, welche 
sich mit der Türkenge fahr befassen, abzusondern und nach 
dem vorherrschenden Charakter auch noch F r e u n d s c h a f t s- 
und G e s c h ä f t s b r i c f e, welche letztere besonders kirchliche 
Beneficial- und Jurisdictions -Angelegenheiten behandeln, zu 
unterscheiden und daran einige Trostbri cfe anzureihen. 

Hinsichtlich der Briefe von vorzüglich historischem 
und politischem Gepräge ist vor allem zu bemerken, dass 
die folgenden Briefe nur die Zeit von nicht ganz einem Jahre 
(vom 6. April 1453 bis 10. Februar 1454) umfassen, während 
welchen kurzen Zeitraumes sich naturgemäß die Ereignisse nicht 
sehr drängten. Daher fehlt es in den zahlreichen Briefen, die 
uns gerade aus dieser Zeit der herrliche Wiener Autographen- 
Codex gerettet hat, nicht an Wiederholungen, welche aber 
trotzdem des Interesses nicht entbehren. Denn wenn auch 
Aeneas nur in einzelnen seiner Briefe und zwar gewöhnlich 
an besonders hervorragende Persönlichkeiten, wie Cardinäle, 
Papst Nikolaus V. u. s. w., die Ereignisse in ausführlicherer 
Weise zu berichten pflegt, so versteht er es doch trefflich in den 
oft gleichzeitigen Briefen an seine Freunde und andere durch 
Ilinzufügung verschiedener Einzelheiten und neuer Züge je 
nach dem Fortgange der Ereignisse, das Bild zu vervollkommnen 



— 99 — 

oder wenigstens durch Variation der Stilisierung die wieder- 
holte Erzählung derselben Ereignisse anziehend zu machen. 

So wird der Ausgleich zwischen König Ladislaus und 
Kaiser Friedrich im i. Briefe an den Cardinal Carvajal weit- 
läufig erzählt, dasselbe Ereignis aber und dessen Folgen in 
den Briefen: 2 bis 4, 9, 10, 18 bis 23, 32, 35, 39, 40 u. s. w. 
wieder kurz behandelt und ergänzt. Über Land und Leute in 
Ungarn erfährt man sehr viel im 43. Briefe an Papst Nikolaus V., 
was im 45. bis 49. und anderen Briefen wieder berührt wird. Zu 
den instructivsten Briefen über die Zeitereignisse und Zustände 
in Österreich, Böhmen, Ungarn und auch über das Deutsche 
Reich gehören der 60. und 84., dann der 86. bis 89. Brief, 
deren Nachrichten in den meisten anderen wiederholt und ver- 
vollständigt werden. Sehr lehrreich für die damaligen Kanzlei- 
verhältnisse und somit von einiger Bedeutung für die deutsche 
Rechtsgeschichte ist der 109. Brief, während der kleinere 
96. Brief die Mängel der damaligen Kanzleiverhältnisse, ja wohl 
aller Zeiten erkennen lässt (nämlich Verlust von Acten: littere 
jam expedite perdite sunt, nee diligenter quaesite inveniri 
potuerunt, aber sie werden glücklichweise in dem Wüste von 
Schriftstücken wiedergefunden: his autem diebus, cum re- 
volverem scripturas meas, inveni praeter spem dictum memo- 
riale; darüber große Freude: moxque gavisus secretario Cesaris 
tradidi; dann Missbräuche der Curialen: Ad hoc faciunt nostre 
mores curie, que tarda est, et ut verum dicam raro sine pre- 
senti auro quicquam expedit). Einige Briefe zeigen die große 
Beredsamkeit des Aeneas, wie ep. i etc., andere sind ganz 
dramatisch gehalten, wie ep. 84, und viele sind von ganz be- 
sonderer Schönheit. 

Unter den Türkenbriefen meldet der 51. Brief aus 
Graz, vom 12. Juli 1453, das erste Gerücht von der Er- 
stürmung Constantinopels (Hie habentur nova horribilia de per- 
ditione Constantinopolis, que utinam falsa sint!) und schildert 
der 66. und 103. Brief die Greuel der Türken bei der Ein- 
nahme der Stadt, aber auch die Uneinigkeit der christlichen 
Fürsten und Völker, die Gefahren, die von den Türken des- 
halb noch drohen, am anschaulichsten. Doch wiederholt Aeneas 

7* 



— lOO — 

stets, dass die christlichen Fürsten und Völker durch ihre 
inneren Fehden und ihre Lasterhaftigkeit den Türken in die 
Hände arbeiten und die Strafe Gottes herabziehen: Principes 
procuratores Turchorum sunt — sumus omnes Turchi pro- 
curatores et illi viam paramus. Das ist sein beständiger Ruf 
in den verschiedenen Türkenbriefen. So epp.: 54 bis 56, 60, 
80, S6, 1 10, III u. s. w. und er ermahnt deshalb dringend und 
wiederholt zum Frieden, ne dum litigamus, praeda Turchorum 
simus (ep. 65). Der 93. und 103. Brief zeigt die Bemühungen 
des Papstes Nikolaus V. gegen die Türken, letzterer und der 
104. Brief die des Kaisers Friedrich; dieser 104. Brief handelt 
ebenso, wie epp. 105 und iio vom Regensburger Reichstage, 
ep. 108 auch noch vom Convent zu Buda gegen die Türken:^) 

Nicht gering ist ferner die Zahl der Freundschafts- 
und Geschäftsbriefe: z. B. 12, 13, 23 bis 31, 33, 34, 37, 
38, 41, 42, 45 bis 48, 50, 61, 6y, 6S, 75 bis 79 u. s. w., w^elche 
aber vielfach von politischen Neuigkeiten durchwoben sind. 

Beneficial -Angelegenheiten behandeln epp. 2, 3, 7, 
1I5 35> 3^> 4^ 95» 100, 108, 112 und einige andere, worin 
Aeneas im Auftrage des Kaisers namentlich seinen Freunden 
Ulrich Riederer, Ulrich Sonnerberger, dem nachherigen Bischof 
von Gurk (siehe ep. 93), dessen Lob und Vertheidigung die 
Briefe 63 und 64 enthalten, und Johann Hinderbach Beneficien 
zu verschaffen sucht, aber auch sich nicht vergisst. War er 
doch, wie diese seine Freunde fast nur auf das Einkommen 
solcher Beneficien angewiesen, da Friedrich III. seine Beamten 
meist mit kirchlichen Pfründen zu entlohnen pflegte; daher 
wohl auch in dieser Beziehung die harten Urtheile Voigts nicht 
gerechtfertigt sind. (Vergl. ep. 131: necessarium habui Pctrum 
ncpotem meum domum remittere, qui mihi pecunias afferat 
ex quibus vivam. Neque enim Cesar abunde sumptus prebet, 
quamvis mihi ceteris in rebus benignus est.) Aus den Briefen i, 
5, 8, 10, 36, 55, 64, 73, 107 erhellt, dass er bei Gelegenheit 
der Besetzung des Passauer Bischofstuhles die bisherige Paro- 

*) Diese Briefe sind der vorstehenden »Rectorats-RcdC'j« an ent- 
sprechender Stelle, besonders S. 34, Anm, 2, S. 35, Anm. 2 und S. 36, 
Anm. 2 einzufügen. 




— lOI — 

chie des Passauer Electen, nämlich Irdning in Steiermark 
(im 95. Brief nennt er sie ecclesia in Hirn, vergleiche ep. 315 
[Opp. omn.] ad Joan. Hinderbach, d. Rom, 2. November 1457, 
wo er diese Kirche Hirningae nennt: Commendamus tibi eccle- 
sias nostras in Graez [wohl Windischgräz] et in Hirningae, ut 
tuo favore juventiir et nobis denique utiles esse possint), zu er- 
halten sich bemüht, welche Pfarrei er auch, wie der Cod. 
Laurent. ^) zeigt, durch das Breve des Papstes Nikolaus V. vom 
23. Januar 1455 bekommen hat (siehe Voigt, II, 152). Der 
Brief 5 5 drückt übrigens seine Absicht aus, dass er die Pfarre 
Windischgräz (in Castro vindelico), die er bereits besaß, 
seinem Neffen Franciscus verschaffen wolle, sobald er Irdning 
bekommen hätte. Im 102., 106. und 107. Briefe ist von seinem 
Cardinalat die Rede, wofür ihn König Ladislaus und wie 
ep. 1 3 1 anzudeuten scheint, auch der Kaiser in einem Schreiben 
an den Papst empfohlen hat. Der 6. und 50. Brief berichten 
von Jurisdictions-Streitigkeiten des Bischofs Aeneas, als legatus 
apostolicus, mit dem Salzburger Erzbischof und letzterer Brief 
erzählt auch von der Weihe einer Kapelle bei Reun (Ulrichs- 
kapelle am Ulrichsberg, siehe Anhang) durch Bischof Aeneas. 
Aber selbst diese Briefe beschäftigen sich nebenbei vielfach 
mit Erzählungen politischer Ereignisse und Neuigkeiten. 

Zu den Trostbrie fen endlich gehören epp. 57 bis 59, 
von denen die beiden letzteren an seine Schwester und Nichte 
in italienischer Sprache abgefasst sind. 



*) Mit diesem Namen bezeichnet Voigt (II, 104, Anm. 2) den 
Epistolar-Codex der Laurenziana zu Florenz, welcher auch Briefe des 
Aeneas enthält. 



--#- 



149 Briefe 

des 

Aeoeas SylviLis Piccoloiiiini 

ediert aus dein 

Autographen-Codex Nr. 3389 der k. k. Hofbibliothek ia Wien. 



I. Aeneas Sylvius Cardinali S. An gell (Carvajal) 
d. Neustadt, 6. April 1453, in dem Autographen- 
Codex Nr. 3389 der k. k. Hofbibliothek zu Wien, 

fol. looa — 102a. 

Reverendissimo in Christo patri, domino Jo. cardinali sancti 
Angeli, domino suo colendissimo, Eneas episcopus s(alutem) 
p(lurimam) dicit. 

Reverendissime pater et domine mi colendissime. Post 
humilem recommendationem. Liceret michi nichil scribere ad 
tuam dignacionem, nam et michi nichil ex urbe scribitur. Sed 
non expedit pari jure cum majori certare. Eapropter, etsi jam 
mensibus tribus nullas tuarum acceperim litterarum, ego vero 
crebro scripserim, continuabo meum morem et que sunt apud 
nos innovata tue dignacioni significabo. Nam qui bellum in 
diem expectabamus, jam metu soluti pacem habemus. Id quo 
pacto factum sit paucis absolvam. Scis Ludovicum, Bavarie 
ducem, Albertum Brandeburgensem pluresque principes ad 
festum Martini preteritum venisseWiennam, conatosque res com- 
ponere frustra trivisse tempus, deinde neque magistrum camere, 
neque Waltherum Zebingher, qui apud Balneas cum gubernatore 
Hungarie et comite Cilie pacem tractarunt, quidquam profuisse. 
Nam hec omnia a me prius conscripta sunt. At postquam incassum 
ire tractatus omnes Albertus duxAustrie cognovit, remque festi- 
nare ad bellum, timens sue domui, ne intestinis^) contencionibus 

1) In der Handschrift steht: in textinis. 



— 104 — 

attereretur, cum venia Cesaris Wiennam se contulit ac regis 
Ladislai rectores allocutus. Cum diu de pace tractatum 
habuisset, ad extremum condiciones aliquas attulit que Cesari 
nullo pacto placuerunt. Eam ob causam nescio qua racione 
inducti Australes pacem avidius querere ceperunt, petitisque 
litteris securitatis prestantes oratores et suos et Hungaros ad 
Cesarem transmitti curaverunt. Qui ut audienciam obtinu- 
erunt, ad pacem se missos dicentes, coronam regni Hungarie 
castra quoque et possessiones quasvis Ladislao regi perti- 
nentes restitui petiverunt, de bono pacis et justicie cultu 
plura locuti. Ad que cum Cesar pauca pro tempore me 
respondere jussisset, que pacis fuerunt, super corone castro- 
rumque repeticione deliberacionis tempus accepit. Interim 
Albertus dux Austrie rursus paci se medium obtulit, diebus- 
que pluribus et cum legatis et cum consiliarijs Cesaris quos 
domi apud se habuit de pace tractavit et nunc spem bonam 
habuit, nunc malam, quod horatim nove res emergebant dis- 
cussionis egentes. Ad extremum cum omnia plana viderentur 
nova contencio insurrexit, que nullo pacto poterat extricari. 
Nam castra que in manu Cesaris erant principatus Austrie, 
nonnuUis impignorata nobilibus in administratione Cesaris, 
Australes libera repetebant. Cesar vero ea pignora se ut 
tutorem fecisse pro necessitate patrie dicebat, neque passu- 
rum se que fecisset tutorio nomine rescindi. Quod sibi dede- 
cori esset et alienum consuetudini Austrie. Rursus illi: tute- 
lam Cesari eo modo commissam fuisse aiebant, cum consilio 
terrigenarum ut administraret, ideoque XXIIII viros ei coad- 
junctos atque illis magistratu se abdicantibus duodecim. Velle 
igitur se que pignora cum illorum consilio Cesar inscripsisset, 
regis sui ere reluere, reliqua Cesaris oneri relinquere. Ad ea 
Cesar: fateri adjunctos nunc XXIIII nunc XII, sed tandem 
cum XXIIII et XII deposuissent officium, solum se in ad- 
ministracionc tutele remansisse, annis fortasse IX aut X. In- 
dignum esse que tunc a sese gesta fuissent ruere. Magna hie 
contentio fuit, pignora XX milium estimabantur que neque 
a Cesare neque ab Australibus extorqueri poterant. At 
Albertus, concordie cupidus, sinite, inquit, miclii onus hujus 



— I05 — 

summe, X milia Ladislao, totidem imperatori adimam. Id nisi 
ratum habuerint, argentum ipse dabo. Acceperunt Australes con- 
dicionem. Cesar vero: neque aurum inquit dabo neque aliiim 
meo nomine dare sinam, qiiod utroque modo meus honor 
leditur et a me gesta ruunt. Neque flecti Cesar quavis sua- 
sione potuit. Consiliarii omnes territi erant, neque Cesari 
verbum audebant facere, quem turbatum et ferocientem vide- 
bant. Tunc me rogant omnes, hortari Cesarem meis verbis 
vellem. Nam me illum benigne auditurum putabant, michique 
maxime id onus incumbere dicebant, qui et nuncius aposto- 
licus et episcopus essem. Id ego diucius recusavi, satis in- 
telligens inter mures esse contentionem. Quisnam muscipole 
nolam appenderet? At ubi me omnes recusantem acrius incu- 
sabant, accersito Ulrico, in hac sententia Cesarem allocutus 
sum: Oui tibi nunc dicam, invicte Cesar, ut apostolicus nun- 
tius et ut consiliarius tuus compellor tue serenitati proponere. 
Michi enim dum sancte sedis apostolice legacionem gero, 
nichil magis occumbit quam lites adimere, pacem procurare, 
maxime inter principes sanguine proximos. Dum tuus consi- 
liarius sum, que tibi honori et commodo sint aperire suadere- 
que debeo. De pace nunc agitur, que te tuumque patruelem 
Ladislaum concernit, que si tue pietati placuerit mox conciu- 
detur. Ea res sanctissimo domino nostro pape jocundissima et 
acceptissima erit, qui nichil magis cupit quam principum con- 
cordiam et unitatem. Teque potissimum frui pace et fortuna- 
tissimum esse desiderat. Pax vero que tractata est, omnium 
judicio et honori tuo et utilitati conducit. Namque ut detes- 
tabile est, inter consanguineos esse bellum, sie honorificum 
esse putant proximum proximo bene velle. Preterea in tua domo 
pax queritur. Germanus tuus pacis capitula dictat, quem omnes 
sciunt non dicturum, quod tibi non sit glorie. Adversarii tui 
quasi errarint gratiam petunt. Quod per te gestum est tutorio 
nomine ratum manet, que pignore castra tenes non restitues, 
nisi reddito auro. In Hungaria meliora castra tibi tuisque 
dimittuntur, pene nomine adversarii LXXX milia auri flore- 
norum pendent. Si parva delicti pena est, magna erit indul- 
gencie tue laus. Quid de utilitate dicam? Liberatus austraiibus 



— io6 — 

curis res tuas geres, Styrie, Carinthieque negocia dispones, 
inde ad imperium te conferes, pacem inter principes com- 
munitatesque statues. Dilaceratam rempublicam reformabis, 
pecuniam quam in hello consumpsisses retinebis et alias novas 
recipies, parces tuis subditis. Scis belli dubios exitus esse, 
cum potentibus et magnis regionibus litem esse tibi, raro 
pauciores vincere cernimus. Quod si demus te victorem, cui 
nocebit tuus exercitus, nisi patrueli tuo domusque tue sub- 
ditis ? Bellum hujusmodi hoc est cujus victoria nichil emolu- 
menti possit afferre. Nam preda militibus distribuenda est, 
opida si qua expugnari contingat reddere tandem patrueli 
oportebit. Quis non videt declinandum bellum esse, quod cum 
periculo geritur et cum dampna minetur nihil lucri promittit. 
Ego quidem, Cesar, quocunque me verto in civitate, claman- 
tes cives rusticosque video, pacem obtantes. Quibus ut mi- 
serearis, etiam tempus exposcit sacrum, quod si deum peti- 
mus, ut nobis ignoscat, et nos aliis parcere convenit, ne cum 
servo nequam dampnemur, qui misericordiam consecutus a 
domino, conservum suffocabat. Nunc injurias oblivisci decet 
et vindictam dimittere deo, nunc bellum horrere debemus, 
quod rapinas, incendia, cedes, adulteria nutrit, agros, urbes, 
templa devastat, neque jus neque fas locum habere sinit. 
Miserere, Cesar, miserere inopum rusticorum, quos sine culpa 
gladius belli solet absumere, cogita quot mala in prelio sunt, 
pone ante oculos Bohemorum et Hungarorum statum. Uli 
hereticos adversantes habent, isti infideles. Ac si tecum litem 
habent et infidelibus et hereticis favorem impendes. Quod si 
pacem recipis utrosque jugulas, occasionemque Turcho auferes 
expugnande Constantinopolis. Nam liberi Hungari non sinent 
alterum Europe oculum in manus infidelium devenire. Deinde 
ut serenitati tue plane loquar, omnes consiliarii tui hanc pacem 
comendant, et ut amplectaris eam suadent. Si consilium reci- 
pis nee bene succedat quod minime putaverim nemo te 
arguet, qui consiliariis auscultaveris. Ac si bellum gerens 
sinistram fortunam inveneris, que sepe melioribus adversatur 
omnes te unum culpabunt, qui plus te saperc credideris 
quam ceteri omnes. Hec ego pro mea in te fide locutus sum 



107 — 

et ut officio satisfaciam. Tua nunc prudentia quod in re fuerit 
accipiat. Hec cum dixissem, turbato vultu me Cesar aspiciens 
verbis theutonicis, quod mecum insolitum est: credebam, in- 
quit, te mecum sapere meique honoris cupidum. Nunc video 
omnes adversum me estis, neque mea vobis eure sunt. Idque 
adversantes sciunt atque idcirco duriores sunt. Nee mirum 
quoniam meos omnes sibi faventes habent. At quoniam vos me 
negligitis, geram solus ego mei curam, meoque honori solus 
consulam. Ad ea pauca respondens supplicabam, ne Cesar 
putaret, vel me vel alios sui honoris prodigos, qui sine suo 
honore inhonorati omnes essemus. Sed nunquam verbum ex- 
culpere bonum potui, ob quam causam reversus ad ahos con- 
sih'arios arguebam eos qui me verba impuHssent facere que 
non putassem profutura. IIU contra utile me locutum esse 
dicebant, noctuque Cesarem mea verba ad sese repetiturum. 
Ac nocte que secuta est Albertus dux multa cum legatis 
verba fecit eosque ad maiora conduxit. Itaque mane summo 
ad Cesarem veniens rem omnem composuit, accersitis legatis 
pacem sub spe ratihabitionis publicavit. Ouomodo autem et 
quibus legibus pax dicta sit, quia s. d. nostro ex ordine scribo 
non puto necessarium repetere. Albertus Wiennam ivit et 
Australes haud invitos ad pacem animavit. Exinde in Sveviam 
iter fecit. Ad festum Georgii ratificatio expectatur, forsitan 
quia Hungari Turchum timent, et Australes variare Bohemos 
sentiunt, libentius pacem accipient. Jam hec scripseram, cum 
Thomas, Capellanus imperatoris, triplices litteras tuas ad me 
detulit, in quibus de re Frisingensi et Pataviensi facis men- 
tionem, jubesque me Cesarem alloqui. Feci quod imperavisti. 
Cesar etsi molestissime fert confirmationem electi Frisingensis, 
tarnen gratias agit dignationi tue pro litteris ad se missis. Et 
quia non putat tuam r. p. in eo consilio fuisse, ut ejus petitio 
sperneretur, qui semper ejus votis morem gerere studuisti, 
satis quoque intelligit d. nostrum s. non suo motu sed car- 
dinalium suasu inductum confirmasse Frisingensem electum. 
Utcunque sit res ista, placabitur postquam facta est. De Pata- 
viensi ecclesia oro et supplico, ne quid ordinetur, priusquam 
littere Cesaris veniant, ne adversarii se jactent, imperatorem 



— io8 — 

apucl papain nihil posse. Spero autem imperatorem scripturum 
pro electo, postquam pax firmata fuerit. Ad quam rem vehe- 
menter laboro et sentio jam Cesarem inclinatum non tantum 
meis quam ahorum verbis, itaque non sit grave parum ex- 
pectare. Sic enim beneficio tolletis injurias, si tamen injuria 
est quod actum in Frisingensi ecclesia diximus. De prepositura 
electi Pataviensis, si quid pium bonumque valet, oro ut 
magistro Ulrico Sunnenberger provideatur qui nunc in facto 
Frisingensi magnas expensas subiit, hortante Cesare. Nam ipse 
per se nuUo pacto de hac ecclesia intromittere se volebat. 
Ideo digneris compati sibi qui potest adhuc Romane ecclesie 
multum prodesse. Et in tua dignitate plurimum confidit. Per pro- 
motionem quoque suam ad hanc preposituram, si fiet, vacabit 
prepositura ejus Ratisponensis, modici valoris. Kam precor 
impetrare Johanni Hindernpach, doctori et bono viro, certe 
fideh et sincero qui hodie imperatori et imperatrici admodum 
carus est et apostohce sedi puro corde affectus. Scis quia 
ahas Cesar dignationi tue scripsit et hanc preposituram sibi 
conferri petivit. De me puto etiam sine precibus memoriam 
geres, ne sperata cadem ecclesia, ne Metensis quamvis domi- 
nus meus me excludat, ne bis cum cardinalibus succumbere 
cogar, ne patientia in furorem vertatur. At tantum de hoc. 
In facto Jo. Gers, quamvis maligna natura non mereatur 
auxiUum, tamen Cesari tuo nomine verbum feci. Qui subrisit, 
non dedit responsum. At quia remisse injurie sunt omnibus, 
non puto illi ahquid imminere periculum. 

Misi dignationi tue pridem tractatum quendam adversus 
Australes habitum et historiam de Gothis a me factam brevio- 
rem. Timeo ne sim deceptus, ne in via perierint. Latores 
fuere Jo. de Lysura et quidam doctor Nürembergensis. Miror 
si me decepere. Nam tua dignatio nullam de hiis rebus in 
suis litteris mentionem facit. De absolutione quoque familiaris 
mei ab homicidii reatu nunquam habui responsum. Sed facio 
fincm, meque tue dignationi commendo. Ex Nova Civitate die 
VI aprilis 1453. 



— 109 — 

2. A. S. Nicoiao V. Pont. Max., d. Neustadt, lO. April 

1453; ibid., fol. 102b. 

Beatissimo et clementissimo domino nostro, domino 
Nicoiao pape quinto summo pontifici Eneas humilis episcopus 
Senensis commendatum se facit. Post devota pedum oscula 
beatorum et humileni mei recommendationem. Per tabellarium 
S. tue scripsi que ad eam usque diem occurrerant. Deinde fui 
cum Cesare sepius nee de re Frisingensi tacui. Sua serenitas 
satis intelligit rationes que sanctitatem tuam moverunt, jamque 
omnia equiori fert animo ac tue pietati ex suo more devotionem 
affectionemque gerit. In facto Pataviensi expectatur ratificatio 
pacis, deinde ad sanctitatem tuam scribetur. Australes pro pace 
facta hiis diebus processiones fecerunt egeruntque deo grates 
ingentes. Hie quoque ob eam rem deo sacrificatum est. De 
Hungaris tamen certitudinem nondum habemus. In festo 
s. Georii omnia clarescent, Bohemi jam retrocedere incipiunt 
neque ratum videntur habere quod sui oratores Wienne pro- 
miserunt. Cum Saxonibus quoque bellum parant, vim regiminis 
apud hereticos dimittunt. Catholicorum parva inter eos est 
auctoritas. Ladislaus a rege Francie requisitus ad congrega- 
tionem generalis concilii operam dare, unum doctorem ad 
illum misit, qui cum eo rem transigat. Atque hoc clam Hun- 
garis factum est, ut Waradiensis episcopus jurejurando michi 
affirmavit. Hec scribo ut tua S. quod ex usu sit apostolice 
sedi consulat. Ulricus Riederer, insignis juris consultus ex 
prebendis electi Pataviensis alteram cupit. Id si est factu facile, 
bonum esse arbitror sibi annuere, qui apud Cesarem non 
ultimum locum tenet. Commendo me tue b. ad ejus mandata 
paratuin, maxime vero cupio et suadere non ab re presumo, 
ut electi prepositura Ulrico Sunnenberger conferatur, inte- 
gerrimo et nulla in re ficto viro. Ex Nova Civitate Austrie, 
die X'"'' Aprilis 1453. 



— HO — 

3. A. S. C ard in al i S. Angeli, d. Neu stad t, 10. April 

1453; ibid., fol. 102b. 

Revcrendissimo in Christo patri et domino Johanni Car- 
dinali sancti Angeli, domino suo primario Eneas episcopus 
Senensis s. p. dicit. 

Reverendissime in Christo pater et domine mi colen- 
dissime post humilem recommendationem. Tabellarius apo- 
stolicus meas litteras de rebus que tunc occurrebant satis ut 
arbitror plenas ad tuam dignationem attulit. Post ejus recessum 
fui sepe cum Cesare, locutusque de re Frisingensi. Non in- 
venio perseverare molestiam inde acceptam, quoniam causas 
intelligit quibus apostolica sedes mota est. Cupit ne similem 
in Pataviensi cogatur habere sufferentiam. Pacis ratificationem 
ad festum sancti Georgii prestolamur. Wienne magnifice, et 
hie pro loco supplicatum est deo, ut pacem confirmet. De 
Hungaris nondum certitudo est. Bohemi cum Saxonibus bellum 
struunt irequc cum rege Ladislao satis consonant. Is ad regem 
Francic quendam doctorem misit de convocatione generalis 
concilii quam ille petiverat responsurum. Hungari ut Wara- 
diensis episcopus michi affirmavit ejus rei non fuerunt conscii. 
In litteris quas ad me dedisti neque de tractatu meo adversus 
Australes edito neque de historia Gothorum ad tuam digna- 
tionem missa mentio facta est. Cupio scire an receperis, an 
ego deceptus sum. Commendo me R. p. tue cujus sum per- 
petuus servus. Ex Nova Civitatc x die aprilis 1453. 

4. A S. Nicoiao (deCusa), Cardinali S. Petri ad vincula, 
episcopo Brixinensi, d. Neustadt, 10. April 1453; 

ibid., fol. 103 a. 

Reverendissimo in Christo patri domino Nicoiao, sancti 
Petri ad vincula cardinali ac pontifici Brixinensi domino suo 
colendissimo Eneas episcopus s. p. dicit. 

Reverendissime in Christo pater et dominc mi clemen- 
tissime. Post humilem recommendationem. Que per hos dies 
apud nos gesta sunt scripsi nudius tertius. Postea fui ad 
Cesarcm qui omnem molestiam jam deposuit (]uam de Frisin- 



— III — 

gensi ncgotio acceperat. Intelligit enim, apostolicam sedem 
non sine magna causa motam. At in re Pataviensi melius 
sperat, quam brevi compositum iri existimo. Pacis ratificatio 
ad festum sancti Georii proximum expectatur, pro qua re et 
hie devote et Wienne magnifice sacrificatum est. Bohemi ad- 
versus Saxones bellum ingens apparant, sunt qui jam agressos 
eos conflictosque dicant Rumor tamen incertus est. In Bohemia 
multi sunt qui regnum nobile oblatum regi Ladislao sine 
pecunia vituperant resque novas moliuntur. Heretici apud eos 
plurimum possunt, civitates ut ajunt omnes preter duas ad 
hereticos defecerunt, neque tributum solvere volunt, quod jam 
regis nomine petebatur, nisi rex coronetur, et nobiles suum 
regi debitum jus reddant. Res erit non plana, ut existimatum 
est. Rex Francie exhortatus est regem Ladislaum, una secum 
ad petitionem concilii concurrat. Ad respondendum ei missus 
est Balthasar doctor, tue dignationi non incognitus. Dominus 
de Füchaim qui bello superiori Cesaris partes defendit ut 
vidit pacem spretam ad regem Ladislaum se contulit. Deinde 
litteras ad Cesarem misit, magnam pecuniam petens loco 
dampnorum que sui causa tulerat. Cesar ei quod justum esset 
daturum se respondit. Ille non contentus in consiUo regis 
questus, auxilia contra regem efflagitavit nihilque obtinuit, 
dicentibus qui consilium regunt, satis esse Cesarem sibi jus 
offerre. Ille tamen militem conducit quasi privatis viribus 
bellum gesturus. Id quamvis nocivum sit nichil tamen amplius 
quam latrocinium dici poterit, neque nos afficiet et gerenti 
quam ferenti noxium erit. De ecclesia electi Pataviensis ex- 
pecto quod scripsisti, meque dignationi tue commendo. Ex 
Nova Civitate die x"*"^ aprilis 1453. 

5. A. S. Comiti magnifico Petro de Noxeto, d. Neu- 
stadt, 10. April 1453; ibid., fol. 103b. 

Comiti magnifico et alto domino Petro de Noxeto amico 
suo veraci Eneas episcopus Senensis s. p. dicit. 

Magnifice et generöse comes, amice primarie. Non esset 
quod scribam post tabellarium ad te missum, nisi pauca sese 
offerrent. Cesar quieto animo fert rem Frisingensem, petitque 



— 112 — 

Pataviensem ad scripta sua differri que brevi mittentur. Seit* 
te sibi affectum resque suas solerter curare. Cupit hoc sibi 
gestum des, amat te et maximi facit. Pax nondiim firmata est, 
ad festum Georgii ratificatio expectatur. In Bohemia nove res 
parantur, neque Ladislao regi quod promissiim est futurum 
stabile creditur. Hungari quoque non tantum faciunt quantum 
spondent. Gischra receptus in gratiam regis militieque pre- 
fectus aliquantuni offendere Johannem Waivodam existimatur, 
cujus potestas in regno regis voluntati prefertur. Vale et 
maximo pontifici commendatum me facio, et ut ecclesiam 
speratam obtineam cura. Ex Nova Civitate Austrie die x""" 
Aprilis. 

6. A. S. Sigismundo arcliiepiscopo Salzburgensi, 

d. Neustadt; ibid., fol. 104a. 

Die Zeit der Abfassung dieses Briefes, obwohl nicht beigeschrieben, 
ergibt sich aus seiner Stellung im Codex, der Ort aber nicht bloß 
daraus, wie Voigt meint, sondern auch aus den Worten: Nove hujus 

civitatis. 

Reverendissimo in Christo patri domino Sigismundo, 
archiepiscopo Salzburgensi Eneas episcopus Senensis, aposto- 
lice sedis legatus, s. p. dicit. 

Reddite sunt mihi littere tue, quibus qucreris tanquam 
tue Jurisdiction! prejudicium faciam, idque declaras quia 
causas assumam fori tui contentiosi, quia parrochiales eccle- 
sias conferam, rectores instituens, quia nonnullis absentiam 
ab ecclesia indulgeam. Respondebo breviter. Equidem in tua 
diocesi quamvis annus est, postquam ab urbe veni, solum 
duas causas audivi, rogatus et interpellatus admodum. Alteram 
composui, in altera nondum lis contestata est Non est mihi 
voluptas neque otium audicndi causas, quamvis si audirem 
libenter. Non putarem id tue paternitati ingratum esse, nam 
id est onus aufferre, non damnum inferrc. Ecclcsias quoque 
fateor Grezensem et Nove hujus Civitatis ad instantiam Ccsaris 
patroni me commisisse, neque alias plures ni forsitan aliquas 
minimc existimationis quamvis mihi potestas latissima sit ab 
ea sede a qua tua dignatio auctoritatem habet. Sed utor illa 



— 113 — 

parcc et cum causa. Credo etiam admoduni paiicos esse quibus 
absentiam indulserim, neque id factum esse sine maxima ratione. 
In bis si tua p. r. reputat se offensam, non est mibi gratum, quia 
libenter tue dignationi complacerem. Quod si aliorum legatorum 
facta cum meis compensabis, invenies et illos fuisse modestos et 
me minime superbum. Qui etsi pluries interpellatus sum, appella- 
tiones a tua sede interpositas accipere, omnes tarnen in hanc 
usque diem respui. Utcunque tamen sit, quia dubitare videris 
de mea legatione, dico et assero, me potestatem habere legati 
de latere et alias facultates speciales, a tuis etiam officiälibus 
visas, in quibus omnibus non est mens mea, tuam dignationem 
offendere, sed illi potius complacere. Nam si possim in omni 
collatione unum reservare beneficium in provinciis mihi de- 
cretis, id tamen hactenus nolui facere. Atque tantum ad 
litteras tuas repondisse sufficiat, quas etsi (duriores fuere quam 
decuit) aliquantulum duras tamen equo animo fero et in partem 
recipio meliorem, humanitatis et benevolentie tue veteris haud 
immemor. ^) Datum. 

7. A. S. Ulrico electo Pataviensi, d. Neustadt, 
15. April 1453; ibid., fol. 104a. 

Eneas dei gratia episcopus Senensis et apostolice sedis 

legatus reverendo patri domino Ulrico electo Pataviensi 

s. p. dicit. 

Quo sim animo erga dignationem tuam quantumque 

tue sim promotioni affectus, vir bonus et doctus cancellarius 

tuus ex me nuper accepit. Nam tui mores, nobilitati con- 

formes, nulU non sunt amandi. Id facit ut que mihi per hos 

dies ex Roma scripta sunt de re tua te minime celem. Ea 

hujusmodi sunt. Scribunt mihi non parvi judicii patres, rem 

tuam bonum exitum habituram quamprimum Cesar pro te 

supplicaverit, quia in eum et summus pontifex et sacer senatus 

inspiciat. Cesarem autem ad hoc jam pronum intelligo, si 

pax hoc in loco conclusa ex condicto ratificetur. Da igitur 

^) Die Worte: humanitatis — immcmor stehen am Rande als 
Zusatz, 



— 114 — 

operam ut que promissa sunt qiiantotius compleantur, sie navis 
tua incolumis portum applicabit Unum autem ex fide bona- 
que mente commonco, censurarum que in adversarios Cesaris 
fulminate sunt, ut memineris. Ne quid illinc rei tue insurgat 
impedimentum, piocuratoribus tuis mandatum quod ex usu 
fuerit committendum erit. Ego exinde quecunque potuero pro 
tua dignatione etiam non rogatus curabo libens, neque alium 
me geram erga dominationem tuam r., quam tuo antecessori 
me prestiti. Vale in Christo optime atque inter benivolentes 
unum me credito non vulgarem. Ex Nova Civitate die XV 
aprilis 1453. 

Tuus Eneas episcopus Senensis apostolice sedis orator. 

8. A. S. Nicoiao V. Pont. Max., d. Neustadt, 17. April 

1453; ibid. fol. 104b. 

Beatissimo pape Nicoiao quinto, summo pontifici ac 
domino nostro Eneas humilis episcopus Senensis sese com- 
mendatum facit. 

Beatissime pater et clementissime domine post devota 
pedum oscula beatorum et humilem mei recommendationem. 
Per tabellarium qui novissime hie fuit scripsi de pace inter 
Cesarem et Ladislaum regem reeepta, non tamen confirmata, 
quia ratifieatio ad tempus dilata fuit quod jam instat. Non 
seimus adhuc quid acturi sint Hungari, speramus tamen paei 
loeum futurum, nisi deus nos magis ac magis punire voluerit. 
De re PYisingensi pacatus est Cesaris animus, qui omnia in 
meliorem aeeipit partem que tua sanetitas agit. In facto 
Pataviensi reeipietur conclusio, pace ratifieata, scribeturquc 
in eleeti favorem. Eeclesiam ejus ex tuo munere commendari 
mihi expceto, neque timeo praticas multorum adversas, dum 
pictatem tuam mihi affectam vel non merenti sentio. Res 
Bohemie nonnihil mutationis habent. In festo divi Georgii ex 
morc gentis eonventus indietus est Präge. Sunt qui mutare 
conclusiones Vienne factas vellent, quidiun cas manutenere 
Student. Expeetabimus si deus dabit rei eventum. Mens 
Cesaris est, solidata pace hac cstatc ad impcrii partes ut 
ajunt ])r(^ficisci, quod elcetores cxpostulant, ut rcipubliee 



— 115 — 

labenti consulatur. Ego si pacem domi esse audirem meo 
tempore Senas') me reciperem. Sed audio, sie res se habere, 
ut necessarium mihi sit exihum diutius ferre. Commendo me 
tue beatitudini, cui parere presto sum. Ex Nova Civitate XVII 
aprilis 1453. 

9. A. S. Cardinali S. Angeli, d. Neustadt, 17. April 

1453; ibid. fol. 105 a. 

Reverendissimo in Christo patri domino Johanni cardi- 
nali Sancti Angeli domino suo Eneas episcopus Senensis s. 
p. dicit. 

Reverendissime in Christo pater et domine mi colen- 
dissime. Satis ut arbitror his diebus dignationi tue a me 
scriptum est, cum tabellarius apostoHcus hie fuit. Nam et 
paeem conclusam inter Cesarem et Ladislaum significavi 
et ad res Frisingenses Pataviensesque respondi. Nunc pauca 
ex more meo addam, ne quis sit qui meis litteris vacuus ex 
his regionibus ad tuam dignationem proficiscatur. Quod scri- 
bere volo hoc est. Expectamus in dies ratificationem pacis, 
nam festum sancti Georgii datus est terminus. Speramus 
quietem, nisi deo aliter visum fuerit. In Bohemia conventus 
ad dictum festum haberi debet. Sunt qui mutare datum ordi- 
nem vellent. Mihi non est exploratum quid sit reipublice 
Christiane melius, regem admitti per Bohemos ut est con- 
dictum, an excludi. Deus quod sibi melius videbitur efficiet. 
Hungari quiescunt, expectantes rebus bohemicis terminatis 
suum regem habere. De Turcho nihil audimus: utinam nun- 
quam aliquid audiremus! Neque enim rumor de ipso est, 
nisi cum nocet. Ego etsi optarem subveniri Grecis, plus tamen 
pacari Italiam cuperem, et amore patrie et ut domum reverti 
possem atque inter meos mori. Misi ad te pridem tractatum 
adversus Australes editum et historiam Gotorum breviatam. 
Nee scio an receperis,^) nam littere tue nullam efficiunt 
mentionem. Comiti Troie, viro nobili et virtute prestanti non 



1) Handschrift: Senis, 

2) Es ist irrthümlich »reciperitis« stehengeblieben. 

8* 



— ii6 — 

remotius celum fuit in agro Senensi morienti, quam si eum 
F^ispania occumbentem recepisset, neque rustica maniis mortem 
rcddidit turpiorem. Recommcndo me tue dignationi cui servire 
cupio. Ex Nova Civitate die XVII aprilis 1453. 

10. A. S. Cardinali Nicoiao S. Petri, episc. Brixi- 
nensi, d. Neustadt, 17. April 1453; ibid. fol. 105a. 

Nicoiao cardinali S. Petri ac pontifici Brixinensi, domino 
suo Eneas episcopus Senensis s. p. dicit. Reverendissime in 
Christo pater et domine colendissime, post humilem recommen- 
dationem. Pacem inter Cesarem et regem Ladislaum factam 
per tabellarium apostolicum tue dignationi notam feci , si 
modo tabellarius ad te venit. Pendere tamen ratificationem 
significavi. Ea nunc expectatur, nam divi Georgii festum ter- 
mino prefixum fuit. Speramus bene, nihil adversi audimus. 
Utinam non fallat nos opinio. In Bohemia nove res in dies 
oriuntur. Conventus jam Präge haberi debet, ut de rege reci- 
piendo concludatur. Sunt qui malignantur et qui datum ordinem 
effringere cupiunt. Quid in rem sit fidei Christiane non plane 
intelligo. Deus ipse que meliora erunt apparabit. De Turcho 
neque audio quicquam neque audire cupio, quoniam rumor 
ab eo veniens mala christianitati portendit. Cesar, si pacem 
habebimus, estate proxima Sueviam petere avet et reipublice 
consulere. Ego si nostra Italia pacaretur, domum magis 
peterem, quam eum sequerer. Supplico suadeatis apostolico 
eulmini omni conatu pacem Italie querat, frustra enim obsistere 
Turchi conatibus studebit, nisi domum quietam habuerit. Res 
Pataviensis ecclesie bene terminabitur, si pax hie habita rata 
erit. Expecto tuo auxilio electi ecclesiam mihi committi. Sum 
tuus ubique. Ex Nova Civitate die XVII aprilis 1453. 

11. A. S. J o h a n n i de L y s u r a , d. N e u s t a d t , 1 7. A p r i 1 

1453; ibid., fol. 105b. 

Eneas episcopus Senensis Johanni de Lysura optimo 
juris interpreti ot amico singulari s. p. dicit. Reverende pater, 
amico honorande. Accepi ex Romana curia litteras tuas, 



— 717 — 

cognovique uti de ine verba fecisti. Ago tue luiinanitati quas 
possum gratias. Dixi Cesari que jussisti. Is adhuc est in pro- 
posito fixus. Si paceni habebimus — nam promissa pax ad 
festum sancti Georgii latificari debet — est animus ejus cito 
ad imperium ascendere cic reipublice consulere. Et si facultas 
erit, illi rei dabit operam quam tu hie aperuisti. In facto 
Palatini nihil est innovatum, res est in primis terminis, culpa 
quorundam quibus et honesta et inhonesta venalia sunt. Tua 
tarnen prudentia huic vulneri medebitur. Imperator cum ascen- 
derit, principum consilio non privatorum ducitur et illius 
domini melior erit conditio. Rogo nie domino meo Trevirensi 
reverendissimo commissum facias, cui servire maxime cupio, 
eique sepe scriberem si tabellarios haberem frequentes. Vale 
optime et me ut soles') ama. Ex Nova Civitate die XVII 
aprilis 1453. 

12. A. S. Nicoiao Hungaro, Regis Ladislai secre- 

tario, d. Neustadt, 27. April 1453; ibid., fol. io6a. 

Die ursj)rüngliche Anrede in der 2, Sg. ist in diesem Briefe in die 2. PI. 
verwandelt, und dann diese wieder in die 2. Sg. corrigiert worden. 

Eneas episcopus Senensis Nicoiao Hungaro incUti regis 
Ladislai secretario amico probo s. p. dicit. 

Venerabilis amice honorande. Nimis me atque iterum 
nimis venerandus pater, episcopus Varadiensis, suis muneribus 
et quidem magnificis cumulat. Sufficiebat egregius equus, 
rursus me pellibus honorat, quibus uti reges decet. Oro meo 
nomine gratias sue dignationi dicas, meque sibi commendatum 
efficias. Ego illi optimam fortunam cupio successusque omnes 
felicissimos et honores qui sue virtuti conveniunt. Non possum 
non amare tantum patrem. Quis est adeo ferax atque im- 
manis, qui benefacientes non diligat. Virtus tanti domini non 
munera ejus ut apud me pignus amoris solidi eternique sit 
faxo. Tua quoque probitas inter nos erit media. Rogo deum 
supplexque peto, ut ceptum pacis negotium inter magnos 
reges, principes nostros ad calcem ducatur. Sic liberius sepe 



1) Es ist stehengeblieben »soletis< 



— I I <S — 

et sine ulla suspicione inter nos littere currcre poterunt. Quod 
scripsisti de Florentino mercatore curabo apud Cesarem ab- 
solvere. Si sua majestas annuet, gero tuo desiderio morem, 
Quod sequetiir ex voluntate ejus pendet. Id brevi faciam tibi 
notum. Scripsi nuper episcopo non breves epistolas misique 
cancellario Austrie illas ad eum dirigendas. Petebam com- 
mendari mihi historiam hungaricam. Nescio an meis litteris 
iter suum datum sit. Rogo id scisciteris ex cancellario ipso 
et si nondum misse sunt cura ut mittantur. Vale et me ama 
tui amantem. Ex Nova Civitate die XXVIP) aprilis 1453. 

13. A. S. Stephano Cancellario Au Striae, d. Neu- 
stadt, 18. (? 28.) April 1453; ibid., fol. 105 b. 

Der Brief ist zwar datiert vom 18. April, muss aber, wie sein Inhalt 
zeigt, nach dem vorhergehenden, dessen Datum auf den 27. April cor- 

rigiert ist, geschrieben sein. 

Eneas episcopus Senensis viro docto et venerabili Stefano 
cancellario Austrie s. p. dicit. Venerabilis vir amice carissime. 
Scribimus aliqua pro nostra benivolenti consuetudine reve- 
rendo patri episcopo Varadiensi, regni Hungarie cancellario. 
Sed quia nescimus ubi locorum is nunc sit, confisi de tua 
humanitate litteras ipsas ad te dirigere presumpsimus, neque 
enim dubium nobis est quin ad eum nuntios frequentes habeas. 
Rogamus igitur, scripta nostra ad eum quam celeriter trans- 
mittere velis. Id nobis singularis gratie loco erit. Et quoniam 
curias non ignoramus aliena scripta semper habere suspecta, 
ut liberius amico servire possis, non erit nobis molestum, si 
litteras nostras aperueris legerisque. Nihil enim de rebus a 
nobis scribitur que nunc aguntur. Tantum velis lectis omnibus 
epistolam claudere et itineri suo committere. Nos si quibus 
in rebus gerere tibi morem possumus admoniti non erimus 
desides. Vale et nos illustri principi comiti Cilie atque si fas 
est inclito regi L.adislao commissum facito. Ex Nova Civitate 
die XVIII aprilis 1453. 

^) Corrigiert aus XXIIII! Voigt nimmt vermuthlich wegen der 
Datierung des folgenden Briefes den 17, April als Datum an. 



— 119 — 

14- F r i d e r i c 11 s Imperator N i c o 1 a o V. Pont. IM a x., 

d. Neustadt, 20. April 1453; ibid., fol. io8a. 

Dieser und die drei folgenden Briefe sind vom Bischof Aeneas Sylvius 
im Namen des Kaisers Friedrich III. geschrieben. Über ihre Stellung 

siehe den 20. Brief. 

Beatissimo pape Nicoiao summo pontifici Fridericus 
Imperator s. p. dicit. Beatissime pater et domine noster re- 
verendissime. Quamvis non dubitamus S. tuam nostri honoris 
et commodi semper avidam esse, idqiie multis in rebus ex- 
perti sumus, tarnen quia multorum ad nos relatu deductum 
est, tuam clementiam nonnuUorum precibus importunis in- 
clinatam, primariarum precum nostrarum juri derogantes 
clausulas indulsisse, non possumus, aliquid super eo tue beati- 
tudine non scribere ac jus nostrum eidem iterum atque iterum 
commendare. Novit Sanctitas tua, hoc jus primariarum precum 
nostris antecessoribus competiisse, nosque illud a tua pietate 
confirmari obtinuisse. Ei si nunc derogas aliosque vel graciarum 
expectativarum vel indultorum vigore his prefers qui a nobis 
sunt nominati gratia nostra vel irrita remanet vel parvi mo- 
menti. Quod quidem non credimus esse tue mentis. Cum enim 
nostri antecessores omnes fere per Germaniam et Imperium 
sacrum ecclesias aut fundaverint aut fundatas magnifice am- 
pliaverint, non est res magna, si ad vite nostre tempus in 
quavis collatione unum duntaxat beneficium conferamus. Kam 
ob causam tuam sanctitatem, quam nobis et imperio sacro 
non ambigimus affectam, rogamus attente ut ex tue more 
benignitatis ita providere velis et ordinäre per regulas et de- 
clarationes oportunas, ut per quascunque gratias aut indulta 
quibusvis personis concessa aut in posterum concedenda 
nulluni his prejudicium generetur qui vigore primariarum 
precum a nobis concessarum beneficia quevis expectant. Id 
quamvis debitum sit, neque putemus nobis esse negandum, 
tamen pro singulari munere recipiemus (ex vestra sanctitate 
quam etc.). Datum in Nova Civitate XX aprilis 1453. 



I20 

15- Fri der i CLIS I niperator Card inal i S. Ang c 1 i, d. N e u- 
stadt, 21. April 1453; ibid., fol. io8b. 
Cardinali sancti Angeli ex parte iniperatoris. Fridericus 
imperator Johanni cardinali sancti Angeli s. p. dicit. Reveren- 
dissime in Christo pater, amice noster carissime. Intelleximus 
relatu non dubio, sanctum dominum nostrum per suas Htteras 
diversis personis concessas primariis nostris precibus derogasse. 
Quod nobis satis mirabüe videtur, neque putamus id ex sue 
pietatis mente penitus processisse, cum suam sanctitatem 
nostris honoribus et commodis semper inclinatam et affectam in- 
venerimus. Et certe hoc jus imperii sacri non exigit, ut alii nobis 
preferantur, cum nostri antecessores et Romane et omnibus eccle- 
siis infinita pene beneficia contulerint. Eapropter hortamur di- 
gnationem tuam, quam nobis et imperio sacro affectissimam 
minime dubitamus, ut apud eundem dominum nostrum instare 
velit, ut aliquam oportunam declarationem faciat efficacem, per 
quam tales derogationes penitus aboleantur et qui sunt vigore 
precum nostrarum expectantes beneficia nullatenus frustrentur. 
In ea re nobis singularem complacentiam Facies benigno favore 
prosequendam. Ex Nova Civitate die XXI aprilis 1453. 

16. Fridericus Imperator Petro de Noxeto, d. Neu- 
stadt, 21. April 1453; ibid., fol. io8b, 

Fridericus imperator Petro de Noxeto s. p. dicit. Specta- 
bilis fidelis, dilecte. Accepimus non incerto rumore, dominum 
nostrum sanctum in dies gratias facere diversas, per quas pre- 
cibus nostris primariis expresse derogatur. Que res nobis et 
mira est et molesta, cum juri nostro prejudicium fieri intelli- 
gamus et personas a nobis provisas decipi. Quod non credimus 
esse de mente domini nostri, cujus pietatem nostris commodis 
et honoribus affectissimam semper invenimus. Hortamur igitur 
te cui ctiam imperii honorem tueri incumbit, ut eidem domino 
nostro ex parte et nomine nostro supplices, ut tales deroga- 
tiones penitus annullet et declarationes faciat oportunas, per 
quas nostri nominati vigore precum ita beneficia consecjuantur, 
sicut apostolice litterc sonant neque postponantur aliis, ut 
Sit solidum et firmum (juod dominus noster nobis concessit 



— 12 1 — 

et quod nos aliis concediinus non sit frustratoriuin. In co 
nobis rem pergratani et debito tuo erga Imperium facies satis, 
nosque proinde tibi et tuis semper erimus gratiores. Datum 
in Nova Civitate die XXI aprilis 1453. 

17. Fridericus Imperator Henrico Senfleben, d. Neu- 
stadt, 21. April 1453; ibid., Fol. io8b bis 109a. 

Fridericus imperator Henrico Senfleben s. p. dicit. 
Honorabilis dilecte noster. Ex Reni et aliis partibus ad nos 
delatum est, litteras apostolicas reservationis et indulti gracias 
continentes emanasse, per quas primariis nostris precibus pre- 
judicium maximum infertur, cum tales littere nominatim de- 
rogationes nostrarum habeant precum. Quod nobis de domini 
nostri erga nos bona voluntate plurimum videtur mirabile, 
neque id a sua sanctitate expectavissemus. Namque cum nostri 
antecessores omnibus ecclesiis per Imperium constitutis bene- 
ficia quam plurima contulerint non est indignum, ut nos ad 
vitam nostram in quavis collatione unicum beneficium con- 
feramus. Invenimus enim antecessores nostros ex apostolice 
sedis beneficentia non canonicatus, prebendas aut parrochiales 
ecclesias solum, sed episcopatus per totum imperium con- 
tulisse. Eapropter hortamur te pro debito quo nobis et im- 
perio sacro teneris, ut apud sanctum dominum nostrum opor- 
tunam facias diligentiam et instantiam, quod tales derogationes 
annullentur, quodque declaratio fiat per quam nuUum dein- 
ceps nostrarum gratiarum vigore expectantibus beneficia in- 
ferri possit prejudicium, quin ipsi juxta litterarum apostolicarum 
nobis concessarum vigorem promoveantur et assequantur in- 
tentum. Ad quas res volumus, ut nostro nomine in assistentiam 
et directionem oportunam reverendissimos patres sancti Petri 
et sancti Angeli cardinales, amicos nostros carissimos requiras 
et horteris, quos nostri honoris cupidos non ambigimus. Super 
quo negocio quicquid acceperis nobis quantocius rescribas ut 
quid deinceps acturi simus, eo melius intelligamus. Similiter 
et de facto venerabilis episcopi Senensis, de quo tibi sepe 
scripsimus, que sit mens pape non differas nos reddere cer- 
tiores. Datum in Nova Civitate die XXI aprilis 1453. 



122 



i8. A. S. Nicoiao V., Pont. Max., d. Neustadt, 28. April 
1453; ibid., fol. io6a bis 107a. 

Beatissimo domino nostro pape Nicoiao Eneas Senensis 
sese commendatum facit. Beatissime pater et clementissime 
domine, post devota pedum osciila beatoriim et hiimilem 
mei recommendationem. Quibus conditionibus inter dominum 
Cesarem et Ladislaum Hungarie regem pax nuper condicta 
fuerit, superioribus litteris meis apud S. tuam satis testatum 
est. Iliud autem inter alia scripsisse me sum memor, quod 
ratihabitio ex parte Ladislai regis ad tempus expectari debuit. 
Id termini ad festum sancti Georgii prefixum fuit. Nunc mei 
officii est, quid secutum sit exponere. Expectatum est tempus 
ratihabitionis. Interea Viennenses et Australes ceteri summa 
ope nixi sunt, ut pacis leges approbarentur. Sed Hungari et 
comes Cilie non sunt visi ad rem bene animati. Contentiones 
multe intercesserunt, adeo ut Azingher qui maxime auctori- 
tatis inter Australes habetur, dicere auditus sit: »Magnum est 
quod imperatori promisimus, retrocedere indecorum est et 
alienum consuetudini nostre, qui teuere promissa solemus. Si 
qui sunt quibus fidem fallere parvum est, agant ipsi ex more 
suo, nos quod diximus ratum habere decet.« Sed nee sie ob- 
tinere potuit. Itaque cum terminus appropinquaret, neque ipsi 
Australes cum Hungaris et comite Cilie convenire possent, 
misit rex Ladislaus legatos ad Cesarem, qui dicerent rem 
adhuc pendere, quoniam comes Cilie diu absens fuisset neque 
in ejus reditu expediri negotium potuisset, quia idem comes 
in Moraviam de magnis rebus acturus processisset, peterentque 
terminum sancti Georgii ad sanctum Joannem Baptistam pro- 
rogari, id quoque addicerent, si placeret Cesari, reverso ex 
Moravia comite velle regem Ladislaum apud Balnea cum sua 
Majestate convenire, ducere secum comitem Cilie, guberna- 
torem Hungarie et alios qui ad pacis tractatum idonei vide- 
rentur. Eoque modo compositionem optimam esse sperandam. 
Quod si Cesar hanc conventionem abnueret, ut legatos saos 
ad Viennam mitteret, in eodem tempore peterent. De Pata- 
vicnsi quoque electo facerent verbum, ut pro eo tue S. scribe- 



— 123 — 

retur. Ad liec Cesar postquam deliberationem habuit in hunc 
modum respondit. Ait, se speravisse, in tempus ut condictum 
erat emitti ratificationem, mirari cur sit neglectum. Mutationes 
de conventu ad Balnea faciendo vel de mittendis ad Viennam 
legatis non videri necessarias. Ad complacentiam tarnen 
patruelis datum terminum cum suis conditionibus ad festum 
sancti Johannis prorogare se non invitum. Rem quoque Pata- 
viensem eodem modo differendam esse. Sic legati recesserunt. 
Nos in expectatione sumus. Possum ego nunc aliquantulum 
reprehendi, qui superioribus meis scriptis spem quemad- 
modum certam pacis feci. Sed fateor, me non esse profetam 
neque profete filium. Nescio Ventura, prudens futuri temporis 
exitum caliginosa nocte premit deus. Non debui tamen nimis 
polliceri. Confiteor erratum, sed fuerunt rationes alique me 
moventes quas tunc exposui. Neque ille nunc cessant. Australes 
magnopere servare cupiunt promissa, idemque dicunt velle 
plebes Hungarorum. Sed ajunt comitem Cilie et gubernatorem 
Hungarie adversos esse. Id putant qui plus sapiunt ea ratione 
fieri, quoniam non sit illis duobus pax utilis. Staute enim 
bello alter Ungariam, alter Austriam gubernabit et tonsis 
alienis ovibus bene sese vestient. Ouod si quieta sunt omnia, 
timent quietos populos iugum deponere. Interim quoque id 
Student ut Georgius de Poggiebrat secum sentiat et Bohemiam 
ipse dispilet, sicque tres viri tria imperia devorent. Rex puer, 
nobilis pupillus, nomine sit contentus. Nescio autem quo pacto 
res bohemice terminari poterunt. Dominus de Resis Georgio 
est adversus. Qui unum allicit alterum avertit. Ibi quoque res 
fidei multas difficultates habet. Non puto quod tractatum est 
locum habere de transitu regis in Bohemiam ad festum sancti 
Johannis. Sed stulte ago qui futura predicere audeo, deus hec 
sibi reservata retinet. Satis est mihi de preteritis loqui. Neque 
ista exacte scribi possunt, si quid ex auditu referendum est, 
raro enim duo consonant. Recommendo me tue beatitudini, ad 
cujus mandata promptissimus est animus. Ex Nova Civitate 
die XXVIII aprilis 1453. 



— 124 — 

19. A. S. Cardinali S. Angel i, d. Neustadt, 28. April 1453; 

ibid., fol. 107a. 

Domino Johanni Cardinali sancti Angeli patri doctissimo 
et optimo Eneas episcopus Senensis s. p. dicit. 

Reverendissime in Christo pater et domine mi colen- 
dissimc, post humilem recommendationem. Intellexisti ex meis 
litteris superioribus pacem inter regem Hungarie et nostrum 
Cesarem ex ratificatione ad festiim Georgii pendere. Nunc 
secutum quid sit accipe. Comes Cilie qui cum patre fuerat, 
dum res tractata est, reversus non videtur paci affectus neque 
ratam eam habere voluit. Fertur et gubernatorem Hungarie 
secum sentire. Australes in sententia perseverant optantque 
pacem. Ideo rex Ladislaus missis ad Cesarem legatis proroga- 
tionem termini ad ratificandum petiit usque ad festum sancti 
Joannis Baptiste proximum, idque concessum est. Petivit etiam 
rex idem, ut Cesar pro clecto Pataviensi ad dominum nostrum 
scriberet, qui rem hanc cum alia suspendit. Dignetur tua re- 
verenda paternitas dare operam, nc quid medio tempore in 
ea causa innovetur. Quod bonum puto pro sancta sede apo- 
stolica. Bohemi sunt in novo tractatu cum rege Ladislao, ad 
quos missi sunt in Moraviam comes Cilie et Ulricus Azingher. 
Alia non occurrunt digna notatu. Commcndo me tue reverende 
paternitati. Ex Nova Civitate die XXVIII aprilis 1453. 

20. A. S. N i c o 1 a o C a r d i n a 1 i S. P e t r i , d. Neustadt, 

18. (.? 28.) April 1453; it)id., fol. 107b. 

Kctrcffend die Datierung und Reihenfolge dieses und der zwei folgenden 
Briefe ist zu sagen, dass die Reihenfolge im Codex wohl beizube- 
halten ist. Auch Voigt, der dieselbe verändert, gibt zu, dass in Betreff 
des Datums ein Versehen obwaltet. Denn die darin berichteten Neuig- 
keiten sind dieselben, wie die an Papst Nikolaus am 28. April ge- 
schriebenen (ep. 18 und die an den Cardinal S. Angeli, ep. 19, welche 
im Codex unmittelbar vorhergehen). In diesen drei Briefen i^epp, 20, 
21 und 22) hieß es ursprünglich: Datum ut supra. Dafür wurde der 
18. beziehungsweise 19. April eingesetzt. Das ist irrig, nicht bloß wegen 
der Identität der Nachrichten mit denen vom 28. April, sondern auch, 
weil die im 18. Brief erwähnte Folge der Ereignisse es unmöglich 
macht, dass Aeneas, der im 10. Briefe vom 17. April noch vom Georgi- 



— 125 — 

tas als Ratificationstcrmin des Friedens zwischen Ladislaus und dem 
Kaiser spricht, am nächsten Tag (ep. 20) schon von einer Verschiebung 
desselben berichten könnte. Die vier Briefe des Kaisers aber (epp. 14 
bis 17), deren Datierung sicher ist (20. und 21. April), müssen demnach 

vorangestellt werden. 

Colendissimo patri, domino Nicoiao, cardinali sancti Petri 
ac pontifici Brixinensi Eneas episcopus Senensis s. p. dicit. 

Ut scias que geruntur apud nos, suscipe hec pauca. 
Conies Cilie, qui non fuit in tractatu pacis inter regem Ladis- 
laum et nostrum Cesarem habito, nunc a patre reversus nititur 
omnia solverc. Idemque fertur gubernator Hungarie querere. 
Australes servare promissa cupiunt, non potuit tarnen ratio- 
habitio in tempore fieri. Petita est dilatio ad festum s. Joannis 
Baptiste et concessa est. Bohemi cum rege Ladislao conventum 
habent in Moravia, ad quem missi sunt comes Cilie et Azingher. 
Dicuntur Bohemi novas res querere. Comes Cilie ut docti 
rerum ajunt, querit Georgiconem in regno Bohemie guberna- 
torem confirmare, ut sie tres viri tria magna dominia gubernent: 
Johannes Hungariam, Georgius Bohemiam, comes ipse Austriam. 
Quod difficile factu est staute pace. Ideo bellum queritur. Sed 
illi hoc, alii aliud Student facere. Superior deus que sibi ex usu 
Visa fuerint admittet. Res Pataviensis apud nos ut res pacis 
dilata est. Tua dignatio studeat ne Cesareo voto molestum 
aliquod fiat, cum modica dilatione poterit dominus noster S. et 
ecclesie prodesse et imperatori morem gerere. Commendo me 
tue reverendissime paternitati, cui servire cupio. Rogo ut 
studeas Italic nostre pacem dare, quamvis id nostris Italicis 
magis incumbat. Datum (u t s u p r a) in Nova Civitate 
XVIII Aprihs 1453. 

21. A. S. Petro de Noxeto, comiti Palatino, d. Neu- 
stadt, 18. (?. 28.) April 1453; ibid., fol. 107b. 

Eneas episcopus Senensis Petro de Noxeto, comiti Pala- 
tino, amico magno s. p. dicit. Magnifice et generöse comes, 
amice honorande. Accepisti nuper ex me, pacem inter Cesarem 
et regem Ladislaum tractatam ad festum divi Georgii pendere. 
Nunc scito protractam rem ad festum sancti Joannis Baptiste. 



— 126 — 

In causa est comes Cilie, cui bellum pace videtur antiquius 
et fortasse sibi ita usu evenit, qui propter inimicitias Austra- 
lium et imperatoris gubernationem regis Ladislai et Austrie 
adcptus est, quod nunquam in pace nactus fuisset. Seit im- 
peria hisdem teneri artibus quibus ab initio parta sunt, studet- 
que turbida esse omnia, sed unum ipse, aliud alii cogitant. 
Rex hominum et superum deus ex arbitrio suo cuncta disponit, 
nos futura providere non possumus. Ille quod factu optimum 
duxerit id amplectetur et nos quo voluerit ducet. Oro te 
domino nostro S. assidue instilles Italic paci operam det, ne 
hortus mundi dissipetur. Id ego maxime timeo, tanta est 
nostrorum hominum rabies. Opto pacem patrie, tum quia bene 
illi cupio, tum ne semper exulem, qui pace facta domum 
redirem. Vale. (Datum u t s u p r a.) Ex nova Civitate die 
XVIII Aprilis 1453. 

22. A. S. Henrico Senfleben, decano Wratislaviensi, 
d. Neustadt, 19. (? 28.) April 1453; ibid., fol. io8a. 

Eneas episcopus Senensis probatissimo amico, Henrico 
Senflebenn, decano Wratislaviensi s. p. dicit. Venerabilis amice 
carissime. Scripsi tibi superioribus meis litteris, pacem con- 
clusam fuisse inter Cesarem et regem Ladislaum, sed pendere 
ratihabitionem ad festum sancti Georgii. Verum id fuit. Sed 
interventientibus difficultatibus quas comes Cilie ingessit, iterum 
ratificatio ad festum sancti Joannis Baptiste prorogata est. 
Nescio quid sequetur, quamvis deo magis pacem quam bellum 
placere sciam. Ali(o)quin tamen peccata nostra quietem non 
mercntur. Ille quod melius erit nobis dabit. Australes maxime 
pacem Optant qui vident in sese omne belli pondus redundare. 
Ex Hungaria parum regi datur, minus ex Bohemia. Nunc 
dieta est cum Bohcmis in Moravia ad quam comes Cilie et 
Azinghcr missi sunt. Dicuntur Bohemi novas res querere. Alia 
non occurrunt. Commendo tibi negotia mea, maxime de annata 
remittenda. Si pax esset in Tuscia redirem domum. Vale et 
si Hernestus inde non reccssit, dicito ci, ut quantotius rcdeat. 
(Datum ut sui)ra.) Ex Nova Civitate die X Villi Ai)rilis 1453. 



— 12/ — 

2 3- A. S. Johanni Campisio episcopo Piacent in o, 
d. Neustadt, 5. Mai 1453; ibid., fol. 109a bis 109b. 

Eneas episcopus Senensis domino Johanni Campisio 
episcopo Placentino, amico precipuo s. p. dicit. 

Reverende in Christo pater, amice honorande. Johannes 
Nihili, astronomus insignis, heri ad me letus venit, bonumque 
se nuntium afferre ait. Percontantique mihi quidnam rei esset, 
optimus vir et amicus summus, inquit, tuus Johannes Cam- 
pisius, fama clarus philosophus, romane curie vetus mancipium, 
jam denique manumissus est, laborumque fructus accepit. 
Quero, quid factum sit, incipioque letari. Respondit venisse 
Roma hominem, qui Nicolaum Amidanum ex Piacentina 
ecclesia ad Mediolanensem translatum dicat, ecclesie vero 
Placentine, doctum quendam virum parvo corpore, grandi vir- 
tute, secretarium vicecancellarii prefectum esse, arbitrari te 
his denotatum signis. Do fidem, remque certam habeo, jam 
te pontificem factum. Afficior summo gaudio, felix nuntium, 
faustum novum mecum mente volvo fioque letior in horas, 
dum te crevisse intelligo atque inter principes ecclesie jam 
sedere. Nam etsi multe maioresque te eure quam prius urge- 
bunt, tua tamen virtus in altiori loco magis elucescet neque 
de lodice paranda semper anxius eris. Jam tibi mihique bene 
est, deus optimus maximo sacerdoti domino nostro gratias 
referat qui tui memoriam habuit Sit ei vita longa, quietus 
animus, bene parens christianus populus, quoniam ad doctas 
mentes inspicit atque benemerentes effert. Jam me sue pietati 
maxime obnoxium sentio, qui cum partem unam mei pro- 
movisset, nunc quoque alterius curam habuit: jam integer 
gaudeo. Sed nee reverendissimo domino vicecancellario me 
parum debere arbitror atque Noxetano nostro veteri sodali, 
quos rem tuam summo conatu juvisse non ambigo. Superest 
modo, in Italiam me reverti atque tibi convivere. Sic vita 
nostra jocondior erit, cum simul et vigiliarum et laborum 
meminerimus. Quod si nostra Etruria pacem haberet jamjam 
itineri me committerem. Sed vale tandem meque tuo ex more 
communi domino cardinali commendatum facito, cui has novi- 



128 — 

tates ex bis regionibus referre poteris. Cesarem habere pacem, 
non tarnen certam. Pendet enim adhuc ratihabitio, que cum 
debcret ad festum sancti Gcorgii preteritum fieri, jam pro- 
tracta est ad nativitatem Johannis Baptiste. Suntque qui dicunt, 
eam paceni ut dicta est minime amplexiiras partes. Idque 
comes Cilie siibordinat cui bellum pace magis frugiferum est. 
Inter Bohemos et regem Ladislaum conturbate aliquantulum 
res fuerunt. Nunc composite sunt. Georgius regni Bohemie 
gubernator et aliquot alii barones ad regem venerunt, triduo- 
que Viennc morati et honorati admodum bona mente re- 
cesserunt, regemque brevi in Bohemiam iturum coronamque 
recepturum ajunt. Ea summo pontifici dominus cardinalis ex- 
ponere poterit. Vale iterum. Ex Nova Civitate Austriae die 
V Maii 1453. 

24. A. S. Nicoiao Amidano archiepiscopo Medio- 
lanensi, d. Neustadt, 5. Mai 1453; ibid., fol. 109b. 

Eneas episcopus Senensis domino Nicoiao Amidano, 
archiepiscopo Mediolanensi patri optimo. Reverendissime in 
Christo pater et domine colendissime. Credo te certum esse, 
promotio tua etsi omnibus placeat, paucos tamen esse qui tantam 
inde voluptatam acceperint, quantam mihi magis sentio quam 
possum dicere contigisse. Nolo igitur multa de meo gaudio 
dicere tibi qui me intus et in cute nosti, qui mearum omnium 
cogitationum es conscius. Satis est te scire scriptum mihi esse, 
Mediolanensis ecclesie maxime atque vetustissime et Itahe 
primatis pontificatum accepisse. Novi ego Bartholomeum de 
la Capra concivem tuum, doctum et darum poetam, dum illi 
ecclesie praefuit, qui me loco filii dilcxit. Successor ejus 
Franciscus de Picciolpassis Bononiensis vir qui studio litte- 
rarum vite mores equavit, dum Basileae fuit, raro sine me 
prandere voluit. Sepe me domo traxit et invitum, libros omnes 
mihi communicavit, prcposituram sancti Laurentii contulit, 
pluribus me beneficiis cumulavit. Post illum de Sancta Rosa 
vir nobihtatc generis et vite sanctimonia illustris me quoque 
inter amicos habuit. Quartus qui ei substitutus est de Vice- 
comitil)us notus mihi fuit nomine tantum. Sed non debuit 



T 29 — 

illa ecclcsia pastorem habere qiii nie non amarct. Itaque venit 
ad tc, cui me dilectissimum atque carissimum scio, qui me 
quamvis sine merito tarnen maxime colis. Estqiie inter nos 
amicitia verax, que nullo tempore extingui potuit, neque ex- 
tinguetur. Deus igitur tibi longiorem quam Ulis vitam prebeat, 
faxitque ut simul aliquando vivamus. Multo enim mihi suavior 
crit tecum vita quam cum ilHs fuit. Nam etsi ut ilH doctrina 
et vite bonitate me superarunt tu quoque superas, etas tamen 
inter nos convenit. Ambo enim in vespero sumus. Apud illos 
autem cum essent senectute graves, mihi levis juventa fuit. 
Vale et apud summum presulem cura, nostra ut Italia pacem 
recuperet. Sic me quoque recuperabit. (Datum ut supra.) Ex 
Nova Civitate die V Maji 1453. 

25. A. S. Raphaeli Primaditio, decretorum doctori 
ac vicario suo, d. Neustadt, 7. Mai 1453; ibid., fol. iioa. 

Eneas episcopus Senensis docto viro RaphaeU Prima- 
dicio, decretorum doctori ac vicario suo s. p. dicit. Venera- 
bilis, dilecte noster. Ex Utteris tuis quas novissime ad nos 
misisti, cognovimus te admodum esse turbatum, tum propter 
diutinam absentiam nostram, tum quia necessarii nostri sepe 
te molestant in rebus judiciaHbus, nunc hoc nunc illud petentes 
quod tibi non videtur concedere justum. Verum ut paucis tecum 
agamus, nos te quidem boni et equi tenacem esse non dubitamus. 
Ideo te judicem nostro loco constituimus, scientes quia non 
poneres in agiUtate tua scandalum neque timeres faciem po- 
tentis, quodque nemo tibi nisi jus imperaret. Quod te facere 
gaudemus, neque nos aUud cuiquam nostrorum aut scripsimus 
aut injunximus unquam. Ideo te rogamus ut perseveres quo 
cepisti modo, neque magni pendas rumores. Sine loqui homines 
que vehnt, tu tamen rectus esto. Verum illud vide, ne dum 
proximorum nostrorum voces parvi facis resistisque indigna 
petentibus, alios quosvis audias, comminantes prohibentesque 
malefactores punire. Nam te omnibus terrori esse convenit, 
qui vitam non bonam ducentes dominicum gregem inficiunt. 
Id tute optime nosti canonum peritia callens, tu nostram per- 
sonam geris. Ita tc facere oportet ac si esses episcopus. Pone 

9 



^ 130 — 

te nostram personam gerere et habere vicarium, atque ea 
facito qiie tuum vicarium facere velles. Noli nobis absentibus 
deesse, dura donec revertamur. Insigncm tenes locum, magi- 
stratus ut nosti virum ostendit Habes teathrum ubi tuam 
virtutem ostendas. Nos quidem cum magna molestia domo 
absumus, cupimusque magnopere ad nostros reverti lares. Sed 
adversantur nobis tempora. Bellum quod apud vos est et 
patrie nostre conditio exilium nobis temporale indicit. Credimus 
tc tua prudentia cognoscere eos turbines qui nunc patriam 
agitant non suadere nostrum reditum. Nam etsi episcopum 
tunc maxime domi esse decet, cum sunt adversitates, suis ut 
filiis consulat omnique ope sit presidio, id tunc demum verum 
est, quando filiorum animus consilii capax in bonam partem 
monita parentis accipit. At ubi frustra nitendo nil aliud quam 
odium queras, silere atque abesse satius est, donec tempus 
meliora permittat. Nos et nationem nostram novimus et civium 
nostrorum, cum bellum viget, mores. Expectamus pacem, quam 
si deus dabit, e vestigio nos domi habebis. Age igitur, mane, 
persevera, bonum habeto animum. Virtus in adversitate per- 
ficitur. Nos tui memores et amantes sumus. Vale. Ex Nova 
Civitate Austrie VII die maii 1453. 

26. A. S. Francisco Tholomeo juris interpreti et 
canonico Senensi, d. Neustadt, 7. Mai 1453; ibid., 

fol. I loa. 

Eneas episcopus Senensis Francisco Tholomeo claro 
juris interpreti et canonico Senensi s. p. dicit. Extra tuam 
memoriam dati sumus, postquam Senis abscessimus, qui nihil 
ad nos scribis. Nos tamen tui sumus memores et amamus 
tuam virtutem. Cupimus aliquando ad nos litteras des, quibus 
de tua et aliorum amicorum valitudine certiores reddamur. 
Accepimus dominum Johannem Delagazaria canonicum alium 
nostrum jam episcopum Grossetanum factum esse. Id nobis 
summe voluptati est, qui viri virtuti afficimur. Speramus te 
aliquod suorum beneficiorum consecutum, nisi tua fortuna te 
pauperem amet. Nos reverti domum admodum cupimus. Sed 
terret nos patrie turbatio. Vellemus in pace domi esse, quod 



— 131 — 

nostre conditioni conducerc nosti. Rogamus> te vicariimi 
nostrum ad patientiam atque perseverantiam horteris, ne 
terreatur cujusquam minis. Nos ex co nihil exigimus, nisi ut 
Omnibus equa lance jus reddat. Vale, et nobis aliquando ali- 
quid scribe. Confratres tuos et nostros canonicos nostro nomine 
salvos dicito. Ex Nova Civitate ut supra. 

27. A. S. episcopo Grossetano, d. Neustadt, /.Mai 1453; 

ibid., fol. I lob. 

Eneas episcopus Senensis reverendo patri Johanni epi- 
scopo Grossetano s. p. dicit. Reverende in Christo pater, 
amice honorande. Capellano meo Thome, tui amanti ex domo 
sua scriptum est, Grossetane urbis episcopum te factum esse. 
Nee aliud quidpiam. Id resignatione tui avunculi gestum 
arbitror, qui ei ecclesie prefuit. Nam senio gravis tibi fortasse 
loco cessit. Id si verum est, admodum mihi placet qui te 
fratris et habeo et amo loco. Neque alium pontificem illa 
ecclesia te mihi gratiorem assequi potuit. Oro te ne me 
dubium diu teneas, namque si te episcopum sensero, maturius 
domum repetam, habens equalem in ordine meo quocum 
vivam amice atque suaviter. Interim meam ecclesiam meosque 
omnes tibi commendo. Atque ut Franciscum Tholomeum juris- 
consultum perspicacem et sacerdotem mundum ex pristina 
consuetudine diligas et observes oro. Vale. Ex Nova Civitate 
(ut supra) VII die maii 1453. 

28. A. S. Gregorio (Lollio) j urisconsulto et fr a tri, 

d. Neustadt, 7. Mai 1453; ibid., fol. iiob. 

Eneas episcopus Senensis fratri suo Gregorio juriscon- 
sulto prestabili s. p. dicit. Quamvis te magnis reipublice curis 
occupatum non ambigo, non tamen excusatum te habeo in 
tam diutino silentio. Quis enim est qui non aliquando ami- 
corum memor temporis aliquid furetur, in quo scribat amico 
saltem se vivum esse. Verum ego postquam Senis abscessi, 
cujus rei annus est, nihil a te litterarum accepi. Rogo igitur 
negligentiam corrigas et aliquando mihi de statu tuo nostrorum- 
que omnium et totius urbis conditione scribas. Cupio enim 



— 132 — 

audire quibiis in terminis res nostre site sunt et an mihi tiito 
redeundum sit. Neque enim stante hello cum Florentinis aut 
ardente patria dissensionibus meum reditum existimo necessa- 
rium. Et tarnen crucior longo exilio. Tu ergo mihi quid sit 
ex usu scribito qui melius presens omnia nosti. Magnificis 
dominis nostris meo nomine hec dicere poteris. Imperatorem 
mediante germano suo pacem cum Ladislao rege Hungarie 
inivisse que in festo sancti Georgii jam preterito ratificari 
debuit, sicut hoc a me ante scriptum est. Verum ratiliabitio 
protracta est et ad festum Joannis Baptiste fieri debet, si animi 
erunt ad rem ipsam inclinati, quod de Hungaris jam negatur. 
Gubernator regni Bohemie Vienne per hos dies fuit com- 
posuitque Utes omnes cum rege Ladislao qui brevi petere 
Bohemiam debet et ibi coronationis festum celebrare. Neque 
alia modo. Genitricem tuam, fratres sororesque meo nomine 
ut salvere jubeas oro. Francisco Patritio, Georgio Andrentio 
et amicis ceteris ut salutes dicas utque rem Beltrami absolvas 
peto. Ex Nova Civitate VII maii 1453. 

29. A. S. Jacobo de Tholomeis comiti Palatino et 

i n s i g n i j u r i s c o n s u 1 1 o, d. N e u s t a d t, 6. (?) M a i 1453; 

ibid., fol. 1 1 1 a. 

Das diesem Briefe beigegebene Datum scheint kein genügender Grund 
zu sein, von der Reihenfolge im Codex abzugehen, zumal er mit dem 
folgenden Briefe auf das engste zusammenhängt. Es ist also wohl der 

7. Mai zu setzen. 

Eneas episcopus Senensis fratri suo Jacobo de Tholo- 
meis, comiti Palatino et insigni jurisconsulto s. p. dicit. 

Eximie doctor, frater amantissime. Cognovi ex tuis 
litteris, Franciscum nepotem meum ad te venisse sanum tibi- 
(jue carum esse. Id mihi voluptati est, scio te curam ejus 
habere, ut moribus et doctrina clarus evadat. Placet illum 
AndreeBentii, prestabilis jurisconsulti, auditorem esse. Andream 
enim fratris loco habeo, nee me dubium habet, eum amare 
que mea sunt. Verum quia grammatica hostium est omnium 
disciplinarum, cupio Franciscum in ea doctum fieri. Idque tue 
eure committo. Mittam til)i aliquid argenti quo cum vestias. 



— 133 — 

quam prinium scivero viriim venire ad te cui tuto aurum 
committi possit. Auctutn esse tibi salarium gaudeo, et merito 
factum non ambigo. De litteris consiliariatus allocutus sum 
Caesarem, cui res persuasa est, tuarn virtutem dignam eo 
honore ducit. Litteras conscribi jussit, sigillate expediteque 
fuerunt, mox ad te mittentur. Interim bono animo esto. Con- 
jugem tuam, honestam et prudentem feminam meo nomine 
salvere jube, filios omnes benedicito. Opto quam primum 
domum repetere, sed tribulatio patrie me deterret, in qua 
nostri generis homines sine pace tuti esse non possunt. J. do- 
mino duci meo nomine has novitates dicere poteris. Pacem 
esse inter Cesarem et regem Ladislaum eo modo compositam, 
ut nuper scripsi, verum ratihabitionem que ad festum sancti 
Georgii fieri debuit rursus ad nativitatem sancti Joannis Baptiste 
prorogatam esse. Id facit comes Cilie cui bellum quam pax 
utilius esse videtur. Neque fortasse male opinatur, quoniam 
Australes pacem habentes imperium ejus minime ferrent. 
Georgius, regni Bohemie gubernator, nuper Viennam venit 
biduoque cum rege Ladislao moratus recessit. Nunc Bohemi 
conventum habent tractantque quo pacto regem recipiant 
atque coronent. Id brevi futurum speratur. Rex ipse modo 
apud Balneas letam vitam agit, itinere quattuor horarum a 
nobis abest. Vale. Ex Nova Civitate Austrie die VI mai 1453. 

30. A. S. Andreae Bentio, jurisconsulto insigni, 
d. Neustadt, 7. Mai 1453; ibid., fol. 1 1 1 a. 

Eneas episcopus Senensis Andree Bentio jurisconsulto 
insigni s. p. dicit. Eximie doctor, amice optime. Preter sen- 
tentiam ex sententia meus nepos auditor tuus factus. Non 
putavi hoc tempore id fieri. Nulli tarnen eum quam tibi 
discipulum contigisse magis placere po[test].^) Vestra familia 
semper nostre conjuncta fuit. Genitor tuus Hugo medicorum 
sue etatis sine content[ione] princeps. Patrem meum Silvium 
dilectum habuit. Inter nos vetus benivolentia est. Gaudeo meum 
nepotem apud te esse. Nihil commendo, nihil rogo, scio te plus 



1) [ ] Fehlt, am Rande weggeschnitten. 



— 134 — 

acturum quam nostre pieces efficere possint. Satis est te 
nosse illum esse meum. Sic cnim tuus est, quoniam amicorum 
inter sese communia omnia sunt. Vale et prestantissimum 
germanum tuum magistrum Sozinum, tuam consortem totam- 
que familiam meis verbis salvam dicito. Ex Nova Civitate 
(ut supra) VII die maii 1453. 

31. A. S. Cardinali Francisco, episcopo Portuensi 
et V ic ecancellar io, d. Neustadt, 14. Mai 1453; ibid., 

fol. 1 1 1 b bis 112a. 

Eneas episcopus Senensis reverendissimo in Christo 
patri domino Francisco, sacrosancte Romane ecclesie cardinali 
episcopo Portuensi ac vicecancellario s. p. dicit. Reveren- 
dissime in Christo pater et domine mi colendissime. Post 
humilem recommendationem. Scribunt mihi amici mei qui Rome 
sunt, reverendum patrem Johannem Campisium ad ecclesiam 
Placentinam esse promotum. Idque tua cura, tuoque non 
parvo conatu factum affirmant, plurimumque tuam digna- 
tionem extoUunt, que familiäres suos benemerentes efferre 
studet. Id ego maxima cum voluptate accepi, quippe quia 
amico singulari, quia fratri optimo, quia bono doctoque viro 
jam tandem bene successisse cognovi. Sentio me propterea 
magnopere obligatum tue dignitati, nam Johannis Campisii 
promotionem duco meam. Quecunque in eum beneficia con- 
feruntur, ea quoque in me collata recipio. Duobus jam et 
viginti annis inter nos amicitia continuata est, diu Basilee,^) 
Mediolani, Novarie, Papieque simul viximus. Postea sepe locis 
disjuncti fuimus, nunquam animis separati. SoHda semper sta- 
bilisque nostra benivolentia mansit, sane quod ex honesto pro- 
fecta erat. Itaque dum mihi episcopatus obvenit, non me 
nisi medium provectum(in ahum ascendisse)^)putabam, Johanne 
in quo pars mei altera vivebat demissius agcnte (inter in- 
fime plebis vulgus remanente).^) At nunc cum eo integer sum 
promotus. Ago dignationi tue gratias. Utinam aliquando meam 



^) Handschrift: Basilc. 

2) Correctur im Codex nach der Niederschrift. 

^) Correctur während der Niederschrift. 



- T35 — 

voluntatem ostendere possim. Verum ne sim verbosior apud 
magnum patrem, epystolam claiidens id solum peto, ut Placen- 
tino episcopo collatiim beneficium non illuni tantum sed me 
quoqiie obnoxiuni tue dignationi tenere putes, illoque veluti 
filio, me tanquam mancipio utaris atque ambos pro fide de- 
votioneque caros habeas. Ex Nova Civitate (ut supra) pridie 
idus majas 1453. 

32. A. S. Nicoiao V. Pont. Max., d. Neustadt, H.Mai 
1453; ibid., fol. ii2abis 112b. 

Nicoiao summo pontifici Eneas episcopus Senensis sese 
commendat. Beatissime pater et clementissime domine post 
devota pedum oscula beatorum et liumilem recommendationem. 
Que tua beatitudo facit, etsi omnes commendant, ego quoque 
laudare admirarique soleo cuncta. In promotione tarnen clari 
viri et optimi patris, Johannis Campisii, quem nunc ad epi- 
scopatus culmen evectum amicorum littere tradunt, parumper 
hereo, plus ne merita hominis tandem cognita premiataque 
laudem, an diutius neglecta postpositave culpitem. Sed cum 
res omnes mente volvo, intelligo beatitudinem iuam non tarn 
potuisse antehac, quam voluisse, benemerenti viro prodesse, 
expectasseque tempus idoneum, quod modo non frustra datum 
est. Itaque fateor ingentes gratias tue beatitudini referendas, 
cum ab omnibus Johannis amantibus tum a me qui ei ve- 
tustissimus amicus sum, quique eum pietati tue sepe com- 
mendatum feci. Sed non possum gratias nisi verbales reddere, 
animo gratus esse possum, facto non possum. Sufficere quo- 
que Romano pontifici non ambigo, animos ei hominum affectos 
esse, cetera ei abunde suppetunt. Ego quidem Johanne pro- 
moto apprime gaudeo, nam et virtuti sua premia reddita video 
et sodalem optimum e terra levatum. Tum quoque illud mihi 
voluptati est, quod benefactum hoc tue sanctitatis bene locatum 
omnes qui Johannem norunt summo studio probant, laudant- 
que tuam providentiam, que viros virtute prestantes extollit. 
Ac tantum de promotione Johannis dixisse voluerim. De rebus 
communibus hec scribenda se offerunt. Georgius Bohemie 
gubernator ut nuper scripsi superioribus diebus biduo Vienne 



— 1^.6 



y 



fuit, lediitqiie domiiin donatus. Ajunt coronationem regis 
Ladislai ad festum nativitatis dominice protractam esse, quia 
non sint regi peciinic in eam rem deprompte. Apud Viennam 
pestis incipit, neque locus hie mundus est. Imperator Grez 
petere instituit, ubi eum imperatrix manet. Rex Ladislaus 
niiper legatos misit, dicens se maximo conatu apud Hungaros 
instetisse, ut pacem que dicta esset amplecterentur. Illos vero 
omnino negasse, quia regni limites liberos intactosque alieno 
dominio vellent, dixisseque regem ad vendicationem confinium 
juramento obnoxium. Rogabat ergo imperatorem, pro castris 
Hungaricis alia in Austria reciperet. Quod imperator respuit, 
dicens, nova que offerebantur castra longe minoris esse quam 
Hungarica. Decretum igitur est expectari quod in festo Johannis 
Baptiste responsi detur. Inter Norimbergenses et Albertum 
marchionem Brandeburgensem pax conclusa est. Itaque non 
erit ea de causa necessarium ascendere ad imperium, nisi 
alia causa vocet. Idque nobis voluptati est qui domi libenter 
sumus. Nee alia modo. Commendo me vestre pietati. Ex Nova 
Civitate (ut supra) pridie idus majas 1453. 

33. A. S. Johanni Campisio episcopo Placentino, 
d. Neustadt, 14. Mai 1453 ; ibid., fol. 1 12b bis 113a. 

Eneas episcopus Senensis reverendo patri Johanni Cam- 
pisio, episcopo Placentino s. p. dicit. Reverende in Christo 
pater, amice honorande et domine honorande. Fecisti probe 
qui primus omnium tuam mihi promotionem significasti neque 
me letitie tue diu expertem esse voluisti. Sed nihil est quod 
amantem diu latere possit. Rumor prius ad me venit, quam 
tu scriberes. Id meis ex litteris intelliges. Nam biduo ad te 
ante litteras dedi quam tua scripta reciperem, volavit ad me 
felix nuntium et animum de tua fortuna anxium letum fecit. 
Non dico tibi quis sit meus animus, nam tu illum atque ego 
iuxta novisti quippe qui medium ejus possides. Quo sim 
gaudio ex te ipso intcUigis. Que tua voluptas est etiam mea 
est. Una promotio, una letitia amborum est. Plenum gaudium 
sola locorum distantia impedit. Nunc me reverti, nunc te visere 
atque amplccti desiderium tenet. Scd dabitur hoc quoque 



- ^^7 — 

aliquando, si divina pietas eo nos viiltu intueri pergit ut 
modo cepit. Miiltum ego summo sacerdoti, inultum reveren- 
dissimo vicecancellario, nee minus Petro Noxetano fateri me 
debeo, qui tui fuerunt memores, qui tuam virtutem extulerunt, 
qui tuis laboribus premia contulerunt ac paupertati demum 
tue fincni imposuere. Deus bis tuo meoque nomine bona 
digna retribuat. Ego his scribo quemadmodum ex copiis 
litterarum mearum quas his includo cognosces. Si tibi visum 
fuerit curabis scripta mea eis ut restituantur. Vale. Et que 
pontificis sunt jam tibi arma compara et nobis scribe frequen- 
tius. Ex Nova Civitate (ut supra) pridie idus majas 1453. 

34. Pride ricus Imperator Nicoiao V. Pont. Max., 

d. Neustadt, 14. Mai 1453; ibid., fol. 113a. 

Ein Brief des Kaisers an den Papst Nikolaus V., der aber sicher von 
Aeneas geschrieben ist; er fehlt bei Voigt. 

Fridericus imperator sanctissimo patri Nicoiao pape 
quinto s. p. dicit. Beatissime pater et domine noster reveren- 
dissime. Gratissimum fuit nobis vestre sanctitatis breve quod 
novissime accepimus. In quo vestra erga nos ingens et sin- 
gularis benivolentia atque ardens affectio relucet. Nee aliter 
unquam de vestra mente concepimus. Et quamvis negotium 
Frisingensis ecclesie preter nostrum propositum fuisset ex- 
peditum, tamen persuadebamus nobis ipsis id quod nunc 
vestra beatitudo scribit, id videlicet actum ex importuna 
multorum pulsatione, et ut nobis in aliis rebus eo liberius 
complacere possetis. Atque hoc menti nostre immobiliter sedet 
Namque cum nos omni affectu omnique studio vestre sancti- 
tatis et apostolice sedis honorem et promoverimus semper et 
vita comite promovere intendamus, certissimi sumus non dis- 
similem animum vestrum erga nos et imperium sacrum in- 
venire, quemadmodum in coronatione nostra et aliis multis 
in rebus experiendo reperimus. Itaque credimus sine ulla hesi- 
tatione nostri et honoris et commodi vestre beatitudini curam 
et Studium esse. Quod de Pataviensi ecclesia sanctitas vestra 
polUcetur, grato et benivolenti recipimus animo, ne qui nobis 
adversi sunt cornua erigant, si nobis invitis illa ecclesia dis- 



- 138 - 

ponatur. Speravimus autem brevi mentem nostram circa eam 
rem scribere, sed negotia aliquantulum immutata sunt. Nam- 
qiie cum ratificatio pacis ad festum sancti Georgii jam 
preteritum fieri debuisset postea tamen dilata est iterum ad 
nativitatem sancti Johannes Baptiste. Que si tunc habebitur 
non differemus mentis nostre concepta super ea ecclesia 
scribere, confidentes beatitudinem vestram et in liac et in 
Omnibus rebus preces nostras benigne audituram. Quam di- 
vina pietas diutius et feliciter conservare dignetur ad votum 
et prosperum statum ecclesie sue sancte. Datum in Nova 
Civitate pridie ydus maius 1453. 

35. A. S. Nicoiao Cardinali S. Petri, d. Brück, 24. Mai 

1453; ibid., fol. 113b. 

Reverendissimo in Christo patri domino Nicoiao Car- 
dinali Sancti Petri Eneas episcopus Senensis s. p. dicit. 

Reverendissime in Christo pater et domine mi colen- 
dissime post humilem recommendationem. Accepi litteras tuas 
humanitatis et officij plenas, quibus de beneficijs electi Pata- 
viensis mentionem facis, ago gratias et pro domino Ulrico 
Sonembergher et pro me : quoniam ambobus prodesse cura- 
visti. Sed non sunt beneficia tua, que verbis compensari 
possint, facta autem mihi desunt; itaque malo silere quam 
ineptus videri. Allocutus sum Ulricum de via tua ad concor- 
diam accomoda. Sibi quamvis pax accepta plurimum sit, eam 
tamen honori suo non putat conducere. Cupit sibi primum 
provideri, postea intendit monita et consilia tua sequi. Sic 
enim sperat, rumorem extingui, qui eum esse extra pontificis 
maximi gratiam predicaverat. Super ea re suas Htteras habebis, 
ideo non me magis extendo. Verum hec res non poterit cito 
fieri, (juia pax tractata neque ratificata est, neque in brevi 
ratificanda creditur, prorogatum est hoc negotium ad nativi- 
tatem S. Johannis Baptiste. Forsitan et ulterius prorogabitur, 
ut sunt mores hominum. Cesar autem quantum suspicor non 
Contentabitur electum promoveri, nisi pax firmetur. Sic nego- 
tium in longum ibit, interim tua dignitas de hac re proterit 
amplius agitare. De alio negotio meo non est, quid refricem. 



— 1 39 — 

Satis est superque satis, pontificem maximum de me bene 
cogitare mihique bene agere velle. Id ego et Cesaris scriptis 
et vestre promotioni ac Reverendissimi domini mei Sancti 
Angeli adiumento ascribo, sumque ipsa voluntate contentus 
et si nihil amplius sequatur. Cesar rem ex se movit, ipse 
sequatur, ego tarnen omnibus sum obnoxius, qui mihi bene 
esse cupiunt, quod de tua dignatione minime dubito. De novi- 
tatibus parum est, quod queam scribere. Bohemi nunc con- 
ventum Präge habent. Cupiunt regem cito ad coronationem 
proficisci. Australes excussi auro dilationem petunt ad nativi- 
tatem dominicam. 

Nescio quid sequetur. Venit nudius tercius unus ex 
Praga, qui ait multa verba facta esse de restitutione bonorum 
ecclesiasticorum, sed nuUum esse magis adversum, quam domi- 
num de Rosis. Ego nulli eins rei mentem bonam esse opinor, 
gravis res est et odiosa omnibus restitutio. In Reno bella sunt, 
que nota magis tue dignationi quam mihi arbitror. Norim- 
bergense discidium etiam compositum esse non ambigo te 
cognovisse. Ex Pruk, die XXIV maij 1453. 

36. A. S. Petro de Noxeto, d. Brück, 25. Mai 1453; 

ibid., fol. 1 14a. 

Eneas episcopus Senensis magnifico et alto comiti domino 
Petro de Noxeto s. p. dicit. 

Magnifice et generöse comes maior honorande. Grate 
sunt mihi semper littere tue, ex quibus te bene valere intelligo 
et mei amantem perseverare. Nuntius apostolicus, qui scripta 
tua ad me detulit, XIX maij ad Novam civitatem venit, mox 
Cesari apostolicum breve tradidi, quod sibi gratissimum et 
acceptissimum fuit, multumque illa verba humanitatis et beni- 
volentie plena Sue Serenitati placuerunt. Inter alia vero maxime 
libuit quod de Pataviensi ecclesia scribebatur. Timebat enim, 
ne sine suo consensu de illa provideretur, optime fecit pietas 
domini nostri scribendo, que illo in brevi continentur. De pre- 
positura quoque magistro Vlrico Sonembergher conferenda 
admodum gratus Cesar est. Ego vero tibi gratias ago qui 
factum ecclesie parrochialis pro me retinende apud dominum 



— I40 — 

nostrum expedivisti. Facis enim ex tuo more amico consulens. 
Cesar tibi valde affectus est. Nuper dixi m. sue de tuis fami- 
laribus, quibus adversaiij dati sunt in primarijs precibus. Id 
multum sue pietati displicuit dicenti, nolle te offendere quo- 
vis modo bonum amicum, sed res per errorem sie acta est. 
Littere pro tuis familiaribus Venetijs raptim expedite fuerunt 
per cancellariam Australem neque registrate fuerunt. Postea 
omnes littere primariarum precuni per imperialem cancellariam 
expedite sunt, venerunt igitur, qui petiverunt primarias preces 
ad collationem tuorum familiarium. Qui regit cancellariam im- 
perialem retulit Cesari locum vacare atque ita contulit per 
ignorantiam. Et quippe Cesari res molesta est et quamvis ad 
ecclesiam Tridentinam consanguineus sui marescalli preces 
obtinuisset, tamen mandavit, fieri declaratione[m] pro tuo fami- 
liari litterasque lator presentium deferet. In collatione vero 
Metensi, quam Desiderius tuus obtinuerat, quia filius mar- 
chionis badensis nominatus est, quamvis per errorem, non est 
Visum Majestati Cesaree, illum principem, consanguinem suum, 
offendere, neque familiari tuo nocere intendit, sed dimittit unum 
quemque in suo jure. Cupit tamen Cesar te intelligere rem 
factam esse per errorem ut supra dictum est. Nee plura de 
hoc. Que sunt apud nos nova non scribo tibi, quia ex litteris 
meis ad. d. n. s. singula intelliges. Cupit Cesar habere agnos 
dei iam noviter consecratos, sicut dominus noster sibi pro- 
misit, jussitque hoc me domino nostro scribere, quod factum 
est. Rogo tamen te ut rem hanc promoveas, ne oblivioni 
detur, et si fieri potest cura, ut aliqui etiam mihi inter illos 
mittantur. Vale mei ut soles memor et amans. Ex Pruka, 
Stirie, die XXV maij 1453. 

37. A. S. P h i 1 i p p o C a r d i n a 1 i B o n o n i e n s i , d. Graz, 
27. Mai 1453; ibid., fol. 114b. 

Eneas episcopus Senensis Reverendissimo patri domino 
Philippo Cardinah Bononiensi s. p. dicit. 

Reverendissime in Christo pater et domine mi colen- 
dissime, post humilem recommendationem. Non scripsi hactenus 
tibi, quamvis ope tua indigcrem. Sciebam enim bono patri 



— HI — 

non opus esse monitore. Td confirmant amici ex urbe redeuntes. 
Aiunt enim, dignationem tuam mei memorem sepc de nie 
verba fecisse, rebusque meis bene affectam fuisse. Itaque 
possem videri rusticanus aut paulo rudior, nisi benignitati tue 
gratias agerem, que nee rogata neque admonita quidem mihi 
prodesse studet Facit hoc natura bene instituta, cui bene- 
facere consuetum est. At, ego, etsi scio me debitorem, unde 
tarnen obhgationem solvam non scio. Tantum illud dicere 
possum, quia tuus sum, tuumque est me pro arbitrio uti. 
Si dabitur aUquando redire Senas, particulam debiti reddam. 
Intellexi tuam dignationem benivolam fuisse mihi, ut annata 
per sacrum collegium dimitteretur ecclesie Senensi, id tarnen 
ceteros cardinales non annuisse. Non est tamen cur minus 
tenear voluntati tue. Spero autem adhuc Cardinales ipsos 
benignius erga me acturos, quibus die nocteque servio et 
serviam vita comite, oro, tua dignitas perseveret atque ubi 
potest sacro collegio commendatum me faciat, ne graver hac 
solutione, que mihi impossibiHs est. Multis ego expensis gravor, 
sed his omnino succumberem atque opprimerer. Quod ne 
fiat ex tua ope, confido. Neque alia modo, nisi ut S. d. nostri 
pedibus verbo tuo commender. Que sunt apud nos novitates 
sue S. a me scripta sunt, quia illa audies repetere non est ne- 
cesse. Cupio semper bene esse R. p. tue, cuius imperio parere 
nunquam recusabo. Ex Grezia, Stirie, die XXVII maij 1453. 

38. A. S. Ulrico Nustorfio, electo Pataviensi, d. Graz, 
27. Mai 1453; ibid., fol. 114b bis 115a. 

Eneas episcopus Senensis Vlrico Nustorfio electo Pata- 
viensi s. p. dicit. 

Reverende pater et domine honorande. Scripsi pridem 
dignationi tue, que mihi videbantur in facto ecclesie Pata- 
viensis, habui responsum tuum, ex quo intellexi, que scrip- 
seram non displicuisse dignitati tue. Cognovique datam esse 
operam pro concordia mediante magistro Vlrico Sonemberger, 
consiliario imperial!, qui ad eam rem optime affectus est. 
Verum quia non est secutus optatus effectus, sed adhuc nego- 
tium pendet, non puto me erraturum, si adhuc aliqua rescrip- 



— 142 — 

serim, que ad tuum et ecclesie bonum tendant. Significavi 
alias tibi negotia tua apud S. d. nostrum bonum exituin ha- 
bitura, si cum imperatore in gratiam redires. Idem quoque 
nunc confirmo, sed addo amplius non putare me facile, tuam 
confirmationem habere locum, nisi Cesar pro te scripserit. 
Hoc satis aperte ex litteris amicorum intelligo. Ideo possum 
velut unus ex amicis tuis consulere et suadere, ut velis omnes 
vias amplecti per quas imperatorisjgratiam assequaris. Scis, 
quia ecclesia tua temporalia ab imperio habet. Cum eris epi- 
scopus consecratus nuUus erit dominus tuus, nisi Imperator. 
Digna res est, ut eius voluntati condescendas. Si quid ab eo 
grave petitur, cogita, quia etiam adversus eum excessum est 
graviter per capitulum tuum. Cogita, quia bonum est redimere 
vexationes et consequi pacem firmareque statum suum, dum 
non es confirmatus. Varie pratice tenentur, que si hodie non 
habent locum, cras possent sortiri effectum. Scio mirabiHa et 
maxima per ahquos etiam tacente Cesare de Pataviensi ecclesia 
cogitari. Nemo satis tutus est. Corda hominum multas habent 
latebras, hodie amicus est, qui cras inimicus erit. Tu satis 
aperte vides in hoc disturbio ecclesiam tuam adnichilari, quod 
si confirmationem haberes, negocia tua suum ordinem reci- 
perent, et ubi nunc exponis aureum, non exponeres argen- 
teum nummum. Quibus ex rebus cum tua confirmatio in hoc 
pendeat, ut Cesaris scripta pape mittantur, cura huc aliquem 
ex tuis cum pleno mandato transmittere, qui cum magistro 
Vlrico et alijs amicis hanc rem componat, sie magnis te an- 
xietatibus explicabis. Si quis tuus huc venerit, ostendam ei 
verum esse palpabiliter, quia non promoveberis apud ponti- 
ficem maximum in hac ecclesia Pataviensi, nisi Imperator 
scripserit. Nolis igitur amplius differre, scripta eius quere modis 
convenientibus neque tibi grave sit recognoscere dominum, 
qui potest tibi in pluribus gratiam impendere. Si qua petantur 
nimis onerosa, magister Vlricus et alij de remedio provide- 
bunt: Ego quoque quamvis minima sit mea vox in hac curia, 
tamen pro virili curabo rebus tuis consulere. Qui hec bono 
zelo scribo, cupiens dignationi tue omnia prospere ut succedant. 
Vale optime in Christo. Ex Grez, die XXVII maij 1453. 



— 143 — 

39- A. S. Cardinali S. Angeli, d. Graz, 3. Juni 1453; 

ibid., fol. 115b. 

Cardinali Sancti Angeli patri optimo et colendissimo 
Eneas episcopus Senensis s. p. dicit. 

Reverendissime in Christo pater. Harum baiulus notus 
tibi sine meis litteris noliiit iter facere. Ideo pauca hec scripsi, 
que tua dignacio referre poterit S. domino nostro. Venit Cesar 
in Styriam congregavitque nobiles regionis ut si pugnandum 
sit, presto omnes sint. Qui se admodum volentes obtulere 
datusque est rebus modus. Rex Ladislaus legatos ad Cesarem 
misit, qui hie sunt, hodie audientur. Instant pro causa electi 
Pataviensis, magister Camere, magister Vlricus Sunnenberger 
et ego, conamur quantum possumus, quod res expediatur. 
Remoti adhuc sumus, quoniam electus parum se humiliat. 
Nescio quid sequetur. Laborabimus pro virili, et si res effec- 
tuni sorcietur, mox litteras S. domino nostro et dignacioni 
tue dabo. Australes ut dixi alias cupiunt pacem, Hungari 
alieni sunt. Nescimus adhuc, an ratihabicioni locus erit. In 
Hungaria quamplures latrones congregati montem occupavere, 
ex quo rapinas agitant nee facile corrigi possunt, Rex Ladislaus 
prorogaciones ad intrandum Bohemiam querit, Pruteni huc 
misere petentes, ne causa quam habent cum subditis pro- 
rogetur, expectantque iudicium ad festum s. Johannis et venient 
aliqui episcopi exinde. Trevirensis suos hie oratores habet, 
petens et solicitans Cesaris transitum ad partes Suevie. In 
Wratislavia omnes ludei in vincula coniecti referuntur, quia 
in sacramentum domini debaccati dicuntur. Puto id inventum 
esse ad extorquendas novello regi pecunias. Frater Johannes 
de Capistrano in Poloniam profectus asseritur, eius litteris 
provocatus Rochezana inter Bohemos dietim redditur insolen- 
cior. Jo. Astronomus existimat heresim bohemicam ex siderum 
mala coniunccione futuri anni augmentum habituram. Deus, 
que meliora sunt, plebi sue annuat. Vale et S. domini pedibus 
commendatum me facito. Ex Grez, die III junij 1453. 



— 144 — 

40. A. S. Cardinali S. Angeli, d. Graz, 7. Juni 1453; 

ibid., fol. I i6b. 

Patri optinio et colendissimo domino Jolianni Cardinali 
sancti Angeli Eneas episcopus Senensis s. p. dicit. 

Reverendissime in Christo pateret domine mi colendissime 
post humilem recommcndationem. Scriptum a me est bis diebus 
et sanctissimo domino nostro et tue dignacioni semel et iterum, 
regem Ladislaum ad ingressum Bohemie dilationes querere. 
Id nunc quomodo successerit, paucis absolvam. Conventus in 
Praga totius regni habitus est. Ad eum legati Ladislai venientes 
in audientia publica dixerunt, regem libenter ut condictum 
esset velle ad coronationem proficisci. Sed quia nondum pax 
firmata esset cum Cesare, necessarium sibi videri, transitum 
eius differri usque ad nativitatis dominice festivitatem. Idque 
petebant, regni proceres equo animo ferre, deinde secretam 
audientiam coram baronibus habuerunt, in qua magnopere 
rogarunt. regi dilationem dari, cui non esset argentum ad 
subeundos viarum sumptus, neque decorum videri, tantum 
regem non magnifice regnum ingredi. Bohemi ad ea dixerunt, 
conventa Viennc servanda esse, regnum non posse diutius 
sui regis absentiam ferre. 

Si non posset rex maximum apparatum habere, me- 
diocrem sumeret. Atque ita legatos dimisere, ut qui nuUam 
vellent coronationis prorogationem concedere. Inter se tamen 
concluserunt, si rursus dilatio peteretur, XX aut XXX dierum 
indutias non esse negandas. Sic res ille pendent. Gubernator 
Bohemie navem quo vult impellit, regnum ex arbitrio ducit, 
pacem tenet, ius reddit, omnibus terrori est. Inter alia, que 
Bohemi ex rege petunt, hie articulus est: de benefitijs eccle- 
siasticis regni Bohemie ne quam Romanus pontifex potestatem 
habeat. Id documenti causa refero, quia mala mens, malus 
animus illorum est. Noster Procopius, ad coronationem sui 
regis proficisci vult, et forsitan illic remanebit, quia Guber- 
natori carus est et alijs baronibus acceptus, neque inutilis 
crit apostolice sedi, illic mancns. Nos hie sub expectatione 
conclusionis pacis sumus. Cum Pataviensi electo tractatum 
habemus, forsitan concordia fict, cum magister Vlricus Sonen- 



-- 145 — 

bergher et magister Camere duciint. Ego utrique parti qiie bona 
existimo, nitor suadere. Alia non occurrunt. Cupio S. domini 
nostri pedibus comniendari. Ex Grezia, die VII junij 1453. 

41. A. S. J o h a n n i N i h i 1 i B o h e in o , a s t r o n o m o ]:> e r- 
docto, d. Graz, 13. Juni 1453; ibid., fol. 117a. 

Eneas episcopus Senensis Johanni Nihili Bohemo, astro- 
nomo perdocto s. p. dicit. 

Venerabilis vir, amice optime. Hoc mane dum missam 

audirem, retulit mihi Joannes Inderbachius et tuus amicus et 

meus socius, audivisse, te huc ad nos venisse. Id erat in 

voluptate ! Cupiebamque te quam primum visere et alloqui. 

Sed dum quero rei veritatem, invenio te nondum venisse, 

sed litteras a te missas esse, quas tui loco avide vidi. In 

quibus multa complexus es et ornate et prudenter, quamvis 

te ais timere, dum ad me scribis ut simphoniaci meliore musico 

presente trepidant ludere. Quod a te non est formidandum 

cuius scripta non apud me indoctum solum, sed apud omnes 

doctissimos commendari possunt. Intellexi, que de Bohemia 

scripta sunt tibi, cupio et opto omnia tua esse felicia, con- 

sulere tamen non audeo in tanta re. Turbulentum est regnum 

Bohemie, nihil adhuc ibi certum est. Hereticorum adhuc quam 

catholicorum melior est conditio. Nescio quid erit in adventu 

regis, mala inditia sunt, quando hereticis committitur rerum 

summa. Super his tamen nihil consulo. Vellem esse tecum 

et audire ad longum omnia et disputare de singulis et cuncta 

ruminare. Tunc ctsi sum ebes ingenio, tamen possem ex 

circumstantijs rerum aliquid dicere, quod ad rem tuam faceret, 

quam meam duco. Neque enim tibi consilium darem, quod 

ipse non susciperem, si tuis essem in terminis. Dabis igitur 

mihi veniam, si non consulo aperte, dum non habeo plenam 

rerum notitiam. De Caesare nostro non est mihi dubium, quin 

tibi provisurus sit cum tempore. Nam te amat et magni facit. 

Ego illi virtutem tuam etsi commendo, non tamen tantum dicere 

possum, quantum vellem et quantum res exposcit. Sed meus 

animus ad bonum tuum promovendum semper est paratissimus. 

Quomodo res tue Romc sint expedite non scio, quia httere 

10 



— 146 — 

clause sunt, ut intellexisti. Optavissem, apertas fuisse, sie 
enim profuturas luagis existimavissem. At quod non est factum, 
poteiit aliquando fieri. Scio quia Romani pontificis in te bonus 
et sincerus est zelus. Noster Procopius ad comitem Cilie 
missus, in dies rediturus expectatur. De Prutenis accepi 
que scribis, placet te fecisse verbum de me Varmiensi. Ego 
ubi potero iusticie et equitati faveam. Gravia mihi videntur 
que de Praga scribuntur et paritura novitatem. Deus bene 
omnia pro suo arbitrio diriget, quamvis nobis eius consilii 
ignote sint cause. Vale et cura ad nos venire si commode 
potes. Ex Grez, die XIII junij 1453. 

42. A. S. Antonio episcopo Tergestino, d. Graz, 

14. Juni 1453; ibid., fol. 117b. 

Voigt hat den 13. Juni, es ist aber verbessert zu lesen: 14. Juni. 

Eneas episcopus Senensis bono patri Antonio episcopo 
Tergestino s, p. dicit. 

Reverende in Christo pater, amice honorande. Susceptis 
litteris tuis e vestigio Cesaream maiestatem accessi, remque tuam 
exposui, petens ut et dominio Venetorum et domino nostro 
Sanctissimo pro manutentione libertatis tue et antiquarum con- 
suetudinum scriberetur et S. domino nostro in tuum et capituli 
vestri favorem littere mitterentur, quas res maiestas ipsa libenter 
concessit mandavitque ad meum nutum scribi. Littere commisse 
sunt, expedienturque quam primum. Sed tabellarius tuus ex- 
pectare illas noluit, ideo per alium, qui primo ad te venerit, 
certum nuntium mittcntur. Si qua alia possum pro te, paratus 
sum et voluntarius. Insuper quia decanus tuus instat pro pon- 
tificali, quod habeo penes me, rogo velis eum hortari ut 
patienciam habeat, dum sum in his partibus, quia sepe ipso 
indigeo propter officium legacionis. Liber non est perditus 
neque deterioratus, sitque certus, quia quam primum ex his 
regionibus recedam, quod non puto diu differe, mox librum 
ipsum remittam. Nee alia in presentiarum. Te omnipotens 
bene feliciterque conservet, mei memorem. Cupio salutari meo 
nomine Ser. Antonium de Leo, cancellarium, Ser. Franciscum 
Stella et alios amicos. Ex Grez, die Xlill junij 1453. 



- '47 - 

43- A. S. Nicoiao V. Pont. Alax., d. Graz, 19. Juni 1453; 

ibid., fol. ii8a bis 119a. 

Am Rande steht : »dimitte hanc«. Die angebrachten Corrccturen sind 

bei diesem Briefe häufiger. 

Nicoiao quinto universali pape, domino nostro sanctissimo 
Eneas episcopus Senensis commendatum se facit. 

Pietas tua, sanctissime maxime pontifex, etsi mille curis 
involuta fessaque est, non tarnen ut arbitror litteras meas^ 
quas nunc scribo, male libenter audiet, emerserunt enim novi- 
tates in Hungaria scitu digne et admirabiles, que totum regnum 
conturbant neque vicinas regiones uti quiete permittunt. He 
cuiusmodi sunt, decrevi paucis apostolico eulmini notum facere. 

Hungaria hodie et ultra et citra Danubium latissimas 
terras occupat. Quod citra Danubium est, olim Pannonia fuit, 
que ab orienti Moesiam ab occidenti Noricum habuit, septem- 
trionem ei Danubius, austrum illirici montes excepere. Que 
trans Danubium Hungaria est, prius pars Scithie fuit duasque 
gentes habuit, Gepidas qui contermini Germanis fuerunt et 
Dacos, non qui nunc Daci vocantur, quorum rex ad occeanum 
septemtrionalem latissimo regno potitur, sed qui ea loca 
tenuerunt, que modo Transsilvani occupant opposita Moesiae, 
montibus in corone speciem cincta. In hac parte Hungarie, 
que Gepidarum fuit adhuc hodie territorium est quod Sepu- 
sium appellant pro Gepudio, ubi aque rivis, in quo mersa 
ferri materia in cuprum vertitur.^) 

Gleba illic frumenti vinique ferax, auri quoque et argenti 
divites vene. Terra optimis comparanda nisi sua se bonitate 
corrumperet. Verum latrones ex omnibus provinciis per cir- 
cuitum depulsos ipsa soli ubertas invitat, illuc enim, velut asilum 
habeant, omnes qui domis vel propter inopiam vel propter 
flagitium exulant, armati sese recipiunt censualesque sibi 

1) So lautet die Correctur am Rande; das öfters durchgestrichene 
Concept aber zeigt wiederholte Ansätze zur Fortsetzung in der Weise: 
oppidum est. (Erster Ansatz: quod etiam Sepusium incole vocant pro 
Gepusio. Divcs gleba est frumenti vinique ferax ubique argenti et auri 
vene rcperiuntur que res nullam ibi — Zweiter Versuch : quod Gepidas 
nonnuUi cstimant condidisse. — ) 

10* 



— 148 — 

accolas reddunt. Sepe illic, dum Sigismundus imperavit, 
latronum receptacula fuere. Neque sub Alberto cesare rap- 
toribus ea regio caruit. Sub rege Polonie pax miseris incolis 
ignota fuit. Giskra Bohemus, non alto loco natus, multa vi 
animi et corporis eam regionem sibi subegit, multa ibi prelia 
varia fortuna confecit, sepe cum paucis magnas hostium suorum 
copias fudit. Sepe victor, raro victus. Tandem Hungarie pro- 
ceres ipsumque regni gubernatorem ex se pacem petere com- 
pulit, civitatesque regionis. diutine ac miserande servitutis 
jugo contrivit. Novissime autem cum Ladislaus Alberti filius 
paternum regnum suscepisset, Giskramque data pecunia 
possessioni cedere suasisset, spes erat quieturam terram atque 
post longas belli calamitates dulcis tandem otij suavitate frui- 
turam. Sed minime ita visum superis. Novus latro nova prelia 
miscet. Inter montes ac silvas, que Hungariam Poloniamque 
disterminant, diu latrocinatus est Bohemus quidam, obscura 
domo obscuris parentibus ortus, sed audax homo, manu 
promptus, periculi contemptor, cuius multa facinora referuntur. 
Qui cum siriceam duploidem domino, cui serviebat, olim 
furatus esset, cognomento Axamit appellatus est, quod latine 
villosum siricum sonat. Hie postquam Giskram amotum audivit 
terramque milite vacuam agnovit, congregata non parva latronum 
manu in eam regionem, quam modo prescripsimus venit duabus- 
que arcibus, natura et arte munitis, aut vi aut dolo receptis 
mox ruricolas apertis villi s commorantes ferro atque igne 
deterritos ministrare victui necessaria, pecunias menstruas dare 
sibique ad omnem nutum parere compulit. Cumque muni- 
tiones aliquot locis oportunis construxisset atque in his pre- 
sidia collocasset, civitates quoque munitas sibi tributarias 
reddidit. Deinde astutus homo, quia in potenti regno diu 
crassari sine magnis copiis se non posse intellexit, ad Inge- 
nium bohemicum rediens pulchram fallaciam comentus est, 
qua latrones universos ex proximis regionibus ad se traheret. 
Omnibus, qui sub eo militare vellent, stipendia publicavit, 
homini equestri in ebdomadam aureum nummum, pcdestri 
mediam partem ac tributorum et spoliorum omnium equam 
cuique distributionem. Quicquid enim ex rapinis venit, quic- 



— 149 — 

quid tributarie ville civitatesque afferunt in communi reponitur, 
cumque prefinitiim tempiis adest, emerita cuique exinde sti- 
pendia persolvuntur. Quod superat viritim dividitur. Atque ut 
mos est Bohemorum ad evangelii corticem suam vitam insti- 
tuere, tantum consequuntur qui ultima die mensis ad Stipendium 
veniunt, quantum qui mensem integrum arma tulerunt. ^) Qua 
re cognita omnes quos flagitium, egestas, conscius animus 
domo propulit, ad eum confluxere. Ex quibus ille quinque mi- 
lium pugnatorum conflato exercitu jam non Sepusinis tantum, 
sed universis Ungaris terribilem formidabilemque se prebet.^) Ne- 
que Joliannes Huniat, gubernator, huius hominis impetum com- 
pescere potest, qui etsi maiores sepe motus sedaverit maiores- 
que liostes regnum ingressos deleverit, non tamen modo 
latronis huius obviare conatibus audet, cui et nonnulU regni 
barones occuhe manus porrigunt, quibus gubernatio Johannis 
diuturnior graviorque videtur. Ob quam rem vocatus est 
I.adislaus rex, ut in Hungariam adversus latrones cum exercitu 
proficiscatur, nisi regni magnos motus subditorumque varias 
clades experiri veUt. Hie ergo etsi Bohemis ad nativitatem divi 
Johannis Baptiste Pragam se petiturum promiserit, tamen quia 
maiori periculo prius occurendum est, in omni Austria atque 
Hungaria delectum haberi iussit. Et quamvis contra latrones 
res agenda est, in castra tamen proficisci sese promittit. Sic 
enim faciUus regni precores conventuri creduntur. Verosimile 
est, postquam copie simul fuerint, regem, quia puer est, Johanni 
commissa gerendi beUi cura, in tutum aliquem se locum re- 



1) Schließliche Correctur des Folgenden: Neque ibi plus habet 
qui diutius servivit, sed ut Bohemi ex Evangelio vitam suam instituunt. 
Neque tempus servitii inspicitur. Sed tantum habent qui in ultima die 
mensis venerunt, quantum qui mensem totum operati sunt. Et quum 
Evangelii Et quum ad — 

2) Das Durchgestrichene lautet: Que res adeo populäres animos 
crexit, ut jam exercitus quinque milium pugnatorum conflaverit — apud 
illum conflatus sit. Qua re cognita: Daran schließen sich mehrere An- 
sätze: populäres plurimi omnino omnes domi — zweiter Versuch: omnes 
ere alieno gravati domo pulsi, ere alieno gravati — dritter Versuch: 
omnes alieno ere gravati parricide, sacrilegi pro malefactis Judicium 
timentes — 



— ISO — 

cipere, iibi pugne jirestoletur eventum. Hec modo ex Austria 
atque Ilungaria ad nos modo novitates delate sunt, quas 
vestre pietati conscribere haud indignuni putavi. Nee alia 
modo. Recommendo me pedibus vestre beatitudinis, cuius man- 
datis audiens persevero. Ex Grecio Stirie, die XIIIj junii 1453. 

44. A. S. Jacobo archiepiscopoTrevirensi, d. Graz, 
22. Juni 1453, ibid; fol. 119b. 

Clarissimo et optimo patri domino Jacobo arcliiepiscopo 
Trevirensi, sacri imperii principi electori, Eneas episcopus 
Senensis s. p. dicit 

Reverendissime in Christo pater et doniine mi colendis- 
sime post recommendationem. Venerabilis vir scolasticus Con- 
fluentinus familiaris tuus ad Cesarem veniens tuas mihi Htteras 
reddidit, benivolentia et humanitate plenas, quas ingenti cordis 
letitia suscepi. Est enim mihi singulare gaudium, cum me in- 
teUigo in tua memoria locum habere. Laboravi ad ea que 
dignatio tua scripsit ferventi animo. Quomodo autem res ipse 
expedite sint, scolasticus idem plene referet. Ego optassem 
in Omnibus ad unguem tuo desiderio satisfactum, sed hac 
vice non potuit plus obtineri. Gaudeo tarnen, quia Cesarem 
tue dignationi affectissimum intelligo, nee dubito, quin maiora 
in dies ab eius maiestate consequaris. Multa et magnifica 
verba de te locutus est ipse Cesar, plurimumque in tua vir- 
tute et benivolentia confidit, decrevitque mittere unum ad 
loquendum tecum. De his rebus, quas Jo. de Lysura, vir 
oculatissimus, in Nova civitate attigit, velit dignatio tua, cum 
ille venerit, tote pectore rem aggredi. Spero multa illinc nasci 
posse bona et in imperio et in tua ecclesia. Faxit Deus, ut 
cito Cesarem ad partes Alamanie superiores conducere 
valeamus, non dubito, quin tua dignatio prima sit, que eius 
consilia dirigat. Oue res mihi erit jocondissima scienti tuas 
suasiones ad commune bonum tendere. Denique illud peto ex 
te in agendis apud Cesarem, dum ejus curiam sequor, ne me 
velis exoneratum esse, sed mihi imperes et ad me scribas, 
quia mei conatus ad tua placita nun(]uam deerunt, nee putes 
me premium exposcerc, nam premium ipsum mihi ingens est 



— 151 — 

cum digneris in tuis nie uti rebus niihique precipere. Ac 
tantum hac vice. Commendo me tue dignationi cuius mandata 
volens executurus expecto. Ex Grez, die XXII junii 1453- 

45. A. S. Jühanni de f.ysura, decretorum doctori, 
d. Graz, 25. Juni 1453; ibid., fol. 119b bis 120. 

Eneas episcopus Senensis viro admodum perito, Johanni 
de Lysura, decretorum doctori, s. p. dicit. 

Venerabilis vir, amice honorande. Ex Roma tue littere 
mihi reddite sunt, quas libenter accepi cum ex illis tuam in 
mea promotione diligentiam non vulgarem intellexerim. Inde 
tibi et domino meo reverendissimo Treverensi gratias ago, 
qui me veluti suam creaturam dignatus est promovere. Quic- 
quid sequatur, scio suas commendationes mihi utiles esse, 
meque in altum tollere, nam tunc homines existimantur, cum 
a viris existimatis commendantur. Sed mitto ista, cum satis- 
facere tante benignitati nequeam, solum me dico perpetuum 
esse mancipium domini mei Treverensis et tuum in quacun- 
que re fidelem servum. In rebus, quas modo scolasticus Con- 
fluentinus apud Cesarem prosecutus est, quid egerim ex ipso 
intelliges. Voluntas magna, potestas parva fuit. Non tamen 
omnino res in cassum ivit, in tempore meliora sperare licet. 
Non uno die Roma magna fuit, tempus omnia peragit. De re, 
quam in Nova civitate cepisti mittetur cito unus qui cum 
Treverensi tecumque agat Tu ita rem illam curabis ut vo- 
luntas Cesari stet quantocius ad imperium proficisci. De novis 
harum partium hec habeto. In Hungaria nova turbatio nata 
est. Axamit Bohemus, latro insignis, in eas regiones dilapsus, 
quas olim Giskra occupavit, cum non parvo predonum comi- 
tatu quinque munitiones fortissimas construxit, castra duo, que 
fuerant Giskre, expugnavit totamque sibi terram censualem 
fecit. Fertur exercitum habere V milium pugnatorum, omnibus 
Stipendium prebet, predam inter omnes equaliter dividit, 
tantumque his dat qui ipsa die divisionis veniunt, quantum 
qui pondus diei et estum tulerunt. Evangelio namque, ut 
Bohemis est mos, ad litteras heret, sensum negligit. Multi ex 
vicinis regionibus ad eum concurrunt. Rex Ladislaus regno 



— 152 — 

suo timens intelligensquc nonnullos Ilungaros illi faventes 
esse, exercitum convocat, famamque publicam facit, ad versus 
Axamit arma sc sumere. Secl quidam arbitrantur, altiori eum 
cons'lio moveri, dicunt enim gubernatorem Johannem Huniat 
parum regi obedire, nam IUI et XX milia aureorum in anniim 
ad cameram regiam promisit, quod superat sibi retinet. Regnum 
pro suo arbitrio regit, hunc magnum, illum parvum facit. Ita- 
que Ladislaus regis nomen habet, Joliannes rem. Id comiti 
Cilie non est gratum, qui sperat, Ladislao regnum obtinente 
se futurum, quod modo Johannes est. Sed non potest guber- 
natorem cuncta (arma) tenentem propellere. Bellum ei indicere 
grave est. Excogitatum est igitur adversus Axamit congregari 
exercitum ex Austria, Moravia, Hungaria regemque persona- 
liter proficisci. Ubi congregati barones omnes fuerint, tunc 
Johannem facile posse deprehendi compellique, regni castra 
restituere. Que res non parum in se discriminis habet, nee 
credibilc est, id gubernatorem latere, cavereque sibi. Qui cum 
potentia et astu valeat, non sinet se deprehendi. De hoc con- 
siho Ladislai magnus rumor est, mihi tamen non est res ex- 
plorata. Videant ea hi quorum de capitibus agitur. Hoc tantum 
dicere certo possum, oratores terre (Pruscie) Pruthenorum, 
qui ad Cesarem veniebant fidemque publicam Ladislai regis 
habebant, apud Moraviam latrones incidisse excussosque bonis 
omnibus vix ab illis fuisse dimissos, nonnuUis eorum occisis. 
Fax inter Cesarem et Ladislaum dudum tractata atque pro- 
missa neque ratificata est neque rupta. Stamus inter spem et 
metum. Mala voluntas hostium non jsinit confirmari pacem, 
bellum geri non permittit adversa regni Hungarie fortuna, 
quamvis nonnulli putant, Ladislaum, postquam exercitum con- 
gregaverit, repetiturum a Cesare, que sua sunt illaturumque 
bellum nisi petita reportet. Sed vale tandem, meique memo- 
riam habe. Ex Grez, die XXV junii 1453. 

4Ö. A. S. T h e o d o r i c o C o 1 o n i e n s i | a r c h i e p i s c o p oj, 
d. Graz, 25. Juni 1453; ibid., fol. 120b. 

Reverendissime in Christo pater et domine mi colen- 
dissime. Post humilem recommendationem. Non scribo sepe 



dignationi vestre, quia noii occiirrit necessitas, neque in vanum 
occupare occupatum principem juvat Nunc quia familiaris 
meus, vir bonus Henricus Steynhoff, presbiter vestre diocesis, 
ad vestram dignationem partesque sue originis proficiscitur 
non putavi indignum, aliquid pro eo scribere ad vestram re- 
verendissimam paternitatem eumque illi facere commendatum, 
ut si qua in re vestro presidio indigeat id ei non desit, sed 
sue probitatis intuitu et mea intercessione favor sibi oportunus 
exhibeatur. Quamvis enim mea parvitas nihil censenda sit, 
tamen scio humanitatem vestram me inter suos habere mihi- 
que bene velle et aliquid pro me facere non gravari. Itaque 
presumpsi hac vice hunc honestum presbiterum de me optime 
meritum meis Htteris commendare. Atque hec causa scriptionis 
fuit, deinde officii mei esse putavi, que nunc apud nos sunt 
novitates sacre dominationi vestre nota efficere ut statum 
harum partium, non minus quam vestrarum turbatum intelli- 
gendo, temporis malignitatem tanto feratis equius, quanto 
communius mala contingunt. Nova que hie habentur huius- 
modi sunt. In Hungaria^) etc. 

47. A. S. Johanni Frunt, d. Graz, 26. Juni 1453; ibid., 

fol. I20b. 

Venerabilis vir amice et frater amantissime. Ouid sit, 
quod ad me non scribis, nequeo suspicari, nam et vivere te 
audio et amare me et habere tabellarios, qui huc veniunt 
frequenter, non ambigo. Itaque veniente ad te familiari meo 
Henrico, Johannis, quem nosti, fratre, excitare te volui, ut 
scribas aliquando teque mei memorem ostendas. Nam etsi 
quod poUicebaris in Portu Naonis non fieri potuit, non tamen 
est, cur nostra benivolentia lesa sit. Ego te, non tua diligo: 
tua virtus eterna est, amor, qui ab ea proficiscitur, non potest 

1) Es sollte wohl der Inhalt des vorhergehenden Briefes, in welchem 
die Erzählung der Neuigkeiten ebenfalls mit den Worten »In Hungaria« 
beginnt, wiederholt werden. Siehe auch den Schluss des folgenden 
Briefes, Aus diesem inneren Grunde, nicht bloß aus der Stellung im 
Codex (wie Voigt sagt) ergibt sich das im Codex nicht beigeschriebene 
Datum. 



— 154 — 

esse caducus. Rof^o igitur, scribe ad me sepius, meque re- 
scribere coge. Et amicitie Viennensis hal)e memoriam. Hunc 
Henriciim tue amicitie commendatum cupio. Nova, que a]Hid 
nos sunt, bis paucis verbis habe. In Hungaria etc. Vale mei 
memor et amans ex veteri more. Datum in Grez, die XXVI 
junij 1453. 

48. A. S. Gregorio Lollio Senensi, d. Graz, ijuli 
1453; ibid., fol. I2ia bis 122a. 

Kneas episcopus Senensis s. p. dicit Gregorio Lollio, 
Senensi, doctori legum. 

Mirabar, Gregori amantissime, qui fieri posset, quod ad 
me non scriberes, querebar amicis omnibus, anguebam te 
multis litteris, admonebam excitabamque, neque sine causa. 
Nam post meum ex domo recessum ultra annum exul unas 
tantum litteras abs te acceperam. Nunc autem invenio, te 
scripsisse ad me sepius, sed scripta tua in via diu retenta 
sunt. Quomodo id factum sit nescio, deus bis veniam det, qui 
me frustra habuerunt. Septem dies sunt, cum littere tue mense 
Martio Senis Scripte ad me venerunt. Hodie vero tres simul 
epistole ex tuis mihi reddite sunt, ab Venetiis misse. Ouibus 
intelligo non te culpabilem, qui diligenter scribis, sed baiulos 
fallaces fuisse. Mitto nunc ista et ad ea que scribis, venio. 
Optavi te mihi sepius scribere, nunc vellem te nunquam ad 
me dedisse litteras. Conturbasti enim me tuis litteris, quibus 
me de morte genitricis tue non mihi quam tibi nimis dilecte 
certiorem fecisti. Nequeo dicere quanto me dolore affeceris, 
scribere ista sine lacrimis non possum. Heu! me miserum qui 
dulcissimam matrem perdidi. Fuit illa mihi eo loco, quo 
Victoria, que me genuit. Nimis acerba est mihi hec com- 
memoratio, video paulatim meos omnes deficere, pater mens 
tuusque obiit, patrui et avunculi nostri viam universe carnis 
ingressi sunt, amite nature concesserunt. Cogito, jam me fata 
deposcerc, timeo, ne in exilio moriar. Cogito dietim redire, 
multa obviant. O! me miserum, qui neque patrem vidi mo- 
rientem, neque amitam eque ac matrem amatam luce migrantem 
videre et ultima verba dicentem audire potui. Spero tarnen illis 



- 155 — 

quia bene vixerunt piorum loca patere. Sed transeo ista, que me 
nimis cruciant. Si talia de patria sum auditurus, malo nunqiiam 
ad me quisquam scribat, quamvis et acerba et dulcia sunt amicis 
scribenda. De meo reditu, ut breviter agam tecum, speravi, me 
preterita quadragesima Senas reverti, id quod mihi cordi fuit. 
Sed quod non veni, in causa fuerunt huius terre divisiones et 
scripta romani pontificis qui me apud Cesarem manere iusserunt. 
Equidem si tu me domum repetere cupis muitum, ego maxime 
idem desidero, qui me durum exilium agere et vitam morti 
similem ducere sentio. Omnis mihi dies annus est, studeo ad 
reditum semper, scribo frequenter romano pontifici, ut me re- 
vocet aut redeundi licentiam inpartiatur. Id nondum potui ob- 
tinere, confido tamen propediem futurum, quod volo. Ad 
proximum auptumnum, nisi fallor, obtinebo libertatem reme- 
andi. Quod faciam ut tibi, ut matri, ut ceteris amicis, ut populo 
satisfaciam, ut ecclesie debitum reddam, ut mihi et anime mee 
vivam. Quod autem plura me Senis manentem ex romano 
pontifice consequuturum sperem, quam hie morantem, non me 
decipio. Nunc etsi non muitum, tamen aliquid romanus presul 
cardinalesque me existimant, intuitu Cesaris non mea virtute, 
at cum Senis fuero, neque papa neque cardinales mei memo- 
riam habebunt. Novi curie mores et sanguinem prelatorem. 
Non me decipio, non sentio in hac re tecum, ut prope papam 
vivens pluris existimer. Favorem romana curia, non homines 
querit, habet multos, qui me virtute superant, at qui Cesari 
cari sint, non liabet prelatum italum nisi me. Ideo momenti 
aHcuius ducor, at cum Cesaris curiam reUquero, quia non ero 
utilis, nee carus habebor. Scio hec palpoque manibus ita 
futurum. Nee tamen minus redire festino. Satis mihi domi est, 
satis duco me mee civitatis episcopatum habere. Senex sum, 
diu vixi, multa vidi, restat jam quiescere et id evi quod superat 
inter necessarios dulcemque sanguinem patrie vivere. Jam mihi 
non est aliud desiderium, quam ut ossa ei terre restituam que 
dedit. Non spero iam plura neque desidero, Deus me altius 
erexit quam merui, Utinam mors mihi hac dignitate, quam 
teneo, digna contingat. De monasterio turris dudum intellexi 
que acta sunt. Non fuit res mihi nimis molesta, quia prius 



^ 156 - 

co^'itata a inc. fucrat, non latet mc ingluvies illorum liominum 
Habeant, teneant, devorent omnia. Satis est si nos vivere 
sinunt, neque nos viventes deglutiunt. Quod putas aliter rem 
potuisse transire, si presens fuissem, longe falleris. Nam si 
non timeor apud Cesarem, minus Senis timebor. Ego quidem 
Senas ea mente revertar, ut quod sum, id maneam usque ad 
mortem, neque honore neque opibus augendus, bonum animum 
habiturus, si non minuar. De hoc si tu aliud sentis, differo 
tecum certamen ad meum reditum. Credo cum me latius 
audieris, sententie mee herebis. Antoniam viro desponsatam 
gaudeo, nam virum bonum doctumque illi spero contigisse, 
multumque tuo judicio in hac re tribuo, tu illum mihi commen- 
dasti, tuam opinionem phires mihi confirmaverunt. Ego ilkim 
allocutus, quantum sapio inveni dignum hominem quem 
nostrum esse vellemus. Liberasti et me magna molestia, quia 
Franciscam sororem tuam meamque nobiU viro promissam 
affirmasti, bonum opus operatus es. Quieta iam omnia sunt. 
Restat tibi de uxore ahquando provideamus. Rem Beltrami 
absokitam audivi hbenter. Itaque molesta mihi et iocunda 
scripsisti, at muho plus fellis quam mellis hac vice tua scripta 
tulerunt. Nihil enim hec leta ad molestiam de morte tue 
matris sunt. Sed iUis, que natura statuit, obviare non possumus. 
Toleranda magis quam arguenda sunt, diu scivimus et nos et 
nostros morituros, preparare animos ad ea debuimus, culpa 
nostra est, quia inparati reperimur. De vicario accepi que 
scripsisti. Sororia tuis litteris Bartholomeus mihi significavit. 
Credo te tua sapientia satis armatum contra sinistras suspi- 
tiones, non est quia me tibi excusare velim, qui nihil erravi. 
Tu scis capita hominum esse diversa. Ut vultus hominum, ita 
et animi dissimiles. Scripsit ille ad me sepe, se meum esse 
vicarium, optare se juris reddendi plenam habere facultatem, 
ne cuiuspiam imperio a via juris recedere cogeretur. Laudavi 
eius propositum, scripsi, ne quemquam decretorum et canonum 
auctoritati preferret, justumque se omnibus exhiberet. Id non 
credidi solum, sed scivi, tibi non esse adversum. Neque enim 
me latct, te ea velle et prosequi que sunt honesta, teque 
meum honorem maxime cupere. Itaque cum illa scripsi, tunc 



— 157 — 

potissime scribere me intellexi tuum consilium et audiendum 
et seqiiendum, cui que iusta sunt sola placent. Verum quia 
ut ais alio modo res recipitur, rogo te ne multum hoc pon- 
deres dissimulesque donec redeam, quia non est mea intentio 
diu abesse. Credo te credere, tuum pedem mihi cariorem esse 
cuiuscunque extranei capite. Si putarem me longo tempore 
abfuturum, scriberem nunc meam v^oluntatem. At quia animus 
mihi est, quam primum redire post auptumnum, malo per me 
ipsum quam per alios hec terminare negocia. Invenies certe 
quia non sum erga te meosque mutatus. Bartholomeum cano- 
nicum semper credidi bonum virum et credo hodie. Non est 
cur aliud opiner. Res meas sue fidei commisi. Si quando 
scribo, ut eius actionibus intendas, non ad suspitionem id 
tendit, sed quia plures oculi plura vident. Bonum existimo te 
quoque eius facta prospicere et domui consulere mee. De 
bello regis Aragonum nihil ex vobis aut aliis quibuscunquc 
intelligere valeo. Cuperem tamen scire ut res se habent, sie 
enim de meo reditu melius deliberare possem. Nos modo his 
in regionibus pacem habemus. In Hungaria surrexit quidam 
latro nomine Axamit, qui secum habet quinque milia hominum 
magnasque rapinas agitat. Rex Ladislaus coegit exercitum, ut 
adversus eum iret. Nunc videtur mutasse propositum velleque 
Bohemiam intrare, ut ibi coronetur, nam Bohemi id maxime 
cxigunt. Vale. Ex Grez, Stirie, die prima julij 1453. 

49. A. S. J o h a n n i F e r n a n d i de P o r t u g a 1 1 i a, d. G r a z, 
zwischen i. und 10. Juli 1453 (nach der Stellung im 

Codex); ibid., fol. i?2a. 

Eneas episcopus Senensis Johanni Fernandi legum doctori 
Portugallensi s. p. dicit. 

Eximie doctor, amice honorande, post mille salutcs. 
Venientem ad te familiärem tuum ex hoc loco nolui meis 
litteris vacuum reverti. Que scribam non sunt alia nisi quia 
cupio tibi bene esse teque memoriam mei habere. Nos in pace 
sumus, non tamen certa: miseria hostium nos quietos esse 
sinit. In Hungaria surrexit quidam latro nomine Axamit, qui 
habet secum quinque milia hominum multaque spolia facit. 



- 158 - 

Eins causa Ladislaus rex exercitum induxit, ut illiim ex- 
pugnaret. Postea Bohemi venientes petiverunt eiim ire Pragam 
coronationis solemnia celebraturum, nisi id agcret non bene 
eum habiturum illo in legno dicebant. Itaque mutato pro- 
posito rex ille Pragam ire decrevit intra mensem coronamqiie 
suscipere. Hoc nobis medio tempore pacem tribuit. Serenissima 
imperatrix bene valet et Cesar. Oro me commendes serenissimo 
regi Portugalliae meque suum facias. Dominum Lupum meo 
nomine salvum dici cupio. Vale et me ama perpetuo, nam 
tu a me maxime amaris. 

50. A. S. Cardinali S. Angeli, d. Graz, 10. Juli 1453; 
ibid., fol. 122b bis 123a. 

Johanni Cardinali Sancti Angeli patri colendissimo s. 
p. dicit. 

Reverendissime in Christo pater et domine mi colen- 
dissime, post humilem recommendationem. Cognosco ex 
litteris tuis, R. d. dominum episcopum Salzburgensem vel 
suum procuratorem de meis actibus esse conquestum nam ea 
tangis, que ab ipso mihi scripta sunt. Ago tue dignationi 
gratias, que me paterno affectu commonitum facit. Verum ut 
scias, quo pacto me gero in legatione, mitto cum presentibus 
copiam litterarum mearum, quas eidem Salzburgensi rescripsi. 
Non est mea intentio, vel sibi vel alteri cuipiam inferre 
gravamen. Utinam sciret tua sapientia que a me gesta sunt 
omnia, invenires, me parce usum auctoritate et nonnisi vehe- 
menter requisitum. Utcunque sit, non est cur multa faciam 
verba, quoniam hac me legatione brevi spoliare curabo. Multa 
me scripta ex Senis vocant, nisi redeo cito Senas omnia mea 
ruunt, labitur domus, agri (vastantur) deseruntur, arescunt 
vinee, populus omnis mihi maledicit, necessarii mei nequeunt 
absentiam meam diutius tolerare. Ob has causas decrevi lapsa 
estate petere licentiam a Cesare saltem ad tempus. Spero me 
illam habiturum ad VI menses, si non longiorem. Tunc 
cessabit legatio mea, quamvis etiam nunc quoad exercitium 
cessat, nisi quia nudius tertius rogante cesare abbati Runensi 
ecclesiolam (juandam consecravi, de qua puto rumorem 



— 159 — 

audieris, quia archidiaconus de Graiielino pretendit se lesum. 
Sed abbas habet licenciam sedis apostolicc, itaque non curo 
suas querimonias. Hec de legatione sint dicta, puto ante tres 
menses esse apud te et de his atque aliis loqui latius. Nani 
Senas petiturus necessario prius Romam veniam, quia Florentia 
non patet iter. Tunc quoque videbo, si tantam ex collegio 
sacro merui gratiam, ut annate possim oneribus liberari, quam- 
vis audio aliquos esse, qui me hoc indignum beneficio ducunt, 
quia cum Basiliensibus non perseveravi in adversitatibus. Quasi 
meHus sit in malo permanere quam ab illo recedere. Et illi 
fortasse, qui hec locutus est, ita contigit. Nam perseverasse 
sibi auctio dignitatis fuit, aliis vero paupertatis et miserie 
cumulus. Sed de hoc presens loquar. De meo familiari ab- 
solvendo nunquam merui habere responsum, Video, non esse 
necesse, me repetere quod non Ubenter auditur. Qui nihil 
petit, nunquam repulsum patitur. Hoc me deinceps remedio 
uti oportebat, si nolo gravis mihi ipsi et amicis esse. Scripsisti 
expectare te pacem sti. Georgii. At ego jam diu scripsi, res 
esse mutatas, dilatio recepta fuit ad festum sti. Jo. Baptiste. 
Sed neque tunc consumata res est, neque pacem neque bellum 
habemus. Australes pacis cupidi sunt, Hungari contra. Sed 
his quoque datum est quod agant. Axamit Bohemus cum 
quinque ut aiunt milibus latronum Hungariam ingressus aliqua 
castra cepit, munitiones edificavit, spolia multa abduxit con- 
flixitque resistentes Hungaros. Eius causa indixit rex Ladislaus 
exercitum famamque fecit, velle se ire adversus hostes. At 
Australes noluerunt et erant jussi exercitum cogere. Misit 
tarnen rex mille de suis Australibus in Hungariam, ipse cum 
sua curia iam intrare debet Moraviam, dein de ad festum 
Michaelis ait, se velle ire Pragam coronamque accipere. Quod 
Bohemis tardum videtur, maxime catholicis, quibus Georgi- 
conis imperium grave est. Dominus de Rosis iam egre fert, 
preferri sibi Georgium, putabat enim, quod in campo contra 
Novam Civitatem fuit, totam sibi Bohemiam committi debere. 
Sed Ladislaus ab eo regnum recipere vult qui potest dare. 
Itaque Georgius omnia potest. Nunc minores ex Praga de- 
pulsi sunt, ut sperent catholici sub novo rege novas invenire 



— i6o — 

mutationes. Pruteni de ordine liic sunt agitaturi Judicium cum 
adversariis de liga, sed alia pars abest. Nam Icgati vcnientes 
in Aloravia cum multis bonis capti sunt, neque adhuc dimissi, 
quamvis rex Ladislaus, sub cuius fide miseri decepti sunt, ad 
corum liberationem vehementer intendat. Hec habui, que modo 
scriberem. Cupio recommendari domino nostro S., ad cuius 
pedes cito mc presentare decrevi (non tamen molestaturus 
suam S. sed) visitaturus semel suam S. antequam moriar. 
Vale in domino optime. Ex Grez, die X julij 1453. 

51.A. S. Stephano de Novariojurisconsulto, d. Graz 
I2.juli 1453; ibid., fol. 123a bis 123b. 

Eneas episcopus Senensis Stefano de Novario juriscon- 
sulto amico bono s. p. dicit. 

Venerabilis et eximie doctor post salutes plurimas. Gratis- 
sime mihi fuerunt littere tue, quas novissime ad me scripsisti. 
Res enim ItaUe ex iUis intellexi, que prius incognite milii 
fuerant. Legi eas imperiali maiestati non sine tua commenda- 
tione et laude. Rogo in eo scribendi officio perseveres, sie 
enim et Cesari rem gratam facies. Nam qui ad verum atque 
ad ordinem res italas nobis scribat preter te nemo est. Alii 
somniando scribunt, tue littere vigilantis hominis sunt. Sed 
accipe nunc vicem meam, non tamen equalem, nam tibi par 
esse non possum. Habeto tamen ex me aliqua. Pax, que rati- 
ficari debuit, adhuc pendet, neque bellum est, neque pax vera. 
Silent tamen inter nos arma. Causa est, quoniam Australes 
cupidi pacis sunt, Hungari contra. Rex Ladislaus puer et an- 
ceps, quid agat in tanto negotio non capit, subsistit igitur 
neque bello neque paci respondet. Nos quoque silemus, quum 
castra possidemus, neque provocabimus adversarios, etiamsi 
mille annis taceant. Flungaris novum flagellum supervcnit: 
Axamit homo Bohemus cum quinque niilibus latronum Ilun- 
gariam infestans. Ad versus quem Hungari profecti sepe pro- 
strati sunt. Nunc maior apparatus in cos fit. Rex quoque ex 
Austria mille mittit eo milites fuitque intentionis, per se ipsum 
in exevcitum ire. Postea mutavit propositum, quia Australes 
noluerunt consontire in exercitum comparandum, timcntes, nc 



— i6i — 

fieret contra imperatorem sub colore Axamit. Ipse vero rex 
in Moraviam modo proficiscitur, deinde ad festum Michaelis 
ingredi Bohemiani decrevit. Provincia illa suo more nutat. 
Catholici solito magis vexantiir, deiis illa negotia respiciat. Hie 
habentur nova horribilia de perditione Constantinopolis, que 
utinam falsa sint! Excupis committi tibi negocia aliqua Cesaris. 
Fiet me procurante, si quid erit tua cura dignum faciamque 
te consiliarium appellari. Verum ego spero brevi tecum esse. 
Res mee Senensis ecclesie meam presentiam exigunt; itaquc 
decrevi licentiam petere eundi domum et ibi ad aliquos 
menses manendi. Id faciam circa Michaelis festum, quando 
mitius est in Italia celum. Tunc transitum Roma faciam et te 
cupide videbo. De promotionibus Mediolanensi et Piacentina 
admodum letatus sum. Id tamen mihi amarum est, quia Placen- 
tinam dubiam dicis. Spero tamen viro bono et docto non de- 
futurum dei auxilium. De annatis scripsisti me multum debere 
reverendissimis dominis meis Firmano et sancti Angeli, at ego 
non intelligo me liberatum. Adhuc tunc vere tenebor, cum 
rem absolutam accipiam. Quamvis illorum patrum alia sunt 
multa in me merita, propter que omnia ipsis debeo, quibus 
oro iterum et iterum me commendes. Vale et Petro de Noxeto 
viro optimo et maximo commendatum me facito. Ex Grez, 
die XII julii 1453. 

52. A. S. Petro de Noxeto, d. Graz, 25. Juli 1453; 

ibid., fol. 132a. 

Eneas episcopus Senensis comiti alto et prudentissimo 
domino Petro de Noxeto s. p. dicit. Magnifice comes maior 
honorande. Venturi ad sedem apostolicam, sicut fama est, ora- 
tores incliti regis Hungarie et Bohemie, multa cum domino 
nostro S. tractaturi. Inter alia petent ecclesie Pataviensi electum 
prefici in episcopum et pastorem. Seit tua magnificentia, quid 
Cesari in ea re scriptum promissumque sit, puto id ratum 
firmum et stabile futurum. Si tamen aliqua ratione motus 
summus pontifex in hoc Ladislao regi, in aliis Cesari com- 
placere decreverit, ut sepe summorum decreta pontificum im- 
mutantur, oratum te cupio, ne vel Ulricus Sonemborgher vcl 

II 



l62 — 

tüus Eneas circa preposituram Frisingensem et parrochialem 
ecclesiam oblivioni dentur, sed sua cuique promissa serventur. 
Nos ambo in te spem fiximus, ne decipi posse tuo fulti auxilio 
confidimiis. Hec erant, que modo scribenda se offerebant, nolo 
te niultis teuere quem credo maxime occupatum. Solum te 
rogo, si de pace nostre Italic agitur, id toto pectore eures. 
Sic etiam Turchorum molestias et vitare poterimus et oblivisci. 
Ouod si pergimus in viscera nostra ferrum stringere, quis non 
actum de illo populo dixerit, qui suo et hostili gladio con- 
foditur. Vale et ama ut soles tuum Eneam. Ex Gretio, Stiriensi, 
VIII Kai. Augusti 145 3-0 



1) Wegen Ähnlichkeit des Inhaltes mit dem im Codex Nr. 117 
(edit. Basil., ep. 163) folgenden Briefe des Kaisers an Papst Nicolaus V. 
sei hier das noch ungedruckte Schreiben des Dogen von Venedig an den 
Kaiser (Codex Nr. 1 1 5) angefügt : 

Franciscus Foscari duxVenetiarum Friderico Imperatori, 
d. Venedig. 27. Juli 1453; ibid., fol. 134a. 

Serenissimo et excellentissimo domino Frcderico, divina favcnte 
dementia Romanorum imperatori scmper augusto ac Austrie Stirieque 
duci etc. illustrissimo, Franciscus Foscari dei gratia dux Venetiarum etc. 
recommendationem et prosperorum successuum incrementa. Nihil nobis 
attulerunt novi, sercnissime princeps, litterc vestre Cesarce majcstatis, 
si quemadmodum ipsa scribit gravi molestia ac mcrore commota per- 
stitcrit, cum primum innotuerit sibi acerbum et horrcndum novum urbis 
Constantinopolis quam perfidissimi Teucri magna christianorum strage 
suo imperio summiserunt. Est siquidem casus iste infelix tantum magni- 
facicndus, ut nil supra temporibus nostris contingerc potuissct. At quo- 
niam vestra sercnitas, nequo enim indigne, cuperc vidctur cjusce infande 
rei seriem a nobis certius ac particularius intelligere etsi hec referentes 
dolorem et amaritudinem renovemus, ut tamcn majestati vestre morcm 
geramus, nuntiamus eidem, imperatorem Turcorum qui cum maxima 
potentia incredibilique apparatu terra marique contra urbem Constan- 
tinopolitanam castrametatus erat die XXVIIII maii preteriti civitati ipsi 
cjuam circumquaque obsessam tenebat omnique tormentorum bellorum 
generc debellaverat maximum et acerrimum belkun intulit tandcmque 
eam die ipsa inenumerabili christianorum clade subegit, rem utique 
obscuram, calamitosam ac christiano nomini summum in modum peri- 
culosam. Hec siquidem nova. Ut tamen falsa essent, que nimium vera 
sunt. Nam ea accepimus a capitaneo galearum nostrarum nuper huc re- 
gresso (lui ad ilhid viagium (Constantinopolis et Romanio cum nonnullis 



- '63 - 

53- A. S. Johanni Campisio, episcopo Placentino, 
d. Graz, i8. September 1453; ibid., fol. 149a bis 149b. 

Eneas episcopus Scnensis Reverendo in Christo patri 
doinino Johanni Campisio episcopo Placentino s. p. dicit. 

Reverende in Christo pater, domine honorande. Quam- 
vis dura et acerbissima sint, que de ConstantinopoH feruntur 
et a te certa scribuntur, Hbuit tamen intellexisse ex tuis Htteris, 
que me minime fallunt, seriem rerum. Idem quod tu refers 
ex Venetiis ac etiam ex Rascia ad nos delatum est nuntium. 
Non est cur amplius dubitemus. Cogitandum jam esset quibus 
modis, que imminere calamitas cernitur, evitari posset. Sed 
Video, christianos principes intestinis odiis flagrare: male foris 
resistitur, si ab his, qui sunt intus, vulneramur. Intelligo do- 
minum nostrum sanctissimum operas paci navare. Sed audio 
Renatum regem Italiam intrasse. Id mihi non videtur con- 
cordie subservire. Fertur oratores partium de pace tractaturos 
ad mandatum pape conventuros. Timeo, ne id sit verba dare. 
Cum circumspicio Christianos principes et eorum facta con- 

nostris triremibus more mercatorio profectus erat quive cum cisdem 
galeis ad tutandam urbem illam usque ad ultimum ejus excidium constans 
pcrmansit. Ita ut magna pars hominum triremium earundem male perierit 
nam partim trucidati partim in miserabilem captivitatcm dcducti sunt. 
Multi quoquc nobiles cives et mercatores nostri qui in ea urbe aderant 
cum facultatibus et bonis suis magni valoris aut gladio perierunt aut ad 
scrvitutem ipsam crudelissimam devenerunt nee absque magno ere re- 
dimi poterunt. Preterea subinde nuntiatum est Teucrum ipsum occupassc 
civitatcm Pere et quedam alia loca finitima cum magno christianorum 
excidio de qua tamen re aliam certiorem notitiam nondum accepimus. 
Enimvero, princeps excellentissime, hostis iste truculentissimus adeptus 
est urbem precipue Constantinopolim nobilissimam et tam ratione situs 
quam ex aliis dignis conditionibus aptissimam et mirum in modum 
accomodatam ad potentiam suam augendam, ita ut ubique terra et mari 
de hoc potentissimo hoste plurimum sit dubitandum. Et profecto nisi 
Christiane potentie aliter excitentur et huic morbo validis provisionibus 
occurrant antequam ulterius prolabatur vidcre videmur magna pericula 
incumbere toti Christiane religioni, quibus non facile erit christianis 
principibus posse resistere. 

Datum in nostro ducali palatio die XXVII mensis julii indictione 
prima MCCCCLIII. 

II* 



— 164 — 

sidero, invenio omnes Thurci procuratores esse. Viam illi 
omnes apparant, niliil est ergo, mi pater Johannes, nisi ut 
cogitemus quod superest vite in obsequio dei consumere atque 
ibi querere pacem, iibi nulle discordie urgere possunt. Hie 
peregrini sumus, exilium agimus. In patria quietem speremus, 
quia bis in terris solidum gaudium habere possimus, neque 
spes promittit, neque ratio suadet. Ego te propediem spero 
videre atque amplecti, tumque de bis et aliis plenius coUo- 
quemur. Interea de regionibus bis has novitates habeto. Rcx 
Ladislaus ex Posonio reversus in Austria conventum terri- 
genarum habet ordinatque rectores, qui ducatum regant, dum 
ipse aberit. Nam Bohemiam ingredi ad festum Michaelis 
archangeli proximum statuit. Bohemi multa ei promittunt, ex 
quibus, ut mos est gentis, pauca servabunt. Bene cum eo 
actum fuerit, si sua in Bohemia non exposuerit. Axamit in- 
signis latro dietim amplius in Hungaria crassatur, neque regni 
viribus eliminari potest. Verum illud est, quod scriptura dicit 
»Ve terre, cuius rex puer est«. Johannes Vaivoda Transil- 
vanorum Imperium, quod sibi Ladislaus dedit, assequi minime 
potest. Cupiunt enim illi corone magis, quam Johanni subesse. 
Hec habui que nunc tibi rescriberem. Vale, et Reverendissimo 
domino meo tuoque, Cardinali vicecancellario, ut commendatus 
sim, curato. Ex Grez, die XVIIj septembris 1453. 

54. A. S. Cardinali S. Angel i, d. Graz, 18. Septem- 
ber 1453; ibid., fol. 149b. 

Das Datum ergibt sich aus der Stellung des Briefes im Codex und aus 
der Übereinstimmung seines Inhaltes mit dem des vorhergehenden 

Briefes. 

Domino Johanni Cardinali sancti Angeli Encas episcopus 
Scnensis s. p. dicit. 

Reverendissime in Christo pater et domine mi colen- 
dissime post humilem rccommendationem. Ex Venetiis accepi 
litteras tuas, que dignationem tuam italice paci navare operam 
affirmabant. Id fuit mihi iocundissimum. Sed quid secutum sit 
non plane scio. Rescripsi dominationi tue reverendissime, cupio 



- i65 - 

bene terminatam esse legationem tuam, namque si nostra Italia 
pacem non assequatur, timendum est, ne dum inter nos acriter 
contendimus aliorum preda simus. Introitus Renati regis in 
Italiam si verus est, ut fertur, parum paci conducit. Vereor, ^) 
ne nostri principes procuratores Turchorum sint. Deus que 
de nobis fieri decreverit optime novit. Non est cur hoc vel 
illud oremus, optima pro jocundis deus dabit. Legi Cesareo 
eulmini que tua reverenda paternitas scripsit. Gratanter cuncta 
recepit et obnoxium dignationi tue se ait. Noviter scriptum 
est sue maiestati, cardinales omnes preter dominationem tuam 
in facto Pataviensi esse sibi adversos, dominus etiam noster 
sanctus per suum breve significavit, nolle se amplius differre. 
Quid respondeat Cesar, ex sancto domino nostro intelliges. 
Una spes est bene gerende rei, si fiat quemadmodum a me 
scribitur apostolico eulmini. Id enim Cesari placet. Veniet 
intra VIII vel X dies Joannes Inderbach ad sanctum dominum 
nostrum et tuam reverendam paternitatem super uno satis 
notabili negocio. Ab eo singula cognosces. Non est cur me 
multum extendam. Rex Ladislaus preparat se, ut in Bohemiam 
eat. In Austria magne divisiones sunt inter comitem Cilie et 
Ulricum Azingher. Huic prelati et civitates favent, illi barones. 
Axamit adliuc vexat Hungariam. Spero me brevi domina- 
tionem tuam reverendam convenire, quia domum repetere non 
commoditas sed necessitas urget, mortuis qui res meas gere- 
bant proximis et carioribus consanguineis et affinibus. Re- 
commendo me dignationi tue supplexque peto ut onere anna- 
tarum levare me velis, sicut magister Ilenricus Senf leben spem 
facit. Ex Grez etc. 

55. A. S. Henrico Senfleben, scriptori apostolico 
et Imperiali consiliario, d. Graz, 18. September 1453; 

ibid., fol. 150a. 

Eneas episcopus Senensis magistro Henrico Senfleben, 
scriptori apostolico et imperiali consiliario s. p. dicit. 

Venerabilis amice honorande. Suscepi litteras tuas ex 



1) Handschrift: Vere reor. 



— t66 — 

quibiis intellexi cum quanta dili^rentia et affectationc res nieas 
curas. Non est nieuni, dignas persolvere grates. Solum peto, 
ut circa illa diio instes de annata remittenda et de ecclesia 
obtinenda, si promoveatur electus. Deus tibi merces erit, nee 
me penitebit, ubi possim ostendere gratitudinem. Dominus 
F'etrus de Noxeto scribit mihi futurum omnino, ut ecclesia 
mihi commendetur et ita confirmat, papam promittere. Noh 
considerare quid dicat cardinaUs Metensis. Quod promissum 
est Cesari non debet violari Ego quoque nepotes habeo quibus 
me providere oportet, non minus quam ille de quo alt Me- 
tensis. Franciscus Theutonicus est etiam in studio, insudat 
juris canonici et bene proficit. Uli dabo ecclesiam (in Windis- 
grez) in Castro vindelico, si istam habuero. L.itteras quas ex 
Senis ad me misisti plures habui. Intelligo illa negotia italica 
turbata esse et timeo ne pacis negocia in fumum eant. Sumus 
omnes Turchi procuratores et illi viam paramus. Deus melius 
consulat quam meremur. Pax illa inter regem Ladislaum et 
Cesarem nunquam confirmata fuit. nee spes est quod unquam 
confirmetur. Ille rex jam se disponit ad intrandum Bohemiam, 
ubi plura sibi promittuntur quam servabuntur. In Austria est 
magna divisio inter comitem Cilie et Azingher, illi barones 
^ssunt, isti communitates et prelati. Axamit adhuc vexat Hun- 
gariam. Dominus de Pucham nuper concordatus erat cum 
Cesare, deinde pro parva re discordia renovata est. Et sie 
semper tribulationes vigent. Johannes Inderbach in magna 
quadam causa infra VIII dies iter ad vos accipiet et ab eo 
cuncta intelligetis. Ego etiam post expeditionem rei Prutenice 
repetere domum decrevi, quia vocatus assiduis cognatorum 
litteris amplius differre non possum, et carissimus sororius 
meus novissime diem obiit. Vale, et cum facultas se offert 
reverendissimo domino meo Firmano commendatum me facito. 
Ex Grez die XVIII septembris 1453. 



— 16/ — 

56. F r i d e r i c u s Imperator N i c o 1 a o V. Pont. Max., 
d. 25. September 1453; ibid., fol. 148a bis 149a. 

Es steht bloß: »Datum etc.«; da der im Codex vorangehende Brief 
(ep. 149, edit. l]asil.) vom 25. September datiert ist, so scheint auch 
dieser Brief diesem Tage anzugehören und es ist demnach die Ordnung 
des Codex zu verlassen und dieser Brief den drei daselbst folgenden 
Briefen vom 18. September nachzustellen. Es ist ein Brief des Kaisers an 
den Papst, aber wahrscheinlich von Aeneas verfasst und fehlt bei Voigt. 

ßeatissimo pape Nicoiao quinto Federiciis tertius im- 
perator salutem dicit. Beatissime pater. Reddita sunt nobis 
per hos dies duo vestre sanctitatis brevia super facto Pata- 
viensis ecclesie. ^) Cujus provisionem absque verecundia vestra 



') Das diesbezügliche noch ungedruckte Schreiben 
des Papstes wird hier der größeren Aufklärung wegen aus dem 
Codex beigefügt. 

NicolausV. Pont. Max. Friderico Imperator!, d. Rom, 
25. August 1453; ibid., fol. 146b. 

Nicolaus episcopus servus servorum dei carissimo filio Federico, 
Romanorum imperatori augusto, salutem et apostolicam benedictionem. 
Carissime in Christo fili salutem et apostolicam benedictionem. Novit 
deus cui nichil occultum est, quod serenitati tue in omnibus non aliter 
quam illi qui nos genuit, si esset in humanis, complacere vellemus, et 
ita stat sententia nostra. Non latet prefatam serenitatem tuam quid 
egerimus in hanc usque diem in facto ecclesie Pataviensis, que jam fere 
biennio decurso pastore caruit, ut celsitudini tue morem gereremus, et 
etiam scire debes continuas molestias quas omni ex parte continue 
sustinuimus proptcr tantam retardationem provisionis ipsius ecclesie. 
Omnia libenter amore tue celsitudinis perpessi sumus (gebessert aus 
»perpcssimus«) ut res pro voto nostro atque tuo succedere posset. Et 
hactenus nichil omissum est, quominus omnes intelligerent nos cupi- 
dissimos omnia efficere in ea re que tibi grata forent. Distulimus pro- 
visionem ipsius ecclesie hactenus, licet hoc secutum non fuerit absque 
magno onere nostro et ipsius ecclesie detrimento et per consequcns 
offensa dei et conscientie nostre. Modo intelligentes adventum illorum 
oratorum de quibus alias ad nos scriptum est, qui facturi sunt omnem 
instantiam, ne provisio dicte ecclesie amplius retardetur, et cum ipsis 
omnium principum Alamanie etiam consanguineorum tuorum preces et 
persuasiones accedere debeant, non videmus hoc gravissimum onus 
amplius sufferre posse et presertim cum omnes venerabiles fratres nostri 
sancte Romane ecclesie cardinales, cardinale sancti Angeli dumtaxat 



— i68 — 

et nostra infamia non posse differri ulterius scribitiir, referendo 
quanta de nobis procuratores electi publice in vestra curia 
sunt locuti adversus honorem vestrum*) et quod multi prin- 
cipes Alamanie, consanguinei nostri pro electo suas preces 
sint porrecturi. Cui cardinales omnes unico excepto favorem 
prebent, propter quas causas magnopere nos liortamini, ut 
prefate ecclesie provideri consentientes sanctitati vestre quan- 
tocius respondeamus. Super quibus rebus mentem nostram 
quam breviter exponemus. Certe nobis nunquam placuit diu- 
tina hujus ecclesie vacatio, qua percepta statim vestre beati- 
tudini personam nominavimus quam prefici cupiebamus in 

excepto, nobis in hac tanta dilatione adversentur. Acccdit etiam quod 
ab aliquibus magnis et gravissimis viris honorem et statum nostrum 
atque tuum diligentibus certiores redditi sumus, retardationem p)ro- 
visionis dicte ecclesie non [)osse ulterius fieri absque manifcsto scandalo 
nostro et tue serenitatis et etiam magna infamia tua. Nam die dominica 
preterita dum rediremus a missa oratores sive procuratores electi, quos 
CO in loco rejicere non potuimus, retulerunt publice, electum ipsum 
serenitati tue decem milia florenorum obtulisse cum effectu ut exjiedi- 
tioni sue consentires, et quod tua serenitas longe majorem summam 
et sibi penitus impossibilem petit. (Juare, dilectissime fili, cum singularis 
prudentia tibi a deo data fuerit qua semper in cunctis rebus hactenus 
laudabiliter usus es, rogamus celsitudinem tuam quo possumus efficacius 
et hortamur per viscera misericordie domini dei nostri ut velis pro 
nostra singularissima complacentia et honore tuo etiam in hac re solita 
sapientia uti et temporum necessitati te accommodare quod semper 
sapientis (gebessert aus sapientibus) est habitum et concedere 'gebessert 
aus concludere) quod provisio dicte ecclesie fiat et ulterius non diffe- 
ratur, postquam satis pugnatum est et talis retardatio amplius fieri non 
l)otest absque verecundia nostra et infamia tua. Mittimus propter hanc 
rem hunc caballarium proi)rium, per quem expectamus responsionem 
tuam quam cupimus futuram celerem et votivam. Et ita celsitudinem 
tuam iterum affectuose rogamus. Hoc enim si effeccrit tua serenitas, ut 
in sapientia sua plene confidimus, honori nostro atque suo consulet et 
nobis qui multitudini })etentium amplius resistere non valemus singula- 
rissimc et plus quam dici posset complacebit et accedet ad cumulum 
aliorum bcncficiorum nobis et apostolice sedi i)er eandem serenitatem 
tuam diUgentissime imjjcnsorum. (Juam omnipotens deus servet semper 
in eo lumine. Datum Romc apud sanctum Petrum sub annulo piscatoris. 
Die XXV augusti MCCCCLIII pontificatus nostri anno sexto. 
^) Lies nostrum? 



— ]6g -^ 

episcopum. Cumque vestra sanctitas personam illam certis de 
caiisis nollet promovere nosque subinde Romam coronationis 
siiscipiende causa venissemiis instanter petivimus, ut honora- 
bileni magistrum Vlriciim Sunnenberger, consiliarium nostrum, 
devotiim dilectum et ipsius ecclesie canonicum, omnium judicio 
dignum ac de Romana ecclesia bene merentem promovere 
dignemini. Ad quam rem concurrebant nobiscum non solum 
inclita consors nostra imperatrix verum etiam Serenissimus rex 
Hungarie et Bohemie Ladislaus ac illustris princeps Albertus 
dux Austrie patruelis et germanus nostri carissimi, nee non 
alii complures principes et barones. Quod si vestra sanctitas 
nostras tunc preces exaudivisset, jamPataviensis ecclesia pacem 
haberet. Non tamen tunc vestra beatitudo ut intelleximus sed 
collegium dominorum cardinalium voto nostro restitit. Nescimus 
cur illi adeo nobis adversi sint, nichil unquam factum per nos 
meminimus quod eis nocivum putemus, multumautemRomanam 
ecclesiam tempore scismatis a nobis adjutam, neminem credimus 
ignorare. Tacemus que nostri antecessores sive Romanorum 
imperatores sive Austrie duces retroactis temporibus in favorem 
apostolice sedis gesserint. Quippe putavissemus aliam meutern 
esse dominorum erga nos cardinalium quam experimur. Ut- 
cumque sit, satis constare potest et beatitudini vestre et Om- 
nibus qui prosecutionem rei norunt, longam Pataviensis ecclesie 
vacationem non nobis sed cardinalibus prefatis imputandam 
esse, qui cum habeant multos quos vestre sanctitati promo- 
vendos suadere possint, solum pro illo instant qui contra in- 
hibitionem sanctitatis vestre electus est, quique nobis et im- 
perio sacro rebellare et apostolice sedis monitione contempta 
mandatoque parvi penso contra nos armatos mittere et Austra- 
lium contumacie se conjungere non est veritus, adeo ut jam 
melius sperandum sit his qui pejus agunt prestetque con- 
tumacem esse quam obedientem. Ceterum neque nos hodie 
hü sumus qui vacationi prolixe Pataviensem ecclesiam sub- 
jacere velimus, tantum id petivimus, ne vestra sanctitas hostem 
nostrum nobis prebeat in vasallum. Lata est Alamania, latior 
Christianitas, si non reperitur Alamanus cui hanc ecclesiam 
acceptare conducit, contentamur de quocunque christiano quem 



— 170 — 

vestra beatitudo duxerit promovendiim, dummodo nobis in- 
vitis inimicus noster in civitate que sine medio pendet ab im- 
perio non preficiatur episcopus ciii nunquam regalia coni- 
mitteremus. Loquimur de electo qui non solum per se verum 
etiam per suos ut ex vestris litteris intelligimus nomen 
nostrum carpere et infamiam nobis irrogare non veretur. 
Verum ut vestra sanctitas plene intelligat rem pecuniariam, 
dicemus aperte que nobiscum prefatus electus agitaverit. Sane 
prius quam bone memorie Leonardus episcopus Pataviensis 
nature satisfecisset ad nos electus ipse venit, nondum enim 
nobis inimicus erat, dixitque futurum, ut cito Pataviensis 
ecclesia vacaret, atque in eum eventum vehementer oravit 
adesse ut sibi vellemus ac favorem preberemus ad illam eccle- 
siam obtinendam aurique non ut procuratores ejus ajunt X milia 
sed supra XXX milia florenorum nobis obtulit. Tantum ipse 
ad hujusmodi ecclesiam aspiravit ut etiam ante tempus aditum 
sibi ad dignitatem per pecuniam quereret, ^) quem nos sibi 
omnino denegavimus. Quocirca non nobis hoc ignominiosum 
sed ipsi electo dedecorosum et ad excludendum eum sacris 
efficax esse censemus, cum ipse non ut Aaron vocari a deo 
expectaverit, sed tamquam Jason in pecuniam confidens ponti- 
ficatum emere attemptaverit. Ex qua re satis judicari potest, 
an sua electio pura et canonica fuerit an artibus illicitis et 
indirectis modis quesita. Credimus autem non latere sancti- 
tatem vestram, illustrem principem Ludovicum Bavarie ducem 
ad hujusmodi electionem personaliter accessisse eamque partim 
precibus partim comminationibus extorsisse. Nos autem electum 
prefatum non solum hiis in partibus indigna petentem spre- 
vimus, sed etiam postea cum Rome essemus iterumque argento 
ab eo temptaremur contempsimus ac magistrum Ulricum ut 
ante dictum est promoveri studuimus ex cujus promotione nee 
obulum recepissemus. Quod autem post rebeUionem nobis ab 
ipso electo factam graves ejus injurias sine pecunia remittere 
noluerimus nisi et damna nobis illata pecunia compensaret id 
non censemus apud beatitudinem vestram turpe putari, neque 

^) Am Rande dieser Zeile ist von anderer, aber nicht viel späterer 
Hand, beschrieben: >ibi est dimissiim.^< 



— I/I — 

enini apud Theutones solum sed omnes pereque gentes illata 
dampna cum pecunia resarciuntur. Nee mirari quisqiiam debet 
si supra viginti milia florenoriim illius offensam existimavimus, 
qiii pro suo delieto non bona solum sed etiam corpus amittere 
debuisset. Quibus consideratis arbitramur, sanctitatem vestram 
adliuc servaturam quod nobis aliis brevibus suis poUicita est 
neque liominem imperio sacro et apostolice sancte sedi re- 
bellem pontificatu dignum existimabit, ecclesie autem Pata- 
viensi ne longioris vacationis exponatur incommodis de alia 
persona idonea providebil atque ita votis nostris complacebit, 
ut omnes qui sunt in circuitu preces nostras apud vestram 
beatitudinem efficaces esse recognoscant, sicut de vestra in 
nos benignitate ex preterito sumus experti et in futurum ex- 
periri non dubitamus. Eandem beatitudinem vestram conser- 
vare dignetur altissimus ad votivum ecclesie sue regimen feli- 
citer et lonoeve. Datum etc. 

57. A. S. Bartholomaeo Massano j uriscon sulto, 

d. Graz, 25. September 1453; ibid. fol. 150. 

Der Brief ist im Codex vom 25. April datiert, was ein Schreibfehler ist, 

da die Briefe vom April aus Neustadt stammen; das Richtige ergibt 

sich aus der Stellung im Codex. 

Eneas dei gratia episcopus Senensis et imperialis con- 
siliarius amantissinio filio suo Bartholomeo Massano iuris- 
consulto s. plurimam dicit. Bartholomeum, sororis mee virum, 
ut primum oculos clausisse tuis litteris intellexi, non potui 
lacrimas continere. Fluxerunt ubertim sponte sua prius quam 
mens animum revocaret atque in morte probati et sancti viri 
non esse dolendum ex sacris codicibus admoneret. Non est 
igitur apud me mirum, quod epistola refert, te fore afflictum 
tali socero privatum, consternatam sororem amisso viro quo- 
cum annos supra viginti consveverat, mestam et acerbissimo 
animo neptem Antoniam tanto et tam caro patre prius quam 
pubesceret orbatam. Quomodo enim eius hominis obitum sui 
non doleant, quem plorant alieni. Neminem puto esse in civi- 
tate nostra, qui non talem virum rei publice perditum non 
amarissime defleat. Verum ego cum mentis consilium admitto, 



— 1/2 — 

cum Bartholomei qui mores fuerint, que vita considero, etsi 
nobis obest eins transitiis, cujus nobis consuetudo dulcis et 
consilium utile fuit, sibi tarnen congaudendum existimo, qui 
ex hoc ergastulo carnis evolavit et ad lucem clariorem, ad 
vitam dulciorem, ad seculum longe quam istud esse putemus 
delectabilius evolavit. Vetus ut nosti philosophorum scola, 
qui bene vixissent, horum animas cum ex corpore abirent in 
celum reverti docere non dubitavit, aliorum inferna petere. 
Cicero noster omnibus qui patriam auxerint, iuverint, defen- 
derint, certum in celo patere locum affirmat, omnes, qui 
sapientes apud veteres habiti sunt, interire animas negant, 
mortibus animi loca mutant, non extinguuntur. Sed venit 
tandem ille magister verax, salvator seculi, qui mundum illu- 
minans omnem excussit errorem, et ab eo edocti sumus, quid 
sperandum bono, quid timendum malo, cum moritur, siet: 
ille nobis, si pie, si caste sancteque vixerimus, mansionem 
apud patrem suum in aula celesti, in paradiso felicitatis, in 
eterna beatitudine repromisit. Cum ergo Bartholomeus vitam 
omnem cum laude gesserit, domum pudice gubernaverit, 
manus innocuas servaverit, linguam veracem custodierit, rei 
publice utiliter consuluerit, necessarios, amicos, vicinos 
atque omne genus hominum adjuverit, religiöse de fide catho- 
lica senserit, quis non illum ad ea profectum gaudia judicet, 
que sectatoribus suis salvator in evangelio promittit? Est 
igitur ille, non dubito, junctus angelorum choris, cum bea- 
tissimis spiritibus glorie conditoris assistit. Itaque suum plorare 
decessum mentis est parum considerate. Non est, cur eius 
causa doleamus, quem scimus jam esse felicem. Sed neque 
nostri causa tristari oportet, neque enim recuperari eius vita 
lacrimis potest. Nemo moritur et iterum nascitur, nemo nas- 
citur et non moritur. Vixit ille suum tempus, plenam etatem 
peregit, non fugit ex provincia sibi commissa, vocatus recessit. 
Hene cum illo actum est, ad senectutem pervenit. Corpus eius 
morbi confecerunt, mentem integram reliquerunt. Postquam 
excessit ex ephebis, semper ille vir fuit, nunquam repuerescere 
Visus est. Integer abiit ad superos. Caveamus ergo, ne dum 
mortem eius acerbc ferimus, invidere sue beatitudini videamur. 



— 173 — 

Quid est cur tantopere affligamur? Diu stare nobiscum non 
poterat, exeundum ei erat. Quis diu senex vivere potest? 
Nulli perpetua in terris vita est, communis omnibus mors 
datur. Precessit ille, nos sequemur. Studeamus ita vivere, ut 
cum excedendum sit eo mittamur, quo ille pervenit. Hoc ille 
ex nobis querit, securus iam sibi est, soUicitus nobis. Quippe 
de Bartholomeo ego mihi ita persuadeo, idem cupio et vos 
faciatis. Verum quia feminarum debiliora sunt pectora, tuum 
est, qui plus sapis, consolari et socrum et sponsam tuam, 
Nam te ipsum non dubito, quin philosophie Studium satis 
admonuerit, mortem hominis non esse dolendam. Quod soror 
et neptis de meo reditu cupiunt, id mihi maxime eure est, 
neque aliud nunc studeo, nisi ut quam celerrime ad vos 
redeam. Nam etsi audio, turbatas apud vos res esse, fervere 
omnia bellis, iter insecurum plenumque discriminibus, ita 
tamen me preces urgent meorum, ut vel cum maximo periculo 
et damno meo ad vos reverti proposuerim quam celeriter. 
Movent me plurimum ecclesie mee negocia, quibus sub- 
veniendum intelligo, movent sororis preces, movent et matris 
imperia, cui adversari non possum. De Mortarama sum memor 
et anxius in re sua, sed facilius est, eam expectare, quam me 
properare. Non est, ut putatis, leve reverti, perdere gratiam 
Cesaris, montes transire asperrimos, flumina tranare maxima, 
iter obsessum latronibus penetrare. Ad hec vos me pericula 
vocatis. Nee refugiam. Objectabo me omni periculo, ut vobis 
morem geram. Timeo, postquam voluntati vestre satisfecero, 
ne quis vestrum dicat : utinam nunquam redisset homo iste. 
Non quia vobis me futurum tedio putem, sed quia multa in 
veniendo mihi instant discrimina, que omnia vestri causa vel 
superabo vel superare conabor. Vale. Ex Grez, die XXV 
aprilis 1453. 

58. A. S. sorori suae, d. Graz, 25. September 1453, 

ibid., fol. 151 b. 

Carissima sorella. Abbiamo inteso come a dio e piaciuto 
chiamare a se la buona memoria de Bartholemeo, tuo marito. 
Sappiamo che se molto afflitta e dolente, preghiamoti che 



— 174 — 

poni^hi modo afatti tuoi e non volere contristarti indarno, 
perche'l morire e comune a ogni liuomo chi nasce e noi 
ancora di di in di doviamo aspettare esser chiamati. Bartho- 
lomeo e passato, e noi seguitaremo. V^oglia la divina miseri- 
cordia che noi siamo degni essere collui doppo la morte 
nostra, peroclie non dubbitiamo lui esse in buono e felice 
luogo, considerato che sempre fu giusto et virtuosissimo 
huomo. Questo debba essere a te grande consolatione. Inde 
appresso sai che gia due o tre anni lui e stato molto grave, 
siehe era impossibile lui vivere longamente. Pensa adunque 
di consolarti. Noi verremo tosto di costa, e quello che ora 
scriviamo, piu largamente diremo a boccha. La persona savia 
ne pone speranza in qucste cose mondäne che sono fragih 
c caduce. Pensiamo di vivere in si fatto modo che nell' altro 
mondo troviamo la patria nostra, peroche questa bisogna in 
ogni modo perdere e di di in di passiamo altre. Antonia cia 
scripto di sua mano, che molto ci piace, fa ch'ella continui, 
perche ogni virtu sta bene a la persona. De fatti di misser 
Bartholomeo clic lei ci scrive non deliberiamo altro fare al 
presente, domando noi presto venir costa. Conforto nostra 
madre e nostra sorella Laudomia e Ursina nipote e tutta la 
brigata, e vive in pace. Christo ti guardi, abbi buono animo. 
Per me non sarai abandonata. Datum in Grez, a di XXV di 
septembre 1453. 

59. A. S. An t on iae, d. Graz, 25. September 1453; ibid., 

fol. 151b. 

Dilettissima Antonia. Ai fatto molto bene averci scripto, 
non credevamo che tu ancora sapesse che cosa fusse penna. 
Vediamo che tu se virtuosa c clie vai di bene in meglio, 
aviamo ne grande consolatione. Preghiamoti che tu perseveri 
e clie tu sia simile a quelle sante domne che scrivevano 
spesso a sancto Hieronimo. In questo farai ä noi grandissimo 
piacere. De fatti di misser Bartholomeo scriviamo a tua madre. 
Di tuo padre non piglar piu dolore peroche lui e in paradiso 
c aspetta tutti noi di la. Sia bencdetta in Cluisto, tuo fratello 
c tua sorella saluta per nostra parte. Datum in Grez, die 
XXV Septembre. 



— 175 — 

6o. A. S. Prioribus et Capitaneis populi civitatis 
Senariim, d. Graz, 25. September 1453; ibid., fol. 152a 

bis 153a. 

Magnificis et potentibiis dominis prioribus et capitaneo 
populi civitatis Senarum Eneas episcopus ejusdem urbis 
s. pl. dicit. 

Magnifici et potentes domini honorandi. Post recommen- 
dationem. Quamvis sponte mea magnopere cupiam, spectato 
viro Johanni Thomasii de Pecciis rem gratam gerere, acce- 
dentibus tamen precibis vestris, que penes me vicem manda- 
torum obtinent, non est quia in eius negocia quampiam inter- 
venire negligentiam patiar. Feci ergo quod mearum partium 
fuit, nihil omisi ex bis, que per me curanda videbantur. Quo- 
modo autem res gesta sit, ex eodem Johanne plenius intelli- 
getis. Puto et vestro et suo desiderio abunde satisfactum, 
quamvis res fuerit multis de causis deficiUima et a me ipso 
antequam fieret impossibilis reputata. Venio nunc ad novitates 
harum partium, quas ex me nosse optatis. He huiusmodi sunt. 
Inter Cesarem et Hungarie ac Bohemie regem Ladislaum 
ebdomada sancta, que novissime defluxit, pax composita fuit 
sub spe ratihabitionis, que ad festum Georgii fieri debuit, 
quemadmodum senatui vestro significavi. Sed adveniente ter- 
mino rursus dies aUera dicta est ratificationi ad nativitatem 
sancti Johannis Baptiste, neque tunc promissa completa sunt. 
Non placent Hungaris leges pacis, quibus et aurum dare et 
castella quedam dimittere jubentur. Non tamen Cesari beHum 
movent, turbatum regnum habentes. Surrexit enim in Hungaria 
insignis quidam latro, nomine Axamit natione Boliemus, qui 
cum magna predonum manu Sepusinam terram devastat. Ea 
est Hungarie portio trans Danubium, vicina Polonie et ad 
Valachiam respiciens, quam prisci mortales Daciam vocavere. 
Habet ille supra VI milia latronum in armis, quos fratres 
vocat et cum quibus viritim predas partitur. Occupavit loca 
quedam natura et arte munitissima. Inde discurrens ingentes 
rapinas agit, vicinas villas vectigales facit, remotas incendit, 
copias sepe contra se missas postravit. Sic Hungari vexati 



— 176 — 

nobis magis concedunt, quam promittunt paceni. Ilabentes 
enim, que domi curent, externa negligunt. Neque hoc solum 
eis incommodum est, viget et aliud intestinum apud eos malum. 
Transilvani enim, quos Ladislaus rex Johanni gubernatori 
regni ob rem publicam bene administratam dono dederat, 
indignati ex mutatione dominii, qui sub Corona potius quam 
sub Johanne malunt esse, parere novo domino nokmt armis- 
que se contra cum tuentur. Sic Hungaria per se misera est, 
cujus olim fuit vicinis afferre miseriam. Habet et Turchos ab 
latere, qui magnam regni partem occupant, jam victoria Con- 
stantinopolitana superbissimos. Rex eorum puer est, tantisque 
rebus impar, neque consiUi neque auxiUi in se copiam habet. 
Is nunc intentus est, quo pacto coronam in Bohemia suscipiat. 
Ad quam rem diem dixit festum archangeU MicliaheHs iam 
proximum. Vocant eum Bohemi summisque precibus orant 
ut quam celerrime ad eos pergat, atque ut est mos gentis, 
auri montes promittunt, cum eo venerit. Satis erit si nihil 
dare cogatur. Lacerum regnum est, quassatum et concussum 
undique. Due ibi factiones sunt. Catholici plures numero, 
heretici potentia maiores. Nihil est, quod illa ex gente sperari 
bonum posset. Georgius, gubernator regni, terrori omnibus 
est, sequitur maxime consilium archimandrite ypocrite et 
heresiarche Johannis Rochezane qui se contra sedem aposto- 
licam in archiepiscopum erigere non dubitavit. Timendum est, 
ne tenera regis etas Hussitarum venere inficiatur, apud eos 
manens. Deus meliora prebeat. In Austria quoque divisiones 
maxime vigent, civitates ac prelati unam partem fovent, alteram 
barones et nobiles, illis Ayzingherus quidam preest, vir sen- 
satus et animi fortis. Horum princeps est comes CiHe Ulricus 
neque ipse vecors. Uli Cesarem ad regimen patrie, dum puer 
est Ladislaus, iteruni optare se aiunt, hi Cesari adversissimi 
sunt. Sed Cesari de rebus eorum nuUa cura est, quorum fidem 
et variam et fallacem expertus est. Apud Rheni ac Suevie 
partes reformata pax est. Marchio Albertus qui cum civitatibus 
imperialibus superioribus annis bellum gessit, accepta pecunia 
in gratiam cum his rediit, dux Borgundie cum Gandavensibus 
gravi prclio congrcssus victoriam obtinuit, stragemque civibus 



— ^77 ■ 

illis dedisse fertur, in qua supra XII milia civium cecidere. 
Non tarnen capta civitas est, sed dedita ut aiunt auri magno 
pondere rcpromisso. Filippus nunc exercitum adversus aliquas 
civitates, quo res novas moliebantur et ad regem Hungarie 
Ladislaum inclinabantur, in ducatu Luzeburgensi traduxit 
terramque sibi ex integro subiicere conatur. In Pruscia, que 
ad mare balteum pertinct, quinque et quinquaginta civitates 
adversus fratres ordinis beate Marie Theutonicorum, qui eis 
dominabantur, ex magna parte jugum excussere dicentesque, 
se nimis dure teneri, fedus invicem percusserunt, quod fratres 
iniquum esse asserunt. Summus pontifex iam illud cognita 
causa damnavit, sed cum civitates non acquiscerent, ad tribunal 
imperatorium ambe partes vocate sunt ex compromisso earum. 
Fratres ordinis ad dictam diem venerunt, legati civitatum, 
cum per Moraviam iter facerent, latrones inciderunt, mag- 
numque pondus argenti, pellesque pretiosas, quas Ciesari dono 
ferebant, amiserunt, neque adhuc ex integro liberati sunt, 
quamvis rex Ladislaus, in cujus territorio capti fuerunt, eos 
relaxari mandaverit. Ob eam rem Judicium dilatum est, cujus 
dies ad XII Kai. novembris statutus est. In dubium iam ver- 
titur, an civitates denuo Judicium subeant, tum quia causam 
parum justam habere videntur, tum quia regem Polonie faven- 
tem habent et plus in armis quam in legibus esse presidii 
putare creduntur. Sic partes Germanie tribulate sunt, nee 
meliores quam italice. Itaque tempus sibi aptissimum Turchus 
invenit, quo christianos invaderet. Nostro et alieno gladio 
confodimur, procuratores Turchi omnes sumus, Maumethoque 
viam preparamus. Nisi mitiori nos oculo deus intueatur, ma- 
xima christiano populo iactura instat. Hec habui que modo 
scriberem. Recommendo me et ecclesiam meam senatui vestro, 
spero me brevi ad vestras magnificentias venturum, quarum 
mandatis presto sum obedire. Cesar vestre rci publice affec- 
tissimus est et quantum fieri potest ut pacem sectemini suadct. 
Ex Grez, Stirie, die XXV Septembris 1453. 



12 



— t;^ — 

6i. A. S. GrcfTorio legum doctori, d. Graz, 25. Septem- 
ber 1453; ibid., fol. 153b. 

Eneas cpiscopus Senensis dominoGregorio, legum doctori 
et fratri suo amantissimo s. p. dicit. Eximie doctor, frater 
amantissime. Tuis et aliorum assiduis vocibus accersitus do- 
niiini, quid aliud agam, nisi ut quam primum veniam. Multe 
sunt remanendi cause, bellum patrie, quod fervescere in dies 
magis aiunt, Imperium romani pontificis, qui me penes Cesarcm 
esse cupit, imperatoris affectio, qui me dimittit invitus. Intelliges 
ex me aliud, cum rediero, maius. Sed vincit amor amicorum 
et patrie zelus. Necesse est ecclesie subvenire, illi ante omnes 
obligatus sum. Veniam, sinite rogare ulterius, vicistis, nemo 
in me supra quam vos potest. Dicis quando prope festivi- 
tatem divi Martini si vixero hinc recedere animus est, de via 
nihil judicare temporis conditio sinit. Perdo ad vos rediens 
utriusque monarchie gratiam, plus milii vos estis, qui jubetis, 
amici necesse est: faciam. Malo cum vestro consilio perire, 
quam meo regem fieri. De litteris ad me missis non est cur 
amplius queraris. A quatuor mensibus citra frequentes tuas 
cpistolas accepi, hoc mense novem epistole tue mihi reddite 
sunt. De morte matris tue, amite mee carissime, dolorem 
tuum intellexi, meum sensi. Rescripsi tibi, non est frustra cor 
affligendum, illi bene esse non dubito, cuius vita sanctissima 
fuit. Precessit, non recessit, sequenda est. Nee nos diu mane- 
bimus, fugit ante oculos vita. Mors est quicquid precessit. 
Gaudeo Franciscam nuptui traditam esse. Novitates non scribo 
ad tc, magnificis dominis nostris omnia nota cfficio neque illa 
tc latebunt. Vale. Ex Grez, die XXV septembris 1453 

62. A. S. M a r i a n o S o z i n o c 1 a r i s s i m o juris i n t e r- 
]3reti, d. Graz, 25. (27.?) September 1453; ibid., fol. 153b. 

Aus der Stellung im Codex ergibt sich der 25. Scptenihcr; Aeneas 
datiert hier nach dem römischen Kalender. 

Eneas episcopus Senensis domino Mariano Sozino cla- 
rissimo juris interprcti salutem plurimam dicit. Brevissimas et 
tui similcs ad mo littoras scripsisti. Accipe brevioros et mihi 



— 1/9 - 

conformiores. Commendasti Johannis Pecii optimi et nobilis 
adolescentis negotium. Non fueiunt preces tue frustra, ab- 
soluta res est. Vale. Ex Grez, V Kai. Octohris 1453. 

C)T,. A. S. Card in all S. Angeli, d. Graz, 25. September 
1453; ibid., fol. 153b bis 154a. 

Reverendissimc in Christo pater et domine mi colen- 
dissime post humilem recommendationem. lo. cardinali St. An- 
geli, Eneas episcopus Senensis commendatum se facit. Veniente 
Johanne Interbachio Romam, qui tue dignationis servum sese 
profitetur (vir doctus et omnium, que apud nos aguntur 
gnarus), non est cur multa scribam. Ipse mea vox erit, meum 
animum ex ipso cognosces. Quia tarnen amici causa negli- 
genda non est, dicam in re domini Uh-ici Sonemberger pauca 
non quia intendam eum commendare dignationi tue, apud 
quam suis precibus indigerem, sed ut testimonium veritati 
prebeam, quod ab ipso recipi non potest. Res illa Curcensis 
practicata est et conclusa, me non solum presente, verum 
etiam laudante. Scio pura et sincera omnia esse, quomodo 
initium habuerit et quo pacto deducta sit. Scribo S. domino 
nostro. Si quis aliter ausus fuerit dicere, scito illum a vero 
procul esse. Hec idcico dixerim, quia cum in aliis ecclesiis 
Uh'icus repulsam habuerit, possent esse qui eum contra jus 
fasque ambire dignitatem dicerent. Sed cum mihi nota sit rei 
series et ipsius Ulrici sinceritas, dignum duxi etiam non 
rogatus veritati servire et homini de Romana ecclesia bene 
merenti, ne quid ob malas Hnguas, que in omnem curiam 
serpunt, detrimenti patiatur, occurrere. Flabes ergo, quamvis 
leviusculum est, testimonium meum, quod adversus obloquentes 
possis objicere. Cetera penes dignationem tuam abunde sunt, 
quibus amici causam juvetis. Commendo me dignationi tue 
reverendissime, et si possibile est, auxilio tuo annatarum 
sarcina levari cupio. Ex Grez, die XXV .septembris 1453. 



12' 



i8o 



64. A. S. Petro de Noxcto, d. Graz, 25. S ep t CMnbc r 

1453; ibid., fol. 154a. 

Magnifico et generoso comiti domino Petro de Noxeto 
Eneas episcopus Senensis salutem plurimam dicit. Johannes 
Inderbachius, juris interpres ac ccsarei culminis orator, milii 
singulari bcncvolentia conjunctus est. Id volui ut scires, ut 
ad te veniens non sua tantum virtute sed meam quoque ob 
causam tuum et favorem et auxilium inveniat. Litteras tuas, 
quas de militia fteri jussisti, ipse dictavit et nunc ad te defert. 
Cupit annumerari servitoribus tuis mererique tuam gratiam, 
quod sibi non difficile proposui et propter tuam in omnes 
lenitatem et propter eius prestantiam, qui vir bonus est et 
supra mores sue gentis doctus. Causam is acturus est nostri 
Ulrici Sonemberger, imperialis consiliarii, quam cupio pro tua 
consuetudine commendatam suscipias. Honesta est enim et 
digna tuo favore, nam et Cesari cordi est. Si ostenderes, 
preces meas aliquid in hac re valuisse, me non parum extolles. 
In facto Pataviensis ecclesie scripsi tibi nuper, id esse im- 
peratoris propositum, ut papa inter se et electum arbitretur 
et judicio suo acquiescet. Id etiam Johannes ratificabit. Rogo 
ergo, quia finis illi ecclesie eo modo dari poterit, ne me 
fraudari promissionibus patiaris, nam cardinalem Metensem 
adversari mihi subodoro, non tantum ut mihi incommodct, 
quantum ut amici sui causam promoveat. Sed puto te non 
minus posse quam ille. Vale. Ex Grez, die XXV septembris 1453. 

65. A. S. Nicoiao Cardinali S. Petri, d. Graz, 25. Septem- 

ber 1453; ibid., fol. 154b. 

Reverendissimo in Christo patri et domino domino Ni- 
coiao Sancti Petri Cardinali Eneas episcopus Senensis com- 
mendatum se facit. 

Venit ad romanam curiam To. Inderbach, servitor tuus, 
in facto ecclesie Curcensis, sicut ex eo cognosces. Supplico, 
res illa commendata sit dignationi tue, quum pura et simplex 
est omniquo labe carens. De re Pataviensi scripsi mcntem 
Cesaris domino meo S., si Sua S. medium apertum am]:)lcc- 



- i8i — 

tetur, poterit negotium facillime componi. Ibi rogo, iit mei 
sis nicnior quemadmodum alias speni certam dedisti. Scripsi 
dignationi tue ad Brixinam de rebus Constantinopolitanislongam 
epistolani, nescio an illam liabueris. Doleo si perdita est. 
Scribebam etiam de factis tuis apud Cesarem agitatis. Clericus 
quidam tue diocesis illas tulit qui hiic venerat impetraturus 
legitimationem. De novis harum partium non est opus me 
scribere, quia ex Johanne cuncta intelliges. Precor, operam 
des ad pacem Italie, ne dum litigamus invicem preda Tur- 
chorum simus. Vale et me commendatum inter servulos habeto. 
Ex Grez, die XXV septembris 1453. 

66. A. S. Leonardo de Benevolentibus elvi Senensi 
et a [) u d illustrem dominum (d u c e m ?) V e n e t o r u m 
oratori, d. Graz, 25. September 1453; ibid., fol. 155a 

bis 157a. 

Leonardo de Benevolentibus civi Senensi et apud illu- 
strem dominium Venetorum oratori Eneas episcopus Senensis 
s. p. dicit. 

Bene a te factum est qui res latinas et grecas ad me 
scripsisti. Nam etsi captam Constantinopolim, Peram eversam, 
Turchum magna minantem, bellis Italiam extuantem (? estuan- 
tem?) neque spem esse concordie sciebam, non tamen ordinem 
rerum ut a te seriöse traditus est tenebam. Tuas litteras in 
senato cesareo recitavi et quantum facundia suppeditabat 
excitare torpentes animos sum conatus. Audiverunt me omnes 
attente dignamque rem putaverunt, pro qua cuncti christiani 
et loquerentur et agerent. At Cesar ipse ut tibi fateor quod 
in re est, etsi Christiane religionis cladem invitus audit, non 
tamen is est, qui tam potenti hosti resistere possit, neque 
Christianitas ea est que unius capitis subire juditium velit. 
Non est, cur ceteras nationes referam, Germania suo regi 
minime obsequitur. Quid dico Germaniam? Anno proxime 
decurso Austriam vidimus suo principi rebellantem. Parum 
est quod Cesar per se potest, nisi christiani principes in 
unum conveniant et unitis viribus sevissimum hostem a nostris 
finibus amoveant. Sed neque reges hi sunt qui vocatu Cesaris 



f.S2 

comparere velint. Nescio quantum romani pontiticis voces 
audiant. Teneo tarnen sententiam tuam, intelligo male futurum 
christianis rebus, nisi Christianorum unanimi consensu hostis 
impetus retundatur. Cum vero nostrorum principum desidiam 
privatasque populorum inimicitias intueor, videre videor ex- 
terminium nostrum. Omnes Turchi procuratores sumus, Mau- 
metho viam omnes preparamus. Dum imperare singuli volumus 
omnes Imperium amittemus. De proprio commodo sumus 
anxii, rei publice nulla cura est, privatis affectibus inservimus. 
Mine rex Alfonsus et Veneti, inde Florentini et Mediolanenses 
suas iniurias prosequntur. Vindictam isti atque illi deposcunt. 
Injurias Christo irrogatas pauci deflent, nuUus ulciscitur. Ouare 
si facta nostra recte pensare vellemus, inveniremus deum 
procul dubio nobis jure merito magis infestum esse debere 
quam Turcho. llle deceptus ei quem prophetam esse credit 
obsequitur, nos scientes mandata divina negligimus. Insignis 
civitas, Caput Orientis, Grecie columen, imperii ac patriarche 
magni sedes prostrata iacet, insignia Christi salvatoris deleta 
sunt, loca suo nomini dedicata spurcitie patent, nomen eius 
sine fine blasfematur, reliquie sanctorum ante ora canum 
porcorumque iaciuntur nee excuti potest Christianorum somnus. 
Quid cedes in regia urbe factas referam, prostitutas virgines, 
ephebos muliebria passos, violatas sanctimoniales, omne mona- 
chorum feminarumque genus turpiter habitum. Horret animus 
dicere insolitum inauditum scelus, dicam tamen ad confusionem 
nostram qui talia pati possumus. Aiunt qui presentes fuerunt, 
spurcissimum illum Turchorum ducem, sive ut aptius loquar 
teterrimam bestiam apud summam aram sancte Sophie pro- 
palani videntibus omnibus nobilissimam virginem ac fratrem 
ejus adolescentem regalis sanguinis construprasse necarique 
deinde jussisse. Hoc fuit et silemus. Parum est quod deo 
debere nos arbitramur. Sed ait fortasse quispiam, non posse 
facta infecta esse. Verum si quis hortum nostrum ingressus 
vi poma nostra vel holera sustulerit non est quod iram nostram 
moderari quisquam possit, turgent animi, furiunt mentes, jubet 
arma bilis capere neque vel leve furtum sinit inultum ire. 
Divine majestatis injurias sedatis animis toleramus. Siccine 



- i83 - 

Moyses factitavit? Siccine Phinees aut Matliathias zelatus est 
legem domini? O niiseri Christiani, ingratum genus hominum! 
Niilla est natiü tarn grandis que habet deos appropinquantes 
sibi, sicut adest nobis deus noster. Immensa beneficia sunt 
que nobis divina pietas elargita est. At ubi gratitudo nostra 
est? Que nobis pro divino nomine cura imminet? Que nos 
solicitudo pro Christi honore remordet ? Nulluni in Grecia 
simulachrum eius relinquitur, nulluni signum. Taceo de se- 
pulchro suo quod Saraceni tenent, vetus illa res est Nova 
ista commemoro, nulluni non templum in Constantinopoli pro- 
fanatum est, oninia sacra polluta sunt Quid faciemus ad hec? 
Credo iteruni crucifigi dominum sineremus, si rursus niorta- 
libus se aspectibus presentaret. Quid dixi sineremus alios 
crucifigere dominimi, vereor ne nos ipsi manus impias in euni 
injiceremus. Tanta est nequitia ac perfidia nostra. Nam quid 
est quod nos de lege divina servemus ? Que civitas non ad- 
niittit usuras? Quis jejunat, quis festos dies religiöse colit? 
Quot falsa testimonia, quot perjuria? Quot adulteria dietim 
admittuntur? Quis promissi tenax aut honesti amans reperitur? 
nie prudentior habetur qui plures fallit Nee parentes hono- 
ranius, nee filios honesta docemus. In dominos rebelles, in 
servos superbi sumus. Avaritie onines studemus, libidinem 
sequimur, voluptati servimus. Innocentie nuUus est cultus. 
Quid niirum si furor domini supra nos excitatus Turchum 
elevat et inimici gladium super cervices nostros extendit.? In 
leges divinas inipie agere inipune non cedit Turchus igitur 
hostis imnianissimus divino judicio Constantinopolim ex- 
pugnavit, Peram delevit, niultos mortales occidit, gravissimo 
vulnere Christianitatem afflixit. Verum cum neque sie excite- 
mur, neque mores mutemus, prosequitur ille victoriam suani. 
Ciclades onines invadit, Egeuni atque Jonicum sibi mare sub- 
sternit, nuUas incolunies Grecie reliquias dimittit Transit etiam 
versus Hungaros, retro se nihil dubiuni, nihil adversum sibi 
relinquit P'acile non repugnantes evincit. Italiam anno proximo 
invadere statuit, classem ingentem struit, bello quoque neces- 
saria providet. Transitum ex Durachio in Brundusium sibi 
delegit. Hac olini Pompeius Cesarque trajecit in Greciam, 



- IS4 - 

hac latini sepe transeuntes exefcitus reges Asie domuerunt 
Non est ab re si hac diebus nostris orientales copie pene- 
trantes latinas opes evertant, Omnium reruni vicissitudo est, 
nulla potentia perpetuo manet : Fuerunt Itali rerum domini, 
nunc Turchorum inchoatur imperium. Justa divine majestatis 
ira est. Abusi potestate precipites imus, ex regno in Servi- 
tuten! damur, digna pro factis supplicia pendimus. Hex ego 
non tuis solum litteris edoctus sum, verum etiam ex bis qui 
de Rascia dietim ad nos convolant. Ab bis asseritur dispotus 
que pretiosa et carissima sibi sunt in abdita loca deportasse. 
Neque enim satis Turcho fidit, quanwis habet cum eo fedus. 
Nee enim quicquam levius apud illum esse quam fides tra- 
ditur. Dictum indictum facit, nihil stabile, nihil in eo certum 
est. Sepe illud ab eo auditum fertur, neque magnus neque 
liber Imperator essem, si verbis obligari possem. Timet igitur 
dispotus inconstantiam hominis. Hungaria et omnis vicinia 
potentiam eius reformidat qui proximam quanque victoriam 
gradum alterius ducit. Neque i)er socordiam aut ignaviam 
torpescere mihtes sinit. Hec nostri principes velut somnia 
reputant et inanes fabellas. Crede mihi, Leonarde, etsi nunc 
dum vulnus est recens, nonnuUi videntur incensi et de com- 
muni bono curare, tamen post menses, ubi tepuerit fervor, 
non erit qui verbum faciat. Silebimus de his rebus et inter 
nos totis viribus concertabimus, donec veniat nuntius, qui 
Turchum jam litus Italicum appulisse confirmet. Judicium dei 
est, plectimur pro peccatis nostris. Proh ! gentes in reprobum 
date sensum ! Cur viscera nostra confodimus, cur nostras 
maculamus manus ? Si mori placet et pectus aperire ferro, 
cur non potius hostili quam nostro gladio cadimus ? Quid 
hello civili querimus? Imperium Turcho paramus, non nobis. 
Uli fortasse durus esset introitus, si viribus suis Italia salvis 
expectaret adventum. Sed conterimus nos ipsos, manus nostras 
brachiaque trunchamus, ne venienti Turcho supersit qui vim 
eius retundere possit. Hec (agunt) Itali nostri, ut a te audio, 
quos summo pontifici querenti pacem negare aures scribis. 
Indurati sunt, ruere cupiunt. Sed nee ceteri Europe populi 
melius agunt, sequitur sua quemque calamitas. Nescio qui sit 



— i85 - 

modo Hispaniarum Status, non arbitror eos ceteris Christianis 
quietiores esse. Gallia semper immotum est, nunc pulsatur ab 
Anglicis, nunc suo sese mucrone confodit. Philippus Borgun- 
doruni dux acerbo nuper prelio Gandavenses afflixit, modo 
in Luceburgenses copias movit, qui Ladislai regis Hungarie 
dominatum vocabant. In Reno atque Suevia novissime lites 
composite sunt, nove tamen pullulare timentur. Bohemi sub 
expectatione novelli regis quiescunt, quem ad festum archan- 
geli Michaelis proximum ad se venturum putant. Non desunt 
tamen illic simultates acerbissime inter eos qui ritum romane 
ecclesie servant et qui novum quendam modum communionis 
invenerunt, cum sacramenta divina suscipiunt. Australes non- 
dum Cesari reconciHati sunt, leges pacis inter se dixerunt, 
quas deinde ratas habere recusant. Suntque invicem civitates 
et barones admodum adversi. In Hungaria nove dietim con- 
tentiones emergunt. Ibi latro insignis Axamit, homo Bohemus, 
cum magna manu predonum cuncta conturbat, nee regni 
conatibus opprimi potest. In Pruscia nobiU provincia quinque 
et quinquaginta civitates adversus ordinem beate Marie Theu- 
tonicorum fedus percussere, super qua re hs modo apud 
cesareum tribunal pendet. Sunt autem qui rem potius armis 
quam legibus diffiniendam putant et magnum illum Polonie 
regem cum civitatibus sentire confirmant. Periculosa res et 
multum sanguinem effusura, nisi prius componatur, quam 
ferrum partes stringant. Hie est Europe vultus, hie Status 
Christiane religionis. Quocumpue me verto aut bellum reperio 
aut belli metum. Optimum Turcho tempus et ad pernitiem 
nostram accomodatum. Non latent illum nostre dissensiones, 
quicquid agimus apertum ei est. Non deest asiatico prudentia 
sanguini, quanto nos videbit invicem discordantes periculosius, 
tanto nos undique urgebit vehementius. Hec, mi Leonarde, 
dolenda et - collacrimanda tecum occurunt, quamvis fortasse 
satius esset amovere ista de mente que nostro consilio neque 
curari neque levari possunt. Quid si ruat omnis terra quam 
colimus, exules hie non cives sumus, patria nostra in celis 
est. Eo nostra feratur intentio, vivamus celo et astris digni. 
Fugere hie oportet, brevis est quam facturi sumus in terris 



— i86 — 

niora. Nihil ad nos, hujus dominium quis obtineat : celuni 
celi domino, terram autem dedit filiis liominum. Nos si exilium 
nostrum patienter et moderate duxerimus, in adoptionem venie- 
mus filiorum dei et in celesti patria mercedem accipiemus 
bene transacte perigrinationis. Ilec habui que tibi de rebus 
grecis latinisque responderem. Nunc ad ea transeo que de 
sancto viro tratre Johanne Capistraneo attigisti. Placet a te 
scriptum esse in excusationem meam, quamvis excusatione 
non indigeat innocens. Nunquam ego illi pio et optimo patri 
detraxi, commendavi autem suos mores suamque vitam fre- 
quentibus litteris ac sermonibus. Meo suasu Romanus eum 
pontifex in Germaniam misit, plurima in eius laudem a me 
Cesari dicta sunt. In Vienna, maxima Austrie ciuitate, cum 
essent qui eum persequerentur, ego eius partes acerrime de- 
fendi, multa in Bohemia de sua virtute predicavi. Ad Ro- 
manam curiam et ad senatum vestrum Senensem sepe litteras 
dedi, sue commendationis plenissimas. Quocunque locorum 
veni, nomen eius extuh magnumque feci. Inique agitur mecum, 
si hec mihi que scribis premia redduntur : malum pro bono 
fero. Que me causa impellere potuisset, ut tanti viri famam 
lacerarem, qui me nunquam lesit? Cur ego sancto viro in- 
videam, qui nostre nationis gloriam amph'ficat? Non sunt 
credenda mala ubi videntur bona. Tu meorum scriptorum 
verborumque testis es. Non est quod me putes virum vitu- 
perasse quem me laudasse cognoscis. Taceo de beata illa et 
illustri anima iam celum tenente divi Bernardini Senensis. 
Nam quibus ego in locis eius memoriam non celebrem facere 
sum annixus.^ Quamvis humano preconio non egeat qui divino 
testimonio commendatur. Infelicem me crederem ac miserrimum, 
si unquam, non dicam loqui adversus tam candidam animam, 
sed somniare me quicquam accideret. Nam spiritum illum 
sublimem atque clarissimum, in concilio deorum receptum, 
summoque deo proximum esse non ambigo, cujus conver- 
sationc fuisse me quondam usum adhuc gaudeo et in partem 
magne felicitatis accipio. Gerte, Leonarde virorum optime, 
nunquam in mentem cecidit meam, ut tanta et tam clara 
nomina obfuscare conarer, quorum tantus splendor est, ut nee 



— i87 - 

aiigeri commendando nee minui detrahendo possit. Intelligo 
tarnen unde hec contra nie jacula veniunt, vec pudet referre. 
Cum Senis agerem anno jam prope secundo, accesserunt me 
duo fratres ex his quos vocamus observantes, qui postquam 
generalia ut fert consuetudo dixerunt, percunctati sunt ex 
me diligenter, quid rerum ageret, ac ubi terrarum esset Jo- 
hannes Capistranus, qua populorum frequentatione audiretur, 
quam gratiam germanice gentis haberet? Ubi cuncta bona 
audiveruntM ad miracula transiverunt, asserentesque precibus 
sancti viri multos in Germania mortuos suscitatos accepisse, 
veritatem ex me quesiverunt. Respondi me nihil horum ex- 
pertum habere. Tunc iUi qui non tarn verum quam testimonium 
qualecunque affectabant, contorto naso et incHnatis capitibus 
et ut ypocritarum est demissis ocuUs a me recesserunt. Non 
est mihi dubium, quin horum me protervia detulerit. Nihil 
tamen moveor, scio que dixi, gaudeo conscientia mea. Si 
frater Johannes mihi succenset, rem se non dignam facit, nee 
propterea virtutem suam non colam. Suo nomini sueque fame 
favebo dum vixero. neque bonum virum timebo (recte vivens), 
qui nee deum timere debeo, ut Senece visum est, incedens 
recta. L.oquar tecum et libera voce dicam. Multa ego de 
miraculis illis patris audivi, nihil supra naturam ab eo factum 
vidi. Non tamen illa infitior que ceteri narrant, prebeo et 
auribus aliquid. Pauca sunt que oculis subjiciuntur. Danda 
est gravibus viris fides, vulgi verba momento carent. Frater 
Johannes si quando me audiverit aut si negotium plane dis- 
cusseht, inveniet se nihil habere quod de me culpet, et multa 
esse que probet cognoscetque me sue probitatis non amatorem 
solum, sed etiam predicatorem. In hac causa ad eum non 
scribam, nee enim plebis rumusculos magni facio, ad verum 
esse vivendum, non ad opinionem scio. Neque vir gravis et 
sanctus omnibus que sibi referuntur assensum prebet. Is nunc 
in remotis agit, nee facile reperiuntur qui eum accedant. Fuit 
in Polonia, deinde apud Vratislaviam egrotavit. Quocunque 
venit velut apostolus dei suscipitur. Nescio an convaluerit, 

1) Zu dieser Stelle steht am Rande mit blasserer Tinte aber von 
derselben Hand wie der Brief: Hie debet incipi alter quaternus. 



- i88 — 

deus eiiiTi incolunieni Italis reniittat. Bonn v'no ubique patria 
est. Vale et Laurentiuni nostruni si quando ad eum scribis 
meo nomine salvum dicito. Ex Grezio Stirie die XXV septem- 
bris 1453. 

Gy. A. S. Comiti Jacobo de Ptolomeis, fratri suo, 
d. Graz, 26. September 1453; ibid., fol. 158b. 

Die Reihenfolge des Codex kann hier und in den folgenden zwei Briefen 
wegen des beigesetzten Datums nicht beibehalten werden. 

Eneas episcopus Senensis magnifico comiti domino Ja- 
cobo de Ptholomeis fratri suo s. p. dicit. Magnifice comes, 
frater honorande amantissime. Reddite sunt mihi infra biduum, 
epistolarum tuarum due, quibus intellexi, te gravi morbo de- 
tentum fuisse, nunc vero pene convaluisse. Conturbasti me 
litterarum tuarum principio, recreasti fine. Sed nee tu solus 
egrotasti, me quoque gravis valetudo depressit et ad salutis 
usque desperationem deduxit. Petrus vero noster ita decubuit, 
ut de sepulcro magis quam de medicina me anxium redderet. 
Sed sumus ambo divino munere extra periculum positi. Ego 
ex integro valerem bene, nisi tussis domesticum malum dietim 
cresceret. Petrus nondum exit domum, gravis adhuc. Durus 
est hie annus nostro sanguini. Amita nostra Bartholomea, 
modestissima femina, diem obiit, Bartholomeus sororis mee 
niaritus, vir optimus mense Augusto sepultus est. Sic vel 
morimur vel egrotamus. Hec nature lex est, pendere omnes 
hoc tributum oportet. Invia imus. ') Jacobe amantissime, non 
est quod hie spem collocemus, cogitandum est mansionem, 
ut in patria nobis bonam paremus, eam bene vivendo acqui- 
rimus. Vivemus autem bene : si nos et in dies mori et longius 
vivere non'-^) posse putaverimus. De Francisco audio libenter 
que scribis, cupio illum continuare et virum fieri bonum. 
Veniam ad te cito, nam domum repetere decrevi. Tunc et 
satisfaciam tibi de sumptibus et quid tum amplius velim cum 
tuo consilio dcliberabo. Vadit modo Romam Joliannes Ilindern- 

^) Die Lesung nicht sicher. 
-) non ist zweifelhaft. 



— i89 — 

bachius, decretorum doctor et imperialis secretarius, amicus 
meus et sincerus et optimus, ab eo has literas recipics. Com- 
menda eum et me principi tuo, cui ambo sumus deditissimi. 
Magistrum Sozinum et dominum Andream, nostros concives^ 
meo nomine salvos dicito. Cura ut valeas optime cum conjugo 
et liberis, ut vos cum rediero laetos inveniam. Vale. Ex Grez, 
die XXVI septembris 1453. 

68. A. S. Johanni Hinderbachio, Imperiali secretario, 

d. Graz, 26. September 1453; ibid., fol. 158b. 

Eneas episcopus Senensis Domino Joanni Hindernpachio 
imperiali secretario s. p. dicit. 

Eximie doctor amice singularis et optime. Jacobus Phto- 
lomeus legum interpres, frater meus, qui Ferrarie apud illum 
ducem moram trahit, hodie ad me literas dedit quibus modo 
responsum mitto. Cupio cum Ferrariam perveneris ad te ho- 
minem voces, parebit imperio tuo libens, nisi ex consuetudine 
egrotaverit. Ei qua mecum sis benevolentia notum facito, 
Franciscumque nepotem meum ut litteris operam ardenter 
prebeat admonitum reddito. In Venecijs habuisse me aureos 
LXX dicito mercatori quem novisti, Ethiopem meum libertate 
donari curato. Si Tusciam iter facis domum meam petito 
et pro voluntate rebus meis utitor. Perge bonis avibus et 
sanitati stude, ut munere divino et sanus et jocundus ad nos 
quam primum redeas. Vale. Ex Grez, die XXVI septembris 1453. 

69. Fridericus Imperator Alfonso regi Portugalliae 
d. Graz, 28. September 1453; ib id., fol 159 a bis 159 b. \) 

Der Brief fehlt bei Voigt, kann aber, weil sicher von Aeneas verfasst, 
wie schon die geschichtlichen Reminiscenzen zeigen, unter dessen Briefe 
eingereiht werden, nur nicht in der Reihenfolge des Codex, da er vom 

28. September datiert ist. 

Fridericus divina favente dementia Romanorum imperator 
semper Augustus serenissimo principi Alfonso dei gratia Por- 
tugallie et Algarbii regi, Cepteque domino, fratri et affini 

^) Da Nr. 165 im Codex sich auch der dazugehörige Brief des 



— 190 — 

nostro carissimo saluteirt et amoris mutui continuum incre- 
mentum. Retulit vol)is ut scribitis eximius legum doctor Jo- 
hannes Ferdinandi vester et noster consiliarius admodum 
dilcctus, inclitam Leonoram, sororem vestram nostramque 
consortcm dilectissimam imperatricem quam primum ad nos 
venit gratantcr susceptam ac deinde summo amore et affectu 
singulari per nos tentam tractatamque fore. Quam rem vestra 

Königs Alfons von Portugal an den Kaiser findet, so sei er hier bei- 
gegeben : 

Alfonsus Portugalliae rex Friderico Imperatori, d. Li- 
bora, 25. März 1453; ibid., fol. 160 b. 

Victoriosissimo principi et potentissimo domino Frederico Ro- 
manorum imperatori semper Augusto, Alfonsus dei gratia Portugalliae 
et Allgarbii rex Cepteque dominus salutes et de infidelibus gloriose 
triumphare. Gloriosissime princeps et frater amansissime. Vobis notum 
facimus quod relatione eximii legum doctoris, nobilis Johannis Fer- 
dinandi de Silveira, consiliarii nostri fidelissimi, percepimus ingentem 
amorem quo clarissimam imperatricem , uxorem vestram et sororem 
nostram dilectissimam suscepistis et deinde flagrantiori semper amore 
coluistis et amastis. Unde summam cepimus voluptatem et immortali 
deo gratias egimus, ita videlicet successisse quemadmodum sperabamus. 
Et quamquam ob vestram singularem prudentiam et humanitatem vobis 
non sit opus persuasionibus, tamen vires sanguinis que plurimum possunt 
nos compellunt, vos hortari atque rogare (Handschrift: »rogari«) quod 
vestrum sanctum atque laudabile propositum continuetis et eam ipsam 
uxorem vestram si amoris quidpiam superaddi posset magis atque 
magis colatis et ametis. Nichil enim honestius, nichil laudabilius in 
catholicis maxime principibus amore conjugali, qui et deo gratissimus 
est et apud homines laude dignissimus est. Quis amorem Tiberij erga 
uxorem, quis Hipsicratee erga virum non plene laudaverit, quorum alter 
uxoris vitam vite sue pretulit, altera effusis caritatis habenis equis et 
armis Mitridatem per eflferatas gentes fugientem infatigabili corpore 
et animo secuta est. Ouippe si viri et uxores insolubili quodam inter 
se amoris vinculo conncctuntur (Handschrift: »conicctuntur«) et adim- 
plcnt quod preclare scriptum est: Relinquet homo etc. Et naturam et 
rationem illustre quoddam nature ornamentum imitantur. Idcirco pro 
tanto amore quo erga uxorem vestram afficimini vobis gratias agimus 
et enixe quod ultra debitum ad quod virtus et ratio nos obligat nostro 
intuitu velitis eam perhumanissime colere et accumulatissime amare, 
ut nos ultra id (juod jure sumus reddatis vobis admodum obligatos. 
Ex Civitalc nostra l^lborcnsi XXV niarci anno domini MCCCCLIII. 



— tgi — 

fraternitas plurimum recommendat suisque litteris magnopere 
nos hortatur, ut in conjugali benivolentia continuantes con- 
jugem ipsam nostram etiam vestri intuitu dietim magis ac 
magis accumulatissime diligamiis adhibitis veteriim exemplis, 
qui conjugali desiderio plurimum fraglaverunt. Rcspondentes 
igitur fraternitati vestre, fatemur verum esse que Johanncm 
prcdictum retulisse narratis. Suseepimus enim sororem vestram, 
uxorem nostram predilectam non sine fervido et ardentissimo 
desiderio, deinde secum in hanc usque diem summo cum 
zelo et ingenti caritate conversati sumus. Idemque deinceps 
futurum non dubitamus, quoniam sie ejus morum probitas et 
prudentia singularis exposcit^) que ita nobiscum se habet ut 
non solum a nobis sed ab omnibus qui eam adeunt mirum in 
modum diligatur et laudetur. Nos quippe quotiens cum ea 
sumus eiusque modestiam et regalis sanguinis gravitatem 
lenitatc commixtam consideramus cxperimur in nobis quod 
scriptura confirmat dicens: gratia mulieris sensate delectabit 
virum suum, et iterum : mulieris bone beatus vir. Quippe 
reputamus nobis inter molestias quas dietim pro reipublicc 
gubernatione suscipimus ad magnum solatium et consolationem 
talem uxorem contigisse que nobis juxta cor nostrum et 
morigera est et obsequentissima, nee dubitamus quin eam et 
divino et humano jure coiere et observare debeamus. Con- 
jugum namque tantam esse inter se vim amoris lex divina 
precepit, ut duo in carne una esse videantur. Nee maternus 
aut paternus amor conjugali dilectioni preferri potest, ut 
divinum testatur oraculum quod per vos adducitur. Hinc 
sancti viri Abraam, Ysaak, Jacob, Moyses ceterique deo ac- 
cepti proceres conjuges suas unice dilexerunt, nee gentiles 
hujus amoris expertes fuerunt. Quorum nonnulli adeo ferventer 
amasse traduntur^) ut decedentibus uxoribus vivere amplius 
nullo pacto persuaderi potuerint, sicut apud Romanos de duo- 
bus Plautiis traditur. Nee minor erga viros affectio comperta 



1) Hier folgen die ausgestrichenen Worte : »que ita nobiscum so 
habet ut sanguine natam regio«. 

'-) Hier folgen in der Handschritt die gestrichenen Worte: :^ut 
vitam uxorum sue pre«. 



— tgi - 

est niulierum. Nam et Admeti regis Tessalie conjunx mortem 
sua morte reclemit et Arthemisia gentis Carie regina viri sui 
sepulcrum se prebuit, Portia vero Cathonis filia extincto viro 
ardcntes carbones exhausit, ex quo fit ut quanto magis legi- 
tima noscitur liec dilectio eo magis vehemens et urgentissima 
reperiatur. Nos uxorem sortiti ad mentem nostram, forma et 
probitate prestantem, merito eam colimus et amamus, et dum 
vita comes ambobus erit amaturi cumulatissime sumus. Neque 
ad hoc vestra vel alterius cujuspiam exliortatione indigemus. 
Nam etsi preces vestre apud nos valent plurimum, superat 
tamen ipsius consortis nostre singularis affectio, que tanta 
est ut addi sibi quicquam alterius causa minime possit. Datum 
in Grez die XXVIII septembris 1453. 

70. A. S. Raphaeli de Primaditiis, vicario suo, 
d. Graz, 29. September 1453; ibid., fol. 157b. 

Eneas episcopus Senensis domino Raphaeli de Prima- 
ditiis, vicario suo s. p. dicit. 

Venerabilis dilecte noster. Litteras tuas accepimus his 
diebus duplicatas. Cognoscimus te in agendis oportunam ad- 
hibcre diligentiam. Idem quoque ceteri de te scribunt. 
Laudamus operas tuas, deque tuo officio contenti sumus. 
Rogamus reditum nostrum patienter expectes, neque enim diu 
differre mens est, sicut ex domino Gregorio cognosces, cui 
etiam diem recessus nostri ex his partibus faciendi scribimus, 
si tamen deus cogitata nostra secundabit. Scriptum nobis est, 
operarium ecclesie nostre multa sibi usurpare que nostri juris 
sunt, hortamur te ne talia patiaris. Sume virilem animum nee 
velis justa promovendo minus andere, quam ille iniqua 
tcmptando. Hec pauca nunc scribimus, quod venturi ad vos 
plenius de cunctis loquemur. Vale in Christo optime et officio 
tuo viriliter incumbe. Ex Grez die XXVIIII septembris 1453. 

71. A. S. B a r t h o m e o p r o c u r a t o r i et c a n o n i c o suo, 
d. Graz, 29. September 1453; ibid., fol. 157b. 

Eneas episcopus Senensis domino Bartholomco, procura- 
tori et canonico suo s. p. dicit. 

Venerabilis dilcctc noster. Accepimus tuas Htteras quibus 



— 193 — 

ais te bene concordare cum vicino nostro, facis mea re mentis 
nostre conceptum. Domum nostram a te bene dirigi et disponi 
confidimus. Nos brevi reverti proponimus, ciipimusque domum 
esse iuxta exigentiam preparatam. Quod tibi debemus ratione 
facta non retinebimus. Hortamur ut perseveres et tuam in 
agendis diligentiam continues. Nobis es carus erisque per- 
severando carissimus. Antonium nostri parte urge ut studeat 
sese doctum nobis redeuntibus ostendere. Si secus erit iratos 
nos inveniet. Vale et domino Mariano Sozino nostro nomine 
Salutes dicito. Ex Grez die XXVIIII septembris 1453. 

72. A. S. Johann i de Pettiis, d. Graz, 30. vS ept ember 

1453; ibid., fol. 157b. 

Eneas episcopus Senensis Johanni de Peciis s. p. dicit. 
Spectabilis vir, tanquam fili amantissime. Rem tuam magno 
labore absolvimus. Quomodo perfectum negotium sit, cum re- 
dierimus plene tibi referemus. Fecimus pro te sicut pro filio 
necessarium esse putavimus. Nee unquam expediri rem posse 
credidimus nisi post factum. Gaudemus tui causa, fortunam 
fuisse secundam. Tuus nuntius revertitur ad te cum litteris. 
Vale. Ex Grez die (XXX) ultima septembris. 

J^. A. S. Nicoiao V. Pont. Max., d. Graz, 30. Septem- 
ber 1453; ibid., fol. 158a. 

Beatissime pater et clementissime domine. Post devota 
pedum oscula beatorum et humilem mei recommendationem 
pape Nicoiao Eneas episcopus Senensis commendatum se 
reddit. De facto Pataviensis ecclesie scripsi nuper vestre beati- 
tudini. Majestas imperialis perseverat in eo quod a me scriptum 
est: acquiescet arbitrio vestro. Solum faciat dementia vestra 
quod dictus se humiliet et aliquid pro delicto suo rependat 
et non det verba sed facta. Si hoc fit potest beatitudo vestra 
de illa ecclesia disponere, nee majestas Cesarea egre feret. 
Nam quod scripsi nuper suo ex mandato scripsi et sto in 
rei testimonium. Dominus Jo. Inderbach missus ad vestram 
Sanctitatem idem confirmare jussus est. Expecto ex promisso 
clementie vestre ecclesiam parrochialem electi pro sustenta- 

13 



— 194 — 

tionc mei Status. De novis liaruni partium licc habeat pietas 
vestra. Rex Ladislaus infra quinqucndium iter versus Bohe- 
miam recepturus est. Marchio Albertus Brandeburgensis ad 
eum venit, cum CCC equitibus sccuturus eum. Fcrtur et dux 
Bavarie Liidovicus venturus. Coronatio regis magno studio 
preparatur. Interea Georgico baronem quendam, Smirizschei 
nomine, catholicum et potentem captivavit et in Praga publice 
decapitari jussit. Morti ejus hie titulus datus est. Dicitur in 
hanc sententiam Ladislao regi scripsisse: Si duo tibi capita 
sunt, rex optime, venire ad nos potes, dum alterum in Austria 
dimittas, alterum ad nos feras. Si unicum caput habes, tutius 
in Austria remanebis. Quidam putant hoc fictum esse, ut 
nobilis baro et bene de fide scntiens necaretur. Hec non 
potui Sanctitati vestre reticere. Cui me recommendo. Ex Grez 
die ultima septembris 1453. 

74. A. S. Leonardo de Benevolentibus, d. Graz, 

30. September 1453; ibid., fol. 158a. 

Dieses Begleitschreiben des vorigen Briefes hat Voigt nicht angeführt. 

Eneas episcopus Senensis Leonardo de Benevolentibus 
s. p. dicit. 

Leonarde amantissime. Si preces mee apud te quicquam 
valent oro ut litteras his inclusas quas ad S. dominum nostrum 
scribo per aliquem ex cursoribus illustrissimi domini ad 
Romanam curiam mittas quia sunt non parvi ponderis. Et 
domino nostro S. in hoc singularem facies complacentiam. 
Vale. Datum ut in litteris prioribus. 

75. A. S. Nanni Petri sororio suo, d. Graz, 
30. September 1453; ibid., fol. 158a. 

Eneas episcopus Senensis Nanni Petri sororio suo s. 
p. dicit. 

Monorabilis vir, cognate carissime. Tuas litteras accepimus, 
quibus nos de statu rerum nostrarum efficis certiores. Bene 
a te factum est. Speramus cito reverti et omnia videre et 
dirigcre pro nostra prudentia. Unum est tamen impedimentum, 
quia Petrus tuus nondum convaluit ex febribus quas patitur 



— 195 

pene continuas; neque ducere eiim aiidemiis neque relinquere 
volumus, et egritudines auptiimnales ut vulgo dicitur longe 
sunt. Non est tarnen quod mortis periculum timeamus. Tu 
tarnen ista matri ne dicas que ut scis nimis affligeretur, nee 
suus dolor egrotum juvaret. Antonium intelligimus discoluni 
esse nihilque boni agere. Id videmus ex litteris suis quas in- 
eptissimas scribit. Cuperemus eum meliorem ducere vitam et 
saltem bene scribere didicisse. Si pergit male agere caveat, 
nc domi eum redeuntes inveniamus. Vale. Ex Grez ultima 
septembris 1453. 

76. A. S. Nicoiao Cardinali S. Petri, d. Graz, 
30. September 1453; ibid., fol. 159b. 

Eneas episcopus Senensis reverendissimo in Christo 
patri domino Nicoiao, sancti Petri cardinali commendatum se 
facit. Reverendissime in Christo pater et domine mi colen- 
dissime. Post humilem recommendationem. Susceptis litteris 
tuis fui cum Cesarea Majestate remque tuam commendavi 
quibus scivi et potui verbis. Astiterunt mihi ambo Ulrici, bona- 
que fide negocium tuum adjuverunt. Cesar in hac demum 
sententia respondit: Placet sue serenitati ut consensum littera- 
torium habeas alicujus principis in cujus dominio thelonium 
velis erigere eoque facto litteras obtinebis in ea sententia 
quam tua supplicatio deposcit. Super qua re ad maiorem certi- 
tudinem scripta Cesarea recipies. De thelonio novo in valle 
Clusarum constituendo hoc modo sublimitas imperatoria con- 
tentatur. Pro quolibet equo onerato, qui alias nihil solvisset 
poterit dignatio tua malum cruciferum recipere triennio con- 
tinuo, deinde rursus ad Cesarem recurrere oportebit. Superque 
hoc litteras fieri precepit. Hec sunt que modo potuerunt ob- 
tineri. Plura etiam si potuissem impetrare, non neglexissem. 
Ac tantum de re tua. De communi hec dicam. Speravi digna- 
tionem tuam esse Rome ibique cum ceteris patribus rei publice 
Christiane jam labenti consulere, necesse id enim esset, Negli- 
guntur omnia ut video. Fama est jam Venetos Turchi gratiam 
querere missis denariis. Puto id agunt quia torpere Christianos 
principes animadvertunt. Sed prestaret humiliare se fidelibus 

13* 



— 196 — 

quam infidelibus. Rex Ladislaus apparat se magnifice, ut nunc 
Bohemiani ingressurus. Interea tarnen apud Pragani Smirischoni 
noto tuo qui Ratispone fuit cervix amputata est. Id cause 
fertur, quia scripserit Ladislao, ne intraret Bohemiam, nisi 
adeo fortis esset ut precipere posset, additis his verbis, si duo 
capita habes, unum in Austria dimitte alterum affer tecum. 
Unum habens caput nisi potens mandare cave ne venias. 
Verum ille dum alieno capiti consulit suum perdidit. Que res 
ceteris baronibus horrenda et detestanda videtur. Fama est 
etiam Georgiconem qui hujus rci auctor extitit cum civitatibus 
Prutenorum fedus percussisse, que contra religionem con- 
spirarunt. Nam fratres ordinis Cesari super eo questi sunt, 
petentes Ladislao regi litteras dari ut intercipiat. Quod factum 
est. Alia non occurrunt. Recommendo me dignationi tue ad 
cujus placita sum paratissimus. Ex Grez die ultima Septem- 
bris 1453. 

jy. A. S. Nicoiao Cardinali S. Petri, d. Graz, 3. Octo- 
ber 1453; ibid., fol. i6oa. 

Reverendissimo in Christo patri, domino Nicoiao, sacro- 
sancte R^ ecclesie tituli sancti Petri ad vincula presbitero 
cardinali domino suo colendissimo Eneas episcopus Senensis 
s. p. dicit. 

Reverendissime in Christo pater et domine mi colen- 
dissime, post recommendationem. Capellanus vester qui de 
thelonio transferendo litteras ad me detulit, quamvis rogatus 
meas epistolas reciperet insalutato me abiit. Credo ita domine 
sue diligenter et affectate servit comitisse Goritie, ut omnium 
aliarum rerum obliviscatur. Venit post eum Henricus protho- 
notarius, legatus Sigismundi ducis vir prestabilis et vestri 
amans novasque litteras vestras mihi restituit Non est cur 
scribam statum rei, cuncta ex eo cognoscetis, habetis tota que 
mente petistis. Inclinatus est Cesar vestris precibus et animo 
libenti petitiones vestras exaudit Ego pro modulo meo existimo 
satisfecisse me non debito neque voluntati mee sed possibili- 
tati. De rebus Italic audivi quam libentissime que scripsistis. 
Cupio patrie pacem quam puto etiam Christianitati utilem 



— ^97 — 

Timeo tarnen ne plus mali quam boni possint. De Valachis 
ceterisque vicinis Constantinopoli nihil inpresentiarum audimus. 
Nee mihi vero simile est, illos arma sumere contra exteros 
qui hostes domi habent. Johannes etiam gubernator regni 
Hungarie qui nonniliil ad rem acturus putari posset, amotus 
regime dicitur. Nicolaus Waiwoda ei substitutus, nescio tamen 
an huic mutationi locus erit. Nam comes Cilie ejus rei auctor 
noviter extra gubernationem regis detrusus asseritur et ab 
Australibus omnino dejectus. Sic brevi tempore in tribus 
maximis Ladislai dominus tres insignes mutationes facte sunt. 
Smirischo apud Boemos occisus, gubernator Hungarie de- 
positus, comes Cilie in Austria destitutus est. Que si vera 
sunt digna pro meritis comiti referuntur videmusque nostro 
tempore grande scelus punitum. Alia non occurrunt. Recom- 
mendo me dignitati vestre cui studebo quoad vixerim et com- 
placere et servire. Ex Grez die III octobris 1453.^) 

'j'^. Fridericus Imperator Alfonso regi Portugalliae, 
d. Graz, 3. Oc tober 1453; ibid., fol. i6ob bis i6ib. 

Dieser Brief, welcher bei Voigt fehlt, ist ohne Datum; nach der Stellung 
im Codex gehört er beiläufig dem 3. October an. Er enthält die zweite 
Fassung des 69. Briefes (im Codex Nr. 162), welcher vom 28. September 
datiert ist. Doch ist dieses Datum offenbar nachgetragen, und zwar von 
derselben Hand, welche auch dem folgenden Briefe, Nr. 76 (im Codex 
Nr. 163), die redactionelle Umänderung zum Zwecke einer Ausgabe 
desselben gegeben hat. Bei der Annahme, dass diese zweite Fassung 
trotz des Mangels des Datums die endgiltige ist, würde es wohl auf 
den Einfluss des Kaisers zurückzuführen sein, dass die etwas harte 
Äußerung der ersten Fassung: »neque ad hoc vestra vel alterius cujus- 
piam exhortatione indigemus« weggelassen und Beispiele inniger Gatten- 
liebe auch aus der römischen Kaiserzeit beigefügt wurden. 

Fridericus divina favente dementia Romanorum Impe- 
rator, semper Augustus etc. Serenissimo principi Alfonso, dei 
gratia Portugallie et Algarbie regi Cepteque domino, fratri et 
affini nostro carissimo salutem et amoris mutui continuum 
incrementum. Reddite sunt nobis per hos dies littere vestre 



1) Am Rande: »Scriptis et conclusis jam litteris, que de guberna- 
tore Hungarie referebantur veritate carere percepi.« 



— T98 — 

quibus nobis significatis gratissimum esse serenitati vestre 
qiiod inclitam Leonoram sororem vestram ac consortem 
nostram susceperimus desideranter et tractaverimus ut inter 
conjuges decet amantissime. Sic enim retulisse vestre sereni- 
tati honorabilem Johannem Ferdinandum legum doctorem 
vestrum et nostrum consiliarium affirmatis, rogantes ut in 
amore nostre conjugis quem legitimum et humano ac divino 
jure comprobatum dicitis etiam vestro intuitu perseverare 
velimus, adjicientes nonnulla veterum exempla que nos in 
dilectione conjugali merito valeant confirmare. Respondentes 
igitur fraternitati vestre, vera esse fatemur quod prefatum 
Johannem retulisse narratis. Suseepimus enim non sine furenti 
desiderio vestram sororem, uxorem nostram predilectam, se- 
cumque in hanc usque diem summa cum caritate et admodum 
placide conversamur et vivimus. Idemque futurum deinceps 
non dubitamus. Sic enim et divina lex precipit et humana 
ratio suadet. Quid enim duas esse animas in una carne nisi 
maxima vis amoris efficit. Certe nee paternus nee maternus 
amor, ut oracula divina testantur, dilectioni conjugali prefertur. 
Hinc sancti viri Abraham, Ysaac, Jacob, Moyses ceterique 
veteris testamenti duces uxores suas amore incredibili coluerunt. 
Nee aliter apud gentiles laudati proceres fecere, quorum non- 
nuUi conjuges adeo furenter amasse traduntur, ut illis mortuis 
nullo pacto supervivere voluerint. Sicut de duobus Plauciis 
aqud Romanos habetur. Nee minor erga suos viros affectio 
comperta est mulierum. Nam preter exempla que vestra tradit 
epistola et Admethi regis Thessalie mortem conjunx ejus sua 
morte redemit et Arthemisia gentis Carie regina viri sui se- 
pulchrum sese prebuit. Porcia vero, Alarci Cathonis filia, ex- 
tincto viro, cum ferrum sibi negaretur, ad neccm ardentes 
carbones exhausit. Imperatores et maximi duces hujus honestis- 
simi affectus participes comperimus. Nam et Pompejum et 
Julium et Augustum suarum conjugum constat amantissimos 
fuisse, nostrique germani cesares, Caroli, Ottones, Heinrici, 
Federici dilectionem erga suas uxores ferventissimam habuerunt. 
Nee probatus esse videtur aut princeps aut privatus, qui pudice 
conjugi sue non fideliter adheret. Sed nee philosophos bene- 



— 199 — 

vivendi magistros hec placida vis amoris effugit, nam et Xan- 
tippem uxorem suam quamvis morosam et contumaceni ma- 
ximus ille Socrates adamasse non vulgariter perhibetur. Quid 
nos faciamus, qui conjugem juxta cor nostrum nobis mori- 
geram et obsequentem nacti simus, cujus regios mores cum 
singulari prudentia conjunctos reperimus, que ita nobiscum se 
habet, ut non solum a nobis sed ab omnibus qui eam allo- 
quuntur vel intuentur digna laude et amore precipuo judicetur. 
Amamus quippe conjugem nostram et affectu singulari pro- 
sequimur, experientes in nobis scripture divine sententiam, 
dum ait: Gratia mulieris sensate delectabit virum suum. Et 
iterum: Mulieris bone beatus vir. Sane inter molestias quas 
pro gubernatione reipublice dietim toleramus innumeras ad 
magnum nobis solamen precipuamque consolationem repu- 
tamus et ducimus talem nobis conjugem contigisse, cujus et 
laudare formam et amare probitatem jure merito valeremus. 
Dicimus ergo nos abunde et cumulatissime facere quod re- 
quiritis, diligimus enim sororem vestram uxoremque nostram 
pleno corde et dilecturos in futurum non ambigimus, quonian^t 
virtutes ejus et animum erga nos bonum dietim augeri con- 
spicimus. Agimus vestre fraternitati quas possumus gratias, 
qui regalibus educatam disciplinis et omni modestia plenissime 
instructam sororem vestram nobis pre ceteris despondere 
voluistis. Datum. 

79. A. S. magnifico viro Hesterolo de Vicecomitibus, 
imperiali familiari et amico, d. Graz, 4. October 

1453; ibid., fol. i6ib. 

Magnifico viro Hestorolo de Vicecomitibus, Eneas epi- 
scopus s. p. dicit. 

Magnifice et generöse domine, amice honorande. Acceptis 
litteris vestris fui cum Cesarea majestate que revera admodum 
moleste fert tribulationes vestras, concessitque scribi marchioni 
Montisferrati juxta desiderium vestrum: Duci Sabaudie non 
scribit quia ille est in quadam indignatione cum imperio, nee 
jam dudum sibi scriptum est. Ego quantum scio et possum 
suadeo ne sine causa necessaria domum relinquatis, quia non ubi- 



— 200 — 

que reperietis amicos et necessarios. In patria melius est omnia 
pati, quam apud exteros exulare. Si possem re juvare ut vcrbis 
consulo, id facerem libenter, si qua putatis me posse pro vobis, 
utamini amico vestro. Valete. Ex Grez die IUI octobris 1453.^) 

80. A. S. Decano et Capitulo ecclesiae Pragensis, 
d. Neustadt, 1 1. October 1453 ; ibid., fol. i6ib bis 162b. 

Voigt irrt, wenn er den 10. October setzt, im Codex steht der 11. October, 
welchem Tag somit auch der folgende Brief angehört. 

Venerabilibus viris, dominis decano et capitulo ecclesie 
Pragensis, amicis suis honorandis Eneas episcopus Senensis 
s. p. dicit. 

Venerabiles viri, amici nostri honorandi. Redeuntibus 
nobis ex Stiria provincia in Austriam cum Cesare reddite 
sunt in via littere vestre, quamvis ornate et perpolite, queri- 
moniarum tamen et molestiarum plene, quibus pressuras vobis 
non modicas neque facile tolerabiles imminere cognovimus. 
Affligimur itaque vobiscum vestrumque scandalum ac peri- 
culum non aliter quam nostrum ducimus. Neque enim vestrum 
quispiam infirmatur sine nostra infirmitate. Speramus tamen 
quia infirmitas hec non erit ad mortem. Non sunt justi sine 
tribulationibus, sed de omnibus liberabit eos dominus. Vultus 
enim domini super justos et aures ejus in preces eorum. Fuit 
superioribus diebus etiam nostro tempore in regno vestro 
armata heresis, que templa sanctorum disjecit, sacerdotes 
occidit, strages innumeras dedit, domos atque urbes fidelium 
incendit, divina et humana jura pervertit. Quis enim referre 
possit vel ceci Zische vel Procopii rasi crudelia gesta. Dc- 
fecerunt tamen, deoque penas scelerate manus dedere. Magnum 
est quod nunc instat malum, in se ipso consideratum, ad 
preterita vero comparatum minimum est. Sumite igitur fortes 
animos et audacter temptationi resistite. Fidelis est deus ne- 
que vos temptari permittet supra quam ferre possitis. O passi 



1) Am Rande des Briefes steht von gleicher Hand: Magnifico 
viro, domino Hesterolo de Vicecomitibus imperiali familiari, amico meo 
honorando. 



20I — 

graviora, dabit deus his quoque finem. Durate et vosmet rebus 
servate secundis. Adhuc redibit gloria regni vestri. Rex vester 
quamquam nondum pubes christianus tarnen est et orthodoxe 
fidei supra quam ferant anni cultor. Nolite timere, adhuc sub 
Ladislao Bohemia reflorebit et in ecclesia fructus prebebit 
uberes. Neque decipiet etatem teneram versutia Sathane, di- 
vina hunc puerum custodia tuetur. Sacer sanguis est neque 
labefactari potest. Purus in luto splendere sol potest. Duo 
eum Alberti secuntur sui sanguinis, alter dux Austrie alter 
marchio Brandeburgensis, excelse mentis et intemerate prin- 
cipes, obstratas erroribus aures prebituri, neque uUo veneno 
novelli regis infici sinent animum. Aderunt ex Austria Moravia 
Silesiaque docti et constantes prelati, qui neque decipi regem 
neque vos ad illicita cogi sinent. Decident ut arbitramur ignita 
sevi hostis tela neque vim habebunt in servos dei. Utcunque 
sit, vestrum illud esse propositum credimus, ut veritatem non 
solum possessionibus aut agris sed etiam vite preponatis. Nam 
vita hujus seculi brevis et caduca est, veritas immortalis 
eternaque habetur. Cujus sectatores in adoptionem filiorum 
dei transeuntes immortalitatem consequi non est ambiguum. 
Hec ad pressuras dixisse libuit. Ceterum quia nos romano 
pontifici de rebus vestris scribere suadetis, significamus vobis, 
nos ante aliquos menses dum priores litteras a vobis accepimus, 
sanctitatem apostolicam de rebus universis certiorem fecisse 
et idipsum suasisse quod modo petitis suaderi. Nihil enim 
omisimus ex his que pro vestra consolatione obtinenda puta- 
vimus necessaria. NuUum tamen adhuc responsum habemus. 
Intercidit medio tempore Constantinopolitana calamitas, que 
et mentem romani pontificis et omnium cardinalium animos 
constravit. Occupata majoribus rebus romana majestas minores 
respicere oportuno non potest. Est enim animus domini nostri 
sanctissimi totus erectus, ut ingens ignominia christiano nomini 
per Turchum noviter illata vindicetur et opprimantur hostis 
truculentissimi conatus. Non tamen existimamus, rem vestram 
negligi. Scripsimus enim cumulatissime, non solum pape sed 
etiam plerisque cardinalibus de negocio vestro. Et nunc etiam 
quia id petitis rescribere non negligemus, quamvis ad necessi- 



202 

tatciii iinmincnteni tardiiis vidcatiir. Scinms autem fuisse per 
hos dies Rome nuntios regis vestri qui de compactatis verba 
feceriint et lial>uerunt responsum romano presule digniim, Id 
cum rcferetur aniinos multorüni commovebit et res vestra 
multo melior cfficietur. Ilabemiis etiam ex Roma novellas 
litteras, per quas certiores reddimur legatum apostolicum ad 
serenissimum imperatorcm nostrum propediem in negocio 
Turchorum venturum. Quem transiturum esse ad regem 
vestrum non ambigimus. Is procul dubio de re vestra solicitus 
erit. Quem et nos etiam ad vestram procurandam securitatem 
et rogabimus et pro viribus incendemus, facturi et in hoc ne- 
gocio et in reHquis omnibus quecunque aut personis vestris 
aut memorabili ecclesie vestre conducere putaverimus. Datum 
in Nova Civitate Austrie die XI octobris 1453. 

81. A. S. Venccslao Decano ecclesiae Präge nsis, 
amico suo, d. Neustadt, 11. October 1453; ibid., 

fol. 162 b. 

VenerabiH viro, domino Venceslao carissimo decano 
ecclesie Pragensis amico suo Eneas episcopus Senensis s. p. 
dicit. VenerabiHs et eximie doctor, amice honorande. Post 
Salutes plurimas. Ad ea que per capitulum vestrum scripta 
nobis sunt, respondimus eidem capitulo abunde. Non est cur 
illa repetamus, quamvis etiam littere vestre eadem attingunt. 
Nos ubi scimus et possumus ecclesie vestre prodesse volun- 
tarii sumus. Dolemus autem, quia vulneri vestro sufficientem 
medicinam adhibere non possumus. Speramus tarnen cito ven- 
turam consolationem. De presbitero absolvendo, qui prius apo- 
stataverat committimus circumspectioni vestre vices nostras, 
vestramque conscientiam super eo reddimus oneratam, ne dum 
salutem queritis unius, multorum jacturam ecclesia patiatur. 
Nos enim de vestra prudentia plene confidimus. Magnifico 
domino de Rosis etsi litteras damus, tamen acceptum habe- 
bimus, si nos ei et filiis suis ut prius fecistis iterum et iterum 
commendaveritis. Datum ut supra. 



20 



82. F r i d e r i c u s I m p e r a t o r N i c o 1 a o V. R o m. P o n t., 
d. Neustadt, 12. October 1453; ibid., fol. 163a bis 164b- 
Ein Brief des Kaisers, aber von Acneas verfasst; er fehlt bei Voigt. 

Bcatissime pater et dominc noster revercndissime. Duo 
sunt super quibus littere vestre ad nos ultimo directe respon- 
sionem nostram deposcunt. Unum est quod Pataviensis ecclesie 
provisionem concernit, alterum quod censuras respicit quibus 
innodati sunt nonnuUi ex Austria qui et nobis pertinaciter 
rcbellarunt et apostolice sedis jussioni contuniaciter restiterunt. 
Super quibus rebus scribit vestra sanctitas oratores Serenissimi 
principis Ladislai Hungarie ac Bohemie regis, patruelis nostri 
carissimi qui nuper in curia vestra fuerunt adeo rationabiliter 
et afficaciter esse locutos, ut omnes cardinales uno dumtaxat 
excepto in favorem suum adduxerint. Nee vestra beatitudo 
petitionibus illorum resistere potuerit, nisi ciliquo temporis 
spatio in medium adducto. Subjungitis quoque, eo loco res 
esse deductas, ut alium exitum habere non possint quam 
dicti oratores expetierint, cum omnes ecclesiastici et seculares 
principes et nobis sanguine juncti mirum in modum proposito 
nostro super hujusmodi negotiis adversentur. Additis insuper 
cum necesse sit ad Turchorum sevissimos conatus debite re- 
primendos subditos prefati regis advocare, qua cum honestate 
negari censurarum absolutio possit, penitus ignorare. Multum- 
que nos hortamini, ut ad hec duo consensum prebere velimus. 
Responsuri ergo beatitudini vestre, cui semper complacere 
vellemus, dicimus nos super facto Pataviensis ecclesie similes 
litteras, non sunt multi dies, ex sanctitate vestra recepisse 
quibus abunde respondimus. Üeinde venerabili Enee episcopo 
Senensi, principi et consiliario nostro devoto dilecto com- 
misimus, ut mentem nostram suis scriptis beatitudini vestre 
per amplius significaret, quoniam pensatis rebus universis con- 
tenti essemus inter nos et eum quem dicunt electum Pata- 
viensem pro damnis et injuriis emendam ab illo recipere, 
quam vestra sanctitas dignam judicaret, cujus arbitrio con- 
quieturi essemus. Non est igitur cur amplius in ea re verba 
faciamus quam vestro examini remisimus. Transimus ad se- 



— 204 — 

cundam partem de censuris. In qua vehementer admiramur 
eam esse cardinaliuni mentem, ut absolutionem dandam 
existiment non correptis neque compunctis hominibus. Vestra 
pridem sanctitas cuni accepisset durissimam et hoirendam 
illam rebellionem per nonnullos ex Austria contra nos factam, 
dum vestra vocatione Romam peteremus, excommunicationis 
et aliarum censurarum processus adversus illos decrevit, nisi 
infra certum tempus condignam nobis satisfactionem impen- 
derent. Fuerunt monitoria vestra debite publicata ac illis legi- 
time insinuata, sed contempta et irrisa prorsus ab eis. Qui cum 
debuissent veniam prelatorum deposcere delictorum acerbius 
sevientes graviora prioribus commiserunt, juramentis et aliis 
promissionibus quibus astricti nobis erant pro nichilo reputatis, 
contra nos arma sumentes inciderunt in excommunicationem 
ceterasque censuras quibus in hanc usque diem irretiti sor- 
descunt. Nee unquam cogitaverunt aut vestre sanctitati pro 
contemptu culminis apostolici aut nobis pro damnis illatis 
gravique contumelia irrogata debite satisfacere. Nam etsi non- 
nulli principes inter nos et eos pacem tractaverint et tandem 
illustris Albertus Austrie dux, germanus noster carissimus, 
nonnulla pacis capitula composuerit, que per illos infra certum 
tempus ratificari debebant, postea tamen lapsis omnibus ter- 
minis ad ratificandum datis nulla ratihabitio secuta est. Qui- 
nimmo capitula predicta per eos multifariam violata sunt 
dietimque violantur, nee videre possimus quod eorum mentes 
aut ad predictam pacem aut ad satisfactionem per alium 
modum nobis impendendam sint inclinate. Ob quas res non 
possimus existimare que sint ille cause quibus cardinales mo- 
ventur ad concedendam ut scribitis absolutionem. Quomodo 
enim absolvi possunt ad instantiam partis excommunicati, 
priusquam parti debite satisfaciant. Equidem licet nos semper 
maximi fecerimus sacri collegii Judicium neque tantos patres 
aliud dicere arbitremur quam quod ipsis rectum videtur, liac 
tamen vice longo melius ceteris sentire nobis videtur reveren- 
dissimus sancti Angeli cardinalis qui talem absolutionem, ut 
ex vestris litteris percipimus, asserit denegandam. Etsi enim 
regulariter majoris partis Judicium censeatur esse salubrius 



— 205 — 

nonnunquam tarnen accidit, iit plurimorum votis unius sen- 
tentia preferatur, quod maxime apud sedem Ronianam valere 
debet, que non tarn ducitur auctoritate quam ratione movetnr. 
Certe deus, quamquam misericordiarum pater sit ncc tarn 
mortem peccatoris quam conversionem requirat, nulli tarnen 
veniam nisi correpto prebet. Cor contritum et humiliatum non 
despicit deus. Sed quemadmodum subjectis et humiliatis non 
dencgat gratiam, sie superbis et contumacibus promeritam non 
subtrahit ultionem. Spoliaverunt nos Australes juribus nostris, 
perseverant adhuc in spolio neque cogitant ut nobis quovis 
pacto satisfaciant. Que ratio tales suaserit absolvendos ? Gladium 
adhuc in vulnere fixum tenent et vulnerantibus ignoscemus? 
Quippe ad privatarum instantiam personarum excommunicati 
cujuslibet conditionis homines, nisi parte aut consentiente aut 
minus rationabiliter contradicente non absolvuntur. Parum est 
igitur quod de Romana ecclesia sacrum meretur imperium, si 
quod privato concedatur imperatori negatur. Quo pacto gratiam 
impetrabimus si justitie complementum non obtinemus? Sane 
multo majora nobis ipsis de sacro collegio pollicebamur ne- 
que putabamus quosvis principes adversus justitiam nostram 
exauditum iri. Sic enim et nos et antecessores nostros de 
sede apostolica merentes arbitrabamur. Verum quia nostros 
etiam consanguineos his in rebus adversari confirmatis, ad- 
hibemus fidem dictis vestris, credimus tamen beatitudinem 
vestram intelligere quomodo que sua sunt homines querunt. 
Multa sunt ingenia multeque artes vivendi. Seimus unde ista 
jacula veniunt. Nemo cuiquam tanta sanguinis conjunctione 
tenetur, ut non sibi quam alteri velit meUus. Non possumus 
in hac parte apertius scribere. Sed inteUiget ex paucis multa 
vestra sanctitas pro sua singulari sapientia. Utcunque sit, nos 
quicquid cardinales aut sentiant aut suadeant plurimum de 
vestra sanctitate confidimus, ne tantam nobis irrogari con- 
tumeUam patiamini, ut non facta pace neque satisfactione 
nobis impensa adversarii nostri absolvantur, quoniam id neque 
divino neque humano juri consonum esse censemus. Neque 
ob hanc causam res fidei impedietur, aut exercitus contra 
Turchos instituendus vel diminuetur vel retardabitur. Nemo 



— 2o6 

enim ex bis cxcommunicatis est qui contra Tiirchos sit arma 
sumpturus. Ncquc Ilungaros neque Bohemos censure vestre 
concerniint. Fauci sunt ex Austria nominatim sententiis irretiti. 
Quorum si (jui vcllent contra Turchos progredi bis denc- 
i^andam absolutioneni minimc diceremus. Sed arbitratur for- 
tasse vestra sanctitas, regem Ladislaum predictum reliquos 
suos subditos arma pro fide catholica sumere prohibiturum, 
nisi quod ex vestra sanctitate jam postulat assequatur. Que 
res minime de tali rege putanda est, tum quia indigna petens 
egre ferre non debet, si non exauditur, tum quod sua maxime 
interest, si regnare in Hungaria velit, adversus Turchos non 
solum suos terrigenas mittere, sed vestre sanctitatis et omnium 
Christianorum regum auxilia flagitare. Nos tamen, ut vestra 
beatitudo apud prefatum regem et omnes alios excusari possit, 
ac justitie clipeo se tueri, contenti sumus, quod vestra sanctitas 
diem dicat in qua et nostri et adverse partis procuratores 
plene audiantur et deinde quod justum apostolico eulmini 
Visum fuerit in lioc censurarum negotio fiat. Hoc enim modo 
finis imponetur assiduis molestiis et angustiis quibus ab altera 
parte vestra beatitudo perurgetur et obloquentibus facile silen- 
tium imponetur. Nee nos imputare sanctitati vestre poterimus 
quod aliorum injustas quam nostras rationabiles et justas que- 
relas magis intendere videamini. Datum in Nova Civitate 
die XII ottobris 1453. 

83. Fridericus Imperator Cardinali S. Angeli, 
d. Neustadt, 12. October 1453; ibid., fol. 164b. 

Ans dem vorhergehenden Briefe erhellt sowohl das Datum dieses kaiser- 
lichen von Aeneas verfassten Briefes, als auch dass der unbenannte 
Cardinal, an den der Brief gerichtet ist, der Cardinal Sti. Angeli ist. Der 

Brief fehlt bei Voigt. 

Reverendissime pater, amice noster carissime. Intelleximus 
ex litteris s. domini nostri, omnes cardinales excepta paterni- 
tate vestra in ea esse sententia, ut Australes ab cxcommuni- 
cationis et aliis censuris absolvantur. Agimus gratias digna- 
tioni vestre, cjue etsi justitie fungitur officio tamen nobis 
singulariter complacere nititur. Respondemus domino nostro 



— 207 — 

sicut ex copia bis inscrta cognoscetis. Hortamur patcrnitatem 
vcstram reverendissimam, ne patiamini talem nobis per seclem 
apostolicam fieri contumeliam, cum pctamus rem ad examen 
justitie poni, quod noii solum nobis scd nee miniino cuiquam 
ex plebe negari debet. Cupimus auciiri et examinari negotium, 
deinde fieri quod justum fuerit Quamquam confidimus, summi 
pontificis benignitatem et rectitudinem hoc nobis minime ne- 
gaturam, tamen rogamus ut et vos ad rem hanc partes vestras 
interponatis. Id erit nobis plus quam scribere possimus et 
acceptum et carum. Datum. 

84. A. S. C a r d i n a 1 i S. A n g e l i, d. Neustadt, 1 6. O c t o- 
ber 1453; ibid., fol. 165a bis 169b. 

Reverendissime in Christo pater, et domine mi colen- 
dissime. Post humilem recommendationem. Uhicum Syllacei 
comitem, magnum et potentem virum, qui regem Ilungarie 
ac Bohemie Ladislaum nondum puberem gubernabat, ex ad- 
ministratione tanta per hos dies esse depositum non est mihi 
dubium, quin muUorum httere dignationi vestre retulerint. Sed 
ordinem rei geste, quia non existimo per alios scriptum, statui 
hac epistola recensere. Fortasse non erit ingratus labor, Austrie 
mutationes ad vestram memoriam reducere que ut mihi videtur 
sufficientes essent vel Genue vel Bononie. Quater enim intra 
biennium Austrie regimen immutatum est. Fuit sub Federico 
Cesare priusquam Romam peteret, eique velut tutori Ladislai 
regis paruit. Mox conspirante Azinghero multitudo sibi re- 
gimen usurpavit, que duodecim sibi gubernatores instituit et 
Azingherum terre principem. Cum redisset ab ItaUa Cesar 
regemque cujus erat tutor extra manus dedisset, comes et 
ipsum et Austriam in partem accepit. Sed eo nunc dejecto 
rursus imperio muhitudinis Austria gubernatur. Quod quem- 
admodum gestum sit jam dicere ordior. Postquam comes 
Ladislai regis curam accepit, visus est popularibus insolentius 
agere, cum regem modo huc modo illuc duceret, Azingherum, 
cujus maxime consilio multitudo uteretur parvifaceret, sena- 
tores Viennenses sperneret, prelatos loco plebis haberet, onera 
subditis gravia imponeret. Studebat igitur Azingherus et qui 



— 208 — 

cum eo sentiebant comitem ex Austria propellere, indignum 
sibi esse dicentes, ea ex coinite tolerare, quc ferre ab impera- 
tore non potuissent. Id cum presensisset comes, summo studio 
conatus est, Azingherum de medio tollere, si verum est quod 
adversarii ejus ajunt, ea res mihi parum comperta est. Sed 
audita refero dicta, non vulgarium hominum. Neque ista sunt 
que probari dilucide possint, veri periculum in alios transfero. 
Convenerunt apud Posonium barones Hungarie cum rege suo. 
Ibi comes cum Johanne gubernatore statuisse dicitur, ut Azin- 
gherum venientem apprehenderet necique daret, id cause 
mortis ascribens, quia barones Hungarie criminatus esset, tam- 
quam regem perdituros, si ultra Pozonium pergeret. Sed co- 
gnitis Azingherus insidiis, quamvis ter ex litteris regiis accer- 
siretur nequaquam profectus est. Remoratus autem in Austria 
complices suos ad exclusionem comitis maturandam die noctu- 
que hortabatur. Promiserat Ladislaus Bohemorum legatis ad 
diem Michaelis archangeli sese Bohemiam ingressurum, ubi et 
regni coronam ex more susciperet. Comes igitur ex Posonio 
reversus ad eam rem intentus dabat operam, ut quam magni- 
ficentissime regem in Bohemiam duceret. Cumque pecunie 
publice deessent ad privatas apponere manus decrevit. Popu- 
läres qui paulo ante argentum contribuissent, declinare onus, 
maledicere comiti, rebellem ostendere. Hinc audentior factus 
Azingherus in consilio regis assurgens negat pecuniarum con- 
tributionem populis indicendam, nisi quatuor regionis ut ajunt 
Status conveniant exigendamque pecuniam decernant. Dicit 
insuper antequam rex ex Austria recedat necessarium esse 
convenire terrigenas, qui de modo gubernandi Austriam in 
absentia regis disponant. In sententiam Azingheri complures 
ex consilio pedibus eunt. Comes etsi multitudinem sibi ad- 
versam, ubi convenisset, nihil in usum suum facturam intelli- 
gebat, postquam tamen adversando parum se proftcere co- 
gnoscit, conventum fieri Australium permittit apud opidum, 
quod novum frumenti burgum appellant, eoque regem de- 
ducit. Ibi cum ex arbitrio suo terrigene convenissent atque 
sine presentia comitis alloquendi regem copiam habuissent, 
quecunque volunt etati tenere persuadent. Comitem sibi, non 



— 209 — 

regi studere ajunt, regem nomen habere dominantis, dominium 
penes comitem esse. Illum in Austria prefectiiras, magistratus, 
sacerdotia vendere, vectigalia thelonia census quosque prin- 
cipis sibi usiirpare, inde familiam maximam, equos, canes, 
meretrices alere, castella, opida et arces munitissimas presidiis 
impositis pro se custodire, omnem Austriam sibi subjectam 
et obsequentem habere. In Hungaria constituisse gubernatorem 
Johannem Vaivodam, qiii regi quotannis quatuor et viginti 
milia sibi duodecim auri nummum redderet. In Bohemia 
Georgiconi ad sex annos administrationem regni commisisse. 
Regna et dominia regis ad triumviratiim deducta esse, Johanni 
Hungariam, Georgiconi Bohemiam, Austriam comiti cessisse. 
Illos comiti et comitem illis ad retinendam administrationem 
auxiHa promisisse, comitem autem velut superiorem et regis 
formam tenentem ex omni principatu fructum desugere. Ejus- 
que culpa nobilem baronem Johannem Smirischei apud 
Pragenses occisum, qui regem pro sua fide commonuisset, ne 
Bohemiam ingrederetur, nisi adeo fortis iret, ut non valente 
rogatu precipere posset, adjiciens si duo essent regi capita, 
alterum in Austria dimittendum, alterum in Bohemiam fe- 
rendum. Sed illum dum regio capiti salutem querit, suum 
amisisse scelere comitis, qui scripta fidelis hominis in Bohemiam 
remiserit. Orant igitur, talem gubernatorem a se removeat, 
cujus vitam adeo corruptam fedamque dicunt, ut et sibi et 
regi dedecori sit. Audit attentus rex exclusionique comitis 
annuit. Et quoniam transitus ejus in Bohemiam festinus erat, 
persuadent comiti equum esse priusquam rex abeat, senatum 
Viennensem primoresque cives urbis valedicat, qui sibi et 
progenitoribus suis semper et fidelissimi et obsequentissimi 
fuissent. Eo cum rex venisset, Azingherus sequentis diei prima 
luce regiam per posticum ingreditur ac mille pene homines 
armatos in castrum deducit, loca sublimiora occupat. In templo 
divi Augustini, quod proximum Castro est, haud minorem arma- 
torum numerum collocat, edoctis prepositis, si forte tumultum 
in Castro exaudiant, presto cum armis assint. Ipse cum pri- 
moribus urbis senatoribus ac plerisque sue factionis baronibus 
regem adit, parata omnia ad repulsionem comitis dicit, ordinem 

14 



— 210 — 

datum ostendit. Comes qiii (apud concubinam suam) domi 
siie') extra regiam dormierat certior factus quam plurimos 
cives regiam esse ingressos et adversus se aliquid agitare cum 
rege, mox in regiam sese recepit. Quam etsi undique occu- 
patam invenisset resque contra se novatas intelligeret, minime 
tarnen deterritus regium thalamium adit. Ibi cum aliquandiu 
ante fores, quc sibi prius patere omni tempore solebant, ex- 
pectare jussus esset, impatiens more multaque bile commotus 
hostium importunius manu calceque quatere cepit. Tum rex 
intromitti eum precepit. Sed ingressum salutavit nemo. Cum- 
que Silentium omnes tenerent et alter alterum respiceret, 
versus ad comitem Azingherus in hunc modum locutus fertur: 
Que tibi dicam modo, comes, quasi ex rege accipias oportet, 
is est enim qui me loqui jubet. Annum jam regem atque 
Austriam gubernasti. Nunc cessandum est. Neque gubernatione 
tua deinceps neque consilio vel servitio tuo rex indiget. Per- 
gito quo velis gentium aut locorum, regiamque tibi posthac 
interdictam curiam scito. Ea cum comes audivisset neque 
vultu neque animo motus in hanc sententiam respondisse 
traditur. Que modo locutus est Azingherus, rex inclite, quam- 
vis tuo nomine dicta sunt, non tamen ex tua mente prodire 
crediderim. Aliena sunt enim a tua majestate et adversa meis 
meritis. Ego avo tuo Sigismundo summa fide vel puer servivi. 
Aviam tuam ex magnis deduxi periculis. Genitori tuo Alberto 
et in Bohemia et in Hungaria fidelis comes adhesi, cum sine 
me ille nuUum ingrederetur prelium. Sepe ille me vulneratum 
pro suo regno conspexit et laudavit. Matrem tuam, sororem 
meam, Helizabet, Hungarie ac Bohemie reginam, non sine 
gravi discrimine, cum esset ab omnibus deserta, adversus 
Polonie regem solus defendi. Antequam natus esses, bella tui 
causa et maxima et plena periculis gessi Vix denique natus 
cras, cum ego cunctis Hungarie baronibus me objeci, salvum 
tibi ut regnum servarem. Propter te quoque captus ab Hun- 
garis et in carcerem squalissimum conjectus vix tandem et 
nonnisi datis vadibus ex terra mea bonis et nobilibus viris 
sum dimissus. Denique cum esses in manibus Frederici Cesaris 
*) Corrcctur nach der Niederschrift des Briefes, 



— 211 — 

invitusque cum illo maneres, ego ut te libertati redderem, 
principi et domino meo imperatori bellum indixi teque tandem 
in dominia tua reduxi. Mea opera et Hungari et Bohemi ad 
obedientiam reducti sunt. Quod si ego tacuissem, adhuc sub 
Federici tutela maneres, nee vel te Hungari quererent vel 
Bohemi. Omnis etas mea aut in tuo aut in progenitorum 
tuorum obsequio consumpta est. NuUos pro te labores effugi, 
nulla pericula devitavi. Dum tua negocia curo, Patrimonium 
pene meum exhausi. Jam senex sum factus, jam debilis atque 
confractus, dum arma gestans tibi regnum tibi gloriam paro. 
Indigna nunc premia refero, neque juste neque belle mecum 
agitur, si tamquam inutilis aut infidus ex tuo consilio repellor, 
qui neque gessi neque dixi unquam nisi que tibi honori atque 
utilitati esse putavi. Sed non sunt ista ut arbitror tue mentis 
decreta, que neque meis obsequiis consonant, neque sanguini 
quo tibi conjungor. Azingherus est qui talia meditatur et 
struit. Is ideo mihi emulus atque invidus est, quoniam castra 
que tua occupat, ut tibi redderet, cum admonui, neque per- 
misi hominem ex arbitrio suo barones hujus terre ducere, 
Austriam gubernare, regem esse. Spero, tua me pietas melius 
intuebitur, neque meorum oblita servitiorum pro Azingheri 
libidine ludibrio me habebit. Sic cum profatus esset comes 
silentiumque cuncti tenerent neque deessent quos verba comitis 
commovissent: Nihil est, inquit Azingherus, cur me culpites. 
Non ego regia gubernatione, sed tua te facta dimovent. Solus 
omnia gerere voluisti, de Bohemia, de Hungaria tuo arbitratu 
disponere, super Austriam injussu terrigenarum onera, que 
nee subditi ferre possent, inducere, prelatos et civitates de- 
glubere modisque vexare omnibus. Federicum Cesarem, quo- 
niam sine consilio nostro regnare voluit pati non potuimus, 
quamvis esset nostri principis proximus consanguineus tutor- 
que legitimus, et in hac Austrie terra verus heres nostrique 
domini dominus. Quo te pacto sustinere potuissemus, qui 
cum esses illo longe minor, majora tamen multo audebas? 
Veracis illius et mansueti domini jugum excussimus et tuam 
tyrannidem tolerabimus? Hie comes veluti contumelia tactus: 
Veracem, inquit, Cesarem vocitas, tanquam mendaccm in- 

14* 



— 212 — 

cusare me velis. Cui Azingherus: Aiiditum est, ait, quod dixi, 
nee muto vel verba vel sententiam. De tua vero exclusione 
ne me putes injussu regis locutum. Omnes qui assunt testes 
adhibeo, regis me ordinationem exposuisse non meam. At 
cum circumspiceret astipulatoresque dictis suis quererct, nemo 
hiscere ausus est, tacere universi, immutatum regis vereri 
animum, timere comitem, alter alterum intueri, jam comes 
vicisse se arbitrari. Sed Azingherus minime fractus animo, 
postquam titubare consiliarios animadvertit, ad regem con- 
versus: Quid tu dicis, optime princeps, inquit, tuane voluntas 
est, comitem abs te repellere, annon? Tum ille: Nostra est, 
ait, et voluntas et intentio. Quo dicto fremere omnes, animum 
coUaudare regium, contemnere comitem. Neque illi jam verba 
suppeditare. Inspiciens tamen suos comes: Perge, inquit uni, 
jube Albertum marchionem huc accersiri. Nam et is consan- 
guineus regis est, necesse est illum adesse et consulere regi 
que sint ex usu, ne que dictitat Azingherus omnia fiant. Lam- 
berger fuit ad quem verba comes direxit, antiquus ejus et 
fidus familiaris. Atque ita paucis carus. Huic parendi solicito 
et nuntium querenti quem mitteret ad marchionem: Quid tu, 
ait alter ex Azingheri fratribus, huc et illuc circumspicis ? 
Frustra laborem assummis, nemo ex his qui assunt pariturus 
est tibi. Regnum jam satis in hac civitate possedisti, nunc 
finis imperii tui est. Decedendum et alteri provincia reli- 
quenda est. At ista, inquit Lamberger, jus est, et egressus 
foras quam celerrime marchionem accersivit. Interea excluso 
comite rex cum Azinghero et aliis consiliariis in aulam exit, 
ubi barones convocati regium imperium expectabant. lUic cum 
Azingherus jubente rege depositionem comitis exposuisset, 
maximus ex baronibus, Georgius de Pucham: vereor, inquit, 
maxime rex, ne male consulta consilia sequaris. Comes tibi 
sanguine proximus est, potens et animosus princeps, qui tibi 
et tuis progenitoribus ingentia beneficia contulit. Nunc si per 
contumeliam tuo ex consilio dejicitur, cogitabit quo se pacto 
vindicet. Castra munitissima in manu habet, amicis et in Hun- 
garia et in Bohemia fultus est. Populum tuum neque terram 
quiescere sinet. Tua sublimitas, si me audiet, cum suo san- 



— 213 — 

guine modestius aget. Fuerunt et alii nonnuUi ex baronibus, 
qui Georgii sententiam probavere. At prelati et civitatum 
legati plebisqiie omnis multitiido manus ad celum tollere, 
divinum regis consilium dicere, Azingherum salutare, qui 
comitis amantes putarentur torvis intueri oculis neque comitiis 
illesos dimittere. Cumque venisset in regiam marchio incassum- 
que verba pro comite multa fecisset, adherens regi comes: 
Satis hie, inquit, mansum est. Advesperascit ut vides. Quin 
ascendimus equos atque in villam pergimus. Cui rex: ito ut 
lubet, ego Vienne pernoctabo. Tunc comes, de se actum in- 
telligens marchionis dexteram apprehendens ad sororem regiam 
proficiscitur. Cui cum suas injurias questus esset, neque aliud 
quam muliebres inde lacrimas reportaret, veritus ne quid majus 
in se inimici ejus molirentur, ascendens equum marchione 
comitante cum quinque dumtaxat famulis ad portam perrexit 
que ad Hungariam ducit, ubi valedicto marchione multa in 
Azingherum Viennensesque comminatus velut in exilium missus 
in arcem quam prope Viennam possidebat sese recepit, re- 
voluto vix anno, postquam Ladislaum regem in gubernationem 
acceperat. Sic quem paulo ante duo maxima regna latissima- 
que dominia Ladislai veluti Celeste quoddam sidus intuebantur, 
nee aliam quam hujus vocem audiebant, in höre momento 
dejectus extra gratiam regis rerum humanarum non parvum 
exhibet documentum. Recte Orontes, Artaxersis gener, cum 
ob illius iram ex alto gradu dignitatis in ignominiam excidisset 
contemptuique esset: Ouemadmodum, inquit, computatoris di- 
giti nunc decies millenarios numeros, nunc unarios ponere 
possunt, eodemque modo regum amicos posse quandoque 
totum, quandoque minimum. Invidie subjecta est quevis po- 
tentia neque longum manere potest qui nimios optat honores 
aut nimias deposcit opes, numerosa sibi excelse turris tabu- 
lata preparat unde altior casus fit et inpulse ruine precipitium 
inane. Hec cum acta apud Viennenses essent, complures littere 
ad Cesarem misse sunt, que et rem gestam traderent et ad- 
ventum in Austriam ad Novam Civitatem Cesari suaderent, 
quoniam novatis rebus credibile esset, ejus favorem ab aliqua 
parte quesitum iri. Paruit Cesar moxque superatis Alpibus in 



— 214 — 

Novam Civitatem sese recepit. Sequenti die Vacciensis epi- 
scopus, Azingherus et alii Ladislai regis oratores ad eum 
venere, in auditorio publice de pace quam dux Albertus 
pridem tractavisset, verba fecerunt, dicentes non posse illi esse 
locum recusantibus Hungaris. Quod si Cesar novos ingredi 
trac[ta]tus vellet, spem concordie non deesse. Et semotis arbi- 
tris soll Cesari Azingherus solus plura locutus est, que licet 
mihi et quatuor consiliariis postea Cesar nota reddiderit, non- 
dum tarnen tcmpus est ut palam fiant. Comes autem legatum 
cum bis mandatis ad Cesarem misit, que hoc modo publice 
sunt exposita: Que mecum egerint nonnulli ex Austria, sereni- 
tatem tuam nequaquam latent, quo te prius, hoc me nunc 
vulnere percusserunt. Ex latere pupulli regis, quem mihi guber- 
nandum commiseras, violenter detrusus sum. Digna pro factis 
refero, qui nee tuum audivi consilium, nee adversus te, do- 
minum meum, arma gestare sum veritus. Sed da correpto 
veniam. Non tantum noxius tibi fui, quantum si vivam pro- 
dero. Hungaros tue majestati conciliare possum, Bohemosque 
tibi amicissimos reddere, et quibus in Australes modis ulcisci 
possis ostendere. Pergere nunc in Bohemiam sententia mihi 
est, ut quod Vienne dicere regi non potui Präge dicam. Re- 
versus si fidem dabis ad te veniam et que libenter audias 
tuo eulmini referam. Neque pecuniam neque auxilia ex te 
peto. Satis mihi fuerit in tuam redisse gratiam. Cesar se 
cognita habere cuncta respondit que acta essent in Austria, et 
antequam fierent previdisse futura. Neque prudenter comitem 
suum consilium contempsisse, deliquisse illum graviter qui 
contra fedus contraque prestitam fidem adversus se arma 
tulisset. Consecuturum autem et veniam et gratiam, cum 
meruerit. Ad imperialem curiam cum proficisci voluerit publicam 
fidem habiturum. Hec acta sunt per hos dies in Austria, que 
nota esse cupiens eulmini apostolico dignationi vestre idcirco 
conscripsi, quoniam facilius ex ore vestro pietas domini nostri 
narrationem accipiet, quam scriptis meis aures prebeat. Nunc 
rex Ladislaus in itinere est versus Bohemiam et forsitan jam 
Iglaviam pervenit. Ibi eum gubernator Bohemie cum tribus 
milibus equitum expectat. Albertus Austrie dux et marchio 



— 215 — 

Albertus Brandeburgensis et complurimi ex Austria et Hun- 
garia in comitiva regis sunt. Johannes Huniat, Hungarie guber- 
nator, cum niille et quingentis equitibus ad cum festinat, cupiens 
regem prius alloqui quam Bohemiam ingrediatur. Noster Pro- 
copius a nobis recessit ut coronationi sui regis intersit. Capi- 
tulum Pragense admodum timet, ne compactata tenere cogatur. 
Sic enim promisisse regem Bohemis aiunt. Quod si dominus 
noster suis litteris eis preciperet, ne se de compactatis intro- 
mitterent, extra maximum se periculum reputarent. Hoc scripsi 
pridem dignationi vestre, que suo ex more nunquam mihi nisi 
truncate respondet et ad pauca que vult non ad omnia. Ascribo 
hec maximis, que dignationem vestram urgent, occupationibus. 
Ouamvis et ahquando que scribo non negUgenda sint. Si placet 
dignemini operam dare, ut cathoHci qui sunt in Bohemia con- 
solationem recipiant. De re Turchorum audivi cupide que sit 
domino nostro et sacro coUegio sohcitudo et qui detur ordo. 
Placuit Cesari inteliexisse scripta vestra. Legatum expectat 
qui huc venturus dicitur. Festinandum est, ne prius armatum 
hostem videamus, quam nos de sumendis armis consihum 
capiamus. Valete optime in Christo et causam ejus forti pectore 
suscipite. Ex Nova Civitate die XVI octobris 1453. 

85. A. S. episcopo Varadiense regni Hungariae 

cancellario, d. Neustadt, 13. November 1453; ibid., 

fol. 185b bis i86a. 

Die im Codex ausgelassene Monatsbezeichnung ergibt sich aus dem 
Inhalt des Briefes und seiner Stellung im Codex. 

Reverendissimo in christo patri et domino Johanni, 
episcopo Varadiensi, incliti regni Hungarie cancellario, domino 
suo venerandissimo Eneas episcopus Senensis, imperialis con- 
siliarius, s. p. dicit. Insignis eques, dominus Procopius de 
Rabsten, vetusta mecum benevolentia conjunctus, scripsit ad 
me nudius tertius, cancellariam preclarissimi Bohemie regni 
sibi commissam esse. Eam ob causam rogatum me fecit, presta- 
bilem virum dominum Nicolaum de Voleterris, legum doctorem, 
socium meum amantissimum ad se mitterem, cujus opera in 
cancellaria uti vellet. Non potui negare quod sincerus amicus 



— 2 1(3 — 

petivit. j\Iitto ad cum viriini pure fidei et doctrine probabilis, 
cui et oratores et poetae magna ex parte noti sunt, quamvis 
malus Studium ejus in jure civili versatum sit. Is vestram 
dominationem ex suo et meo nomine visitabit Commendo eum 
dignitati vestre, reputaturus mihi ipsi prestitum, quicquid in 
ejus personam vestra prestabilitas aut auxilii aut humanitatis 
impenderit. Nam mihi homo singulari caritate et affectione 
connexus est. Puto virtutem ejus postquam noveritis una 
mechum diHgetis. Valeat R. p. vestra, meque pro suo utatur 
arbitrio et quotiens Nicolaum offenderit alterum Eneam datum 
sibi obviam existimet. Ex Nova Civitate die XIII 1453. 

86. A. S. Petro Cardinali et episcopo Augustensi, 
d. Neustadt, 18. November 1453; ibid., fol. i86a 

bis 187 a. 

Reverendissimo in Christo patri et domino domino Petro, 
sacrosancte Romane ecclesie presbitero cardinaH et Augustensi 
pontifici, domino suo colendissimo Eneas episcopus Senensis 
commendatum se facit. Superioribus diebus reddite fuerunt 
mihi littere vestre, in quibus duo mihi committebatis. Alterum 
ut negocia beate Marie Theutonicorum pro mea virili juvarem, 
alterum ut opusculi cujusdam dignationi vestre copiam facerem, 
quod adversus Australes in laudem Cesaris composueram. 
Sed non fuit tunc qui meum responsum expeteret. Respon- 
debo igitur modo, quando legatus vester ad Cesarem missus 
domum revertitur. In facto religionis dico et facio que mihi 
juri consona videntur et ad imperialem gloriam pertinere 
faveoque religioni quoad possum, cuius causam existimo 
justiorem. Legatus vester quid in re illa actum sit dignationem 
vestram plenius instruet Magna causa est et caudam post se 
longam trahit. Opusculum, de quo facit vestra dignitas men- 
tionem, misi ante annum ad cardinalem sancti Angeli cujus 
auctoritatem et Judicium maximi facio. Non est visum ejus 
prudentie publicandus liber, dum his in regionibus moram 
tralio. Parui sententie tanti patris. Nescio quo pacto Rome ut 
scribitis nonnulli exemplar habuerint. Ego quoad possum 
recludo et in abdito loco retineo quod imprimis dictavi. Eam 



217 — 

ob causam supplico, ne dignatio vestra egre terat, si modo non 
mitto quod petitis. Alittam autem quamprimum Senis fuero. 
Neque id longum erit si divina pietas dabit. Est enim animus 
post natalia domini proxima statim hinc iter arripere et domum 
repetere. Tumque opus hoc et aliquod aliud in purgationem 
more curabo quantotius destinare. Interea me servitorem 
vestrum nihil minus amabitis quia debitum et usuras reddam. 
Ac tantum de hteris prioribus. Posteriores proprium quoddam 
ecclesie vestre negocium concernebant. Id puto pro vestro 
desiderio terminatum, quantum in hoc tempore fieri potuit. 
Ego ubi possum nunquam deses inveniar voluntati vestre 
morem gerere. Venio nunc ad novitates harum partium que 
scribi possunt. Comes CiHe ut audivistis nisi fallor ex guber- 
natione Austrie dimotus est indignationemque regis sui non 
parvam incidit. Querit vias admodum multas per quas in 
gratiam revertatur. NuUa sibi adhuc successit. Ter quaterque 
salvi Conductus Utteras petivit quibus tuto posset Pragam 
ingredi et alloqui regem. Et quamquam negate sint, non tamen 
cessat pulsare ad hostium, si forsitan ahqando sibi aperiatur. 
Rex suus cum maxima popuU letitia et ingenti apparatu in 
die Symonis et Jude Präge coronatus est, in cujus vigiHa 
ante annos XIIII pater ejus Albertus obierat mortem. Albertus 
dux Austrie et Albertus marchio Brandeburgensis ac Johannes 
Hungarie gubernator presentes fuere. Bona corone que non 
jacent pignori ante festum Lucie proximum regi tradenda 
sunt, medios quoque fructus omnium bonorum daturos sese 
illi Bohemi jactitant. Delegerunt regi consiliarios et curie 
quosvis magistratus. De rebus fidei parva mentio fit. Sunt 
qui putant non exiturum ex Bohemia regem antequam gentis 
idioma condiscat et siceram bibere. Alii vero iturum eum mox 
Vratislaviam ferunt. Ipse autem suis litteris scripsit, se quam 
primum repetiturum Viennam ibique de rebus Turchorum 
cum Hungaris tractaturum. Australes in festo sanctorum om- 
nium conventum habuere apud Crempsam, volentesque guber- 
natores eligere non fuerunt unanimes, quamvis littere regis ad 
VI annos eos assumere gubernatores juberent. Hie fuit ante 
dies XX orator quidam Caramanni, qui se dicit Turchorum 



— 2l8 — 

inimicuin, quamvis sit ipse Turchus. Hortatusque est magno- 
pere Cesarem, iit exercitum contra Turchuni prepararet, quem 
venturum propediem in Hungariam asserit. Litteras secum 
detulit domini nostri pape, regis Aragoniim et dominii Vene- 
torum, que suspicionem male fidei auferebant. Is profectus 
est ad regem Hungarie. Dolet se Christianos desides invenisse 
augiiraturque nostre religioni mala propter negligentiam nostram. 
Italia turbida est, oratores contendentium de pace apud Ro- 
manum pontificem agunt. Nescio quibus in terminis res sit. 
Timeo ne dum de Jana certamus, lanam simul atque ovem 
amittamus. Alia que modo scribam non habeo. Facio me 
iterum et iterum dignationi vestre commendatum. Ex Nova 
Civitate die XVIII novembris 1453. 

Sy. A. S. Cardinal i S. An gel i, d. Neustadt, 24. Novem- 
ber 1453; ibid., fol. 187a bis 188a. 

Reverendissime in Christo pater et domine mi colen- 
dissime. Post humilem recommendationem. Habens de Pro- 
copio nostro felix nuntium, nescio cui libentius quam digna- 
tioni vestre communicem. Nam et vos hominem Colitis, ejusque 
bonam fortunam quam libentissime auditis. Is nunc regni 
Bohemie cancellarius creatus est optima regis et omnium ba- 
ronum voluntate. De qua re etiam Cesar letus est, qui ho- 
minem sibi et affectum et fidelem intelligit. Mitto ad digna- 
tionem vestram suarum copiam litterarum ut gaudium vestrum 
tanto sit amplius quanto certius. Ex ejus scriptis percipietis 
et regis coronationem et que sit illarum partium dispositio. 
Ego ad Procopium misi doctorem meum ut optavit, hominem 
fidelem et prudentissimum, non juris tantum sententia sed 
etiam oratoria peritissimum. Quem licet haberem apud me 
cupide, Procopio tamen negare nihil potui. Deinde consideravi 
non esse detrahendum hominis utiHtati, quem puto apud 
novellum regem in magnum virum evasurum. Quamvis Proco- 
pius non credat, regem brevi exire Bohemiam, ipse tamen 
scribit, se causa Turchorum mox Viennam rediturum, ubi 
velit Hungaros convocare. Nescio quid magis credam. Nos 
hie nullam diligentiam facimus in negotio passagii, donec 



— 219 — 

sedes apostolica legatum ad Cesarem mittat. Cupimus audire 
pacem Italic, quam datiirum deum confidimus, nisi nos Turchis 
velit esse subjectos, et superbiam sub tyranno deponere. Neque 
enim alia via est, qua vinci possumus, nisi discordiarum no- 
strarum. Fama fuit non tarnen certa, Turchos ingressos esse 
Valachiam, sed non continuatur rumor. Brevi certitudinem rei 
habebimus. Post hec jam scripta delata sunt nova certiora. 
Regem non egressurum intra breve tempus Bohemiam, nisi 
fortasse in Selesiam iverit, ut pecuniam illinc habeat novello 
regi debitam, quam sc Seiesite daturos negant, nisi faciem 
regis intueantur. Georgius gubernator omni nocte in camera 
regis dormit adjunctique sunt regi pueri de secta Hussitarum, 
qui dies noctesque illum inspiciant, neque Hungarus neque 
Australis in cum potestatem habet, quamvis Azingher in 
palatio mansionem habeat. Georgius omnia regit. Rochezana 
in omni sermone jubet orare plebem, ut deus cor regis aperiat 
ad hauriendam veritatem quam Johannes Hus predicavit, fiatque 
mens regis una cum populo suo. Albertus marchio domum 
repetiit, dux Albertus Viennam creditur esse venturus. Australes 
in Bohemia parvi habentur momenti, magna ex parte reversi 
sunt. Jamque suum errorem cognoscunt qui regem imperatori 
abstulerunt ut Bohemis traderent. Comes Cilie est hie apud 
nos et gratiam Cesaris querit. Tractatus cum eo habentur. 
Imperator vix ei venienti assurrexit, cum primo presentiam 
imperialem adivit. Comes de Schiamberg per hos dies hie 
mortuus est sine sacramentis ecclesiasticis et ad castrum suum 
portatus sepeliendus. Inter Anzingherum et comitem Cilie 
futurum bellum timetur, Comes enim adversus cum milites 
cogit. nie cum Georgicone et Johanne Vaivoda fedus init. 
Omne malum in Austriam redundabit. Imperatur domi sedens 
inimicos intra se concertantes ruentesque respicit. Hec modo 
apud nos aguntur. Causa Prutenorum que dietim agitatur non 
permittit me domum repetere. Nam Cesar licentiam non con- 
cedit, nisi hec expediatur et tunc ad tempus. Erit ergo necesse 
his in partibus natalia me domini peragere, deinde iter arri- 
piam. Difficile est dominorum imperia fugere. Reverendissimus 
dominus meus Firmanus scripsit ad me nuper in facto Gas- 



— 220 — 

paris, i)aedago^i qiiondam Ladislai rcgis, jubens nie ad libera- 
tionem ejus intendere misitque littcras sacri collegii quas 
Cesari reddidi. Respondeo sue reverendissime paternitati, que 
nie asserit a nonniiUis notari tamquam illius hominis mise- 
riarum causa non parva fuerim. Ego quidem certo scio, Gas- 
parem mea opera adhuc vivere, nisi enim restitissem janidiu 
submersus esset. Laboravi etiam pro libertate nee profeci. 
Nimis enim suis actibus indignatus est Cesar. Nuper autem 
cum litteras collegii sacri majestati sue legissem petivissemque 
multis verbis responsum, nihil aliud extorquere potui, nisi 
quod vellet Cesar in ea amplius deliberare. Unus autem ex 
consiliariis, amicus meus, mihi adherens : Cave, inquit, ne 
multa loquaris. Res enim odiosa est et Cesari et his qui 
potentissimi apud eum sunt. Ob quas res supplico dignationi 
vestre apud reverendissimum dominum nostrum Firmanum 
et reliquos cardinales, si qui sunt me incusantes, purgationem 
meam assumere velitis. Nimis enim grave mihi est contra 
stimulum calcitrare. Sed veniam spero cito ad vos et meis 
me purgabo verbis atque hanc provinciam alteri relinquam. 
Valete optime et me commendatum ut soletis habete. Ex 
Nova Civitate die XXIIII novembris 1453. 

SS. A. S. Cardinali S. Angeli, d. Neustadt, i. Dece m- 

ber 1453; ibid., fol. i88b bis 189a. 

Ein Püstscriptum vom 10. December ist am Rande nachgetragen. 

Reverendissime in Christo pater et domine mi colen- 
dissime. Post liumilem recommendationem. Ut res apud nos 
in dies novantur, scribo sine intermissione dignationi vestre, 
quamvis perraro ad me rescripta veniant. Credo putatis me 
esse in via, sed fallimini. Prutenica causa non me permisit 
recedere. Ea hodie ut puto finietur. Pars civitatum, existimans 
se gratam, non vult in judicio amplius comparere. Nisi aliud 
nascatur, timendum est inter partes grave bellum. Neque enim 
legibus aut canonibus inter populos potentes diffiniri lites 
solent. Facile est fcrre sententiam, exequi difficillimum. Sed 
mitto hec et ad novitates venio, quas domino nostro sanc- 
tissimo cupio notas fieri. Comes Cilie, ut a me pridem scrip- 



— 22 1 — 

tiirn dst, gubernationem Austrie amisit, jussus excedere sui 
regis curia. Is fuit hie aliquibiis diebus, gratiam Cesaris querens 
et quamvis multa offerret non invenit. Neque enim facile cre- 
ditur his qui fallere consueverunt. Res tarnen in deliberatione 
pcndet usque ad nativitatem dominicam que propediem instat. 
Rex Ladislaus recepta Corona Bohemie Präge quiescit giiber- 
naturque per Georgiconem. Custoditur autem diligenter nc 
clam recedat. Australes qui cum eo ministri erant, sive pueri 
sive viri, omnes abdicati sunt et remissi domum. Patiuntur 
Australes a Bohemis quod ipsi Stiriensibus fecere. Familia 
que regi ministrat omnis bohemica est et presertim de com- 
munione duplici. Alberti duo, dux et marchio, confusi domum 
ierunt neque ausi sunt in Austriam reverti, timentes populi 
rumorem, cum regem quem abduxerunt reducere non potu- 
erint. Azingher et gubernator Hungarie inviti Präge retinentur 
neque dimittuntur nisi alios suo loco barones statuant. Volunt 
enim Bohemi per eos et Austrie et Hungarie dominari. Multum 
se delusos Australes intelligunt qui sese venatos vident, ut Bo- 
hemi predam caperent. Neque Hungari sine penitentia sunt, 
qui regem ex Pozonio Viennam reverti permiserunt. Multum 
Austria turbata est, baronesque et populi divisi sunt. Alii 
comitem, alii Azingerum secuntur. Alii imperatorem ad se 
reverti volunt. Nulla concordia est. Nee belli timor abest 
inter comitem et Azingherum. Imminet ingens calamitas. Neque 
injuria. Nam populo rebelli qui neque papam neque impera- 
torem veritus est que potest non digna videri miseria? Dant 
jam penas sui sceleris Australes. Carent rege, pestilentiam 
sentiunt, carestiam patiuntur, bellum in foribus habent. Grave 
his erat visitare suum regem ad Novam Civitatem. Nunc Pra- 
gam ire coguntur. Quodque dolendum est, magnus imminet 
timor, ne puellus teuer Hussitarum inficiatur lepra. Sed fama 
est, nescio an vera, Rochezanam apoplexia taetum usum linguae 
perdidisse. Sic enim quidam ex Bohemia revertentes referunt. 
Quod si mendacio caret, miraeuli simile potest videri, cum is 
paulo ante mirum in modum sc jaetaret et jam tempus ad- 
venisse prediearct in quo veritates sue possent elucere, ro- 
garetque plebem suppliees deo preces offerre, ut novelli regis 



— 222 — 

animum sibi conformem redderct, neque tarn nobilem spiri- 
tum a via salutis alienum teneret. Alultum pcrfidie cecidit, 
si verum est quod rumor induxit. Ego id credam, cum nostri 
Procopii litteris certior fiam, quem factum esse regni cancel- 
larium superioribus litteris meis vestre dignationi confirmavi. 
tiec sunt apud nos modo que scribi possunt. Valete et ut 
soletis me commissum liabete. Ex Nova Civitate ipsa die Kl. 
decembris 1453. 

Post hec jam scripta in hunc usque diem retenta, expe- 
ditum est negocium Prutenicum. Sententia lata est et liga 
civitatum cassata. Quia sumus prope natalia statui hie festum 
peragere, deinde sine ulteriori dilatione, si sanitas aderit, do- 
mum repetam. Rumor qui de Rochezana elinguato fuerat, 
dietim evanescit et falsus creditur. Reliqua in veritate perse- 
verant. Datum in Nova Civitate die X decembris 1453. 

89. A. S. (collegio cuidam), d. Neustadt, i. Decem- 
bcr 1453; ibid., fol. 189a bis 189b mit einem Post- 
sc r i p t u m vom I o. D e c e m b e r. 

Venerabiles viri amici honorandi. Littere mee nisi fallor 
ad vos complures deducte sunt, quibus harum partium novi- 
tates significavi. In eis scripsi, comitem Cilie ex administra- 
tione depositum, regem Ladislaum in Bohemia coronatum illic 
retineri. Procopium nostrum regni cancellarium factum. Nunc 
hec addita sunt. Comes Cilie hie fuit gratiam Cesaris petens, 
necdum illam habuit. Albertus dux Austrie et alter Albertus 
marchio Brandeburgensis ex Bohemia recessere neque ausi 
sunt in Austriam reverti, cum reducere regem nequiverint. 
Australes omnes qui regi ministrabant remissi sunt. Azingher 
et gubernator Hungarie in Bohemia retinentur. Per illos enim 
et Hungarie et Austrie dominari Bohemi volunt. Comes Cilie 
bello se instruit cupitque Azingherum invadere habens in 
federe secum plurimos Austrie barones. Novus ignis accen- 
ditur. Nunc demum excommunicatam se Austria sentiet, sine 
rege, sine gubernatoribus, rapinis atque incendiis vexatam, 
dignaque suis actibus premia referentem. Res Prutenica hodie 
tcrminari deborct in facto ligc, sed civitatcs Judicium fugiunt. 



— 223 — 

Nec alia modo. Rogo faciatis diligentiam in facto ecclesie mihi 
promisse et annate remittende. Imperator noluit me dimittere 
propter causam Prutenorum. Nunc milii manendum est, donec 
festa pretereant. Valetc mci memores et amantes. Ex Nova 
Civitate Kalendis decembris 1453. 

Retinui litteras usque in presentem diem. Interim ex- 
peditum est negotium Prutenicum in favorem religionis. Liga 
damnata est, pene et damna in arbitrio Cesaris simt. Putamus 
quod civitates adhuc se humiliabunt, si bonus modus tcne- 
bitur. Ego jam voluissem ad iter me ponere. Sed quia prope 
sunt festa decrevi hie illa peragere. Deinde mox iter arripiam 
et domum petam. Nescio an Romam veniam, si via per Tusciam 
patuerit. Rogo, domine Uhice, veHtis hteras his allegatas quam 
celeriter Senas mittere et me habere semper commendatum, 
ut soletis. Ex Nova Civitate die X decembris 1453. 

90. A. S. d o m i n o G r e g o r i o (L o 1 1 i o), d. N e u s t a d t, 
10. December 1453; ibid., fol. 189b bis 190a. 

Eximie doctor, frater amantissime. Increpas me, ut arbitror, 
quia non venio ad te cito putasque fortasse, me non satis- 
facere scriptis meis. At si hteras revolvis a me missas, in- 
venies me promisisse reditum expedita causa Prutenorum. Sic 
enim voluntas Cesaris erat. Ea hucusque protracta est, magnis 
agitata contentionibus, sedentibus apud Cesarem electorum et 
aUorum Alamanie principum legatis. Nunc sententia lata est 
et civitatum hga damnata. Damna et pene in arbitrio Cesaris 
pendent. Itaque jam sum hber ad veniendum. Sed quia festa 
nativitatis e proximo instant hbetque Cesari ea hie me agere 
parebo tanto principi et his peractis sine uUa ulteriore dila- 
tione domum repetam. Esto itaque certus omnino ante quadra- 
gesimam me domum venturum, nisi deus infirmitate aut ah'o 
me impedimento retinuerit. Cuius voluntati nihil obstat. Jube 
ergo procuratorem meum que necessaria domi sunt apparare 
ut hominibus atque jumentis nihil desit De novitatibus harum 
partium hec magnificis dominis referre poteris. Comes Cilie 
ex gubernatione regis Hungarie dejectus est. Querit modo 
gratiam Cesaris et non invenit, quamvis multa polliceatur. Rex 



— 224 — 

ipse apud Bohemiam Präge coronatus Präge retinetur neque 
permittitur in Austriam reverti. Nullus Theutonicus sibi mini- 
strat, consiliarii, cubicularii, dapiferi, pincerne omnes remissi 
sunt, qui ex Austria illiic ierant preter uniim Azingherum qui 
Präge jussus est manere, ut per eum facilius Austria in obe- 
dientia conservetur. Procopius, nobilis eques qui mecum Rome 
Senisque fuit, cancellarius regni Bohemie creatus est multum- 
que apud regem potest. Pestis in Austria crassatur multaque 
funera apud Viennam in dies habentur. Comes Cilie bello sese 
instruit, exclusionem suam vindicaturus. Gubernator Hungarie 
non permittitur egredi Bohemiam, quo fuerat regem secutus. 
Nam et cum ipso imperium Hungarie retenturos se Bohemi 
putant. Nee alia modo. Matrem et sorores tuas et meas cum 
fratribus et liberis salvere jube. Et dominum Bartholomeum, 
nostrum vicarium hortare reditum meum ne ante recedat. Jam 
enim in via me esse arbiiror, dominos Marianum Sozinum, 
Georgium Andreuzium, Franciscum Patricium, Leonardum 
Benevolentem et amicos omnes meis verbis salvos dicito. Vale. 
Ex Nova Civitate die X decembris. 

91. A. S. domin is vicario et procura tori, d. Neu- 
stadt, 10. December 1453; ibid., fol. 190a bis 190b. 

Venerabiles dilecti nostri. Quoniam mens nostra est, 
postpositis Omnibus causis, nativitatis dominice peractis que 
nunc instant festivitatibus, domum repetere, precamur vos 
vicarium, ne ante reditum nostrum ex domo nostra recedatis. 
Vos vero Bartholomeum canonicum hortamur, ut que sunt in 
domo necessaria tam hominibus quam equis apparetis et in- 
struatis domum, quia ante quadragesimam instantem nisi deus 
ahter ordinaverit vobiscum erimus et sacrum jejunium cum 
nostro populo faciemus. Aha modo non scribimus, quoniam 
verbis agere vobiscum propedicm confidimus. Valete et omnes 
amicos nosti'os jubete salvere. Ex Nova Civitate Austrie die 
X decembris 1453. 



— 225 — 

92. A. S. (amico cuidamMediolanensi), d, Neustadt, 
lO. December 1453; ibid., fol. 190b bis 191a. 

Magnifice comes, frater amantissimc. Fuit animus meus, 
cum Franciscum nepotem ad te mitterem, non post multos 
menses Italiam ingredi ac tibi de sumptibus ejus satisfacere. 
Res est in hanc usque diem protractata. Interea non sine 
magno onere apud te Franciscus commoratus est. Scio tamen 
amorem tuum omnia ferre libenter neque videri tibi gravia 
que mei causa facis. Ego tamen peractis que modo instant 
dominice nativitatis festivitatibus hie iter arripiam eroque deo 
favente intra paucos dies tecum et de Francisco simul con- 
veniemus. Faciam quoque debito meo erga te satis. Interim 
rogo illustrissimo domino duci commendatum me facias. Cui 
has novitates certo referre poteris. Imperatoriam majestatem 
benevalentem esse. Comitem Cilie ex regimine Austrie de- 
pulsum huc venisse veniam et gratiam petentem, neque ob- 
tinuisse quamvis multa polliceretur. Regem Hungarie in Praga 
coronatum illic retineri. Australes qui cum eo profecti fuerant 
omnes esse remissos preter Azingherum, baronem potentem, 
ut per illum Austrie imperium apud Bohemos maneat. Johannem 
quoque, Hungarie gubernatorem, Präge invitum manere. Sic 
Bohemos et Austrie et Hungarie dominari velle. Dominum 
Procopium, equitem, amicum et socium meum regni Bohemie 
cancellarium factum. Nunc comitem Cilie miUtes quam plurimos 
cogere, ut Australibus bellum inferat. Civitates Pruscie, que 
in hac curia adversus religionem sancte Marie Theutonicorum 
litigabant, succubuisse in judicio, ligam earum damnatam atque 
cassatam esse. Timeri tamen, ne bellum inter partes oriatur, 
que ambe potentes sunt. Nititur tamen Cesar eas componere. 
Sic se res habent harum partium. Vale. Dominis Alberico 
Malitte, Ambali de Gonzaga, filiis magistri Hugonis et ceteris 
amicis meo nomine quam plurimas salutes dicito hisque me 
dedito. Horiestissimam dominam conjugem tuam cum liberis 
salvere jubeto. Franciscum ut incumbat studio canonum am- 
monito, ac domino Andree Bentio eum meis verbis commen- 
dato. Ex Nova Civitate Austrie X decembris 1453. 

15 



226 

93- A. S. Procopio (de Rabenstein, Bohemo), d. Neu- 
stadt, 12. December (in vigilia Liicie) 1453; ibid., 

fol. 192a bis 192b. 

Das Datum dieses und des folgenden Briefes nöthigen zur Abänderung 

der Reihenfolge im Codex. 

Magnifice miles et amice honorande. Post Salutes. Credo te 
accepisse, nostrum dominum Ulricum ad ecciesiam Gurcensem 
esse promotum, virum bonum et tui amantissimum. Nam 
Johannes qui illi ecclesie prefuit in manibus eam S. domini 
nostri resignavit. Johannes Inderbachius hanc rem Rome ab- 
solutam scribit. Ecclesia in Ruspachio ad quinquennium eidem 
Ulrico commendata est. Is modo ad regiam majestatem scribit, 
cupiens id sibi ratum teneri. Non puto necessarium esse, me 
scribere et commendare patrem tibi amicissimum, quem tua 
sponte juvabis. Rem tamen mihi gratissimam feceris, si quo- 
modo negotium successerit e vestigio rescripseris. Illud insuper 
tue magnificentie notum esse volo, me scilicet post actas nati- 
vitatis festivitates intra ipsam octavam epyfanie hinc abiturum 
petiturumque domum et Romanam curiam. Id enim jam Cesar 
indulsit. Eam ob causam si tibi videtur, quod per me possit 
aliquid apud S. dominum nostrum operari in utihtatem incliti 
regni Bohemie, scribito mihi, inveniens me certe cupidissimum. 
Poteris autem hec magnifico domino gubernatori communicata 
facere meque sue magnitudini commendare ac de omnibus 
prius quam abeam reddere certiorem. Quippe si pietati apo- 
stohce et gloriosissimo regno vestro placuerit, quamvis animus 
Sit domi quiescendi, tamen pro tanto bono iterum Germaniam 
petere non pigritabor. Sed hoc casu necessum esset, regiam 
serenitatem S. domino nostro litteras dare, que ad id operis 
me peterent. Expediret etiam me tuis scriptis certum fieri que 
illa essent, in quibus denique vellent Bohemi quiescere, quid 
de compactatis, quid de bonis cleri, quid denique de rebus 
aliis, in quibus nosti contentionem esse. Sic enim clarius ac 
lucidius ad res procederem. Placeret insuper me instructum 
redderes, quenam sit Bohemorum intcntio in facto passagii 
contra Turchos, ut sanctitati apostolice id exponerem, que 



— 227 — 

nunc illi rei maxime dedita est. Super bis expecto litteras 
tuas ante mcum recessum. De Italia hec habentur. Papa summo 
conatu ad passagium instruenduni navat operas. Cardinalis 
Firmanus ad Genuenses missus est, ut quandam populi con- 
tentionem sedet classemque illic armari adversus infideles curet. 
Legati principuin et communitatuum Italie Rome sunt pacem- 
que agitant. Comes tarnen Franciscus multo superior Venetis 
est eosque admodum premit neque pacem amplecti vult nisi 
sibi et suis honorificam. Res Prutenica hie expedita est. Lata 
sententia, liga damnata. Civitates admodum turbate sunt. Comes 
Cilie apud Cesarem fuit veniamque petivit et gratiam. Necdum 
composite res eius sunt. Valc optime et dominum Nicolaum 
habeto quasi me alterum commendatum. Ex Nova Civitate in 
vigilia Lucie 1453. 

94. A. S. Nicoiao doctori docto, d. Neustadt, 
12. December 1453; ibid., fol. 192b. 

Eneas episcopus Senensis domino Nicoiao doctori docto 
salutem. 

Eximie doctor, amice carissime. Reddite sunt mihi littere 
tue, quibus te Pragram pervenisse valentem didici et ab nostro 
Procopio bene visum atque susceptum. Id accepi summa cum 
voluptate. Ouod pro te factum a me dicis et laudas, non est 
millesima pars ejus quod debeo, minus vero ejus quod 
vellem. Sed facio quod possum amici causa et id benigne 
a te recipi gratum habeo. Scribo nunc domino Procopio de 
meo recessu deque rebus iUis quas hinc abeunti tibi com- 
municavi. Hortare suam magnificentiam, mihi ut quantocius 
respondeat, quia post epyfaniam non ero hie diutius, nisi 
fortasse egritudo et domestica podagra me oppresserit, quam 
pietas divina procul abigat. Commenda me domino cancellario 
et domino Varadiensi quibus sum deditissimus. Et scribe ad 
me sepe, mitte litteras ad curiam imperialem, ut dentur do- 
mino Johanni Nihili astronomo. Id eas ad me ulterius diriget. 
Vale. Ex Nova civitate die XII decembris. 



15* 



— 228 — 

95- A. S. PetrodeNoxeto, d. Neustadt, i5.December 
1453; ibid., fol. 191a bis 191b. 

Magnifice comes, major honorande. Sepe a ine scriptum 
est domino nostro sanctissimo, quam sit acceptus imperiali 
eulmini Ulricus Riderer, utriusque juris interpres et facundissi- 
mus et doctissimus, quantum quoque liic liomo et possit et 
velit apostolice majestati servire. Non est cur illa repetam, 
que tibi notissima esse non ambigo. Sed cur hoc refricem 
modo absolvam. Intelligo multos esse in Romana curia, qui 
preposituram Frisingensem queritant, per promotionem electi 
Pataviensis propediem vacaturam. In hac re magnum vertitur 
Interesse Cesaree sublimitatis et inclite domus Austrie, in 
cujus dominus ecclesie Frisingensis castra consistunt. Cumque 
modernus Frisingensis episcopus senio confractus plenusque 
diebus non diu supervivere possit, haud dubium est qui pre- 
positus illi successor detur, quando vir doctus et reputatus 
fuerit, si locus electioni pateat, ut consuetum esse videmus. 
Kam ob causam, licet superioribus diebus imperialis majestas 
per suas litteras confessorem suum ad hujusmodi preposituram 
promovendum comrnendaverit, tamen postea timens, ne ille 
fortasse domino nostro pape minus gratus appareret, jussit 
me pietati apostolice scribere atque instare, ut magister Ul- 
ricus ad eam preposituram promoveatur. Idque factum a me 
est. Verum quia dietim nove difficultates emergunt et nove 
fiunt practice statui hec pauca ad te scribere, qui Cesaree 
majestatis honorem atque profectum cupis, quique magistrum 
Ulricum optime nosti, ut cum de tali prepositura fuerit agen- 
dum, hunc virum et sue virtutis gratia et imperatorie maje- 
statis intuitu apud sanctitatem domini nostri toto conatu pro- 
moveas. Neque plura de hoc. De novitatibus harum partium, 
etsi scribo reverendissimo domino S. Angeli plenius ejusque 
litteras visurum te minime dubito, pauca tamen et his inserere 
libet ad consolationem tuam qui Cesareos quasi unus ex 
nobis honores desideras. Hec hujusmodi sunt. Comes CiÜe 
ex gubernatione regis Ladislai et Austrie precipitatus huc ad 
Cesarem venit, erratique veniam petiit et gratiam, offerens. 



— 229 — 

se amplius serviturum quam nocuerit. Nondum sibi venia data 
est, pendent tractatus et pratice quam multe. Rex Hungarie 
in Praga coronatus residet neque mens Bohemorum est, illum 
prius exire regnum, quam sermonem sue gentis ediscat et 
siceram bibere. Nunc per Bohemos regitur. Australes et omnes 
Theutonici ab ejus ministerio sequestrati sunt et domum re- 
missi preter Azingherum, qui Präge retinetur, non ut regem 
gubernet, sed ut per eum Austria in obedientia regis maneat. 
Similiter quoque et gubernator regni Hungarie apud Pragam 
observatur. Consiliarii regis Bohemi sunt et ministri omnes. 
Noster Procopius regni cancellarius factus est et in alto gradu 
collocatus. Albertus Austrie dux et Albertus marchio Brande- 
burgensis, cum non possent regem reducere noluerunt in 
Austriam reverti, rumorem plebis et indignationem veriti, sed 
ad propria inglorii perrexerunt. Barones Austrie jam oculos 
ad Cesarem vertunt. Comes de Schiamberg cum huc venisset 
ignoscique suis excessibus peteret, intra paucos dies ex hac 
luce migravit. Civitates Pruscie que adversus religionem suos- 
que dominos litigabant, ligam quandam defendentes, in judicio 
succubuere estque liga damnata et cassata. Imperator cum 
decem et novem legatis principum in judicio sedit. Nunc 
aliqua de concordia inter partes agitantur. Ob hanc rem neces- 
sarium fuit, in hanc usque diem hie manere. Neque enim 
aliter indulgere mihi recessum Cesar voluit, nisi expedito 
negotio Prutenorum. Nunc ergo peractis nativitatis dominice 
festivitatibus domum repetam et fortasse ad te veniam. Cupio 
S. domini nostri pedibus me commendes, neque sinas privari 
me promissione ecclesie in Hirn electi Pataviensis, cujus mihi 
et Sponsor et fidejussor es. Vale optime cum reverendissimo 
patre domino Perusino et Jacobo de Mediolano ac ceteris 
amicis. Ex Nova Civitate die XV decembris 1453. 

96. A. S. Paulo Mauroceno, d. Neustadt, lö.Decem- 
ber 1453; ibid., fol. 193a. 

Vir magnifice atque insignis. Accepi litteras vestras, 
multi sunt dies, quibus mihi rem vestram Placentinam com- 
mendabatis. Vidi etiam complurima scripta vestra ad phisicum 



— 230 — 

cesarcum in quibus mei facicbatis inentioncm. Respondebo 
brevitcr. Fuit mihi semper animus vestre voluntati morcni 
gerere, cum propter virtutem et nobilitatem vestram, tum 
propter notitiam quam contraximus olim apud sanctum salva- 
torem et propter illos generosos comites de Colalto, qui vestre 
domus sunt observantissimi. Curavi ergo ut littere ad inten- 
tionem conscriberentur et sigillarentur. Quo facto cum maie- 
stas imperialis curiam mutaret, nescio quomodo, littere iam 
expedite perdite sunt, nee diligenter quesite inveniri potuerunt. 
Kursus quoque pervestiganti mihi vestrum memoriale ex quo 
novas possem notulas sumere, nusquam compertum est. Sic 
desiderium vestrum simul et meum diu frustratum est. Ad 
hoc faciunt nostre mores curie, que tarda est et ut verum 
dicam raro sine presenti auro quicquam expedit. His autem 
diebus, cum revolverem scripturas meas inveni preter spem 
dictum memoriale moxque gavisus secretario Cesaris tradidi, 
unde minute fierent ex quibus littere conscriberentur. Itaque 
iam spero vestram rem esse in vado et cito suum transitum 
habituram. Intelligitis rei statum, ego quecumque possum 
vestri causa paratus sum facere. In hoc negotio non volui 
amplius operari. Valete. Ex Nova Civitate die XVI decem- 
bris 1453. 

Vester Eneas episcopus Senensis. Si orator Senensium 
apud vos est cupio litteras his alligatas sibi assignare mandetis. 

97. A. S. Leonardo de Benevolentibus, d. Neustadt, 
16. December 1453; ibid., fol. 193a. 

Spectabilis vir, amice carissime. Quamvis cupiam tibi 
multa scribere, modo tamen que committam litteris pauca 
sunt. Statui peractis nativitatis dominice festivitatibus domum 
petere, tunc aut Venetiis aut Senis, si deus dabit, te con- 
veniam et verbo supplebo que desunt calamo. Pacem in his 
partibus habemus, sed incertam atque nutantem. Comes Cilie 
gratiam imperatoris querit, nondum tamen invenit. Rex Ladis- 
laus apud Bohemos retinetur. Australes universi ab ejus guber- 
natione semoti sunt. Res Turchorum apud nos silent. Expec- 



— 231 — 

tantur apostolice sedis nuntii qui somnulentos excitent. Frigus 
apud nos inauditum atque incredibile viget et Caritas rerum 
ultra solitum opprimit plebem. Vale. Ex Nova Civitate die 
XVI decembris 1453. 

98. A. S. Cardinali S. Petri, d. Neustadt, 16. Decem- 
ber 1453; ibid., fol. 193b. 

Reverendissime in Christo pater et domine mi colen- 
dissime. Post humilem recommendationem. Venientem ad partes 
vestras Matheum Pisanum nolui meis litteris transire vacuum, 
quibus me nondum ivisse domum sciretis. Id fecit causa Pru- 
tenica que his diebus absoluta est. Lata sententia et liga cassata. 
Neque enim prius licentiam abeundi Cesar dedit. Ibo ergo 
nunc ad ecclesiam meam peractis dominice festivitatis solemni- 
tatibus, nisi aliud subsit impedimentum, quod deus procul 
avertat. Id propterea scribo ut sciatis in quo loco ad me 
possitis scribere si quid sit quod mihi veluti servo vestro 
velitis committere. Terret me tamen frigoris austeritas cuius 
similem postquam in Alemania dego nunquam expertus sum, 
neque homines quamvis senes harum partium majorem in- 
temperiem vidisse se meminerunt. Extraordinarie temporum 
vices mirabiles solent portendere calamitates. Deus nostri 
misereatur. Hec terra carestiam timet, pestis in foribus est, 
bella et Christianorum et gentium expectamus circuncisarum. 
Despotus Rascie cumTurcho fertur conciliatus. Hie expectantur 
apostolici legati. Interim cuncta silent. Deus bene omnia vertat. 
Valeat dignatio vestra et me habeat suo more commendatum. 
Ex Nova Civitate die XVI decembris 1453. 

99. A. S. Sbigneo Cardinali Cracoviensi, d. Neu- 
stadt, 16. December 1453; ibid., fol. 193b. 

Domino Sbigneo, Cardinali Cracoviensi sancte Prisce, 
Eneas Senensis episcopus (salutem) commendationem. 

Reverendissime in Christo pater et domine colendissime. 
Post humilem recommendationem. Quo pacto absoluta sit res 
Prutenica legati civitatum dignationi vestre palam facient. Ego 
in ea causa quod iustum putavi summo conatu prosecutus 



— 232 — 

siim, nee immcmor fui sctiptorum v^estrorum. Timeo nunc ne 
qua in partes oriatur discordia, si qui forte sint qui Cesaris 
scntentiam parvi faciant. Vestra sententia que prope adest, 
studeat pacem atque concordiam serere. Nunc maxime dum 
Turchorum gladius nostris cervicibus imminet, ne dum christia- 
norum nostrorum ferre iugum recusamus, Turchis parere co- 
gamur. Ego paucos post dies domum repetiturus sum. Si quid 
est quod mihi scribere velit vestra dignitas, illuc litteras dirigat, 
mihique semper imperet. Valete optime et ut soletis me amate. 
Ex Nova Civitate die XVI decembris 1453. 

100. A. S. Cardinali S. Petri, d. Neustadt, 17. Decem- 
ber 1453; ibid., fol. 80. 

Domino Nicoiao Cardinali sancti Petri Eneas episcopus 
Senensis commendatum se facit. 

Reverendissime in Christo pater et domine mi colen- 
dissime, Post humilem recommendationem. Proficiscitur ad pre- 
sentiam vestram vir providus et, quantum intelligo ex aliis, 
virtute ac bonis moribus ornatus, Anosco lator presentium, 
qui longo tempore spectato viro magistro camere imperialis, 
servivit. Is prebendam in ecclesia vestra vigore precum im- 
perialium acceptavit. Modo possessionem querit. Scribit pro 
eo Cesar et magister camere et magister Ulricus. Quamvis 
post tanta nomina nane videri possint littere mee, gratissimum 
tamen habuero, si meas huic homini profuisse preces in- 
tellexerim, qui et mihi aliquando non vulgariter complacuit. 
Nee alia modo. Recommendo me ipsum dignationi vestre, ad 
cujus Imperium presto sum. Ex Nova civitate die XVII decem- 
bris 1453. 

loi, A. S. Capitulo ecclesiae Brixinensis, d. Neu- 
stadt, 17. December 1453; ibid., fol. 80a. 

Episcopus Senensis venerabili capitulo ecclesie Brixinensis 
s. p. dicit. 

Venerabiles viri, amici carissimi et honorandi. Quamvis 
nulla sint mea erga vos merita, quia tamen (capitulo) ecclesie 
vestre semper affectus fui, audeo pro viro bono et mihi caris- 



— 233 — 

simo preces offerre. Eapropter rogo quoad possim obnixe, ut 
honorabilem Anoschonem, presentium exhibitorem, in agendis 
suis et potissime in negotio prebende quam in ecclesia vestra 
acceptavit benigne commendatum suscipiatis. Id erit mihi sin- 
gulariter gratum et ubi potuero conabor vobis et in communi 
et in particulari vices rependere. Datum ut supra. 

I02. A. S. Johanni Varadiensi, cancellario Hun- 
gariae, d. Neustadt, 24. December 1453; ibid., fol. Sia 

bis 8ib. 

Eneas episcopus Senensis domino Johanni episcopo 
Varadiensi, cancellario Hungarie s. p. dicit. 

Regias litteras, reverendissime pater, in mei commenda- 
tionem ad summum pontificem scriptas nobilis eques Pro- 
copius, regni Bohemie cancellarius, proximis diebus ad me 
direxit, emissas ex duplici cancellaria. Quibus ut ex tran- 
sumptis earum cognovi, nihil aut ferventius aut limatius scribi 
potuit, his presertim que tua ex cancellaria prodierunt. In- 
telligo me non esse deo dispectum qui tanti principis gratiam 
merui. Quis enim non maximi faciat, clarissimum inter chri- 
stianos et potentissimum regem et sibi affectum esse et sibi 
scribere, quippe non minus est huiusmodi litteras quam rubeum 
pileum meruisse. Hec tamen ego non attribuo meis meritis 
qui nosco imperfectum meum et quam sit tenuis in me virtus. 
Nobilissima regis natura et beneficus animus est qui servorum 
suorum quamvis minimi sint non est oblitus. Deus illi contra 
hostes victoriam, cum vicinis pacem, cum subditis quietem 
tribuat et prosperos in omni vita successus, qui mei memo- 
riam non deposuit. Scio tamen multum me debere dignationi 
tue simulque domino meo Pataviensi atque Procopio, quorum 
verba regio eulmini me commendarunt. Inspiciens insuper 
litterarum que pro me scribuntur tenorem, sentio tuum esse 
dictamen, sicut et pulpa et nervus et ornatus orationis ostendit. 
Egisti ut amici solent^) quamvis non putem ego amicum sed 



1) In der Handschrift steht es so: »(ostendistis) egisisti(s) amici 
(vos) causam agere neque« u. s. w. Darüber und am Rande: »ut amici 



— 234 — 

servum me esse tue dignationis, neque si fuisset negotium 
tuum aut ardentius aut efficacius scribere potuisses. Nihil ad 
hec dicam, recommittam deo beneficia, quibus retribuere non 
possum. Ipse tue dignationi merces erit, me non dabo illi 
amplius quam semel me dedi. Scis ubi sum gentium ibi me 
servum liabere et uti pro arbitrio posse. Neque plura modo. 
Cupio semper in tua esse memoria, Sic enim et in gratia 
magni regis futurum me minime dubito. (Apud nos est modo 
Papiensis episcopus.) Vale in Christo feliciter. Ex Nova Civi- 
tate die vigiHe nativitatis 1453. 

103. A. S. Johanni episcopoPapiensi, d. Neustadt, 

zwischen 24. December 1453 und i. Jänner 1454; 

ibid., fol. 82a. 

Dieses Bruchstück eines Briefes ist durchgestrichen und am Rande steht 
die Bemerkung: »dimitte hanc non completam«. Den Adressaten lernen 
wir kennen aus dem folgenden Brief, und da nach dem vorhergehenden 
Brief derselbe noch in Neustadt sich befand (vigilia nativitatis), nach 
dem folgenden, vom i. Jänner 1454, aber schon wieder abgereist war, 
so fällt der Brief in diese Zwischenzeit oder könnte höchstens am 
I.Jänner 1454 geschrieben sein. 

Oratio vestra, reverendissime pater, quam niiper in con- 
spectu Cesaree majestatis habuistis, et merorem simul et 
gaudium attulit imperatorio eulmini. Merorem sane, dum 
cladem illam Constantinopolitanam nostris diebus horribilem 
et deflendam contigisse narrastis. Gaudium vero dum s. do- 
minum nostrum apostolicum sacrumque suum senatum animo 
erectum totis conatibus ad vindicandum obrobium christiani 
nominis intentum esse declarastis, petendo ut Cesarea Majestas 
ad id ipsum exurgat et ad tam pium opus vires imperatorias 
omnes accommodet. Quippe licet jam mensibus Otto calamitas 
illa Constantinopolis emerserit et ante sex menses ad aures 
pervenerit imperatorias, non tamen adhuc dolor ille sedatus 
est, quem divus Cesar imperator ex amissione^) tante civi- 

solcnt quamvis non putem« bis »dignationis«. Das Verweisungszeichen 
für den Zusatz (/\) steht nach »agercv<. Eneas hat offenbar vergessen 
zu streichen. 

') In der Handschrift steht: »admissione«. 



— 235 — 

tatis accepit. Recens adhuc vulnus est et inextinctus dolor. 
Quiim si jam memoria illarum rerum preterisset, commemo- 
ratio tamen per vos noviter facta novam molestiam addidisset, 
quid autem faciat repetitio tanti mali dum memoria nova est 
et vulnus nondum siccatum? Non potest cesarea sublimitas 
audire de re tanta loqui sine anxietate animi. Quis enim talia 
audiens temperet a lacrimis, quis luctum contineat? Civitas 
nobilissima et vetustissima pariter in potestatem hostium de- 
ducta est. Pulcherrima et amplissima templa, toto orbe terrarum 
memoranda, que Christi nomini serviebant, ad spurcitiam Mau- 
methi redacta, pretiosissime et singulares sanctorum reliquie 
in lutum projecte et a porcis conculcate, delete ymagines, 
confracte statue magni dei, altaria profanata, sacerdotes occisi, 
sanctimoniales ludibrio habite, imperator Grecorum capite 
truncatus, cesi nobilissimi civitatis, matres familias passe que 
libidini victorum placuit, rapti filii ex complexu parentum, 
omnia luctu, cruore ac cadaveribus plena. 

104. Fridericus Imperator Nicoiao V. Pont Max., 

d. Neustadt, i. Jänner 1454; ibid., fol. 82b bis 84a. 

Um die Methode der Concipierung der Briefe des Aeneas zu veran- 
schaulichen, wurden die corrigierten Stellen in den Anmerkungen bei- 
gegeben. Es ist ein Brief des Kaisers, verfasst von Aeneas und fehlt 

bei Voigt. 

Beatissimo pape Nicoiao Federicus imperator salutem 
dicit. Fuit apud nos his diebus legatus tue sanctitatis, vene- 
rabilis Johannes, episcopus Papiensis, devotus noster dilectus, 
nobisque cladem illam miserabilem et horrendam apud Con- 
stantinopolim hoc anno Turchorum furore peractam reme- 
morans. Sevissimum atque immanem [eoru]ndem Turchorum do- 
minum majora in dies minari et apparare adversus christianam 
gentem retulit, mari ac terra exercitus instruentem, ob quas 
res beatitudinem tuam cum sacro collegio summam curam 
habere dixit, ut perfidis illorum conatibus per christianos reges 
et principes resistatur. Exponens quemadmodum sanctitas tua 
nihil obmitteret ex his, que ad defensionem orthodoxe fidei 
et inimicorum eius exterminationem pertinerent, nosque deinde 



— 236 — 

magnopere hortatus est, iit in tanto negocio et consilium quo- 
modo procedcndum esset ulterius tue beatitudini preberemus 
et quantum pro nostra facultate posscmus ut imperator Roma- 
norum et protector ecclesie ad impugnationem truculentissi- 
morum hostium insurgentes, nostrorum ac principum nostrorum 
vires in tam sancto et pio opere vellemus accomodare. Que 
omnia dictus episcopus et ornatissime et cum summa pru- 
dentia et gravitate coram nobis peroravit, ut est pater nostro 
judicio sapientia preditus et probitate. Cujus verba nobis 
partim molesta partim iocunda fuerunt Neque enim de Con- 
stantinopolitana perditione sine mentis acerbitate sermonem 
possumus audire, cum sedem illam orientalis imperii et magni 
patriarclie domum cum pretiosissimis sanctorum reliquiis non 
sine multa Cliristianorum strage in manus venisse spurcissimas 
animadvertimus et illic non parum Christiane religionis pro- 
pugnaculum et antemurale fortissimum consideramus ereptum. 
At cum sanctitatem tuam ejusque sacrum collegium totis cona- 
tibus intendere percepimus, ') ut non solum hosti superbo et 
acerrimo ne amplius noceat obvietur, sed ut injuria quoque 
christiano nomini per eum illata magnifice vindicetur singu- 
larem^) consolationem et alacritatem non modicam accepimus, 
laudantes deum ejusque pietati gratias agentes, qui hoc tem- 
pore pastorem gregi suo prebuit qui^) de suis ovibus est soli- 
citus et omnia medidatur et agit que pro salute communi 
estimat expedire. Licet autem non dubitemus, responsum 
nostrum dicto legato datum per ipsum tue sanctitati ad plenum 
significatum iri, quia tamen idem a nobis optavit, ut illud 
nostris scriptis insinuare vellemus, quid per nos eidem legato 
responsum fuerit brevissime conscribemus. Sane cum tua beati- 
tudo in hoc arduo et maximo negocio quo pacto quoque 
ordine sit procedendum a nobis consilium exposcit, dicimus 



') ut non solum injuria christiano nomini illata magnifice vindi- 
cetur, scd hostis illc superbus et acerrimus conteraturquc superbus et 
acerrimus hostis. Scd. 

2) In der Handschrift offenbar als Schreibfehler: sinaulem. 

'^) qui de communi salute cogitans omnia facit meditatur et agit 
per que de luporum morsibus per cjue tute reddaus (!). 



— 237 — 

et ita respondimus oratori tuo, non esse officii nostri sancti- 
tati tue consulere aut in agendis metam quovis modo pre- 
figere. Oculatissima est per se tua beatitudo, summaque sa- 
pientia predita, nee dubium nobis est, quin bene consulta 
sint omnia sancte sedis apostolice consilia, quibus in hoc fidei 
negocio et consentire er auscultare quosvis dignum esse cen- 
semus. Ad id vero quod ultimo loco legatus ipse ex nobis 
requisivit, ut adversus Turchorum impetus et nos et principes 
nostros instrueremus et quid in hac re intenderemus efficere, 
sibi manifestum preberemus, respondimus, nos quidem volun- 
tarios esse ad subveniendum christianitati resistendumque per- 
fidis inimicorum crucis Christi conatibus nostras operas im- 
partiri, quippe qui cognoscimus, christianum populum in 
periculum positum, nisi debite provideatur, et ad nos pro 
majestatis imperatorie subhmitate curare, ne fideles oppri- 
mantur, plurimum pertinere. Eapropter cum primum nobis in- 
notuit ConstantinopoHm perditam esse, Turchosque victoria 
potitos amplius in Christianos sevire, crudeUa facere et 
crudeUora minari, e vestigio beatitudini tue htteras de- 
dimus studia^) et officia nostra adversus Turchorum rabiem 
offerentes et quidnam faciendum per nos esset, tue sedis 
consiUum ac directionem flagitantes. Scripsimus etiam non- 
nulUs regibus et imperii nostri principibus, ecclesiasticis et 
secularibus, ut de remediis cogitarent per que tam sevus 
et impius hostis ex christianitatis dorso repelli posset. Nunc 
vero, quoniam sanctitas tua specialiter nos requireret, ut ad 
rem istam intendamus, [reponjdimus, nihil nobis magis hoc 
tempore cordi esse, quam ut defensa christianitate, Turchorum 
ille dominus pro sua impietate penas luat, conteraturque 
gladius ejus et superbia ejus ad nihilum redigatur. Verum 
quia res magna est et multorum indiget auxilio necessarium 
Visum est nobis electorum et aliorum principum nostrorum 
habere conventum, in quo de modo et ordine tanti operis 
disponamus. Volentes igitur efficaciter prout tenemur in hoc 
negotio laborare, ad festum sancti Georgii proxime futurum 

1) directionem vestram et consilium flagitantes nostras operas 
officium et curam. 



— 238 - 

in civitate nostra Ratisponensi universorum piincipum com- 
municatum et subditorum nostrorum dietam indiximus, in quo 
loco veliit superioribus et inferioribus Alamannis accomodo 
sepe nostri predecessores consueverunt habere conventiis. Ibi 
et nos in tempore prefixo, nisi quod absit impedimento nota- 
bili retineamur personaliter intererimus atque cum nostris 
electoribus et aliis qui affuerint principibus et magnatibus de 
exercitu contra Turchos instituendo deque ceteris rebus ad 
eam rem necessariis solertes navabimus operas. Quod ut 
facilius et melius executioni mandare possimus, expediens judi- 
camus et oportunum, quod tua sanctitas ad eum locum in 
tempore designato legatum suum et si potest fieri cardinalem 
transmittat. qui nobis assistens mentes eorum qui aderunt ad 
tuendam propagandamque catholicam fidem nomine tuo im- 
pellat. Ceterum quia res ecclesiastica est^) et ad eam pro- 
movendam multum sancte* sedis apostolice jussiones valent, 
utile et accommodum reputamus, quod tua sanctitas per suas 
litteras nonnuUos principes ecclesiasticos et seculares quorum 
nomina in cedula presentibus interclusa continentur obnixe 
commoneat et hortetur, ut ad dietam hanc non per legatos 
et oratores sed in propriis personis sese conferant, una nobis- 
cum de modo resistendi Turchorum invasionibus et catholice 
tue fidei, ne ab illorum impetu conculcetur consultari. Speramus 
enim tuas literas ad hoc ipsum multum fore proficuas. Nos 
autem in ea dieta nihil ex his pretermittemus que pro com- 
muni christiani populi et orthodoxe fidei tutela vel argumento 
necessaria putaverimus. Datum in Nova Civitate die prima 
januarii 1454. 

105. A. S. Cardinali S. Angeli, d. Neustadt, i. Jänner 
1454; ibid., fol. 84a bis 84b. 

Johanni cardinali sancti Angeli Encas episcopus Senensis 
commendatum sc facit. Reverendissime in Christo pater et 
domine mi colendissime. Post humilem recommendationem. 
Audito legato sedis apostolice decrevit Imperator cum suis 



') et omncs in apostolicam sedem rcspiciunt. 



— 239 — 

principibus apud Ratisponam in festo cancti Georgii conventum 
habere, in quo de copiis adversus Turchorum furorem et 
impetum instrucndis transigat. Citius dies dicta fuisset, si 
legatus ad nos matuhus accessisset. Hec intelliges abunde 
ex his scriptis que pietati apostolice sublimitas imperatoria 
dirigit. Vestrum nunc est, de legato providere qui conventum 
accedat. Quantum intelligo multum tua dignatio cunctis Theu- 
tonicis esset accepta. De natione non creditur prelatus ad eam 
rem idoneus esse. Quod si ex numero cardinalium haberi 
non possit (Papiensem existimarem)^) alius saltem acceptus 
imperatori nationi mittatur, scribanturque littere quas Cesar 
requirit et mittantur ocius, ne mora longa fiat longior. De 
novitatibus non liabeo que scribam, nisi pauca. Fuerunt hie 
legati Ladislai regis ex Hungaria, Bohemia et Austria, con- 
ventum inter Cesarem et regem ipsum expetentes, cupien- 
tesque medio tempore utrinque quietem esse et corrigi comitem 
Cilie, si quid innovarit. Nihil obtentum est, sed omnia nostro 
more suspensionem habere. Comes Cilie qui copias congre- 
gabat modo quiescit tempusque fortasse magis idoneum presto- 
latur. Bohemi regem suum diligenter custodiunt neque facile 
dimissuri sunt. Gubernator Hungarie post longam moram Präge 
factam tandem in Hungariam rediit habetque modo conventum 
regni apud Budam. Ibi ut fama est de rebus Turchorum agitur. 
Forsitan et aUquid contra nos illa conventio pariet. Nam 
pacem cum Cesare ut Albertus dictaverat ratam Hungari non 
habent. Timeo ne nostre conventiones viam Turchis aperiant, 
qui superioribus diebus ut rumor est ingressi Croaciam ad- 
junctis sibi Bossinensibus predam non parvam et hominum 
et jumentorum abegerunt, fecissentque damna majora, nisi 
coacti fame retrocessissent. Alia modo non occurrunt digna 
notatu. Utile arbitror, quod tua dignatio apud dominum no- 
strum efficacem prebeat operam, ut magister Ulricus Riderer 
preposituram obtineat Frisingensem. Qui profecto magnus et 
potens est in curia nostra et in dieta Ratisponensi rebus 
agendis magno erit adjumento. De rebus meis remittor in 
tuis litteris ad dominum Johannem Inderbachium, ex cujus 
1) Correctur während der Niederschrift. 



— 240 — 

sciiptis nihil boni percipio. Cauta est dignatio tua que malum 
eventum in alios tranfert, ego tarnen nihil moveor et si nihil 
in aliis reperio qiiod me juvet stoica sententia sum me ipso 
contentus. Valeat revercndissima paternitas tua cui mc ut 
soleo commendatum esse cupio. Ex Nova Civitate die prima 
januarii 1454. 

106. A. S. ad Joh. Hinderbach, d. Neustadt, i. Jänner 

1454; ibid., fol. 85 a. 

Eneas episcopus Senensis Johanni Inderbachio imperiali 
secretario s. p. dicit. Venerabilis et eximie doctor, frater aman- 
tissime. Ex litteris quas reverendo patri domino meo Curcensi 
frequentes scripsisti ac ex his quas novissime ad me misisti 
intellexi quo studio quaque diligentia res meas adjuvare co- 
natus es. Non ago tibi gratias, nam id esse inter amicos 
alienum puto. Fecisti quod amicum decuit, faciam ego et 
aliquando in rebus tuis, quod benivolentis hominis monstret 
effectum. Si non succedit quod agis nihil imputo, tu boni 
viri officium implevisti. Videaht illi apud quos de me verba 
fecisti an satis grati sint his qui sedis apostolice decus pro 
suo virili tuentur. Expecto cupidus tuum reditum, aut si 
tardior fueris obvius tibi fiam. Super annata remittenda non 
est cur te fatiges amplius, ne frustra laterem laves. Da locum 
[ingluvieji hominum qui cum obierint non erunt nobis ditiores. 
De ceteris rebus agito ut ex usu melius existimas, prudentia 
tua pro mea voluntate apud te sit. Novit Cesar universa que 
per te Rome gesta sunt. Tuam fidcm et solicitudinem com- 
mendat. Nihil abs te non bene gestum est. De novitatibus 
hec habeto. Ad festum Georgii conventum habiturus est Cesar 
in Ratispona cum suis principibus, ibi ut de modo compri- 
mendi Turchorum furorem agitet. Comes Cilie qui multa 
minabatur Australibus quiescit. Ladislaus rex apud Bohemos 
sive volens sive invitus degit. Ex Australibus soli Azingher 
et Pataviensis electus secum degunt. Hungari in Buda con- 
gregati sunt et de Turcho et de Cesare quasi hostibus cogi- 
tant. Dens illis animum det ut Turchi potius elidere conatus 
quam nos invaderc velint. Tuus Pucham in pace silet. Opto 



— 241 — 

me reverendissimo cardinali sancti Angeli, magnifico domino 
Petro de Noxeto et Henrico nostro Senflcben efficias commen- 
datum. Ex Nova Civitate Kalendis januarii 1454. 

107. A. S. Henrico Senft leben, Imperiali consi- 
liario, d. Neustadt, i. Jänner 1454; ibid., fol. 85b. 

Eneas episcopus Senensis domino Henrico Senfleben 
imperiali consiliario s. p. dicit. Venerabilis vir, amice carissime. 
Intellexi ex tuis litteris quo in statu res mee sunt apud Ro- 
manam curiam, multum diligentie tue sum obligatus. Nihil 
ommittitis ex his que mihi putastis utiHa. Utinam possem 
rependere vices ! De annata remittenda non est cur amplius 
laborem subeas. Dimittamus rem jacere ad tempus, donec 
miserator dominus aliter provideat. In ecclesia commendanda 
cum tempus erit ut curam apponas expeto, ne promisso 
cadam. In ccteris tuum consilium pro meo desiderio sit, et 
si quid hie agendum causa tua fuerit, scis habere dominum 
qui tibi complacere velit. Spero tamen cito me Rome videbis 
nisi fallar. Cesar dietam apud Ratisponam indixit eoque pro- 
ficisci vult, ut de rebus contra Turchum disponendis agitet 
Id futurum est in festo sancti Georgii. Rex Ladislaus in Bo- 
hemia degit, velit nolitque, non dimittitur. Solus ex Austria 
Azingher et Pataviensis cum eo degunt. Hungari congregati 
sunt apud Budam et quo pacto resistant Turchis cogitant. 
Comes Cilie hoc tempore quiescit. Alia non occurrunt notatu 
digna. Valete. Ex Nova Civitate die prima januarii 1453. 

108. A. S. Petro de Noxeto, d. Neustadt, i. Jänner 

1454; ibid., fol. 85b bis 86a. 

Eneas episcopus Senensis magnifico et generoso comiti 
domino Petro de Noxeto s. p. dicit. Legatus apostolicus in 
re Turchorum apud nos fuit, quomodo sit expeditus ex litteris 
cesareis apostolice pietati directis plenius intelliges. Non est 
cur illa rursus inculcem. Ego in ea sententia sum, ut domum 
repetens te visam. Sed Cesar adhuc petit me dietam expectare 
Ratisponensem. Sum dubius quid agam, dicam Cesaree sereni- 
tati necessitates meas et quid mihi ex usu videatur. Deinde 

16 



— 242 — 

sequar Imperium ejus, si dabit venire, ad vos veniam, si 
jusserit manere manebo neque negabo quadrimestrc cui con- 
cessi dccennium, etsi molestissimum est semper domo exulem 
esse. Intelligo ex litteris amicorum, te mihi faventissimum esse, 
neque id dubium est mihi, qui tuam erga mc voluntatem 
ante XX annos optimam novi. Doleo tantum non patere mihi 
viam qua mc tibi ostendam qui sim et quo te vcnercr animo. 
Sed nunc ista pretereo. Venio ad novitates harum partium. 
Hungari congregati sunt Bude cogitantque modos quibus 
Turcho obviam pergant. Quidam opinantur novi aHquid eos 
contra Cesarem moHri. Nam pacem per Albertum Austrie 
ducem dictam non habent ratam. Gubernator eorum ex Bo- 
hemia ad eos reversus est. Ladislaus rex in Bohemia sive 
volens sive nolens moratur neque cum eo sunt Australes nisi 
Azingher et Pataviensis electus. Neque hi potestatem in per- 
sonam regis habent. Comes CiHe multa minatus est per hos 
dies adversus Australes, modo silet, sive animo deficiens, sive 
tempus magis idoneum expectans. Hec si Ubebit poteris 
apostoHco reserare eulmini et me sacris pedibus commendare. 
Suadeo si fieri potest Frisingensem preposituram magistro 
Ulrico Riedrer cum vacarit conferri qui magnus est et potens 
in curia nostra et qui scrvit apostolice sedi non vulgariter. 
Vale et me ama ut soles. Ac si licet petere, reverendissimum 
patrem episcopum Perusinum et dominum Jacobum IVIedio- 
lanensem meo nomine valere ac salvos esse jubeto. Ex Nova 
Civitate Kai. januariis 1454. 

1 09. A. S. P r o c o p i o (de R a b c n s t e i n), r e g n i B o h e m i a e 
cancellario, d. Neustadt, 10. Jänner 1454; ibid., 

fol. 86a bis 86b. 

Encas episcopus Senensis domino Procopio de Rabstein, 
rcgni Bohemie cancellario s. p. dicit. Magnifice vir, amice 
honorande. Reddite sunt mihi littere tue paulo antequam heri 
peterem curiam. Quarum particulam majestati Cesaree ad 
verbum legi, ubi tua scrvitia sue magnitudini offers. Audivit 
libenter sublimitas ejus verba tua dixitque, bonum est quod 
illic unum fidelem habemus et quoniam i)riiiuim de sua pio- 



— 243 — 

motione milii verbiim fecisti multiim placuit et alia dixit in com- 
mendationem tiiam, que non est opus referre. lUud sat est 
quia gratiosissimum habes in Cesare dominum. De novitatibus 
Italie vel nostre curie non est opus scribere veniente ad te 
domino meo legato humanissimo et optimo patre, qui cuncta 
tue magnificentie reserabit In facto cancellarie misisti certa 
capitula cum domino Curcensi communicanda. Sed is abest 
ad ecclesiam suam profectus. Ego tamen locutus sum cum 
aliquibus ex cancellaria et breviter reseravi quid intellexerim 
pro tua informatione. Ad primum in quo petis an certa sa- 
laria deputata sint scriptoribus sie habeto. Aliqui salarium 
habent, aliqui non. Neque salaria paria sunt, sed pro merito 
vel majora vel minora, et juniores non multum experti salario 
carent habentque victum et in beneplacito et discretione 
manent cancellarii. Item scriptores non possunt de jure ali- 
quid certi petere de donationibus vel litteris. Sed littere ipse 
si sunt importantie taxantur ex mandato cancellarii et id can- 
cellario cedit, quod venit ex taxa, ultra taxam vero possunt 
scriptores bibalia ut ajunt petere, neque illa ad certam sum- 
mam taxare, sed standum est arbitrio et liberalitati dantis. 
Bibalium autem scriptores inter se collectorem constituunt 
qui fideliter inter omnes ea distribuit. Item sive sint littere 
cum sigillo appenso sive non, cancellarius illarum recipit taxam. 
At si gratis expediende videantur pro levitate rerum est in 
arbitrio cancellarii permittere quod scriptores exinde bibalia 
recipiant. Item sigillator apponit sigillum, ceram scilicet et 
sericum sumptu suo et laborem subiit. Nee plus potest exi- 
gere de quovis appendente sigillo quam grossos quatuor. De 
ceteris vero minus recipere potest, amplius non potest. Item 
non est in potestate scriptorum impedire ne littere gratis 
dentur, sed cancellarius taxatorem instituit qui ad mandatum 
suum cuncta disponit. Item scriptores obligati sunt scribere 
litteras de curia vel que statum regis concernunt sine ullo 
emolumento ad mandatum cancellarii. Et cancellarius papi- 
rum vel pergamenum, imponit illi laborem. Flabes ad omnia 
quesita solutionem. Leges Licurgi hec (!) sunt in ere apud 
Spartam Scripte. Nescio an cuipiam violare eas fas sit. Can- 

i6* 



— 244 — 

cellarius tantiis est qiiantiis esse viilt. Scriptores nisi obediant 
excludendi sunt. Semper uno dimisso presto est alius. Vale 
et dominum Nicolaum ut promittis commendatum suscipe et 
confove mei gratia et sua virtute in dies magis. Dominis 
Varadiensi et Pataviensi cupio commendari. Ex Nova Civitate 
die X januarii anno 1454. 

11 0. A. S. Francisco de Tholomeis, canonico Se- 
nensi, d. Neustadt, 10. Jänner 1454; i b i d., fol. 86 b. 

Eneas episcopus Senensis domino Francisco de Tholo- 
meis canonico Senensi s. p. dicit. Eximie et venerabilis doctor 
et pater honorande. Cognovi cupide novitates Italic quas 
significasti quamvis optavi meliores fuisse. Video res ad volun- 
tatem Turchorum vadere, quoniam inter nos sevientibus odiis 
arma crassantur. Deus meliora promittat. Cesar conventum 
apud Ratisponam indixit. Ibi de copiis contra hostes fidei 
instruendis mittendisque tractabitur. Utinam volentes ad sa- 
lutem nostram omnes simus, quamvis magnam inter Chri- 
stianos negligentiam animadverto vigere. Plus ovis rustico 
nostro subtracta quam Christus salvator urget offensus. In- 
jurias subditorum magno prosequimur animo, contumeliam 
dei lippis cernimus oculis. Vale, quia propediem te videre 
confido, scribendi laborem fugio. Ex Nova Civitate die X ja- 
nuarii 1454. 

111. A. S. Scevae de Curte, d. Neustadt, lo.Jänner 

1454; ibid., fol. 86b. 

Eneas episcopus Senensis domino Sceve de Curte s. p. 
dicit. Magnifice miles, amice honorande. Gratissime fuerunt 
michi littere tue quibus te bene valere accepi et in pace Italica 
laborare. Utinam tui labores efficaces sint, ne Turchi procu- 
ratores Itali videantur. In re tua que facta sint ex domino 
Papiensi plenius intelliges. Quia spero me brcvi Romam 
petiturum, parco longioribus litteris. Vale et me ut soles 
ama, quoniam id fit reciprocum. Ex Nova Civitate die X ja- 
nuarii 1454. 



— 245 — 

112. A. S. adVarnerium vicarium patriarchalem, 
d. Neustadt, 1 6. Jänner 1454; ibid., fol. 87a. 

Eneas episcopus Senensis domino Varnerio vicario patri- 
archali s. p. dicit. Reverende pater et amice honorande. In re do- 
mini Christofori de Vicecomitibus militis religiosi sancti Johannis 
Jerosolimitani, quemadmodum nobis scripsisti et opem et 
operas adhibuimiis efficaces. Erant qui negotium difficile red- 
diderunt magnanique pecuniam promittebant, cui moderne 
aures ubique gentium auscultant. Sed vicimus tamen non sine 
labore, necessariumque fuit principali camere prioris anni repro- 
mittere redditus. Credimus rem votive expeditam, quamvis 
hie annus sterilis sit domino militi futurus. Suadendum ei est, 
ne quo pacto adversetur, quia frustra et fortasse suo damno 
recalcitraret. Nos ejus rei notitiam non habemus, sed intelli- 
gentes familiärem esse domini nostri reverendissimi patriarche, 
cui deditissimi sumus et amicum vestrum, bono et volenti 
animo ejus causam assumpsimus promovendam. Et putamus 
nisi presentes fuissemus rem suam hoc anno finem minime ha- 
bituram fuisse. Gratum nobis est si quid egimus quod sibi 
tibique placeat. Vale in Christo. Ex Nova Civitate die XVI ja- 
nuarii 1454. 

Eneas dei gratia episcopus Senensis et imperialis con- 
siliarius. 

113. Fridericus Imperato rjoh anni Cardinali Str i- 

goniensi, d. Neustadt, 16. Jänner 1454, ibid., fol. 87a. 

Das Datum dieses kaiserlichen, aber von Aeneas verfassten, bei Voigt 
fehlenden Briefes bestimmt sich durch das Nr. 114 folgende Begleit- 
schreiben des Aeneas. 

Fridericus Imperator domino Johanni cardinali Strigoniensi 
s. p. dicit. 

Reverendissime in Christo pater et amice carissime. 
Accepimus relatu veridico, monasterium sancti Gothardi 
Cisterciensis ordinis Jaurinensis diocesis propter egritudinem 
venerabilis Georgii ejusdem abbatis ad maximam egestatem 
deductum esse et nisi de alio prelato eidem succurratur, 
monasterium ipsum in totalem pergere desolationem, cum 



— 246 — 

nequc illic salubris observantia rcgule vii^eat ncque alioquin 
in temporalibus diligentia habeatur oportuna. Cumque nuper 
vencrabilis abbas Rimensis, devotus noster dilectus cui mo- 
nasterium ipsiini noscitiir esse subjectum eo pergeret ut nc- 
cessitati monasterii per debitam reformationem provideret, per 
dictum Georgium abbatem, ne aliquam ibi exerceret juris- 
dictionem aut aiictoritatem , prohibitus extitit. Ouare cum 
monasterium liujusmodi in tua provincia situm existat, et 
abbas Georgius prefatus multum auscultare tuis consiliis et 
mandatis credatur, qui de tua cognatione dicitur, te hortamur 
attente, quatinus eum reservata sibi aliqua pensione decenti 
ad cessionem velis inducere et ita efficere, quod monachi 
illic existentes debitam recipiant reformationem et monasterium 
oportune regatur. Id erit deo acceptum et nobis singulariter 
gratum, qui propter vicinitatem quam habet ipsum monasterium 
ad nostra dominia multum desideramus, observantiam inibi 
regulärem florere. Datum. 

114. A. S. Johanni Cardinali Strigoniensi, d. Neu- 
stadt, 16. Jänner 1454; ibid. fol. 87b. 

Cardinali Strigoniensi Eneas episcopus Senensis com- 
mendatum se facit. Reverendissime in Christo pater, et do- 
mine mi colendissime. Post humilem recommendationem. 
Scribit Cesarea majestas dignatione (tue) super facto cujus- 
dam monasterii in tua provincia reformandi quod propter 
abbatis egritudinem multis exponitur incommodis. Non existimo 
meas litteras post scripta tanti principis necessarias. Sed ne 
monachis meum quoque favorem petentibus deesse videar 
adijcio et ego post splendorem solis comentitium lumen. 
Existimo rem dignam esse in qua tua dignatio laborem assu- 
mat. Neque enim modicum est apud deum meritum dare 
operam ut loca salva sint, in quibus divino nomini bene at- 
que constanter famulatus exhibetur. Quamvis ergo non dubi- 
tem suapte ingenio reverendam paternitatem tuam imic operi 
diligentiam adhibituram facturamque libenti animo quod 
Cesar petit, offero tamen et ego meas preces, gratumque 
milii singulariter fuerit si cjuid rogatus meos valuisse apud 



— 247 — 

dignationem tuam monacbi ejusdem monasterii cognoverint. 
Neque alia modo. Sum ad tua mandata^ubique voluntariiis 
et presto. Ex Nova Sivitate Austrie die xvi januarii 1454. 

[15. Fridericus Imperator Nicoiao V. Pont. Max., 

d. Neustadt, lö.Jänner 1454; ibid., fol. 87b. 
Dieser bei Voigt fehlende, jedenfalls ciuch von Aeneas verfasste Brief 
des Kaisers gehört des gleichen Inhaltes wegen wohl demselben Datum 

an, wie der vorhergehende. 

Federiciis Imperator beatissimo pape Nicoiao s. p. dicit. 
Beatissime pater et domine noster reverendissime. Est in dio- 
cesi Jaurinensi monasterium sancti Gotbardi Cisterciensis or- 
dinis, quod ante annos et in temporalibus et in spiritualibus 
^ldmodum floruit. Nunc vero propter abbatis Georgii moderni 
egritudinem parvamque diligentiam in utroque statu laborat 
neque viget illic observantia regularis neque temporalia proinde 
gubernantur. Cumque superior ejus abbas Runensis devotus 
noster dilectus ad reformationem loci et personarum vellet 
intendere, via facti probibitus est. Ob eam causam recurren- 
tes ad nos monacbi in quibus est zelus religionis propter 
vicinitatem quam habent ad nostra dominia, ut eis sub- 
veniremus de remedio, ne conventus eorum penitus dissi- 
paretur bumiliter supplicarunt. Nos autem moti eorum pre- 
cibus reverendissimo Cardinali Strigoniensi, in cujus provincia 
dictum monasterium existit et cujus agnatus esse abbas 
Georgius affirmatur, litteras dedimus multumque suam pater- 
nitatem adhortati sumus, ut ad provisionem debitam ejus 
monasterii velit intendere, inducendo suum agnatum ut re- 
servata sibi debita pensione administrationi cedat et alium 
suo loco prefici sinat, qui possit salubriter preesse. Verum 
quia mandata tue sedis in hoc efficatiora esse non dubitantur, 
utile reputamus idque petimus obnixe ut tua sanctitas eidem 
cardinali reformationem dicti monasterii una cam abbate Ru- 
nensi ejus superiore per suas litteras quam efficacissime com- 
mittat. Id erit nobis gratissimum, et sicut non dubitamus 
acceptum divine pietati, que tuam sanctitatem feliciter et votive 
conservet ad prosperum et optatum regimen ecclesie sue 
sancte. Datum. 



— 248 — 

I 1 6. A. S. a r c h i c p i s c o p o C a n t u a r i c n s i , d. N e u s t a d t, 
17. Jan n er 1454; ibi d. fol. 88a. 

Eneas episcopus Senensis domino Archiepiscopo Cantua- 
riensi s. p. dicit. Reverendissime in Christo pater et domine 
colendissimc. Post recommendationem. Quia religio Christiana 
lioc tempore per Turchorum audaciam magnis conatibus im- 
l^iignatur, visum est divo Cesari nostro imperii sacri principes 
ad suam presenciam convocare cumque his de congregandis 
exercitibus qui possint hostem retundere consultationem habere. 
Id fiet duce deo in festo sancti Georgii proximo apud Ratis- 
ponam. Scribitur ob eam rem incHto et potentissimo regi tuo, 
legatos suos iit ad diem dictam mittere veht qui majestatem 
imperatoriam in eodem loco conveniant, de communi salute 
popuU Christiani cum ceteris qui aderunt tractaturi. Heraldus 
qui defert Utteras, sincerus et bonus vir ac suo dignus officio, 
tuam dignationem in primis adibit. Eum uti commendatum 
suscipiens ad presentiam regiam quam celeriter admitti jubeas 
utque causam Christi juves obnixe precor. Re*s est et officio 
et dignitati tue conveniens. Quam ut omni promovendam 
studio iterum atque iterum oro. Vale in Christo optime. Ex 
Nova Civitate Austrie die XVII januarii 1454. 

117. A. S. Carolo Gilii Lucano, mercatori apud 
Lundonias, d. Neustadt, 17. Jänner 1454, ibid. fol 88a. 

Eneas episcopus Senensis Carolo Gihi, Lucano mercatori 
apud Londoniam s. p. dicit. Quinque mensibus jam transactis 
accepi tuas litteras et nunc solum oblatus est nuntius per 
quem tibi possim respondere. Dicam breviter quod in mentem 
venit. Letificarunt me scripta tua post annos XIIII quibus 
te nunquam vidi mihi transmissa. Nam te vivum et mei 
amantem intellexi. Sed indolui vehementer, cum fortunam tibi 
adversam cognovi. Adjuvarem te si possem, neque mihi labor 
gravis esset quem tua causa susciperem. At neque apud 
maximum pontificcm tibi queo prodesse, a quo sum procul, 
neque Cesar cui servio is est qui rem tuam restaurare valeat. 



— 249 — 

Nimis multa sunt inter nos maris ac terrarum spatia. Afficior 
desiderio tui neque persuadeo mihi futurum tempus quo te 
visam, nisi fortasse Romam petieris. Nam ego brevi si deus dat 
domum repetam. Ago tibi gratias qui meam vicem gaudes. 
Utinam mihi saluti sit promotio mea. Didici quas de regno 
Anglie ad me scripsisti novitates. Cupio ilU regno semper bene 
esse in quo sunt et prelati et nobiles orthodoxe fidei cultores 
optimi. Regem autem quo parvulo Angliam vidi ferunt omnes 
et animo magno et sapienti preditum esse. Utinam modo sua 
serenitas in auxilium christane rehgionis exurgat et uniens 
se Cesari contra Turchos. Non tam se proprias quam com- 
munes existimare injurias ostendat, neque tam GaUicis sibi 
infensis quam Turchis Christo insultantibus inimicum designet. 
Vale et archiepiscopo Cantuariensi quem audio et potentem 
et doctum prelatum esse, si per tuas aut illius occupationes 
hcet, commendatum me facito. Ex Nova Civitate die XVII 
januarii 1454. 

118. A. S. civitati Senarum, d. Neustadt, 22. Jänner 

1454; ibid., fol. 88b. 

Magnifici et potentes domini mei honorandi. Speravi 
me propediem ecclesiam meam petere meque vestris offerre 
conspectibus. Idque jam Cesar indulserat. Nunc vero ad pre- 
parandum exercitum contra Turchos indicta est dieta apud 
Ratisponam. Quo si Cesarea subHmitas personaHter sese con- 
ferre disponit eapropter, licet imperandi potestatem habet, 
rogare me tamen voluit ut secum ad eum diem perseverem. 
Ouod etsi mihi gravissimum est, nimis enim diuturnum exilium 
fero, negare tamen tanto principi meum servitium non sum 
ausus, cujus benificentia sum quod sum. At dieta peracta dabo 
operam ut quam celerrimme ad vos veniam. Interim supplico 
clerum mihi commissum ut commendatum habeatis. Ego non 
arbitror sine honore id esse civitatis vestre,. quia episcopus 
Senensis apud Cesarem in tantis negotiis quanta modo pre 
manibus sint in consilio degat. Cetera que apud nos aguntur, 
nepos meus Petrus vestro senatui referet per quem etiam 
copias litterarum, quas Cesar et pape et regibus in negotio 



— 250 — 

Turclioruni dirigit vcstris niagnificcntiis mittendas duxi. Neque 
alia modo. Dens et pacem et saluteni et vobis et popiilo 
vobis subjecto concedat. Ex Nova Civitate Austrie die XVII 
januarii 1454. 

119. A. S.Greg orio Nicolai, d. Neustadt, 22. Jänner 
1454: ibid., fol. cS8b bis 89a. 

Dices te non ambigo niagnopere deceptuiii, frater aman- 
tissime, cum Petrum nepotem meum loco meo intueberis. 
Culpabis scripta et promissa mea, ubi fides, ubi religio sit, 
requires. Neque meis posthac litteris uUum apud te pondus 
erit, neque me unquam reverti domum credes. Quid ego ad 
hec respondeam? Longam implere papirum oportebit, si vclim 
tuis objectis satisfacere. Sed non est otium. Id solum dicere 
possum. Sum et ego deceptus, una doleo et langueo quia 
nequeo meos videre propinquos, domum disponere, plebem 
consolari. Diffido jam egomet mihi et quamvis paucorum men- 
sium mora mea requisita sit, vereor ne fiant anni qui menses 
vocantur. Tantum est mihi repatriandi desiderium. Arbitror 
tamen officii mei esse, ne cum molestia mei principis abeam, 
cum is mihi et affectus et benignus omni tempore fuerit. Sed 
mitto ad te Petrum, qui consilium omne meum tibi denudabit. 
Ei commisi quid fieri velim domi. Audi eum et adjuva ut 
quam celeriter expeditus ad me redeat, quia necessarius mihi 
est. Ab eo et novitates harum partium et statum et spem et 
metum quibus agor intelliges. Non est quia me litteris fatigem. 
Mitto ad te litteras Cesareas, quibus absens factus es consi- 
liarius imperatoris. Id et tibi et civitati nostre decorum puto. 
Vale et fratres sororesque tuas meo nomine salvere jubeto. 
Faxit deus ut quam cito te videam. Ex Nova Civitate XXII 
januarii. 

1 20. A. S. B a r t h o 1 o m e o de M a s s a , d. N e u s t a d t , 
22. Jänner 1454; ibid., fol. 89a. 

Eximie doctor et fili amantissime. Cur nequcam, ut sepe 
a me scriptum est, impresentiarum domum repetere, nepos 
mcus Petrus et tibi et ccteris exi)licabit. Non est parva causa 



— 251 — 

que me retinet, ferendum est quod deiis imponit juguni. Sit 
tibi cura et matris et sororis dum absum. Antoniam non com- 
mendo tibi. Nisi enim tiiapte ingenio rem tuam lialnieris 
commendatam, parum fecerint preces mee. Attende super epis- 
copatum superque domum meam. Petro nonnulla commisi 
expedienda, adesto sibi et juva, ut quam primum ad me re- 
verti possit et afferat que jussi. Franciscum conjugis tue 
fratrem modestum adolescentem super obitu patris optimi 
viri meo nomine consolatum reddito, meamque sibi et bene- 
volentiam et in omnibus suis rebus favorem offer. Vale. Ex 
Nova Civitate XXII januarii 1454. 

121. A. S. Bartholomeo canonico, d. Neustadt, 
22. Jänner 1454; ibid., f o 1. 89. 

Venerabilis, dilecte noster. Quia non possumus, ut opta- 
vimus domum modo repetere, mittimus illuc Petrum, nepotem 
nostrum. Cui volumus, quia in omnibus que nostro nomine 
dixerit plenam credentie fidem prebeas et ita facias, ut ab 
eo fueris requisitus. Nonnulla enim sibi commisimus que cito 
fieri opus est. De te nos bene usque in hanc diem contenti 
sumus, atque hortamur ut perseveres de bono in melius. Cura 
ut Petrus festinanter et bene expeditus ad nos e vestigio 
redeat. Et tu domum dispone ut soles fideliter vicariumque 
reverere et ama, atque ita agito, ut redeuntes bonam volun- 
tatem nostram erga te meliorem experiri merearis. Datum. 

122. A. S. Andreae Benzio, d. Neustadt, 22. Jänner 

1454; ibid., fol. 89b. 

Eximie doctor et amice amantissime. Nepotem meum 
Franciscum esse tibi eure non ambigo. Sed nescio, an ille 
tuis monitis auscultet, rogo de sua vita suisque moribus cer- 
tiorem me facias. Si scivero eum proficere, gaudebo et illi 
benefacere studebo. Si minus non angam me nimis et eum 
deseram. Hec sibi ut commemores cupio. Magistrum Sozinum, 
virum Optimum, tecum bene valere desidero. Amico veraci 
non estimo latius scribendum. Vale cum conjuge et liberis, 
et dominam Laram, si mei memor est, meis verbis salvere 
dicito. Ex Nova Civitate die XXII januarii 1454. 



— 252 — 

123- A. S. Raphaeli de P r i ni a d i t i i s, vicario Senensi, 
d. Neustadt, 22. Jänner 1454; ibid., fol. 89b. 

Venerabilis et exiniie doctor, dilecte noster. Spes fuit 
nobis ingens repetendi per hos dies domum. Sed decepti 
sumus. Magnus principuni et prelatorum conventus ad festum 
sancti Georgii proximum Ratispone indictus est. Eo in loco 
futurus est imperator deque passagio contra Turchos insti- 
tuendo acturus. Eam ob causam nos secum habere vult, neque 
redire in patriam sinit ante id teniporis. Necesse est nobis 
obedire principi qui^) nos multis beneficiis cumulavit. Mitti- 
mus ob eam rem Petrum ad vos, qui de nostra voluntate 
certitudinem prebeat. Ipsum igitur et audite et in agendis 
juvate, et si fieri potest reditum nostrum expectate, quem non 
diu differemus. Si qua vacat capella aut vacatura est, de qua 
Thome capellano nostro possitis providere, gratam rem nobis 
feceritis, si eam sibi contuleritis. Datum. 

124. A. S. episcopo Grossetano, d. Neustadt, 

22. Jänner 1454; ibid., fol. 89b. 

Das Datum, obwohl im Codex abgeschnitten, gibt die Stellung des 
Briefes im Codex und der Inhalt desselben. 

Reverende in Christo pater et domine honorande. AUoqui 
potius hoc tempore vestram dignationem quam sibi scribere 
et in spe fuit et in votis, jamque accinctus itineri ad vos 
ire properabam. Interim venit apostolicus legatus, qui de 
passagio contra Turchos instituendo Cesarem ammonuit. Con- 
ventus ad eam rem prelatorum et principum indictus est 
Ratispone ad festum sancti Georgii. Hunc terminum expectare 
sum jussus. Nequeo principi qui me altum fecit adversus esse. 
Hec melius ex Petro nepote meo intelligetis. Interim precor 
meam ecclesiam comissam habeatis. Tantum est mihi repatri- 
andi (desiderium)^) ut diem recessus haud facile sperem. 
Valete in Christo optime. Ex Nova.'^) 



^) Durchgestrichen ist: mc quantus sum talcm fecit. Mitto ncpotcm. 
-) Das Wort ist weggeschnitten, nur die obern Schäfte der Buch- 
staben sind noch zu sehen. 

'^) Das Weitere fiel der Buchbinderschcre zum Opfer. 



— 253 — 

125- A. S. Francisco Tholomeo, d. Neustadt, 22. Jänner 

1454; ibid., fol. 90. 

Venerabilis et eximie doctor, tanquam frater honorande. 
Petrum, nepotem meum, cum sine me vidiebis domum repe- 
tentem, non est mihi dubium, quin et mireris et me culpites, 
qui scripta minime servarim mea. Sed arbitror te quoque id 
estimaturum quod est : velle scilicet me reverti ad meos et 
impeditum esse. Nanque ubinam gentium milii dulcius vivere 
quam in patria fuerit, inter fratres, inter agnatos, inter amicos 
optimos, ubi et bene sim visus et magnifice honoratus. Ita 
est equidem, sed amittere Cesaris gratiam et ingratum se 
monstrare, stultum videri potest. Quippe Vitium hoc longe a 
me est, ut benefacienti male retribuam. Cogit igitur honestatis 
ratio adhuc me per tempus apud Cesarem morari, dum res 
Turchorum agitatur, quemadmodum ex Petro inteUiges, cui 
ut in agendis auxiho et consiUo sis precor. Interea ut ecclesie 
mihi commisse geras curam vicemque meam ubi potes im- 
pleas iterum atque iterum rogo. Ex Nova Civitate die XXII ja- 
nuarii 1454. 

126. A. S. Thomasio de Piccoiominibus, d. Neustadt, 
22. Jänner 1454; ibid., fol. 90a. 

Nobilis vir amice carissime. Ursinam Enee fiUam, dum 
Senis essem, annis superioribus magnopere conatus sum 
nuptui tradere. Sed aspernantem non potui cogere. Que sibi 
postmodum fortuna successerit non intelligo. Sum anxius 
ejus causa. Lubrica est enim etas puellarum et labilis con- 
ditio feminarum. Et quia caro nostra est nosterque sanguis, 
consulendum est etiam nolenti, dum quod bonum est suapte 
ingenio recusat. Speravi me propediem reversurum, habitu- 
rumque sui curam. Modo quia retardatur meus reditus hanc 
provinciam tibi committo. Gentilis tua est, domus Picolomine 
in ea vel honor vel decus non mediocriter pendet. Da operam 
precor ad matrem meam se conferat, ibique nutriatur, donec 
redeam. Et si medio tempore vir sua conditione dignus repe- 
ritur, ad me scribito. Ago tecum pro veteri more confidenter et 



— 254 — 

que nostre familic famam conccinufnjt ') cxistimo te libenter 
curaturum. Ego quid per hos dies a Cesare impetrarim ad 
splcndorem donius nostre Petrus tibi latius exponet. Vale et 
gentiles omnes nostros tuosque nepotes meo nomine salvos 
dicito. Ex Nova Civitate XXII januarii 1454. 

127. A. S. Nanni Petri, d. Neustadt, 22. Jan er 1454; 

ibid., fol. 90b. 

Spectabilis vir, cognate noster carissime. Mitto ad te 
Petrum filium tuum, mihi ut pecunie aUquantulum afferat, 
neque minus quam trecentos aureos. Stude ut quam celerrime 
expediatur atquc ad me redeat neque hoc publicetur. Curabo 
ad vos postea mox reverti. Quid agam, cur remanserim, que 
sit intcntio mea, idem Petrus referet. Commcndo tibi matrem 
et sorores meas. Cura diligcntcr que tibi commissa sunt. Vale. 
Ex Nova Civitate XXII januarii 1454. 

128. A. S. Procopio (de Rabenstein, cancellario 
regni Bohcmiae), d. Neustadt, 22. (17. ?) Jan n er 1454; 

ibid., fol. 90b. 

Das Datum 22. Jänner ist jedenfalls trotz der Angabe des Briefes 
(17. Jänner) wegen dessen Stellung im Codex mit Voigt festzuhalten. 

Magnifice vh*, amice honorande. Putavi me intra paucos 
dies Romam iturum sarcinulasque contraxeram. Cesar indul- 
serat, amici omnes vocabant. Nunc frustratus sum. Teneor, 
velim nolimque. Indictus est conventus principum Theutonie 
apud Ratisponam, ibi ut de resistentia Turchis objicienda 
cogitetur et disponatur. Ad eam diem me Cesar retinet, neque 
tanto principi obsistere possum. Toleranda est mihi etiam hec 
quadragesima que instat. Unum me non omnino invitum prebet 
quia nondum mea patria quieta est. Papa etsi omni studio 
pacem componere nititur, in hanc tarnen usque diem frustra 
conatur. Comes Franciscus in bello Venetos premit, Florentini 
filium regis Aragonum magnopere urgent. Rcx ille hoc anno 
qui sibi tertius et sexagesimus est proximus morti fuit. Nunc 
convaluisse fertur. Raro illum etatis annum sine maxima 

1) hl dvr T Tandschrift steht concernut. 



— 255 — 

calamitate homines pretereunt. Ob eam rem Cesar Augustus 
cum sexagesimum quartum natalem suiim feliciter attigisset 
mirum in moclum exultavit. Nova que tibi scribam non habeo 
plura. Joliannes Nihili tuus meusque propediem ad te veniet. 
Eum scio apud te mea commendatione non indigere, quem 
amas unice. Nicolaum doctorem sua virtute puto tibi carissi- 
mum esse. Ei velim dicas jussisse me Tertullianum transcribi, 
quem per Joliannem sibi mittam, ocius Varadiensi antistiti ut 
exinde tradat. Legatum apostolicum non ambigo te omni 
conatu adjuvare. Vale. Magnifico gubernatori cum facultas 
est meum animum meumque obsequium offerto. Ex Nova 
Civitate die XVII Januarii 145 [4]. 

1 29. F r i d e r i c u s Imperator G e o r g i c o n i (de P o d i e- 

brad), gubernatori Bohemie, d. Neustadt, 22. Jänner 

1454; ibid., fol. 91 a. 

Dieser bei Voigt fehlende Brief ist ein Schreiben des Kaisers, aber von 
Aeneas geschrieben. Das nicht beigesetzte Datum ist nach der Stellung 

im Codex der 22. Jänner 1454. 

Magnifice fidelis dilecte. Fuit in curia et servitio nostro 
jam pluribus annis honorabilis Johannes Nihili, astronomus, 
noster fidelis dilectus. Cujus vita ac doctrina non solum nobis 
sed Omnibus qui ejus notitiam habuerunt et accepta et digna 
laude reputata est, cum in eo et boni mores vigeant et pru- 
dentia singularis eluceat litterarum studiis illustrata. Is modo 
ad presentiam Serenissimi principis Ladislai, Hungarie et Bo- 
hemie regis, patruelis nostri carissimi, sese confert Patri- 
monium suum et paternam hereditatem vendicaturus. In qua 
re cum tuum sibi favorem magnopere necessarium intelligamus, 
multumque ipse in tua protectione et directione confidat, te 
quoad possumus, obnixe hortamur et affectu singulari requi- 
rimus, ut eidem Johanni ac fratribus suis circa recuperationem 
suorum jurium et in omnibus aliis suis agendis non solum 
intuitu suarum virtutum et contemplatione justitie sed etiam 
ob nostrum respectum opitulari et auxilium efficax velis im- 
pendere atque ita negotia sua et ipsum in commendatione 
suscipere ut nostras pro eo tibi directas litteras sibi fuisse 



— 256 — 

proficuas intelligcre posset. Id crit nobis siipia modum carissi- 
muin et acccptum et offerente se facultate te atque tuos 
amicos gratiose recognoscemus. Datum. 

130. A. S. Cardinali Firmano, d. Neustadt, 22. Jänner 
1454; ibid., fol. 91a bis 91b. 

Reverendissime in Christo pater et domine mi colen- 
dissime. Post humilem recommendationem. Ex omnibus qui 
mihi Rome amici sunt measque causas agunt, intelhgo digna- 
tionem vestram meis rebus faventissimam esse. Scio quantum 
propterea debeo et nomini et dignitati vestre. Sed unde per- 
solvam debitum non scio. Imitabor igitur rusticos nostros 
quibus non dihiendi veteris debiti sed novi contrahendi 
Studium est. Audebo infestare modestiam vestram, et obhga- 
tionibus magnis majores adjiciam. Seit vestra dignatio quanta 
pro me soHcitudo facta est, ut annate Senensis ecclesie de- 
bito liberari possim. Id nondum factum est, quamvis vestra 
reverendissima paternitas consensum prebuerit. Precor igitur 
si per occupationes aHquando Hcet, me sacro coUegio com- 
mendare dignemini atque adjuvare, ut onus hoc mihi gravis- 
simum remittatur. Ecclesia mea, uhiio simiUs, frondes sine 
fructu gerit. Vivo in hac curia non sine magnis sumptibus et 
servio non minus apostoHce sedi quam Cesari. Quippe si 
scirent domini mei reverendissimi cardinales, quaha sepe ne- 
gotia in consiho Cesaris agituntur, non sohim mihi annatam 
remitterent, sed ultro salarium darent quo possem hie per- 
severare et ecclesie Romane servire. De his magister Henricus 
Senfleben dignationem vestram latius alloquetur, quem benigne 
audire dignemini. Aliud insuper rogo indulgeri mihi. Fuit apud 
me sacerdos liarum partium, annos supra quinquaginta natus. 
Is in confessione mihi exposuit, se cum esset adolescens noctu 
per rissam ante XXVIII annos laici cujuspiam manum ampu- 
tasse. Neque tamen scitum fuisse, quis hoc scelus perpetrasset, 
sed occulte mutilatorem per interpositas personas mutilato 
ministrasse pecuniam, unde ille curaretur, et tanti damni re- 
compensationem aliquantulam haberet. Tractu deinde temporis 
tactus conscientie stimuhs mutilator idem proposuit clericari 



— 257 — 

et in sacerdotio deo servire. Sed cum parum litteratus esset 
et timeret in examine confundi statuit ingredi monasterium 
canonicorum regularium sancti Augustini et profectus ad pre- 
positum, rogavit se in confratrem recipi. Prepositus autem re- 
cepit eum coram fidedignis personis ea conditione, ut infra 
tempus breve reverti deberet et stare in probatione. At ipse 
recedens cum intellexisset in eo monasterio non servari re- 
gulam, reverti abhorruit et procedens ad sacros ordines nulla 
obtempta vel dispensatione vel absolutione usque ad sacer- 
dotium promotus est, in quo per annos XXII ministravit. Petiit 
igitur a me cum ista occulta sint maxime de mutilatione ut 
eum absolverem secumque super irregularitate dispensarem. 
Est autem presbiter alioquin reputationis bone et doctus suffi- 
cienter. Ego vero rem gravem existimans nolui me intro- 
mittere. Cupiens tamen saluti hominis consulere, statui ad re- 
verendissimam paternitatem vestram recurrere eique supplicare, 
ut mihi auctoritatem in hoc casu^) concedere dignemini. Quod 
si faciendum videtur, peto, ut per unam brevem litterulam 
id mihi committatis. In facto autem magistri Gasparis accepi 
litteras vestras et respondi. Nescio an meum responsum ad 
manus vestre dignationis pervenerit. Remitto tamen scriptorum 
meorum copiam, ne mihi quicquamimputetis. Compatiormultum 
illi homini et studui ac studeo plurimum sue liberationi. Sed 
res difficillima est. Omnes barones Hungarie et Bohemie per 
hos dies eum relaxari petiverunt, neque obtinuere. Spero 
tamen venturam diem, qua Cesar ejus misereatur. Alia non 
occurrunt. Vestra dignatio me suum habet, quocumque locorum 
gentiumque fuerim. Ex Nova Civitate die XXII januarii 1454. 

131. A. S. Henrico Senfleben, d. Neustadt, 22. Jänner 
1454; ibid., fol. 92a bis 92b. 

Venerabilis vir, amice honorande. Decreveram uti sepe 
ad vos scripsi, celebrata dominica nativitate domum repetere 
et Romam visere. Jamque sarcinulas collegeram et itineri eram 
accinctus. Licentiamque divi Cesaris obtinueram. Sed cum jam 



1) Handschrift: causu. 

17 



— 258 — 

decretum sit apud Ratisponam in festo sancti Georgii super 
Turchorum rebus haberi conventum, remorari ad id temporis 
sum coactus, neque fas mihi est in hoc fidei negotio volun- 
tati Cesaris adversari. Statuens igitur expectare diem, necessa- 
rium habui Petrum nepotem meum domum remittere, qui mihi 
pecunias afferat ex quibus vivam. Neque enim Cesar abunde 
sumptus prebet, quamvis mihi ceteris in rebus benignus est. 
Jussi etiam eundem Petrum Romam petere ac summo ponti- 
fici quandam supphcationem meo nomine porrigere. Videbitis 
petitiunculam meam. Rogo veHtis una cum meo nepote efficere 
apud dominum nostrum, ut voti compos fiam signeturque 
supphcatio, quia necessitas me compelHt id agere, si debeo 
ad tempus in hoc loco morari. Res tamen occulta erit neque 
dominus noster s. notabitur, cum aUoquin Cesar fructus de 
quibus agitur recipiat et in aHos usus convertat. Cesar scribit 
vobis in facto suo et mittit ahquos articulos, quos curate, ut 
quam celerrime expediantur. Necesse est enim si quid fieri 
debet in Ratispona super his haberi responsum. Scio quanta 
fecistis mea causa et super annata et super rebus ceteris. 
Nimis vobis obhgatus sum, neque nunc solvere obHgationem 
sed augere potius est animus. Scribo reverendissimo domino 
meo Firmano copiamque scriptorum his intercludo, ut si 
veniatis ad eum, sciatis que ab ejus dignatione requiro et 
supphcetis ut mihi respondeat et annuat petitioni presertim 
super absolutione quam peto mihi committi. De annata pote- 
ritis verbum facere, sed si videritis rem difficilem, nohte suam 
dignitatem molestare. Expectabo donec citer aut monear, et 
tunc respondebo prout juris fuerit. Puto me absolutum apo- 
stohcis Htteris, at si non juvabunt, faciam quod miseri solent, 
vendam et satisfaciam et vivam Hber. In rebus ceteris non 
est quid vobis committam, plus semper agitis, quam ego re' 
quirere audeam. Imperator etiam modo propia manu pape 
scribit. Litteras vos presentabitis, postquam meus nepos ex- 
peditus fuerit qui de contentis^) in littera imperatoris nihil 
seit. Sunt etiam littere regis Hungarie et Bohemie, quas do- 
minus Procopius ad me misit, me sicut deus novit minime 
1) Handschrift : contemptis. 



- 259 — 

requirente. Sed postquam misse sunt, nolui eas contemnere. 
Saltem ex Ulis intelliget dominus noster, me non esse illi regi 
odiosum, quod aliqui forsitan putavissent propter factum ma- 
gistri Gasparis qui captus detinetur. Fromotionem autem ex 
illis aliam non spero. Nisi enim imperialia scripta me juvent, 
in aliis parum confido. Imperatrix supplicat pro me pape, ut 
de aliqua prelatura in regno Sicilie mihi provideat, sicut rex 
ipse Aragonum pro me petivit et littere sunt in manibus 
domini Petri de Noxeto. Velitis aliquando et hoc ad memo- 
riam domini nostri deducere, si fieri posset, quia aliquando 
exirem inopiam et» possem in curia vivere vel Senis honeste. 
Nimis vos gravo, sed vestra erga me benignitas audaciam 
prebet. Decem ducatos quos famiUari meo Sinzin mutuo de- 
distis Petrus vobis restituet. De Httera doctoratus miror cur 
episcopus Assisinus non satisfecerit qui totiens pro ea scripsit. 
Nova apud nos modo pauca sunt. Hungari dietam Bude tenent. 
Nescio an legatus poterit illuc in tempore pervenire. Comes 
Cilie qui multa minabatur, jam silet. Nam rex Hungarie super 
quereUs suis adversus Australes justitiam obtulit. Nescio an 
acceptaverit. Grave erit ei contra stimulum calcitrare. Valete. 
Ex Nova Civitate die XXII januarii 1454. 

132, A. S. Georgiconi (de Podiebrad), gubernatori 
Bohemiae, d. Neustadt, 22. Jänner 1454; ibid., fol. 93a 

bis 93b. 

Magnifice et generöse baro, domine honorande. Domi- 
num Johannen! Nihili, astrononum insignem et modestum 
sacerdotem non dubito vestre magnificentie saltem fama notum 
esse. Qui non solum divo Cesari nostro Federico ejusque 
magnatibus est acceptus, sed et sanctissimo domino nostro 
pape sacroque cardinalium cetui carissimus habetur et dilec- 
tissimus. Sic enim sua modestia et doctrina precellens me- 
retur. Is ex regno Bohemie natus nunc domum revertitur, 
suum Patrimonium et antecessorum suorum jura recuperaturus. 
Neque spem in alio quam in vestra magnificentia maiorem 
habet. Ego etsi non dubito suam virtutem vestrum sibi ven- 
dicare favorem, pro jure tamen amicitie quo sibi sum junctus 

17* 



— 26o 

et cupio et opto magnopere suam spem minime frustratum 
iri, et si quid mee preces in conspectu vestro possunt eas 
pro viro mihi amicissimo quoad possum et ardentes et effi- 
caces prebeo, ut qui persone mee prestitum credam quic- 
quid sibi vestra magnificentia vel consilii vel favoris accom- 
modaverit. Quamvis nulluni me dubium habet, quin benigne 
apud suos recipiatur quem exteri libenter viderunt et honora- 
runt. Hec cum fiducia de homine amantissimo et honore 
digno conscripsi. Nunc aliud adjiciam, quod non existimo 
pretermittendum. Intrasse Bohemiam inclitum regem Ladis- 
laum, coronatum esse, obedientiam et fidelitatem omnium 
regnicolarum suscepisse, pacem in regno reformasse, salubre 
regimen ordinasse qui audiunt omnes admirantur et laudant. 
Tanto quia res major et stupore dignior existimatur, quanto 
ab initio incredibilior videbatur, sed tanti boni et nomen et 
laudem nemo est qui vestre magnificentie non attribuat. 
Vestrum est hoc preconium et in familia vestra eternum decus, 
quia regnum Bohemie lacerum et quassatum vestra prudentia 
reformaverit. Unum tamen adhuc restat vestra virtute con- 
silioque dirigendum. Nondum quietem spirituaUa negotia tenent, 
nondum clerus vester ecclesie Romane consentit. Viget adhuc 
rubigo quedam in mentibus hominum. Neque pontificem ha- 
betis. Omnes Bohemi vestra ope ad veri sui regis obedien- 
tiam rediere, curandum et modo est, spiritualem patrem et 
dominum cuncti audiant, Romanum pontificem. Neque plus 
velint sapere quam ceteri christiani, jungant jam se denique 
apostolice sedi que magistra est omnium gentium et omnes 
ad se recurrentes benigne audit. Sed nescio quis hoc perficere 
possit nisi vestra singularis et oculatissima circumspectio que 
ut temporalia optime direxit sie et spiritualia perfecte posse 
disponere non dubitatur. Quippe magna est vestri nominis 
fama et apud sanctissimum dominum nostrum papam et uni- 
versos cardinales. Cuncti de vestra probitate bene sentiunt 
et optime sperant. Reges quoque inter Christianos opina- 
tissimi apud quos vestra laus celeberrima est, jam venisse 
diem existimant quo regnum illud Bohemie preclarissimum 
cum ceteris christianis et coppuletur et uniatur. Neque id 



— 201 — 

alterius consilio aut studio fieri posse quam vestro dijudicant. 
Velit igitur vestra prestabilitas spem hanc implere titulosque 
illos mereri gloriosissimos, quia per vos regnum Bohemie non 
solum in temporalibus sed etiam in spiritualibus hoc tempore 
sit reformatum. Hoc erit illustre nomen vestrum, cunctis seculis 
memorandum. Hec res vobis celum aperiet et inter clarissima 
sidera dabit locum. Omnisque vestra posteritas hinc maxime 
reputabitur et nati natorum et qui nascentur ab illis ex vestris 
operibus fructum sentient. Eoque vestrum erit splendidius 
opus, quo nostra etate magis necessarium cernitur. Etsi enim 
omni tempore detestanda sunt inter christianos scismata, nunc 
potissimum divisiones sunt fugiende et abhominande, quando 
potentissimi vivifice crucis inimici terra marique bellum ad- 
versus nos instruunt Turchi, nee contenti subegisse Constan- 
tinopolim totum sibi subjiciendum auctumnant occidentem 
summoque conatu nituntur, ut legem Christi evangeliumque 
subvertant Quod si nos uniti essemus facile superbiam gentis 
retunderemus iUius. Atque ob hanc causam persuasi mihi 
non esse inutile pauca hec vestre magnificentie scribere, que 
precor tanquam ex-homine vestre virtuti deditissimo velitis 
accipere et boni consulere. Datum in Nova Civitate die XXII ja- 
nuarii 1454. 

133. A. S. Johanni episcopo Varadiensi, d. Neu- 
stadt, 22. Jänner 1454; ibid., fo 1.94a. 

Reverendissime pater et domine colendissime. Post re- 
commendationem. Johannem Nihili, astronomum eruditissimum, 
quid ni putem vestre dignationi notissimum, quem tota Ger- 
mania atque Italia et novit et laudat? Hujus origo ex Bo- 
hemia est. Parentes ei neque obscuri neque inopes fuere. Sed 
ortis in patria bellis gravioribus atque de fide certaminibus, 
cum agros armenta viros ferrum et flamma deleret, Johannes 
admodum puer domum reliquit, extorris nunc apud hos nunc 
apud illos mansit deditque se tandem litteris. Imbutusque 
philosophia non sine maximo labore (neque enim facile emer- 
gunt quorum virtutibus obstat res angusta domi) astronomiam 
sectatus est atque in ea disciplina summus evasit. Venit de- 



— 202 — 

nique ad Cesarem et ab eo cupide receptus inter aulicos 
nostros et dilectus et honoratus in paucis est. Hie ego beni- 
volentiam et amicitiam cum eo contraxi sumque ipso usus 
pluribus annis familiariter, cum et moribus et doctrina ejus 
non mediocriter oblectarer. Is modo, quia dono superum et 
incliti regis I.adislai divina virtute patiiam quietam accepit, 
domum revertitur. Et si Patrimonium ut par est vendicare 
potuerit atque avita consequi jura, inter dulces amicos atque 
propinquos quod superat vite degere proponit. Dixi hec lon- 
gius fortasse quam vestre aures cuperent, sed nolui meus in 
hunc virum qui sit animus ne vestram dignationem lateret. 
Sic enim fieri spero, ut eum in suis agendis expediendisque 
negotiis et sui causa et mei contemplatione commendatiorem 
suscipiatis presidioque sibi apud regem non modico sitis. 
Namque cum me vobis multis in rebus intellexerim carum et 
acceptum esse, non est mihi dubium, quin et amicos meos 
prestantes viros vestro favore dignemini. Is afferet TertuUia- 
num raptim et minus terse rescriptum vestreque dignationi 
restituet. Fuit enim consilium meum, desiderio vestro potius 
cito et imperfecte morem gerere quam sero et cumulatissime 
satisfacere. Valete in Christo fehciter. Ex Nova Civitate die 
XXII januarii. 

134. A. S. Aloysio Senensi, d. Neustadt, 22. Jänner 

1454; ibid., fol. 94b. 

Insignis vir, fiH et amice carissime. Sum tui sine inter- 
missione memor neque obHvisci possum ejus consuetudinis 
que inter nos apud Thalamonem cum jocunditate viguit. Pro- 
dessem tibi et tuis, si facultas sineret. Negotium tuum cum 
Sigismundo duce per htteras cesareas jam dudum aggressus 
fuissem, si duo hi principes inter se quemadmodum sanguine 
juncti sunt ita et benivolentia coppularentur. Sed nulla inter 
eos concordia est et alter incusat alterum tanquam sibi in- 
jurium. Eam ob causam distuH cesareas impetrare litteras, si 
fortasse patrueles in amicitiam redirent, quod modo nonnuUi 
pertractant. AHoquin damno tibi potius quam utilitati scripta 



— 203 — 

essent cesarea. Hec volui tibi scribere, ne putes me rem tuam 
oblivioni dedisse. Vale et me ut soies ama. Ex Nova Civitate 
die XXII januarii 1454. 

135. A. S. Jacobo Tholomeo, comiti et doctori, 
d. Neustadt, 22. Jänner 1454; ibid., fol. 94b. 

Magnifice comes, frater amantissime. Decreveram hac 
hieme domum reverti, idque Cesar indulserat Nunc propter 
causam Turchorum remorari me oportet. Indictus est enim 
conventus principum ad festum sancti Georgii in Ratispona, 
ubi de tuenda christianitate agendum est. Non vult igitur 
Cesar eam ante diem se deseram. Coactus remanere mitto 
Petrum nepotem meum Senas, qui nonnuUa expediat meo 
nomine negotia. Is tibi cuncta referet que apud nos aguntur. 
Non est cur multis utar. Ei commisi, dum redierit pecunias 
tibi alTerat, quas pro Francisco absumpsisti. Neque enim ejus 
causa fas est te gravatum esse. Eum si non ambulat ad nor- 
mam bonam, admonito ut filium, castigato ut servum. Nisi 
virtute proficiat, non erit mihi nepos. At si doctus, si probus 
evaserit, et nepotis et filii locum tenebit. Cupio te cum con- 
juge ac liberis bene valere. Contristasti me hoc anno vehe- 
menter, cum de graviter egrotasse accepi. Nunc spero te 
Sanum et fortem esse. Vale et cum facultas adest domino 
duci me commendato. Ex Nova Civitate die XXII januarii 1454. 

136. A. S. Annibali de Gonzaga, comiti et doctori, 
d. Neustadt, 22. J an n er 1454; ibid., fol. 95a. 

Magnifice comes et amice honorande. Postquam recessisti 
a nobis, unas tantum litteras abs te accepi, veteres et in via 
sex mensibus retentas. Ad illas tibi respondi. Nihil postea de 
te audivi. Cupio et bene valere et tuo principi esse acceptum. 
Multa de Italia hie feruntur sed incerta et indigna fide. Quod 
si tu aliquando scriberes rerum statum, quo se modo Veneti 
et Longobardi concutiunt, quid Florentini et Aragonenses 
agitent, haberemus fidem scripto tuo et tu inde divo Cesari 
multo esses carior. Ego quoque tibi vicem redderem et que 
duci clarissimo referre posses harum partium que non parva 



— 264 — 

sunt nova significarem. Quicquid tarnen agas, sive taceas, sive 
scribas, in partem recipio meliorem et sum tuus. Cupio me prin- 
cipi tuo meoque domino duci commendes. Conventum apud 
Ratisponam in festo Georgii Cesar indixit, ubi de rebus fidei 
defendende agendum est. Bene dux egerit, si eo legatos 
miserit, qucmadmodum litteris imperatoriis ut arbitror requi- 
retur. Ego jam domum repetissem, nisi hec me causa tenuisset. 
Vale et dominum Albericum JMalettam meis verbis jubeto 
salvere. Ex Nova Civitate die XXII januarii 1454. 

137. A. S. Scevae de Curte, Papiensi militi et doc- 
tori, d. Neustadt, 22. Jänner 1454; ibid., fol. 95a. 

Insignis eques et doctor eximie, amice honorande. Exi- 
stimo que gesta sunt cum Cesare in rebus tui domini, Pa- 
piensem episcopum tibi plene significasse. Non est cur illa 
repetam. Mihi semper visum est, ex usu esse tuo principi ex 
imperio titulum habere. Neque enim fihi sui eam semper vel 
fortunam vel peritiam in belUs habebunt, que nunc in eo 
est. Muhus adhuc sub pennis aquile favor adest. Credo te 
cognovisse ex viro gravi et doctissimo, domino Nicoiao Arzim- 
boldo quod sit desiderium Cesäris. Ego illud sibi Florentie 
ante duos annos exposui. Si tuo principi ad eam rem animus 
est, poterit legatos mittere Ratisponam et ibi fortasse negotium 
concludetur. Puto autem etiam ob causam Turchorum eundem 
principem requirendum, ut eo legatos mittat. Sed quid fieri 
contra Turchos poterit, si cor christianitatis Italia bello pre- 
mitur. Agite vos qui Rome pacem tractatis, ponite duritiem 
et acerbitatem et odia potius contra inimicos Christi con- 
temptoresque crucis Maumetliistas exercete. Date jam tandem 
Italic pacem, ne de vobis vulgata fabula muris atque rane 
decantetur fiatque Turchus christianorum milvus. Vale et do- 
mino Jacobo College tuo meo nomine salutes dicito. Ex Nova 
Civitate die XXII januarii 1454. 



— 265 — 

138. A. S. J oha nn i Hinderbach doctori, d. Neustadt, 
22. Jänner 1454; i bid., fol. 95b. 

Conturbatus sum niintio quod de te ad nos missiim est. 
Ajunt enim amici tui egrotare te Rome. Locus infestus est 
theutonico sanguini. Sed juvat te opinor hiemis temperies et 
sobrietas tue natura. Si convaluisti cura ut quam primum 
redeas nee te vel mea vel cujuspiam causa ibi retineat. Ego 
nihil volo quod obtineri non potest. Si nequit annata remitti 
solvatur, si non valeo domum reverti, vivam in exiho. Si 
negantur opes, assit leta paupertas. Ne te crucia ob res meas. 
Fuge Romam et inimicum tibi aerem. Cupio te sanum. Quod 
si adhuc gravis es et urgeris febre, sume animum bonum. 
Accersi medicos et crede consiliis. Neque imperia rumpas, si 
fies brevi sanus et ad nos rediens cunctos letificabis. De rj- 
gionibus his non sunt que scribam nova relatu digna. Supe- 
rioribus universa que agerentur scripsi. Ladislaus in Bohemia 
regnat, omnes ei parentes Bohemi sunt. Rochezana pauHsper 
apoplexia tactus convaluit ac suo more sermocinatur. Non 
tarnen is est quem se credidit. Georgius omnia regit. Azing- 
herus Präge degit et Austrie dominatur. Johannes Vaivoda in 
Hungariam reversus ad rem Turchorum soRcitus esse fertur. 
Barones regni Präge conventum habent. Comes CiHe domum 
rediit neque Hungaris neque AustraHbus modo acceptus est. 
Cesar conventum apud Ratisponam indixit eoque profecturum 
se ait, dum sancti Georgii dies adventarit. Noster Curcensis ad 
ecclesiam profectus jam ut arbitror consecratus est et secunda 
ei omnia sunt. Ego cum reverti domum sperarem ob dietam 
Ratisponensem retentus sum. Mitto nepotem ad curiam, que 
sit causa ex ipso audies. Et si per valetudinem poteris eum 
juvabis. Cesari te sepius et commendavi et feci excusatum. 
In ejus conspectu gratus et acceptissimus existis. Vale. Ex 
Nova Civitate die XXII januarii 1454. 



— 266 — 

139- A. S. Johanni (Campisio) episcopo Placentino, 
d. Neustadt, 22. Jänner 1454; ibid., fol. 96a. 

Reverende in Christo pater et domine honorande. Non 
est data quam putavi te visendi facultas. Cogor adhuc exilium 
tenere donec Ratisponensis absolvatur conventus. Nescio 
quando te inveniam quem modo curialem vitam exuisse puto. 
Neque facultas inter nos scribendi frequens aderit. Cum tamen 
licebit non ero erga te piger. Tu quoque idem facias rogo. 
Senescimus ambo et vadimus ad patres nostros. Fruamur 
Interim scriptis invicem. Sum dubius an he te littere Rome 
conveniant, nam te propediem ecclesiam petiturum accepi. 
Deus illam tibi et obsequentem et quietam faciat. Archiepis- 
copo Mediolanensi metropolitano tuo non dubito te esse 
amicissimum, cui successisti. llli si quando scribis admoneto 
suam dignationem, ne mei memoriam ponat. Heu dulcis so- 
cietas, quomodo disjungimur sie viventes morimur. Nam scripta 
que inter nos vite videntur consuetudinem retinere, simillima 
somnio sunt atque ut mortuos inter dormiendum sie absentes 
inter scribendum alloquimur. Vale et vive dum licet felix, 
Ex Nova Civitate die XXII Januarii 1454. 

1 40. A. S. Alphonso regi Aragonum, d. Neustadt 

27. Jänner 1454; ibid., fol. 96a bis 96b. 

Mit Voigt hier von der Reihenfolge des Codex abzugehen, scheint des- 
halb nicht nöthig zu sein, da der folgende Brief, obwohl vom 26. Jänner 
datiert, wie sein Inhalt zeigt, wahrscheinlich ebenfalls am 27. Jänner 
geschrieben ist, welches Datum wohl auch den drei folgenden Briefen, 
bei welchen bloß die Bemerkung steht: »ut supra«, beigegeben werden 
darf Dies umsomehr,. da bekanntermaßen Aeneas nicht selten an 
manchen Tagen eine große Anzahl von Briefen schrieb, wie ja auch 
die unmittelbar vorhergehende lange Reihe der Briefe vom 22. Jänner 

beweist. 

Serenissime ac gloriosissime rex. Cum essem Neapoli, 
tertius nunc annus est, accessit me nostri temporis poeta 
singularis, Antonius Panormita, et pro vetusta consuetudine 
quam Senis in adolescentia simul habuimus multa contulit 
mecum. Inter loquendum autem ut fit percontatus est ex me, 
quum etatem pene omnem in Germania consumpsissem, num- 



26/ — 

quid operis aliquid rari inter bibliothecas que multe sunt 
apud Theutones invenissem. Cumque Arn[anjum de gestis 
Alexandri Macedonis a Paulo Vergerio Justinopolitano de 
greco in nostram linguam translatum comperisse me dicerem, 
magnopere me rogavit quoniam tanti viri facta libenter audires, 
ejus libri copiam tue majestati facerem. Spopondi me facturum 
suo desiderio satis. Sed usque in hanc diem nullus mihi 
occurrit cui tantum thesaurum libenter crederem. Nunc quia 
nepos meus Romam petit, commisi sibi deferendum librum, 
ex Roma vero fida manu tue serenitati tradendum. Accipe 
igitur ex me munus quod non solum ego sed Antonius quoque, 
magnus poeta et illustris orator te dignum putavit. Volumen 
est papyreum, lacerum et vetustate consumptum. Dices cum 
videris, quid hoc thesauri est, quid est quod me donat Se- 
nensis episcopus? Ad farmacopolam sese mittere cartulas 
credidit. Poteram, fateor, opus hujuscemodi transscribere et 
ornatum novo pergameno, minio rubricatum, sericea veste 
tectum, buUis luxurians aureis ad te mittere, neque decies 
talentum australicum expendissem. Sed quid ista tibi magno 
regi? Vilet apud te aurum, neque gemmis est pretium. Majus 
his est quod tibi do munus. Prima editio est Pauli, sua manu 
conscripta. Neque inde receptum exemplar est preter unum 
quod summo pontifici Nicoiao dum esset episcopus Bono- 
niensis et apud Cesarem legatione fungeretur recipere per- 
misi et aliud quod mihi retineo. Quod si nostri majores illu- 
strium virorum reliquias summo consueverunt honore susci- 
pere, non est mihi dubium, quin et tua Majestas in Paulo 
nostro idem faciat. Bibliam apud sanctum Paulum Rome qui 
sunt monachi non sine luminaribus et singulari reverentia 
monstrant, quam dicunt divi Hieronimi manu conscriptam. 
Senis quoque inter res sacras reconditum est volumen, quod 
Johannis Chrisostomi vulgo putant manu notatum. Non minor 
est his Vergerius, et Arrianum veracem auctorem refert de 
maximo duce Alexandro scribentem. Pretiosa nisi fallor res 
est quem tue magnitudini trado. Neque id dico quia velim 
mea magnificare munere. Nihil hinc expeto. Sed arbitrabor 
me tue subhmitati in evum obnoxium si mea opera apud te 



— 268 — 

Pallium bene receptum et in loco se digno reconditum esse 
cognovero. Vale, rex maxime, et quoniam hoc anno graviter 
egrotasti, qui tue ut ajunt etatis teitius et sexagesimus est 
jamque convaluisti, gaude quia terminum infaustum et mor- 
talibus exitialem preteristi. De cetero tibi vita longa erit et 
salubris quod nostre Italie totique christianitati hoc tempore 
necessarium est. Imperator filius tuus et conjux ejus, neptis 
tua, Leonora optime valent et bene se amant. Ex Nova Ci- 
vitate die XXVII januarii 1454. 

141. A. S. Antonio Panormitae poetae, d. Neustadt, 

26. (? 27.) Jänner 1454; ibid., fol. 97 a. 

Quod rogasti me dum essem Neapoli de Paulo Ver- 
gerio in hanc usque diem implere non potui. Neque enim 
cuivis hominum rem multis vilem, mihi pretiosissimam com- 
mittere volui. Nunc nepoti meo Petro qui Romam petit opus 
credidi. Is jussus a me est, cum Rome fuerit, negotiatorum 
fida manu divo Alfonso volumen transmittere. Scribo magno 
regi, tuo me rogatu sue majestati Paulum mittere. Non est mihi 
dubium, quin tibi mox reddatur Videbis nisi decipior histo- 
riam et veracem et bene contextam. Stilus neque altus neque 
admodum ornatus est, quamvis esset Paulus et facundissimus 
et elegantissimus, sicut ejus edocent cetera que scripsit opera. 
Sed voluit in hoc Sigismundo Cesari morem gerere, cujus 
jussu Arrianum transtulit. Neque enim sermonis capax subli- 
mioris erat Sigismundus. Paulus ut videbis senio confractus 
est et ad sepulcrum festinat, tuum est curare magno vati et 
tui simili, ut exequie digne fiant. Vale. Ex Nova Civitate 
Austrie die XXVI Januarii 1454. 

142. A. S. (episcopo) Gurcensi, d. Neustadt, 27. Jänner 

1454; ibid., fol. 97a. 

Reverendissime in Christo pater et domine colendissime. 
Post recommendationem. Gaudeo quia, sicut accepi, munus 
consecrationis et ecclesie possessionem pacificam accepistis. 
Jam fructus longi servitii suscipitis. Nunc vigilasse juvat et 
dulce est meminisse laboris. Sed revertamini jam tandem. Ex- 



— 269 — 

pectamini et a Cesare et a ceteris cupide. Ego iit optavi non 
potui hac vice domum proficisci. Mitto nepotem meum qui 
mihi pecunias afferat. Is etiam Romam ibit. Si quid ei com- 
mittere vultis tarn vestre dignationi quam mihi obediet. De 
domino Johanne Inderbachio nihil audimus, putamus eum apud 
vos esse et letari simul. Quamvis neque in Gurca desint occu- 
pationes, jubetur si reversus est, retrocedere et in Portu Naonis 
cum Venetis inire tractatus. Novitates apud nos modo Silen- 
tium habent. Dieta in Ratispona indicta est. Sed littere adhuc 
in cancellaria latent. Neque enim more nostro nimis festi- 
nandum est. Ex Nova Civitate ut supra. 

143. A. S. Bartholomeo Spannochia, d. Neustadt 
27. Jänner 1454; ibid., fol. 97b. 

SpectabiHs vir, amice carissime. Petrus nepos meus 
Romam veniens nonnulla mei parte tibi referet. Rogo velis 
que peto diUgenter adimplere ut soles et tuam erga me beni- 
volentiam ostendere. Sunt aliqua mittenda serenissimo regi 
Aragonum et expetenda responsa. Rex ille tibi gratias habebit 
qui sibi rem gratam miseris. Cura ut intelligam responsum 
ejus, quod tibi per illos de Mirabiliis non est difficile. Vale 
et cum tuis curialibus triumpha, quia extra Romam ut vos 
putatis non est vita. Australes aliter sentiunt. Ex Nova Civi- 
tate ut supra. 

144. A. S. Omnibono de Verona, d. Neustadt, 
27. Jänner 1454; ibid., fol. 97b. 

Magnifice comes, amice honorande. Retulit mihi Her- 
nestus amicus tuus meusque non vulgaris, optare te litteras 
familiaritatis, quas prius ex rege habueras ex imperatore in- 
novari et ad germanum tuum extendi. Id fuit difficile, nam 
qui negotiantur his Cesar hujusmodi litteras egre concedit. 
Sed captavi oportunitatem et obtinui quod querebas. Hernestus 
notulas effecit plenas et efficacissimas. Ego eas, postquam in- 
grossate fuerunt, sigillari secretarique jussi. In eis expositi 
sunt aurei Veneti decem, octo ad cameram, duo ad cancelia- 
riam, quos tuo nomine Hernestus tradidit. Litteras expeditas 



Petrus nepos meus ad te defert tibique restituet. Verum quia mihi 
per Hernestum misisti ducatos quindecim, quos tibi meo nomine 
debuit episcopus Tergestinus, miratus sum unde aureos tam 
malos extraxeris. Neque enim Tergestini alios quam vel Hun- 
garos vel Venetos habent aureos, tu vero Florentinos, Romanos, 
Senensesque, omnium levissimos, ad me misisti. Quod jus 
amicitie minime patitur. Ideo illos tibi remitto et rogo ut 
aureos sui ponderis et sui auri tradas. Ego enim in te con- 
fido neque puto me velis aut in magno aut in parvo fraudare. 
Neque te arbitror ex vulgo mercatorum esse, qui nihil pecunie 
preponunt. Existimo tibi pluris esse amicitiam meam quam 
auri parvum pondus. Petrus tibi alia meo nomine referet, cui 
tamquam mihi credito. Rogat Hernestus rerum suarum ut 
curam habeas. Vale. Datum ut supra. 

145. A. S. fratri Jeronimo de Verona, d. Neustadt, 
2. Februar 1454; ibib., fol. 98a. 

Eneas dei gratia episcopus Senensis et apostolice sedis 
per Bohemiam, Austriam, Stiriam etc. cum potestate legati de 
latere nuntius et orator. Venerabili religioso fratri Jeronimo 
de Verona conventus ordinis minorum sancti Francisci apud 
sanctum Thiboldum in suburbio Viennensi guardiano salutem 
et sinceram in domino caritatem. Sumus erimusque semper 
volentes vestris desideriis morem gerere, cum propter virtutem 
vestram, tum quia sacre religioni vestre singulariter afficimur. 
Juvenem quem ad nos misistis audivimus et cognito casu suo 
non intelligimus eum homicidii crimine maculatum aut dispen- 
satione indigentem. Et quia in talibus credendum est narra- 
tioni sue dicimus, secundum ejus expositionem non esse pro- 
hibitum sibi ad sacros ordines transitum, et nihilominus intuitu 
et favore religionis secum quatenus opus est auctoritate apo- 
stolica, qua fungimur, super casu exposito, ut eo non obstante 
etiam usque ad sacerdotium promoveri et in eo Hbere et licite 
ministrare valeat, quantum ad serenationem conscientie per- 
tinet, tenore presentium misericorditer dispensamus. Datum 
in Nova Civitate die II Februarii 1454. 



— 2J\ — 

146. A. S. Nicoiao Volaterrano, legum doctori et 
incliti regisBohemiae protonotario, d. Neustadt, 

6. Februar 1454; ibid., fol. 98b. 

Eneas episcopus Senensis prestabili viro Nicoiao Vole- 
terrano, legum doctori et incliti regis Bohemie prothonotario 
s. p. dicit. Letificasti me tuis litteris qui te magni regis protho- 
notarium rescripsisti. Ago gratias magnifico cancellario qui te 
promovit. Tibi congaudeo cui post bonum mane de meliori 
vespere provisurum dominum confido. Nova que significasti 
lubens audivi, non referam modo vices, cum Johannes Nihili 
ad vos veniat omnium instructus. Id solum ex Italia nostra 
suscipito, cum desperata pax sit, super induciis quas vocant 
treuguas summum nunc pontificem conari. Tertullianum raptim 
transcriptum domino meo Varadiensi Johannes de quo supra 
dixi restituet. Non est admodum correptus, quia neque exemplar 
integrum est ut novisti. Id tu vitii excusabis. De ceteris tracta- 
tulis meis faciam quod sua dignatio imperat, quamvis hie non 
sunt librarii quorum opera libenter utar. Mea remansio ex 
dieta Ratisponensi causam habet. Noluit enim Cesar ante con- 
ventum, qui est illic habendus, me domum repetere. Interim 
nepotem meum premisi qui res meas curet. Ego peracto con- 
ventu sequar, si deus dabit. Domini Procopii recommen- 
dationem ad me factam, pro me rursus ad eum convertito, 
eique diligenter assistito. Vale et familiam omnem jubeto meo 
nomine salvere, maxime autem si vivit Johannem Tusconem, 
amicum veracem et bonum virum. Ex Nova Civitate die VI 
Februarii 1454. 

147. A. S. Procopio (de Rabenstein), d. Neustadt, 

6. Februar 1454; ibid., fol. 98b. 

Magnifice vir, amice honorande. Veniente ad inclitum 
regem Bohemie Johanne de Nihile, singulari astronomo et 
utriusque nostrum amantissimo, non est cur te meque scriptis 
onerem. Is erit epystola mea, is tibi cuncta que apud nos 
aguntur exponet. Neque illum tibi commendabo qui alios 
potest magnificentie tue commendatos facere. Tantum peto, 
ne hominem apud te diu retineas ac plus tibi quam nobis de 



— 2/2 — 

sua conversatione consulas. Pro domino Nicholao quem di- 
ligis et extollis siim tibi obnoxius et facio te maximi qui viros 
bonos provehis. Cupio te videre in Ratispona, si quos illuc 
ex regno vestro majestas regia iit requiritur miserit. Quamvis 
aliquando ex inscitia et nonnunquam arrogantia nonnulli dis- 
cidium inter patrueles Europe dominos miscere conentur, tu 
tarnen qui sapis, ubi potes castum et sacrum caritatis et pacis 
consilium semina. Facile christianitatem ex arbitrio suo ducta- 
bunt, si se invicem amaverint juverintque duo hi primi orbis 
terre principes. Valc et inclito regi ac magnifico gubernatori, 
cum facultas adcst, mc commendato. Ex Nova Civitate die 
VI februarii 1454. 

148. A. S. Paulo de Mellico, d. Neustadt, 6. Februar 
1454; ibid., fol. 99a bis 99b. 

Venerabilis vir, amice carissime. Venit ad nos pridie 
Michael, puer tuus, retulitque nobis, dum annum ageret tertium 
decimum, suasu cujusdam monachi se votum vovisse, quam- 
primum per etatem posset, religionem divi Dominici pro- 
fessurum. Exinde cum magis sapere cepisset, voti eum per- 
tesum, neque jam sibi mentem esse id se voti complere, quod 
per blanditias deceptus emisisset. Neque sibi cordi esse dein- 
ceps mendicantium regulas quas intelligeret diminute custo- 
diri. Supplex igitur ex nobis desideravit auctoritate legationis 
nostre se voto resolvi. Negavimus id nos posse, quod soli 
apostolice sedi noscitur reservatum. Tum ille, ut ad Cartu- 
siensem transire ordinem posset licentiam sibi concedi postu- 
lavit. Interrogavimus cujus etatis esset, respondit se annos 
sedecim esse natum. Diximus Cartusienses monachos nostro 
arbitratu tam teneram et fluxibilem etatem non admissuros, 
et quanta sit illius ordinis durities et asperitas demonstravimus, 
ubi carnes minime degustantur, ubi jejunia multa habentur, 
ubi höre canonice et longissime et morosissime sunt, ubi si- 
lentium diutinum et solitudo ac reclusio diligentissime ob- 
servatur, monuimusque recte secum multumque prius delibc- 
raret, antequam illius se regule mancipium redderet. Querebat 
denique nostrum consilium lacrimabaturque dolens fortunam 



— 273 — 

suam, qui tanto vinculo inscium sc ligasset. Quippe et nos 
sui miserti sumus, quamvis non possumus ejus vulneri medi- 
cinam prebere. Nee profecto apud nos digniis laude videtur 
qui teneras etates circumscribit ac puerulis votum religionis 
assumere suadet, qui dum se lucrari animas deo putat, man- 
cipia in gehennam parat. Maturum et fortem esse virum oportet 
qui semet ipsum adneget et tollens crucem suam sequatur 
Christum et omnia evangeliorum consilia sibi precepta ducat, 
vitam perfectam et omni carentem macula deo promittens. In 
Basilea sanc visum fuit patribus, qui tunc aderant non parvo 
numero, quamvis esset concilium auctoritate apostolica dis- 
solutum, ad professionem mendicantium regularum nullum ad- 
mitti debere, nisi octavum et decimum annum implevisset. At 
nonnulli qui se digito celum tangere putant, puerulos quam 
primum doli videntur esse capaces ingressum religionis pro- 
mittere ac jurare non tam recta quam pia mente compellunt. 
Sed tribuat eis deus ad reliqua melius consilium. Nobis de 
puero hoc videtur. Cum sit animus ejus alienus a religione, 
periculosum est, si coactus religionis accipiat habitum, deserat^) 
actum. Neque enim quisquam perfecte agit que gerit invitus. 
Accepimus propediem inclitum regem Ladislaum ad Romanum 
presulem legatos esse missurum. Forsitan et aliquis ex scola 
Viennensi hoc iter assumet. Is rogandus est apud Romanam 
sedem, Solutionen! voti ut puero querat, qui bone indolis est 
et ad frugem venturus meliorem videtur. Nos quoque pro eo 
scribimus neque putamus negatum iri quod credimus jure 
concedi. Interim puerum ad te remittimus pro tua in cum 
dilectione ac misericordia confovendum, cujus profectus tibi 
apud homines laudem, apud deum grande parabit meritum. 
Vale. Ex Nova Civitate die VI februarii 1454. 

149. A. S. amico cuidam, d. Neustadt, 10. Februar 

1454; ibid., fol. 99b. 

Honorabilis dilecte noster. Reddite sunt nobis littere 
tue quibus te bene valere cognovimus et auctum beneficiis 
ecclesiasticis vitam ducere jocundam. Id est nobis apprime 

^) Handschrift: desarat. 

18 



— 274 — 

gratum. Nequc tarn tibi bene est, quantuni esse vellemus. 
Amamus virtutem tuam et sumus tuorum memores obsequiorum, 
que nobis acceptissima fuerunt, et si facultas esset, ostende- 
remus tibi, gratam nobis fuisse conversationem tuam. Nos 
modo in curia sumus more prisco. Servimus ut solemus. Nee 
sumus ex primis neque ex ultimis qui Cesari serviunt. Pro 
nostra possibilitate, si quid petieris ex nobis, non frustra 
optabis. Vale. Ex Nova Civitate die X februarii 1454. 



Oratio ad summum deum 
(ibid., fol. 8ia). 

Über dieses Gebet des Aeneas siehe Einleitung, S. 89. 

Innumerabilia sunt, domine deus omnipotens, beneficia 
tua que mihi dignatus es conferre misero peccatori. Nee scio 
quibus verbis majestati tue gratias agam. Tu me cum non 
essem fecisti, ut essem, nee me aut lapidem aut arborem aut 
brutum creasti animal, sed hominem. Non surdum aut elin- 
guem, non cecum aut claudum, sive aliquo membro carentem. 
Non paganum aut Judeum sed in tua vera et sancta fide et 
orthodoxa religione Christianum produxisti. Nee ruris cultorem 
aut artis mechanice fabrum, neque feminam sed virum. Litte- 
rarum amatorem esse voluisti. Alienasti me altius a plebe et 
in consortio sapientum vivere me prebuisti. Dedisti mihi lumen 
quo te lumen eternum cernere possem et revelasti mihi mira- 
bilia de lege tua. Panem cotidianum a te suscepi, nee tua me 
benificentia mendicare permisit. Corpus tribuisti salubre, nuUis 
obnoxium morbis, nisi quos mea mihi paravit incuria. Cum 
egrotavi liberasti me citius. Cum pericula incidi, tua me manus 
protexit. Te adjutore nee subdola lingua neque noxia manus 
me quivit obterere. Tu mihi ad precipuos dominos et maximos 
principes aditum prestitisti. Te favente vitam me[am] cum 
gratia populi et honore seculi in hanc usque diem produco. 

At quid ego pro tuis in me tot tantisque muneribus 
boni feci? Quas retuli majestati tue gratias? Pudet me vite 
mee. Quo diutius vivo, eo prolixius delinguo, contempnoque 



— 275 — 

legem tuam. Sum rebellis sermonibus tuis, nuUum peccatum 
alienum est a me. Longe factus sum a via tua. Infinitus est 
iniquitatum mearum numerus. Vereor ante faciem tuam com- 
parere. Sed tua pietas adhuc me expectat, me vocat, me hor- 
tatur, ut redeam, et ego piger obaudio, durus fugio tuam 
vocem. Et dum corrigere vitam debeo adjicio malis mala et 
multiplicans scelera longius a tua majestate recedo. Sic me 
caro trahit et demon. 

Verum tu domine deus, pater misericordiarum et totius 
consolationis, respice figmentum tuum. Vana est salus hominis, 
nisi tu assis. Aufer a me stimulum concupiscentie pessime. 
Innova in me spiritum probitatis. Excita bonum quod in me 
seminasti semen. Fac me gratum divine majestati tue, ac tuis 
semper obedire mandatis. Ecce jam senex in tuo conspectu 
assum, plenus dierum malorum, nihil habens in quo confidam. 
Mors omni die se offert. Quo ibo, si jusseris me exire? Quo 
fugiam a facie tua? Perditus, damnatus sum, nisi adjuvas. 
Obsecro, ne sinas me mori, antequam plangam delicta mea. 
Fac me gratum et acceptum pietati tue antequam moriar. 
Nihil est in me bonum nisi tu dederis et multum habeo malum 
quod ipse mihi comparavi. Sed noli quem filii tui pretiosissimo 
sanguine redemisti perditum ire. Reduc me in tuam gratiam. 
Et cum me noveris non esse damnandum, quacunque hora 
volueris ergastulum hujus carnis exsolve. 



i8* 



Anhang. 



über die Wirksamkeit des Aeneas Sylvius 
Piccolomini in Steiermark. 



Oie Nachrichten über die Wirksamkeit des Aeneas 
Sylvius Piccolomini in unserem engeren Heimatlande sind trotz 
des wiederholten und wenigstens im Jahre 1453 auch längerem 
Aufenthaltes desselben in Steiermark nach dem einstimmigen 
Zeugnisse der Kenner der steirischen Geschichte leider sehr 
spärlich. Die bisher bekannten 5 1 Briefe des Aeneas Sylvius 
aus Steiermark befassen sich fast nur mit den großen Zeit- 
ereignissen, weniger mit localen Angelegenheiten und der 
Heimatsgeschichte. Dagegen bieten die unter den 149 hier 
edierten enthaltenen 45 steirischen Briefe^) desselben immer- 
hin auch in dieser Beziehung^) sehr schätzenswerte Aufschlüsse. 

Was seinen wiederholten Aufenthalt in Steiermark be- 
trifft, so stammt der erste Brief, den wir aus Graz haben, 
vom 13. September 1443 (ep. 12. edit. BasiL), und diesem 
Aufenthalte in Graz, der beiläufig bis Ende September des- 
selben Jahres dauerte, entstammen sechs Briefe,'"^) in deren 
einem eine kurze Erwähnung unserer Stadt und des Schloss- 
berges*) und eine gar liebliche Beschreibung des jungen Königs 
Ladislaus, den er in der hiesigen Hofburg sah, enthalten ist. 
Auch zeigt er sich geneigt, andern Italienern Dienste am Hofe 
des Kaisers zu vermitteln und verspricht, einen Sohn seiner 
Schwester Laudemia zu sich zu nehmen (ep. 15. edit. Basil.). 

^) Die Anzahl aller bis jetzt bekannten, aus Steiermark datierten 
Briefe beträgt demnach 96. 

'-*) Ihre sonstige Bedeutung ist schon oben S. 97 ff. einigermaßen 
gewürdigt worden. 

3) Ich halte mich an Voigts oft citiertes chronologisches Ver- 
zeichnis: »Die Briefe des Aeneas Sylvius etc.« 

■*) Siehe S. 4, Anm. 1. 



— 28o — 

Nach ein paar Monaten erscheint er wiederum in Graz 
zu einem ungefähr zehntägigen Aufenthalt vom 5. bis etwa 
Mitte December 1443, während w^elcher Zeit sieben Briefe 
seiner Feder entflossen ; darunter der berühmte Brief an 
den Herzog Sigmund von Österreich, in welchem er den- 
selben für die humanistischen Studien zu begeistern sucht 
(ep. 105. edit. Basil.)/) und die berüchtigte Liebesnovelle an 
denselben (ep. 122. edit. Basil.).") Auch empfiehlt er den be- 
deutenden Sienenser Rechtslehrer Marianus Socinus für die 
Wiener Universität (ep. 40 edit. Basil.). 

Eine in Neustadt ausgebrochene Pest ist die Veran- 
lassung, dass Aeneas nach fast einem Jahre, ungefähr am 
5. November 1444,''^) wiederum in unserer Gegend zu einem 
etwa einmonatlichen Aufenthalte (vom 5. bis beiläufig Ende 
November) und zwar diesmal in Brück a. d. Mur sich ein- 
findet. Hier fühlt er sich behaglich in der freien Natur, streift 
auf den Hügeln und in den schattigen Wäldern der Umgebung 
Brucks herum, deren Schönheit ihn zu einer herrlichen Dar- 
stellung des Landlebens begeistert,^) der er in seinem Trac- 
tatus de curialium miseriis eine meisterhafte Schilderung des 
gedrückten Hoflebens gegenüberstellt (ep. 166. edit. Basil.). 
Diesem Aufenthalte in Brück gehören sechs Briefe an. 

Von da an bis zu seinem längsten Aufenthalt in Steier- 
mark im Sommer und Herbst des Jahres 1453 begegnet uns 
durch fast neun Jahre nur ein einziger Brief aus Steiermark 
und zwar aus Radkersburg vom 5. Mai 1447 (ep. 176 bei Voigt 
S. 390).^) 



1) Siehe S. 62, Anm. 2. 

2) Siehe S. 25, Anm. i. 

^) Im ersten Briefe aus Brück vom 13. November 1444 (ep. 91. 
edit. Basil.) sagt er nämlich, dass er bereits seit acht Tagen hier sei. Sum 
in aere salubri et optimo, schreibt er an seinen Vater am 19. November 
(ep. 130, bei Voigt, 1. c. S. 358) und von der Pest sagt er: cadunt ho- 
mines sicut in silvis hoc tempore arborum folia (ep. 132, bei Voigt S. 360). 

^) Siehe S. 54, Anm. 2. 

5) Ich betrachte hier die Reisen des Aeneas nach Steiermark 
und seine Anwesenheit dort nur insoweit, als sie durch daselbst ge- 
schriebene Briefe documentiert sind. 



— 28l — 

Umso ansehnlicher ist die Reihe der Briefe aus Steier- 
mark während seines mehr als viermonatlichen Aufenthaltes 
daselbst im Jahre 1453. Die Zahl derselben ist y6. Sie be- 
ginnen mit zwei Brucker Briefen (vom 24. und 25. Mai), während 
alle übrigen aus unserer Hauptstadt Graz stammen. 

Doch leider entspricht die Ausbeute für die Heimats- 
geschichte der großen Anzahl dieser steierischen Briefe nicht 
vollkommen. Besonders die in der Baseler und anderen Aus- 
gaben bereits edierten 31 Briefe beschäftigen sich bis auf wenige 
Ausnahmen fast nur mit auswärtigen Angelegenheiten. Das 
große Ereignis, welches damals die ganze Welt erschütterte 
und auch die Aufmerksamkeit unseres Aeneas fast ganz ab- 
sorbierte und alles andere zurückdrängte, war eben der Fall 
von Konstantinopel (29. Mai 1453), wovon er die ersten Nach- 
richten in Graz empfieng^). 

So giengen denn von unserer Stadt jene hochberühmten 
Türkenbriefe in alle Welt aus, welche den Papst und alle 
christlichen Fürsten zu einträchtigem Kampfe gegen den Erb- 
feind der Christenheit anfeuern sollten.^) Aber im Verein mit 
einigen andern auswärtigen Ereignissen (in Böhmen, Ungarn, 
Italien) nahm diese hochwichtige Sache die ganze Thätigkeit 
des Aeneas fast vollständig in Anspruch. 

Es liegt demnach ein nicht geringer Wert 
gerade deshalb in den hier zum ersten Male ver- 
öffentlichten Briefen des Aeneas Sylvius, dass 
sie mehr Locales enthalten und auf die Geschichte 
unseres lieben Heimatlandes wenigstens einiges 
Licht werfen. 

Es sei erlaubt, hier vorzüglich die auf die Kirchen- 
geschichte unseres Heimatlandes bezüglichen Nachrichten 
dieser Briefe in Kürze zu untersuchen. 



1) Ep. 138 (edit. Basil.), d. Graz, 10. August 1453: »Nos his in re- 
gionibus nihil aliud novi habemus, quam ista de Graecia allata noviter 
horrenda et dolenda cuncto populo Christiano. Quae utinam tarn falsa 
essent, quam vera timeo fore. 

2) Siehe über diese Türkenbriefe die vorhergehende »Rede« 
S. 32 ff. 



— 282 — 

Wir erfahren vor allem aus dem 32. Briefe d. Neustadt, 
14. Mai 1453 (S. 133), warum der Kaiser Neustadt verließ und 
sich nach Graz begab: Es war wiederum die Pest, welche in 
Wien bereits ausgebrochen war und deren Spuren sich auch 
schon in Neustadt zeigten.') 

Der letzte aus Graz datierte Brief ist der 79. vom 

4. October 1453 (S. 199) und im folgenden Briefe, dem ersten 
aus Neustadt, wohin er zurückkehrte, vom 11. October (ep. 80, 

5. 200), spricht er von seiner Rückkehr aus Steiermark, so 
dass also sein Aufenthalt in Steiermark vom Ende Mai (aus 
Brück ist der erste Brief vom 24. Mai, aus Graz vom 27. Mai 
datiert) bis anfangs October währte. 

Bezüglich seiner hiesigen Thätigkeit, insbesonders als 
apostolischer Legat, der er war, bekommen wir mehrere An- 
haltspunkte. 

Eine Rechtfertigung, die er gegen Anschuldigungen des 
Erzbischofs Sigmund von Salzburg unternehmen musste, ist 
Veranlassung gewesen, dass er sich über diese seine Wirk- 
samkeit in zwei Briefen genauer äußerte : So vertheidigt er 
sich im sechsten Briefe d. Neustadt, zwischen 10. und 15. April 
(S. iio) gegen den Vorwurf, dass er Streitsachen an sich 
, ziehe, Pfarreien vergebe, Rectoren einsetze und einigen Pfarrern 
die Absenz von ihren Kirchen gestattet habe. Nur in zwei 
Fällen, erklärt er, habe er seit einem ganzen Jahre Streit- 
sachen angehört und das nur auf dringende Bitten und Inter- 
pellationen hin. Der eine Streit ist beigelegt, der andere schwebt 
noch. »Es macht mir kein Vergnügen, sagt er, Streitsachen 
anzuhören und ich habe auch keine Zeit dazu, selbst wenn 
ich sie gerne anhören würde«. Außer der Kirche zu Graz und 
zu Neustadt, welche er nach dem Willen des Kaisers als 
Patrons vergeben, habe er keine verHehen, außer vielleicht 
einige von sehr geringer Bedeutung, obwohl er vom heiligen 
Stuhle sehr ausgedehnte Vollmachten habe. Er gebrauche sie 
aber mäßig und niemals ohne Grund. Es seien auch nur sehr 
wenige Pfarrer, denen er die Absenz gestattet und das sei nur 

^ Apud Vicnnam pestis incipit, neque locus hie mundus est. 
Imperator Grez petcre incipit, ubi cum imperatrix manet. 



- 283 - 

aus dem wichtigsten Grunde geschehen. Es thue ihm leid, dass 
sich der Erzbischof verletzt fühle, denn er wolle ihm nur zu 
Gefallen handeln. Wenn er aber die Handlungen anderer 
Legaten mit den seinigen vergleiche, so werde er finden, dass 
jene zwar bescheiden, er aber auch nicht anmaßend gewesen 
sei, denn obwohl er mehrmals gebeten wurde, Appellationen 
vom erzbischöflichen Stuhle anzunehmen, so habe er solche 
doch bis heute zurückgewiesen. Und da der Erzbischof sogar 
zweifle an seiner Legation, so behaupte und betheuere er, 
dass er die Gewalt eines Legatus a latere besitze und andere 
Specialvollmachten, wie ja seine Beamten sich durch Augen- 
schein überzeugt hätten. 

Eine Bestätigung dieser seiner kirchlichen Thätigkeit als 
päpstlicher Legat findet sich in dem 42. Brief, d. Graz, 14. Juni 
1453 (S. 146) an den Bischof Anton von Triest, woraus er- 
hellt, dass er in unseren Gegenden auch das Pontificale viel 
gebrauchte; denn dieses scheint er zu leih gehabt zu haben, 
und als nun der Decan des dortigen Capitel (decanus tuus) 
es zurückverlangte, bat er um Geduld, denn er benöthige es 
oft, solange er in diesen Gegenden verweile, wegen seiner 
Legation. Das Buch sei nicht in Verlust gerathen und auch 
nicht schlechter geworden und er werde, sobald er diese 
Gegenden verlasse, dasselbe sogleich zurücksenden. 

Ohne Zweifel brauchte er das Buch als päpstlicher Legat 
bei verschiedenen Segnungen und Weihungen, wie Einweihung 
von Kirchen, deren uns, wie das Folgende zeigt, mehrere be- 
gegnen. 

Der 50. Brief nämlich, d. Graz, 10. Juli (S. 158) an den 
Cardinal Carvajal enthält ebenfalls eine Vertheidigung gegen- 
über den Klagen des Erzbischofs oder seines Procurators über 
die Ausübung seiner Legatengewalt, wegen welcher ihm Car- 
dinal Carvajal, sein Freund, Vorstellungen gemacht zu haben 
scheint (Ago tue dignationi gratias, que me paterno affectu com- 
monitum facit). Zu seiner Rechtfertigung schickt er ihm den 
Brief, welchen er dem Erzbischof geschrieben und erwähnt 
unter andern, dass er thatsächlich seine Legationsgewalt kaum 
ausübe, außer dass er für den Abt von Reun eine Kirche 



— 284 — 

consecriert habe, (nisi quia nudius tertius rogante Cesare 
abbati Runensi ecclesiam quandam consecravi, de qua puto 
rumorem audieris, quia archidiaconus de Grauelino pretendit 
se lesum. Sed abbas habet Ucentiam sedis apostoHce, itaque 
non curo suas querimonias.) 

Was dies für eine Kirche ist, steht documentarisch fest: 
es ist die St. Ulrichskapelle am Ulrichsberge bei Reun. ^) Auf 
dem felsigen Gipfel dieses dem Kloster nordwestlich unmittel- 
bar vorliegenden Berges, stand ursprünglich, wie alte Chro- 
niken berichten,^) ein sehr festes Schloss, mit welchem eine 
Kapelle des heil. Ulrich verbunden war. Sowohl das Schloss 
als die Kapelle wurden zerstört. Dessenungeachtet behielt der 
Platz eine Anziehungskraft für die Andacht des Volkes in dem 
Grade, dass durch die Almosen desselben eine hölzerne Kapelle 
erstand. Abt Hermann Molitor setzte an die Stelle der höl- 
zernen Kapelle einen steinernen Bau, wozu die Erlaubnis von 
Papst Nikolaus V. auf Bitten des Abtes ertheilt wurde. ^) Diese 
Kirche weihte Aeneas Sylvius Piccolomini, wirklicher Legat 
des Apostolischen Stuhles, nachher Papst Pius IL, ein und 
bereicherte sie mit vielen Ablässen, obgleich der Herr Erhard 
Kornmetz, damals Pfarrer in Gradwein, sowohl den Bau als die 
Consecration dieser Kapelle nach Kräften zu hindern suchte.'*) 



^) Siehe darüber Dr. Albert v. Muchar, Geschichte des Herzog- 
thums Steiermark , VII, S. 392. Auch der Herr Pfarrer Dr. Ambros 
Gasparitz versicherte, dass im Stifte Reun die Originalien sich finden, 
deren verlässliche Abschriften (Collectaneum seu Diplomatarium Runense 
von F. Alanus Lehr) im stcirischen Landes-Archive ich eingesehen habe. 

2) »Ex quibusdam Chronicis excerpitur, quondam in codem monte 
munitissimum stetisse Castrum, et cidem Castro Capellam S, Udalrici 
contiguam seu annexam. Quod castrum vero dirutum una cum Capella 
predicti S. Episcopi. Et quamvis nullum amplius vestigium alicujus 
Sanctitatis relictum inibi appareret, nihilominus Christicole in vicinitate 
hac commorantes eundem locum non tantum plurima cum veneratione 
colere haud intermittebant, sed usque adeo pietatc pcrmoti, ut largis suis 
eleemosinisSaccllumligneumstruercccperint« etc.(So das »Collectaneum«.) 

*^) 15. Kai. Junii: pro cclebrandis inibi missis et aliis divinis offi- 
ciis audiendis. 

^) quam Dominus Eneas Sylvius Piccolomineus ut actualis Legatus 
Sedis Apostolice, qui postmodum autem anno 1459 (!) in Pontificem 



— 285 — 

Der Bau begann am 4. April 1453, das ist am Mittwoch 
nach Ostern und war schon in drei Monaten vollendet, so 
dass er am 4. Juli, auf welchen damals das Fest des heiligen 
Ulrich fiel, bereits eingeweiht werden konnte. Der Einweihung 
wohnte auch Kaiser Friedrich mit seiner GemahUn, welche von 
Graz kamen, unter einem großen Zulauf des Volkes bei. ') 

In einem Documente von demselben 4. Juli verlegt 
Aeneas das Dedicationsfest auf den Sonntag nach dem St. Ul- 
richstage (ut fideles eo libencius devocionis oracionisque causa 
confluant ad eandem) und gewährt zugleich allen, welche 
beichten und communicieren, diese Kapelle an gewissen Fest- 
tagen besuchen und dem heiligen Opfer anwohnen, desgleichen 
jenen, welche aus Andacht (devocionis causa) an einem be- 
liebigen Tage des Jahres diese Kapelle besuchen und für den 
Bau und die Reparation der Cultusgegenstände etwas bei- 
tragen, einen Ablass von hundert Tagen. ^) 

Denselben Ablass gewährte Aeneas am 8. September 
desselben Jahres (d. Graz) für den Besuch der Kirche Maria 
Straßengel (in via Angelorum) an gewissen Festtagen des 
Herrn, der heiligen Mutter Gottes und der Heiligen.^) 

electus nomenque Pii II. accepit , consecravit ac multis indulgentiis 
dotavit. Licet Dominus Erhardus Kornmetz pro tunc plebanus in Gred- 
wein istud Capelle edificium ac ejusdem consecrationem extreme molitus 
sit impedire. (»Collectaneum.«) 

1) Qua die consecrationis ipsius capelle Serenissimus Princeps ac 
Dominus noster Fridericus Romanorum Imperator una cum Conthorali 
sua Serenissima de civitate Gretz monasterium intrando ascendit maxima 
populi multitudine concurrente. (»Collectaneum.«) 

^) In dieser Urkunde erwähnt Aeneas in üblicher Weise alle seine 
Titel: Aeneas Dei et Apostolice sedis gratia Episcopus Senensis, ac 
ejusdem sedis per Bohemiam, Slesiam, Moraviam, nee non per civitates, 
Dioceses, Terras ac Loca Aquilegiensis et Saltzburgensis provinciarum in 
Dominus Illustrissimorum Austrie et Styrie, Carinthie et Carniole Ducum 
consistentes et consistencia cum potestate Legati de Latere Nuncius 
et Orator specialiter deputatus, Universis et singulis presentes literas 
inspecturis Salutem in Domino sempiternam. Splendor paterne glorie. 

^) Siehe darüber Muchar, 1. c. VII, S. 391, der daselbst auch 
sagt, dass Aeneas am 11, Juni einen Ablassbrief von 40 Tagen für die 
Kirche St. Maria in Prank ausfertigte. Weitere Vergünstigungen, die 
Aeneas als P ap s t P tu s II. den Cisterciensern in Renn und ihren Kirchen 



— 286 — 

In diese Zeit fällt auch der Bericht des Aeneas über 
den Bau einer Kirche bei St. Lorenzen im Mürzthal in dem 
155. Brief der Baseler Ausgabe (p. 702) an den Cardinal 
Sti Petri ad Vincula (Nikolaus Cusa), d. Graz, 21. Juli 1453. 
Nach einer auszügiichen Übersetzung des Briefes^) berichtet 

im Jahre 1459 von Mantua aus gewährte, sind: Einen Ablass von 5 Jahren 
und ebensovielen (Juadragenen für alle bußfertigen Besucher der Kirche 
von Straßengel für die Feste Maria Himmelfahrt und Geburt und für das 
Weihefest (quarto Idus Julii). Für die Besucher der Kirche in Renn einen 
Ablass von 7 Jahren und ebensovielen Quadragenen, ferner verlegt er das 
Weihefest der Kirche vom Tage des hl, Theodor (9. November) auf den 
weißen Sonntag und gewährt außerdem den Beichtvätern die Befugnis, 
an diesem Tage von allen dem Heiligen Stuhle reservierten Fällen los- 
zusprechen (Septimo Kai. Augusti), Eine dritte Bulle endlich verlegt für 
die Kirche des hl. Georg und der hl. Magdalena extra portam Monasterii 
das Weihefest vom Sonntag Laetare auf den Sonntag innerhalb der 
Octav des heiligen Frohnlcichnams (fidelibus magis apta et commoda) 
und gewährt allen bußfertigen Besuchern einen Ablass von 5 Jahren 
und 5 Quadragenen für das Fest Maria Himmelfahrt und das Weihefest 
des hl. Georg und Maria Magdalena (pridie Non. Aug.). Alle diese Bullen 
sind cum magna venustate styli abgefasst. 

1) Der Brief lautet: Reverendissimus Pater archiepiscopus Saltz- 
burgensis quandam pridie Capellae fundationem confirmavit in valle 
Murze, in loco non remoto a sancto Laurentio, ubi per invo- 
cationem divini nominis et per merita sancti Leonardi plurima di- 
cuntur fieri miracula. Confirmavi et ego fundationem ipsam ex auctoritate 
commissionis mcae, ut qui populi devotionem augendam magis ac magis 
existimavi. Deinde acccpi dignationem vestram cum per id locorum 
transitum faceret prohibuisse, ne Capella ulterius aedificaretur, nee divina 
illic officia celebrarentur. Itaquc cum rustici et incolae loci ad me redi- 
rent, atquc rcmedium peterent, dixi, non decere me, neque posse contra 
tanti patris decretum aliquid agere, remisique illos a me vacuos. Ipsi 
autem post aliquot dies per nobiles de Subenberg (!) ad praesentiam 
Caesaris introducti, graviter questi sunt pium opus, divinum sanctumque 
apud eos cocptum impediri, dixeruntque murmur esse magnum in plebe, 
cujus devotioni obviam iretur. Vocavit igitur me Caesar ad se, petivit- 
que votis ut annuerem et nobilium et popularium, indulgercmque Capel- 
lam aedificari, et divina ibi cclebrari officia, addens, se magnam habere 
in S. Leonardum devotionem. At cum ego non esse mei muneris affir- 
marem vestrae Revercndissimae paternitatis facta rescindere, petivit 
saltem permittere ad tres menses celcbrationem ibi divinorum haberi, 
ut interim vcstra dignatio consuli posset, et ita fcci, nescio an illi 
rustici'adhuc miscrunt ad vestram praesentiam. Quomodocumque autcm 



— 28; — 

Caesar in seiner deutschen Geschichte der Steiermark (Bd. 6, 
S. 309 f.), darüber Folgendes: »Bei St. Lorenz im Mürzthale 
hatte der Erzbischof von Salzburg eine Stiftung der Kapelle 
von St. Leonhard bestätigt, v^eil allda durch Anrufung Gottes 
und des H. Leonhards viele Wunder geschahen. Diese Stiftung 
hatte auch Aeneas Sylvius als apostolischer Legat gutgeheißen. 

Es hatte aber der Cardinal von Cusa in seiner Durch- 
reise verboten, den Bau der Kapelle fortzuführen und einen 
Gottesdienst allda zu halten. Die Bauern des Ortes beklagten 
sich bei dem Aeneas Sylvius, und baten um ein Mittel, wie 
sie fürzugehen hätten. Da Aeneas dem Cardinal nicht ent- 
gegenarbeiten wollte, wies er die Bauern von sich, welche 
also an die Herren von Stubenberg sich wandten, die ihnen 
auch Gelegenheit, mit dem Kaiser zu sprechen, gaben. Der 
Kaiser, der selbst ein großes Zutrauen zu dem heil. Leonhard 
hatte, wollte, dass Aeneas Sylvius nach dem Verlangen des 
Adels und des Volkes um dieses heilige Werk sich annehmen, 
den Bau befördern, und den Gottesdienst allda wenigstens 
durch drei Monate abhalten lassen solle. Aeneas musste also 
an den Cardinal schreiben; er stellte ihm das Verlangen des 
Kaisers, Adels und Volkes vor; bittet zu berichten, warum er 
also verfahren und die Kapelle mit dem Interdicte beleget 
habe, und versichert ihn zugleich, dass der Pfarrer von 
St. Lorenz nur aus einzelnen Absichten entgegen sei; Aeneas 
bittet also um eine Antwort.« 

Caesar fügt hinzu: »Die Kapelle muss doch untergegangen 
sein, denn ich finde sie nicht mehr«. In seinem großen Werk 
(Annal. duc. styr. III. 470) bringt er wohl den Brief des Aeneas 
mit der Bemerkung, dass darüber gestritten wird, spricht 
sich aber nicht näher aus. Wie er, fanden viele die Kirche 



sit, precor rescribere mihi dignemini, quae causa moverit vestram mentem 
ad hujusmodi interdictum, ut secundum illud ego quoque excusare me 
possim: quia non auderem neque vellem quovis pacto vestris adversari 
sententiis. Mihi tarnen in valle illa dictum est et affirmatum, nihil illic 
esse mali, et omnia ad laudem Dei fieri et bonam esse populi, rectam- 
que devotionem. Sed plebanum sancti Laurentii ecclesiae vestrae canoni- 
cum pro suo privato jure adversari. 



— 288 — 

nicht mehr. Muchar (VII, S. 392, Anm. i) sagt: »In der ge- 
nannten Gegend findet sich keine solche Kirche«, und er 
zweifeh deshalb an der Eclitheit des Sclireibens. Sinnacher 
(Beiträge zur Geschichte von Sähen und Brixen, 6. Bd., S. 378 ff.) 
verlegt die Kirche nach Tirol, wo er richtig eine vallis Murca, 
eine Pfarre St. Lorenzen und eine Kapelle Sti Jacobi et Leon- 
hardi ziemlich nahe beisammen findet.') Dies würde allerdings 
das Verbot des Cardinais Cusa, welcher Bischof von Brixen 
war, und den canonicus Brixinensis als Pfarrer von St. Lorenzen 
verständlicher machen, geht aber nicht zusammen mit dem 
Einfluss, den die Herren von Stubenberg nahmen und mit 
dem Umstände, dass Aeneas sich damals nicht in Tirol befand. 

In der That findet sich im Gebiete der Hauptpfarre 
St. Lorenzen im Mürzthal keine Spur von Überlieferung oder 
Erinnerung an diese Kirche, auch das dortige, sonst sehr reich- 
haltige Pfarrarchiv gibt keinen Anhaltspunkt.^) Sehr nahe der 
Wahrheit führt Zahns Ortsnamenbuch, welches pag. 305 ein 
Gehöfte St. Leonhardsberg bei Stanz im Mürzthale anführt, 
nach dem Grundsatze, dass bei Örtlichkeiten, welche den 
Namen eines Heiligen führen, eine diesem Heiligen geweihte 
Kirche oder Kapelle sich findet oder bestanden hat.^) 

Wirklich habe ich sie auch daselbst gefunden, denn diese 
Leonhardskirche ist keine andere als die St. Ulrichskirche 
bei Oberndorf in Stanz, welche in alten Urkunden St. Ulrichs- 
und Leonhardskirche genannt wird und jetzt noch den heil. 

1) Hochw. Herr F. Anton Weiß, Bibliothekar im Stifte Reun, hatte 
die Güte, mich darauf aufmerksam zu machen. 

^) Ich habe darüber verlässlichc Erkundigungen eingeholt. 

^) Nach diesem Grundsatze hat der hochverdiente Forscher und 
Bibliothekar im Stifte Admont, Dr. P. Jakob Wichner, das Augenmerk 
auf Stanz geleitet. Andere Meinungen, die von verschiedenen Seiten 
geäußert wurden, waren, dass die Kirche 1480 den Türken zum Opfer 
gefallen, dass sie verschollen sei, wie wir ja auch von einigen anderen 
Kirchen nichts mehr wissen, dass sie ihren Patronatshciligen geändert 
haben, wie Sta. Trinitas in Gaishorn (früher St. Salvator; oder St. Niko- 
laus in Altenmarkt (früher Sta. Martha), besonders wurde auf die schöne 
gothische Sebastianikirche auf dem Friedhofe von St. Marcin eingerathen, 
welche ja aus dieser Zeit stammt und etwa zur Pestzeit den Patron 
geändert hätte. 



— 2^g — 

Leonhard neben dem heil. Ulrich als Hauptpatron durch Altar 
und Opfer auf besondere Weise verehrt. Das wird außer allen 
Zweifel gesetzt durch Urkunden im hiesigen Landesarchive, ^) 
und bestätigt durch wörtlich gleichlautende Acten des Stanzer 
Pfarrarchives,^) welche mit dem Berichte des erwähnten Briefes 
des Aeneas vollkommen übereinstimmen. 

Im genannten Landesarchive findet sich ein zweifacher 
ziemlich gleichlautender Bericht, von denen der eine, vom 
28. Juli des Jahres 1639 datiert und »Bericht wegen beeder 
Kirchen im Stanzer thal« überschrieben, besagt: »In der Stanz 
seind zwo Kirchen, eine bei St. Katharein nächst am Pfarrhof, 
die ändert bei St. Virich vnd St. Leonhard vnfern davon bei 
Obendorf gelegen.« Nachdem zuerst von der ersteren Kirche 
gesprochen wird, heißt es dann weiter: »Die Kirchen Zue 
St. Virich vnd St. Leonhart Zueerbauen, hat Hr. Ott von Stuben- 
berg A. 1446 von einem Päbsthchen Nuncio (im zweiten 
»Bericht wegen St. Virichs Kirchen in der Stanz« wird noch 
beigesetzt: »so sich damals bey Khaißer Friderichen in der 
Neustadt befunden«) erlaubnuß bekhomben; hierzue den grund, 
daraufs stehet von Andre Mosern erkhauft, Selbige folgents 
aufgebauet vnd A. 1456 vom Erzbischov Zue Salzburg die 
concession Meß darinnen halden zuelassen erlangt; auch solche 
hernach A. 1463 Zue einer gestiften ewigen wochenmeß noch 
ferners dotiert. Seith dieser Zeith vnd Concession nun, hat 
man fortan vber besagte Kirche, hochgedachtes Erzbistumb 
Salzburg pro ordinario in spiritualibus, vnd die Hn v. Stuben- 
berg, alß fundatores vnd Stifter für Lehens- und Vogtherrn 
vnwidersprechlich erkhennt vnd gehalten. Und obzwar A. 1635 
Hr. P. Rector Rumer sich der Visitation vnterwunden ; hat er 
doch durch revers de dato 16. Aprilis A. 1636 Versicherung 
gethan, das alle visitationes, so seine antecessores und Er da- 
selbst fürgenomben haben, vnd yiskhünftig noch fürnemben 



1) Auf diese Stubenberger-Acten hatte der Herr Director des 
steiermärkischen Landesarchivs, Regierungsrath v. Zahn, die Güte, mich 
aufmerksam zu machen und sie bereitwilligst zur Verfügung zu stellen. 

2) Der Hochw. Herr Christian Dokter, Pfarrer von Stanz, war so 
liebenswürdig, mir die diesbezüglichen Acten zuzusenden. 

19 



— 290 — 

werden, denen Hnen von Stubenberg vnd dero Erben, 
gegen andere Herrn Ordinarijs an ihrer dits orths habenten 
Vogtgerechtigkheit, Item Lehenschaft, so vil Sie deren all- 
dort haben, ganz Vnprejudicierhch auch ohne nachtl vnd 
schaden sein soll. ') Seind also die Herrn P. P. Jesuitae, denen 
Hnen von Stubenberg, der Lehenschaft bei St. Virich, ihres 
theils gestandig, sonsten Sie in proprium praejudicium ge- 
dachten revers nicht wurden von banden gegeben haben. 
Vnd ob etwa wol, nunmehro lange jähr, beede Kirchen bei- 
sammen verbliben sein (nämlich die St. Katharina und St. Ul- 
richkirche); ist jedoch solches allain auß guetwilligkheit, vnd 
mit consens der Hnn von Stubenberg, vmb beßerer aines 
Pfarrers Unterhaltung willen bschehen, vnd ihnen ainen ab- 
sonderlichen Priester dahin zu präsentieren.« (Es wird hier 
bestritten, dass die St. Ulrichskirche eine Filiale der St. Ka- 
tharinakirche sei.) 

Ganz gleichlautend ist der Bericht des Stanzer Pfarr- 
archivs, welcher aus einem noch vorhandenen, und »St. Ul- 
richskirchen in der Stanz briefliche Urkhunden 
betreffend« überschriebenen Fragmente entnommen ist, 
worin sie gleichfalls zu Ehren des heil. Ulrich und L e o n- 
hard errichtet bezeichnet wird. In späterer Zeit wird sie nur 
mehr St. Ulrichskirche genannt,^) wohl weil der Hauptpatron 



^) Es handelte sich nämlich um eine kleine Differenz bezüglich 
der Anerkennung der Lehens- und Vogteigerechtigkeit der Herrschaft 
Kapfenberg (des Wolf, Herrn von Stubenberg) über »die Khüerchen 
Bei St. Vllrich vnd St. Leonhart« und der Unabhängigkeit der Ulrichs- 
kirche von der St. Katharinakirche bei Gelegenheit der Besetzung beider 
Kirchen durch den Pfarrer Laubhaimer. Dieser Pfarrer hat in einer bei- 
liegenden »recognition« vom 28. Juli 1639 beides anerkannt. Bei diesen 
Acten findet sich auch eine undatierte und nicht unterschriebene »Com- 
position zwischen Herrn Wolffen Herrn von Stubenberg und Herrn 
P. Rectorem Zue Graz, St. Vllrichs Kirche in der Stanz betreffend« in 
doppelter Form, welche jedenfalls auch aus jener Zeit stammt. 

2) Auffallend ist, dass in dem auf Pergament beschriebenen Docu- 
mcnt, welches von der am 3. April 161 7 durch den Bischof Jakob Eber- 
lein von Seccau vollzogenen Consecration der Kirche berichtet, des 
hl, Leonhard keine Erwähnung geschieht, während in dem oberwähnten 



— 291 — 

der Kirche der heil. Ulrich war, dessen Statue sich am Hoch- 
ahar befindet. Doch genießt auch der heil. Leonhard neben 
ihm große Verehrung. Denn von den beiden Seitenaltären 
ist der rechtsseitige dem heil. Abte Leonhard geweiht und 
Gottesdienst wird noch heute daselbst auch am Sonntag nach 
dem Leonhardstage gefeiert,^) während allerdings zu Ehren 
des heil. Ulrich sowohl am Festtage als auch am darauf- 
folgenden Sonntag Gottesdienst gehalten wird. 

Aus dem Gesagten dürfte wohl klar zu ersehen sein, 
dass die von Aeneas erwähnte Kirche mit der St. Ulrichs- 
kirche in Stanz identisch ist. 

Einen ferneren jiy-isdictionellen Act von Aeneas als 
apostolischem Legaten enthält das Admonter Stiftsarchiv. ^) 
Als nämlich dem dortigen Stiftspriester Leonhard Kastner, 
einem Polen, vom römischen Stuhle erlaubt wurde, in ein 
anderes Kloster desselben Ordens sich zu begeben, legte der 
Abt Andreas von Admont demselben Hindernisse in den 



späteren »Bericht« aus dem Jahre 1639 die Kirche doch als Ulrichs- 
und Leonhardskirche bezeichnet wird. Ersteres Document lautet 
nämlich: MDCXVII anno die tertio Aprilis ego Jacobus Episcopus Secco- 
uiensis consecraui Ecclesiam et altare hoc in honorem S. Udalrici, et 
reliquias sanctorum martyrum, s. Chrysanthij, s. Dionysij de societate 
SS. Cassij, Florietij et Malusij : undecim millium virginum ex societate 
s. Ursulae, et de reliquiis incognitis in eo inclusi, et singulis Christi 
fidelibus hodie unum annum, et in die anniversario consecrationis hujus- 
modi ipsam visitantibus quadraginta dies de uera indulgentia in forma 
Ecclesiae consueta concessi.« Diese Kirche war also früher nicht con- 
secriert oder diese Consecration ist nöthig geworden durch einen großen 
Umbau oder gar durch Feuersbrunst (die Katharinenkirche ist sicher- 
lich anfangs des 18. Jahrhunderts eingeäschert worden). 

1) Auch die »Khierchen-Raittungen« und »Zechbröbst Raittungen 
Sandt Vlrichs-Khierchen In der Stantz«, deren besonders aus dem 
17. Jahrhundert eine große Anzahl den Stubenberger-Acten des Landes- 
archivs beiliegt, beweisen, dass am »St, Lienhortstag an Vieh vnd 
Woxopfer, auß den steckhen vnd In die Taffei« sehr viel, ja fast eben- 
soviel »Eingenomben worden« ist, als am St. Ulrichstag, und sie sprechen 
von Ausgaben für den »sandt lienhardts Aldar«, der sich also von jeher 
in der Kirche befand. 

^) Siehe P. Jakob Wichner »Geschichte des Benedictiner-Stiftes 
Admont«, Bd. III, S. 191. Original ohne Siegel im Stiftsarchiv. 

19* 



— 292 — 

Weg und that ihn sogar in den Bann (»dominus Andreas 
abbas . . . Leonardum de facto . . . excommunicavit in con- 
temptum et paruipendenciam literarum sacre penitenciarie«). 
Daher befahl am 5. December 1453 der Bischof Aeneas, als 
päpstlicher Legat, dem Abte von St. Lambrecht Heinrich II. 
(iVIekcr oder Moyker) sich nach Admont zu begeben und 
den Sachverhalt zu untersuchen.^) 

Die vorliegenden Briefe geben uns auch bezüglich der 
Pfarreien, die Aeneas Sylvius Piccolomini in 
Steiermark inne hatte, mehrere Andeutungen, welche 
durch anderweitige Nachrichten Bestätigung und größere 
Klarheit erhalten. 

Aeneas besaß deren nachweisbar zwei: nämlich 
St. Pankraz in Altenmarkt bei Windischgraz und die 
Pfarre Irdning. Erstere erhielt er in commendam durch die 
Verleihungs-Urkunde, d. Neustadt, 25. Jänner 1453, ^^ instan- 
tiam et procurationem Friderici III. Rom. Imperatoris vom 
Papste Nikolaus V.^) Es ist aber darunter nicht die Pfarre 



1) Ähnliche menschenfreundliche und seinen Seeleneifer bekun- 
dende Acte begegnen uns mehrere in den hier edierten Briefen, z. B. 
114, 130, 148 u. s. w. Seinen schönen christlichen und echt katholischen 
Sinn zeigen die Briefe 57 — 59, 132 u. s. w. 

^) Siehe Dr. A. Luschin »Das fürstbischöfliche Archiv zu Laibach 
und sein Inhalt an Materialien für Steiermark« in den »Beiträgen zur 
Kunde steiermärkischer Geschichtsquellen«, V, S. 92 : Dort findet sich eine 
darauf bezügliche Notiz des späteren Pfarrers Scharffwint vom Jahre i486, 
welche lautet: Ego Martinus Scharffwint rector parochialis ecclesie 
sancti Pangracij in Windischgrctz hoc prescns rcgistrum (über die 
Zehnten, Urbar etc.) sub ea forma ut supra habetur rescribere pro- 
curaui ex quodam originali quod habetur in monasterio Oberndörff, et 
rationatum est olim domino Laurencio preposito ejusdem monasterij 
ad manus domini Enee Siluij pro tunc episcopi Sencnsis qui paulo post 
in papam vocatus (?) et papa Pius II, appellatus est, qui ccclcsiam sancti 
Pangracij in commendam habuit ex conmissione Nicolai pape quinti ad 
instantiam et procurationem Friderici tercij Romanorum imperatoris. 
Actum anno domini i486. Siehe oben S. 3, Anm. 2. Auch Schmutz, 
Histor.-topogr. Lexikon, Bd. i, S. 44 sagt: Nach einer Urkunde Kaiser 
Friedrichs, ddo. Neustadt am St. Paulustagc der Bekehrung 1453 verlieh 
derselbe diese Pfarr (Altenmarkt bei Windischgraz) seinem Rathe Aeneas 
Sylvius, Bischof zu Seyns, mit Beystimmung Papst Nicolaus. 



— 293 — 

Windischgraz gemeint, wie Caesar fälschlich behauptet,^) son- 
dern St. Pankraz in Altenmarkt, denn Windischgraz war damals 
noch keine Pfarre, sondern nur Filiale von Altenmarkt und 
wurde erst im Jahre 1620 zu einer selbständigen Pfarre erhoben. 

Aeneas selbst spricht davon in dem 55. Briefe (S. 166), 
wo er erklärt, dass er dieselbe seinem Neffen Franciscus 
verschaffen wolle, sobald er die Kirche von Irdning erlangt 
habe : Uli (Francisco) dabo ecclesiam (in Windischgrez) in 
Castro vindelico, si istam habuero. Auch erwähnt er sie in 
ep. 315 (edit. Basil.), d. Rom, 2. November 1457: »Commen- 
damus tibi ecclesias nostras in Grez (wohl Windischgraz, da 
ihm in Graz selbst keine Pfarre zugeschrieben wird) et in 
Hirningae, ut tuo favore juventur et nobis denique utiles 
esse possint, wo er zugleich von der zweiten Pfarre, die er 
in Steiermark hatte, redet, nämlich Irdning, da Hirningen 
ohne Zweifel nur die italienische Aussprache für Irdning ist.^) 
Über seine Bemühungen um diese Pfarrei geben die hier 
edierten Briefe Aufschluss.^) In dem 95. Briefe (S. 229) nennt 
er sie ecclesia in Hirn.'^) Er erhielt sie durch das Breve des 
Papstes Nikolaus V. vom 23. Jänner 1455,^) behielt sie etwas 
über drei Jahre, wie es scheint, bis er Papst wurde. Wenig- 
stens beweist ein Streit zwischen ihm und dem Stifte Admont 
im Jahre 1457, sowie der oberwähnte 315. Brief vom 2. Novem- 
ber 1457, dass er damals die Pfarre noch besaß. 

Vier Insassen der Pfarre Irdning hatten ihr Vieh auf 
die stifterische Starzenalpe in Niederöblarngraben zur Weide 
getrieben und waren von des Klosters Forstleuten hinweg- 
gewiesen worden. Als Commendator der Pfarre Irdning erhob 
Aeneas Klage beim römischen Stuhl und der Abt erhielt den 

1) Caesar beruft sich T. III p. 500 auf Valvasor »Ehre des Herzog- 
thums Krain«, 1. 8, f 687: eum parochum in Windischgraz Styriae urbe 
fuisse et fol. 661. Parochum in Altenmarkt quoque fuisse tradit, allein 
nur letztere Stelle bei Valvasor hat das Richtige. 

2) Darnach ist die Bemerkung S. 3, Anm. 2 zu ergänzen. 

3) Siehe darüber S. 100 f 

•*) Voigt citiert hier fälschlich Hirningen (II, 77, Anm. i); es steht 
aber deutlich bloß Hirn. 
5) Siehe S. loi. 

19** 



— 294 — 

Befehl, das Recht des Irdninger Pfarrers^) anzuerkennen oder 
innerhalb vierzig Tagen sich persönUch in Rom zu recht- 
fertigen. Daher versammelte der Abt am 15. August 1457 
seinen Convent, um zunächst gegen jene Zumuthung zu pro- 
testieren, indem er betonte, dass das Stift als Eigenthümerin 
jener Alpe nur seinem Rechte entsprechend gehandelt habe. 
Doch v^urden vom Capitel zwei Gesandte erwählt, welche 
wir am 20. October zu Siena finden, wo sie sich vor dem 
Cardinalbischof Aeneas über die Wahl eines Schiedsrichters 
in der Person des Hans Duster, Dompropstes zu Breslau und 
Pfarrers zu Pols, einigten. Die schiedsrichterliche Entscheidung 
erfolgte am 11. April 1458 zu Gunsten der vier Irdninger 
Unterthanen.'^) 

Als Papst übertrug Aeneas die Pfarre durch die Bulle 
vom 3. September 1458 seinem Neffen Franciscus Nannis de 
Tudeschinis. Darin bemerkt er, dass er diese Pfarrei als Bischof 
von Siena von Nikolaus V. erhalten, welcher deren Besetzung 
dem päpstlichen Stuhle reserviert habe.^) Sein Neffe ver- 



1) D. h. Pfarrvicar, als welcher ein gewisser Ulrich erscheint, wohl 
jener Ulrich Fogelsingcr, zu dessen Gunsten später der Neffe des Papstes 
Pius IL, Franciscus, auf die Pfarre Irdning verzichtete. 

2) Siehe P. Wichner, 1. c. Bd. III, S. 197. Vier Originale im Stifts- 
archive, Urkundenbuch Nr. 573. 

3) Der vom Herrn Collegen Dr. Arnold Ritter v. Luschin aus dem 
Statthalterei-Archiv zu Innsbruck, Sigmundiana XI, Nr. 11 ausgehobene 
und mir gütigst zur Verfügung gestellte Auszug dieser Bulle lautet: 

Pius episcopus servus servorum dei, dilecto filio Francisco Nannis 
de Tudeschinis rectori parochialis ecclesie in Irnnig Saltzeburgensis 
diocesis salutem et apostolicam benedictionem — dudum siquidem cum 
parochialis ecclcsia in Irnnig, Saltzeburgensis diocesis, quam venerabilis 
frater nostcr episcopus tunc electus Pataviensis tempore promotionis 
de ipso per felicis recordationis Nicolaum papam V. praedecessorem 
nostrum factc ad ecclesiam Pataviensem tunc pastore carentem obtine- 
bat — idem praedecessor dictam parochialem ecclesiam cum illam ut 
praefertur vacarc contingeret nobis tunc episcopo Senensi, per nos 
quoad viveremus una cum ecclesia Senensi cui tunc praeeram tenen- 
dam — sub certa forma commendationis mandavit, eandem parochialem 
ecclesiam dispositioni apostolice specialiter reservando. — Cum itaque 
postmodum pic mcmoric Caliisto papa iij. et praedecessore nostro, sicut 
deo placuit, ab humanis cxempto, dispositio divina ad summi aposto- 



— 295 — 

zichtete aber auf die Pfarrei zu Gunsten des Ulrich Fogel- 
singer, eines Priesters der Freisinger Diöcese, unter Vorbehalt 
einer jährlichen Pension, und zwar mit päpstlicher Bewilligung, 
wie die Bulle vom 23. December 1458 beweist;^) die vor- 
behaltene Pension sollte 1 50 fl. für die ersten sechs Jahre 
und für die folgenden 100 fl. betragen und in zwei Raten 



latus apicem nos vocaverit, et propterea cessante commenda hujusmodi 
dicta parochialis ecclesia adhuc vacans noscatur nullusque de illa praeter 
nos hac vice disponere potuerit — nos volentes tibi, qui nepos noster 
et continuus commensalis existis, praemissorum obsequiorum ac lauda- 
bilium probitatis et aliorum meritorum tuorum intuitu — gratiam facere 
specialem, motu proprio, non ad tuam vel alterius alicujus nobis super 
hoc oblate peticionis instantiam, sed de nostra mera liberalitate paro- 
chialem ecclesiam predictam, cujus fructus, redditus et proventus sexa- 
ginta marcarum argenti secundum consuetudinem extra annum vacantem 
non excedunt — cum omnibus juribus et pertinenciis suis apostolica 
auctoritate per presentes tibi conferimus et de illa etiam providemus. 
1) Die Bulle lautet auszugsweise: Papst Fius II — dilecto filio 
Magistro Francisco de Tudeschinis, preposito ecclesie sancti Victoris 
Xanctensis, Coloniensis diocesis, notario nostro — Hodie siquidem dilecto 
filio Vinco Fogelsinger, presbitero Frisingensis diocesis de parochiali 
ecclesia sanctorum Petri et Pauli apostolorum in Irnnigk, Saltzburgensis 
diocesis, per liberam resignationem tuam de illa, quam tunc obtinebas — 
in manibus nostris sponte factam, et per nos admissam, apud sedem 
apostolicam ipsam vacante et antea dispositioni apostolice reservata 
gratiose providimus. — Nos tibi ne propter resignationem hujusmodi 
nimium patiaris dispendium — motu proprio — super fructibus, reddi- 
tibus et proventibus dicte ecclesie centum quinquaginta tibi vel pro- 
curatori tuo legitimo annis singulis per sex annos a data presentium 
computandos et deinceps centum dumtaxat florenorum auri de camera, 
pensiones annuas, etiam annis singulis tibi quoad vixeris vel procuratori 
tuo predicto pro una, videlicet in beati Georgii et alia cujuslibet pen- 
sionis eidem medietatibus in beati Martini festivitatibus per dictum 
Vlricum, cujus ad id expressus accedit assensus etiam integre persol- 
vendas. — Quo circa venerabili fratri nostro episcopo Spoletano et 
dilectis filiis preposito ac archidiacono Stirie superioris Saltzeburgensis 
ecclesiarum per apostolica scripta mandamus, Ulrich in den körperlichen 
Besitz der Pfarre Irdning einzuführen. Sollte die pensio nicht bezahlt 
werden, so stehe dem Tudeschini regressus ad dictam ecclesiam frei. 
Als Franciscus de Tudeschinis Cardinal wurde, erlaubte ihm Papst Inno- 
cenz VIII. am 13. Mai 1488, die Pfarre Irdning in commendam beizu- 
behalten. 



— 296 — 

jährlicli ausirezahlt werden, aber obwohl sie vielfach nicht 
gezahlt wurden, übte der Cardinal doch gütige Rücksicht. ') 
Das Gerücht, dass Aeneas außer diesen beiden Pfarreien 
auch noch jene von Adriach bei Frohnleiten gehabt, lässt 
sich nicht begründen^) und dürfte wohl auf einer Verwechs- 
lung mit der Decanatspfarre Maria Himmelfahrt zu Aspach 
in Bayern beruhen, die Aeneas allerdings fast ein Jahrzehnt 
früher erhalten hatte. ■'^) 

') Der Papst spricht seine Anerkennung darüber aus: licet ut 
acccpimus prefatus Ulricus in solutione dicte pensionis multoties defe^ 
cerit, tu tarnen ex certis bonis respectibus contra ipsum ad censuras 
et penas predictas agere et regressu hujusmodi uti, hactenus non curasti. 

2) Eine Nachfrage an Ort und Stelle hatte kein Ergebnis. In 
»Graz und Umgebung«, 1882, S. 104, wird dem Aeneas diese Pfarre zuge- 
sprochen. 

3) Pii Comment. p. 9: Verum hanc ecclesiam (Sarantanae vallis) 
Aeneas brevi dimisit, melionem assecutus in Bajoaria sanctae Mariae 
Aspacensis non longe ab Aeno flumine, quam sibi Leonardus Patauiensis 
episcopus genere, atque magnificentia aeque nobilis vitro contulit: literis- 
que ei sine pretio ad Stiriam missis. Siehe Voigt I, 293. 

Aus den hier edierten Briefen ist ferner noch die große Sehn- 
sucht nach seinem Heimatslande bemerkbar (vgl. S. 66 f., Anm.), so dass 
ihm sein hiesiger Aufenthalt als ein Exil erscheint: So ep. 25 (S. 130): 
Nos quidem cum magna molestia domo absumus, cupimusque magno- 
pere ad nostros reverti lares; epp. 26, 28 (S. 132): crucior longo exilio; 
29, 48 (S. 155 : ego maxime idem (domum repetere) desidero qui me 
durum exilium agere et vitam morti similem ducere sentio. Omnis mihi 
dies annus est. Ähnlich in epp. 59, 109, 118 — 120, 124, 125, 128. 

Ferner klagt der Italiener Aeneas über die große Kälte in unseren 
Gegenden und über Theuerung in Briefen aus Neustadt: So ep. 97 
(S. 231), d. 16. Dec. 1453: Frigus apud nos inauditum atque incredibile 
viget et Caritas rerum ultra solitum opprimit plebem, und ep. 98 (S. 231) 
von demselbem Datum, wo er außerdem noch Pest und Krieg erwähnt: 
Terret mc frigoris austeritas, cujus similem postquam in Alemania dego, 
numquam expertus sum neque homincs quamvis senes harum partium 
majorem intempericm vidissc se mcminerunt. — Hec terra earestiam 
timet, pestis in foribus est, bella et Christianorum et gentium expec- 
tamus circuncisarum. Auch sonst spricht er öfters von der Pest in 
Wien und Neustadt. (Siehe S. 280, 282.) Ep. 56, verglichen mit dem 
Schreiben des Papstes Nikolaus V. (S. 167 f.), ferner epp. 69 und 78, 
verglichen mit dem Briefe des Königs von Portugall (S. 190), auch ep. 82 
u. s. w. zeigen, dass Aeneas gewöhnlich im Anfang seiner Briefe den 
Inhalt der Briefe der Adressaten zu recapitulieren pflegt. 



— 297 - 

Erwähnenswert dürfte noch sein, dass Aeneas Sylvius 
als Papst Pius IL auch die Gründung des Bisthums Laibach 
bestätigte und seinen Freund, den Grafen Sigmund von Lam- 
berg, im Jahre 1461 als ersten Bischof dafür bestellte,^) sowie 
er auch auf Bitten des Kaisers Friedrich die Canonisation 
der Hemma, Stifterin von Gurk, betrieb. Er gab die Unter- 
suchung der Acten an drei Cardinäle, und diese gaben sie 
an Georg, Bischof von Seccau, Sigmund, Bischof von Laibach, 
Johann, Abt von St. Lambrecht, und Gerhard, Abt von Vic- 
tring. Der bevorstehende Türkenkrieg und die wegen desselben 
häufig gehaltenen Reichs- und Landtage waren die Ursache, 
dass die Sache nicht zu Ende geführt wurde, solange Pius II. 
lebte. 2) 

Die hohe Wichtigkeit des Aeneas Sylvius 
Piccolomini als zeitgenössische Quelle für die 
ste iermärkische Geschichte in der zweiten Hälfte 
des fünfzehnten Jahrhunderts ist längst gewür- 
digt^) und allgemein anerkannt. Sie dürfte durch die 
Kenntnis der vorstehenden Briefe einigermaßen erhöht werden. 

^) Collectaneum Runense ad a. 1461 : Imperator fundat Episcopatum 
Labacensem Carniolae. Pius Papa hanc novam Cathedram ab omni sub- 
jectione Patriarchatus Aquilegiensis et Saltzburgensis Metropolis exemit, 
quae instituta in honorem S, Nicolai. Jus praesentandi Archiducibus 
Austriae in perpetuum addixit. Primus Episcopus erat Sigismundius 
Lambergius, quem Caesar a sacris Capellae suae et Eleemosinis, Pius 
autem II. ab arcta prius necessitudine habuit. Hanth. p. 283. Pro mensa 
Episcopi assignata fuit Abbatia Benedictina Obernburgensis cum Castro 
Gotschach. Ultimus abbas defuncto Casparo, 1460 contra interdictum 
Caesaris, cum consensu Papae electus Gregorius. Sed papa postulante 
imperatore electionem abbatis nullum declarat. 

2) So Caesar, Bd. 6, S. 340 f. und Annal. III, 521. 

^) Besonders vom Hofrath Dr. Franz Ritter v. Krones: »Die zeit- 
genössischen Quellen der steiermärkischen Geschichte in der zweiten 
Hälfte des XV. Jahrhunderts« in den »Beiträgen zur Kunde steiermärki- 
scher Geschichtsquellen«, 7. Jahrgang (1870), S. 8, 13 ff., 17, 22 f. 



Berichtigungen. 



S. 14, Anm, r, statt et Pctri lies s. Petri. — Anm. 2, statt facimus lies 
facinus. 

15, Anm. I, st. ineptarum 1. ineptiarum. 

16, Anm. 2, Z. I, st. Siegmund 1. Sigmund. 
23, Z. 8 unter dem Strich 1. nisi quod me V. F. 

50, Anm. I, vorletzte Z., st. Eunyalo 1. Euryalo. 

51, Anm. 4, Z. 3, hat der Beistrich nach 22 wegzufallen. 
61, Z. 6 von unten ist nach dem Worte Alfons ein Beistrich zu setzen. 
67, Z. 7 unter dem Strich, st. im Anhang 1. ep. 48, S. 155 und S. 296, 

Anm. 3. 

76, Anm. 2, st. Siehe im Anhang 1. Siehe ep. 41, S. 145. 

88, Z. 6, St. 181 Briefen 1. 186 Briefen. 
149, Z. 3 von unten, st. precores 1. proceres. 
175, Z. 16, St. deficillima 1. difficillima. 
179, Z. 3 sollte juvetis, wie zwar im Codex steht, in juves corrigiert sein. 

184, Z. 7, St. Hex 1. Hec. 

185, Z. 6 von unten, st. occurunt 1. occurrunt. 
190, Z. 4 unter dem Strich von unten, ist nach enixe das Wort ro- 

gamus einzuschalten. 
197, Z. 6, st. regime 1. regimine. 
236, Z. 8 von unten, st. medidatur 1. meditatur. 
239, Z. I, st. cancti I. sancti. 

243, Z. 3 ist statt nach pergamen, erst nach imponit zu interpungieren. 
256, Z. 13 von unten, st. agituntur 1. agitantur. 
263, Z. 15 von unten, st. de 1. te. 
267, Z. 3 von unten, st. quem 1. quam. 



l 



CO 
(Ü 

•H 

Ö 

o 
o 

V 

CO 



o 
o 
cv 






CO 



% 



^»ONTIFICAL INSTITUTE OF MEOIAEVAL STUOi£S 

59 QUEEN'S PARK CRESCENT 

TORONTO— 5, CANADA 

19200 



G. H. NEWLANDS 

Bookbinder 
Caledon East, Ont.